Inhaltsverzeichnis
Thema
1. Angststörungen, Einleitung 1
2. Allgemeine Definition 1
3. Klassifikationen 2
4. Generalisierte Angststörung (generalized anxiety disorder) 4
4.1. Allgemeines zur Generalisierten Angststörung 6
4.2. Therapieansätze zur Generalisierten Angststörung 6
5. Panikstörungen (panic disorder) 7
5.1. Allgemeines zur Panikstörung 8
5.2. Therapieansätze zur Panikstörung 8
Phobien - Spezifische-, Soziale und Agoraphobie (phobia)
6. 9
6.1. Allgemeines zu Spezifischen-, Sozialen und Agoraphobie 10
6.2. Therapieansätze zu Phobien 11
7. Zwangsstörung (obsessive-compulsive disorder) 11
7.1. Allgemeines zur Zwangsstörung 12
7.2. Therapieansätze zur Zwangsstörung 12
8. Posttraumatische Belastungsstörung 13
8.1. Allgemeines zur Posttraumatischen Belastungsstörung 14
8.2. Therapieansätze zur Posttraumatischen Belastungsstörung 15
9. Lerntheoretischer Erklärungsansatz 15
9.1 Biologischer Erklärungsansatz 16
9.2 Biopsychosozialer Erklärungsansatz 17
10. Angst und Arbeitsalltag 17
11. Fazit 18
Literaturangaben / Quellenverzeichnis 20
1. Einleitung
Die vorliegende schriftliche Arbeit thematisiert die Ätiologie, die Symptomatik sowie die möglichen Therapieformen von Angststörungen in der postmodernen Gesellschaft.
Die Betrachtung der abnormen Angstreaktion als pathologisches Phänomen ist eine noch recht junge Entwicklung im Bereich der klinischen Psychologie. Die Verbreitung der verschiedenen Störungsbilder innerhalb der Gesellschaft hingegen ist enorm hoch. Die folgende Ausarbeitung beschäftigt sich in diesem Zusammen- hangmit der Fragestellung: „Weißt das Individuum in der postmodernen Gesellschaft gegenüber Angststörungen einen Mangel an Resilienz auf?“ Um darauf eine angemessene Antwort geben zu können, werden im Folgenden zu Beginn das Thema „Angst“ und deren pathologische Formen erläutert und voneinan- derabgegrenzt. Weiter erfolgt die Darstellung der Klassifikation von Angststörungen sowie die detaillierte Beschreibung der häufigsten Vertreter: die generalisierte Angststörung, die Panikattacke, spezifische-, soziale-, und Agoraphobie, Zwangsstörungen sowie die Posttraumatische Belastungsstörung. Ferner werden sowohl die jeweiligen Erklärungsansätze als auch der sozioökonomische Kontext dargestellt.
2. Allgemeine Definition
Die Angst gehört zu den Grundemotionen eines Menschen und entwickelt sich bereits in der zweiten Hälfte des ersten Lebensjahres. Sie ist universal, das heißt, sie gehört zum Erfahrungsbereich jedes Menschen und tritt sogar auch bei Primaten auf. Es sind Gefühle, die aus evolutionärer Sicht dem Überleben der Spezies dienen, da sie dabei mitwirken, Gefahren zu vermeiden (vgl. Berk 2007, S. 237ff.). Anlässlich dieser Ausarbeitung stellt sich die Frage nach der Abgrenzung von „normaler“ und „pathologischer“ Angst; ab wann also wird das Aufkommen der Gefühlsregung Angst ein Problem und somit eine Störung? Diesbezüglich definiert Myers, dass eine psychische Störung vorliegt, wenn sich „dauerhaft schädliche Gedanken, Gefühle und Handlungen“ bei Betroffenen einstellen, die „abweichend, quälend und dysfunktional“ sind (Myers 2005, S. 745). Das entscheidende Merkmal ist hier nach Myers die Dysfunktionalität des Verhaltens, es handelt sich demzufolge erst um eine Störung, wenn ein Mensch durch das Aufkommen der Angst in bestimmten Situationen in seinem Leben beeinträchtigt wird. Abweichendes Verhalten allein, kann demnach nicht als Maß für eine Störung gelten, da sich Verhaltensweisen „von Kultur zu Kultur und von
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Kontext zu Kontext“ unterscheiden; ebenso können arge Bedrängnis und Verzweif- lungeinen Menschen zwar in der Lebensführung behindern, rechtfertigen allein aber dennoch nicht die Definition einer Störung. (vgl. Myers 2005, S. 745f.)
Eine andere Definition der pathologischen Angst lässt sich nach Jungnitsch anhand folgender Kriterien festmachen:
1. Die Angstreaktion ist der angstauslösenden Situation gegenüber unangemessen
2. Die Angstreaktion ist chronisch
3. Die betroffene Person hat keine Erklärung für das Aufkommen der Angst sowie keine Möglichkeit der Angstreduktion oder der Angstbewältigung 4. Die Angstreaktion führt zu starken Beeinträchtigungen im Leben der Betroffenen (vgl. Jungnitsch 2009, S. 162)
Gemäß Jungnitsch und dem Robert Koch-Institut lassen sich fünf Ebenen der Angst charakterisieren. Die erste Ebene ist die subjektive Ebene, diese ist gerade bei sozialen Ängsten sehr bedeutsam, da sie sich auf die Gedanken und Befürchtungen der Betroffenen bezieht. Die zweite Ebene ist die Verhaltens-Ebene, sie betrifft das Vermeidungs- und Fluchtverhalten sowie das Schaffen bestimmter Sicherheitssignale von den Betroffenen. Die dritte Ebene ist die körperliche, also die physiologische Ebene, sie beschreibt die Symptome des Körpers, die innerhalb eines Angstzustandes auftreten, so z.B. Herzrasen, Schwitzen, Schwindel, Zittern, etc.. Die vierte Ebene ist die emotionale Ebene, hierbei geht es um die Gefühlszustände, welche die Betroffenen während eines Angstzustandes durchmachen. Die fünfte und auch letzte Ebene ist die kognitive Ebene, sie bezieht sich auf das Denken und die Aufmerksamkeit der Betroffenen. Nach Jungnitsch müssen die einzelnen Krankheitsbilder keine Synchronität in Bezug auf die Erscheinungsebenen von Angst haben, ganz im Gegenteil könne man dadurch im Weiteren Verlauf wichtige „Hinweise auf die Unterscheidung einzelner Störungsbilder sowie auf die Therapie ableiten“. (vgl. Jungnitsch 2009, S. 162f. und Robert Koch-Institut 2004, S.7)
3. Klassifikation von Angststörungen
Eine Klassifikation bringt immer eine gewisse Ordnung mit sich, so auch innerhalb der Psychiatrie und der Psychologie; hier werden die Symptome verschiedener
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Krankheitsbilder in sinnvollen Gruppen, beispielsweise mit einer gemeinsame Ätiologie, eingeteilt und mit den jeweils qualitativen Unterschieden aufgeführt, damit die einzelnen Störungen benannt, beschrieben und untersucht sowie der jeweilig weitere Verlauf vorhergesagt und eine bestimmte Form der Behandlung durchgeführt werden kann. Die zwei richtungsweisenden Systeme zur Klassifikation sind das „Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (Fourth Edition)“ zu Deutsch: „Diagnostisches und Statistisches Manual psychischer Störungen (4. Ausgabe)“, kurz: DSM-IV und die „International Classification of Diseases“ zu Deutsch: „Internationale Klassifikation der Krankheiten“, kurz: ICD-10. Beide „Schemata sind kategoriale Systeme, die auf einer Gruppierung von Symptomen beruhen, die wiederum zu einem System von Kategorien zusammengefasst werden“ (Myers 2005, S. 749). Beide Systeme sind in der Forschung anerkannt.
DSM-IV
Das DSM-IV ist ein rein amerikanisches System und wurde erstmals 1952 in Anlehnung an die ICD-6 entwickelt. Es ist ein multiaxiales Klassifikationssystem. Die Kodierung des Inhalts erfolgt auf fünf Achsen, von denen sich jeweils eine auf einen anderen Informationsbereich bezieht. Die erste Achse bezieht sich auf die Klassifikation der psychischen Störung. Sie ist insgesamt in 15 diagnostische Hauptgruppen sowie zusätzlich in „andere klinisch relevante Probleme“ aufgeteilt; hier finden sich als diagnostische Gruppierung die Angststörungen. Die folgenden Achsen zwei, (Persönlichkeitsstörungen und geistige Behinderung), drei (Medizinische Krankheits-faktoren), vier (Psychosoziale und umgebungsbedingte Probleme) und fünf (Globale Beurteilung des Funktionsniveaus) dienen dazu, das Störungsbild im Näheren zu beschreiben und Fehldiagnosen zu vermeiden. Die verschiedenen Störungen werden detailliert in Bezug auf Symptomatik, Dauer, Intensität und Auftretungshäufigkeit verzeichnet. Zur Diagnose einer Störung reicht es nach dem DSM aus, wenn die Betroffenen eine Teilmenge der der Störung zugehörigen Symptome aufweisen, die Verwendung ätiologischer Kriterien findet hier nicht statt. (vgl. Myers 2005, S. 749f.)
ICD-10
Die ICD ist ein, erstmals 1853, im internationalen Konsens der Fachgesellschaften entwickeltes Kategorisierungssystem und findet International betrachtet eine häufigere Anwendung als das DSM. Die ICD-10 umfasst im Gegensatz zum DSM auch kör-
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perliche Erkrankungen. Psychische Störungen und Verhaltensstörungen werden im Kapitel V erläutert. Die Kodierung erfolgt über die „F-Diagnosen“, das heißt, dass jeder Störung eine sogenannte Diagnosenummer, der Buchstabe F und vier bis fünf weitere Ziffern zugewiesen werden. Zusätzlich umfasst die ICD, ebenso wie das DSM, drei Achsen, die erste Achse für die „klinische Diagnose“, die zweite Achse für die „soziale Funktionseinschränkung“ sowie die dritte Achse für „umgebungs- und situationsabhängige Ereignisse oder Probleme der Lebensführung und Lebensbewältigung“. Die Angststörungen fallen damit unter Kategorie F40-49. (vgl. Myers 2005, S. 751f.)
4. Generalisierte Angststörung (DMS-IV 300.02 oder ICD-10 F 41.1) Die generalisierte Angststörung (GAS, engl. generalized anxiety disorder) zeigt sich bei Betroffenen nicht in spezifischen Situationen oder im Zusammenhang mit konkreten Objekten, sondern zeichnet sich durch eine, wie der Name bereits verrät, generelle, also persistierende Ängstlichkeit aus. Betroffene werden dabei von einer chronischen sowie unkontrollierbaren Sorge um Geringfügigkeiten, Alltagssituationen oder auch die Gesundheit begleitet. Die durch die frei flottierende Angst hervorgerufenen Sorgen dienen dabei nicht ihrer natürlichen Funktion, das Individuum auf potentiell bedrohliche Situationen vorzubereiten und einen Prozess zur Problemlösung zu aktivieren. So beschäftigen sich Angstpatienten mit dem wiederholten gedanklichen Durchspielen aversiver Ereignisse. Dabei kommt es jedoch nicht zur Entwicklung von Lösungsstrategien, sondern einer gedanklichen Festsetzung an negativen Aspekten, potentiellem Unglück oder dem eigenen Versagen. Kommt es bei Betroffenen zu dem Gefühl bestimmte Gedankenketten nicht länger ertragen zu können, schnellen sie charakteristischerweise zu einem anderen Sorgenpol und katastrophisieren diesen gleichermaßen. Für den Betroffenen entstehen dabei ein Gefühl von Hilflosigkeit und die Angst, den Anforderungen des Lebens nicht gewachsen zu sein. Personen, die unter einer GAS leiden, beschäftigen sich bis zu zehn Stunden täglich mit ihren Sorgen. Dabei weisen sie neben andauernder Anspannung, erhöhter Reizbarkeit und Nervosität auch Symptome wie Schlafstörungen, Muskelverspannungen, Kopfschmerzen und Übelkeit auf, welche teilweise durch eine „starke Aktivierung des zentralen Nervensystems hervorgerufen werden.“ (Becker/ Margraf 2002, S. 8) Diese unspezifische Symptomatik führt daher selten zu einer schnellen Diagnose, sodass die Patienten bis zum Beginn einer Therapie einen langen Leidensweg durchlaufen.
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Arbeit zitieren:
Sarah Berens, Linda Eidt, 2010, Angststörungen - Klinisch-psychologische Störungsbilder im Erwachsenenalter, München, GRIN Verlag GmbH
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