Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis.................................................................................................................................. 2
Vorwort:................................................................................................................................................. 3
1. Die wichtigsten Fakten des Hereroaufstandes 4
1.1. Die Ursachen des Aufstandes 4
1.2. Ausbruch des Krieges. 5
1.3. Die erste Phase des Krieges. 6
1.4. Die zweite Phase des Krieges 7
1.5. Die Schlacht am Waterberg 7
2. Trothas Pläne mit den Herero. 9
2.1. Quelle: Trotha an Schlieffen 9
Trotha an Schlieffen am 4. Oktober 1904 9
2.2. Verbindung des Briefes und des Vernichtungsbefehls 10
2.3. Sinn und Zweck des Briefes. 11
3. Der Kampf gegen die Herero: ein Völkermord? 13
3.1. Definition Völkermord 13
§ 6 Völkermord. 13
3.2. Der Kampf gegen die Herero: ein Völkermord 13
3.2.1. Körperliche und seelische Schäden der Herero durch KZs 14
3.2.2. Lebensbedingungen, die die körperliche Zerstörung der Herero herbeiführten 15
3.2.3. Die gewaltsame Einführung der Herero in eine andere Gruppe 15
Fazit 16
Quellenangabe : 17
Anhang: Trothas Proklamation an das Volk der Herero 18
2
Vorwort:
Der Hereroaufstand ein dunkles Kapitel der deutschen Geschichte. Warum ich dieses Thema wählte? Das erste Mal wurde ich in meiner Schullaufbahn in der 9. Klasse mit dem Hereroaufstand konfrontiert, als wir das den deutschen Imperialismus behandelten. Ich weiß noch, wie schockiert ich war, dass sich die Deutschen solcher Kriegsverbrechen schuldig gemacht hatten. Vor allem schockierten mich die Bilder der an Ketten gelegten Farbigen. Innerlich stellte ich gleich die Verbindung zum Nationalsozialismus her. Ist ja auch relativ naheliegend, wenn man bedenkt, dass beim Hereroaufstand ähnlich schwerwiegende Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen wurden. Auch hier wurde versucht ein Volk aus rassischen Gründen fast vollständig auszulöschen. Auch hier wurden Konzentrationslager errichtet, in denen die Herero unter menschenunwürdigsten Bedingungen leben mussten. Leider kann ich diese Verbindung bzw. dieses Thema in meiner Hausarbeit nicht weiterverfolgen, da es den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde. Stattdessen werde ich wenigstens versuchen, die Frage zu klären, ob es sich nun um einen Völkermord handelt oder nicht. Interessanterweise taucht auf der Onlineseite des Brockhaus, wenn man das Wort Völkermord eingibt, sofort ein Artikel zum Hereroaufstand auf. Doch wie kam es dazu? Wie zeigte es sich? Und vor allem wie lässt es sich einwandfrei mit Argumenten belegen? Werde ich mich vielleicht am Ende meiner Arbeit eines Besseren belehren lassen müssen? Ich werde versuchen, das Thema so objektiv wie möglich zu behandeln und fange deshalb mit den wichtigsten Fakten zum Ausbruch des Krieges, dem Kriegsverlauf und der Schlacht am Waterberg an. Danach befasse ich mich mit Trothas Brief an Schlieffen. Und zuletzt werde ich versuchen zu klären, ob es sich beim Hereroaufstand seitens der Deutschen um einen Völkermord handelt oder nicht.
3
1. Die wichtigsten Fakten des Hereroaufstandes
1.1. Die Ursachen des Aufstandes
Als wichtigste und ausschlagebenste Ursache für den Aufstand der Hereros gilt die völlige Rechtlosigkeit der Afrikaner gegenüber den Deutschen, weshalb sie sich in ihrem eigenen Land als Sklaven fühlten. Schon die rassistischen Bezeichnungen wie Pavian oder Ungeziefer, welche die Hereros von den Deutschen bekamen, zeigen welcher Willkür die Afrikaner ausgeliefert waren. Außerdem wurden sie in einem hohen Maße körperlich gezüchtigt. Diese Züchtigungen führten teilweise sogar zum Totschlag. Für derartige Ausschreitungen wurde extra der Terminus Tropenkoller erfunden, welcher als Entschuldigung fungierte. Wenn es in seltenen Fällen trotzdem zu einem Gerichtsverfahren gegen einen Deutschen kam, wurde das Verfahren in der Regel ohne Urteilsspruch eingestellt oder es wurden nur sehr geringe Strafen erteilt. Der Grund hierfür ist, dass die Glaubwürdigkeit der afrikanischen Zeugen generell bezweifelt wurde. Im Jahr 1903 wurde vom Deutschen Kolonialbund sogar die Forderung erhoben, dass erst das Zeugnis von mindestens sieben Afrikanern dasjenige eines Europäers bzw. Euro-Afrikaners aufheben konnte. 1
Ein zweiter wichtiger Grund war das Zusammenschrumpfen des Hererolandes bzw. dessen Enteignung. Bedingt waren diese Gründe durch die Schaffung von Reservaten und den Bau der Otavibahn, denn das hätte zur Folge gehabt, dass in der Nähe der Bahnlinie kein farmfähiges Land mehr da wäre. Die Otavibahn sollte diagonal durch das Hereroland führen und außerdem sollten die Hereros unentgeltlich ihr Land zu beiden Seiten der Linie und die Wasserrechte in diesen Gebieten abtreten. Darüber hinaus weigerten sich die Deutschen den Artikel 3 des sogenannten Schutz- und Freundschaftsvertrages anzuerkennen, nach welchem die Verpflichtung bestand, die bestehenden Sitten und Gebräuche der Hereros zu respektieren. 2
Andere Gründe für den Aufstand waren zum Beispiel die Vergewaltigungen der herero Frauen durch Deutsche, das Erschießen der herero Männer bei einem nicht preisgeben ihrer Frauen und Töchter und die extremen Zinsraten der Kaufleute und ihr eigenmächtiges, gewaltsames Eintreiben. Extreme Zinsrate deshalb, weil die sie bei 500% lag.
1 Toubab Pippa s. 106
2 Horst Drechsler, s. 131-132
4
„ Der deutsche Missionar Eigner verpfiff 1904 seine Landsleute an seine Missionsgesellschaft: „ Der Durchschnitt der Deutschen behandelt den Eingeborenen als ein Wesen, welches mit dem Pavian ( ihr Lieblingsname für Eingeborene) so ziemlich auf einer Stufe steht. Aus dieser Gesinnung gehen dann nur zu oft Härte, Betrügereien, Ausbeutung, Ungerechtigkeit und Vergewaltigung, nicht selten Totschlag hervor.““ ( Zitat aus Toubab Pippa s.106 unteres Kästchen) 3
1.2. Ausbruch des Krieges
In der Nacht vom 11. zum 12. Januar 1904 brach dann, für die Deutschen sehr überraschend, der Hereroaufstand aus. Der Aufstand kam für die Deutsche zwar überraschend, aber ganz und gar nicht ungelegen, denn so bot sich Deutschland die lang ersehnte Gelegenheit, Südwestafrika auch militärisch zu erobern.
„ Diesen Gedanken, der von vielen deutschen Diplomaten und Regierungsvertretern gedacht wurde, sprach der deutsche Gesandte in Lissabon, v. Tattenbach, einem portugiesischen Minister gegenüber offen aus. Er erklärte, „Daß - so bedauerlich der Herero- Aufstand auch sei - durch ihn die Besitzergreifung dieses weiten Gebietes herbeigeführt und Deutsch-Südwestafrika aus einer sog. Interessensphäre eine wohlgeordnete und vielversprechende Kolonie werden würde.““ ( Drechsler S. 138 zweiter Abschnitt, unten) Die Herero handelten geschlossen und gemeinsam. An ihrer Spitze stand Oberhäuptling Samuel Maharero. Die Solidarität ging soweit, dass Herero, die sich zum Zeitpunkt des Aufstandes außer Landes befanden ihre Arbeit niederlegten und ihren Stammesangehörigen zu Hilfe eilten. Der Zeitpunkt des Aufstandes war für die Herero sehr günstig, da sich drei von vier deutschen Kompanien wegen der Bondelzwarterhebung im Süden des Landes bzw. auf dem Weg dorthin befanden. Der Aufstand war zwar schon lange geplant, der Entschluss zum Losschlagen wurde aber dennoch relativ kurzfristig gefasst, denn etwa 600 Herero, welche am Bau der Otavibahn beteiligt waren, konnten nicht mehr rechtzeitig benachrichtigt werden. Der Aufstand der Herero hatte von Anfang an einen Verzweiflungscharakter, worüber sich die Herero im Klaren waren, denn sie wussten um ihre mangelnde Bewaffnung und Ausrüstung. Sie wollten aber lieber im Kampf sterben, als widerstandslos diese Enteignung und Ausbeutung hinzunehmen.
Interessant an dem Aufstand war auch der Befehl von Samuel Maharero, nach welchem sich der Aufstand nur gegen die Deutschen richtete, die Engländer und Buren waren nach dem
3 Pippa, Toubab (Hg.) Von der Bosheit im Herzen der Menschen. Hendrik Witbooi und die schwarz- weiße
Geschichte Namibias s. 106
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Arbeit zitieren:
Nina Schmeichler, 2009, Der Hereroaufstand, München, GRIN Verlag GmbH
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