Inhalt
1. Einleitung 1
1.1. Die Systematik von Bildungsnetzwerken 2
1.2. Definition des Bildungsnetzwerkbegriffs 3
1.3. Eigenschaften von Berufsbildungsnetzwerken 5
1.4. Regionales Bildungsnetzwerk: Schule 8
2. ANUBA 10
2.1. ANUBA - das Modell und Kompetenzzentren 10
3. Deutsche Gesellschaft für Personalführung (DGFP e.V.) 12
3.1. Das Netzwerk der DGFP e.V. 13
4. Fazit 16
Literaturverzeichnis 17
1. Einleitung
„Bildung ist ein Menschenrecht. Jeder Mensch hat das gleiche Recht auf eine gute Bildung - als Grundlage für ein erfülltes Leben und als Eintrittskarte für gute, qualifizierte Arbeit. Das gilt unabhängig von der Herkunft, unabhängig vom Einkommen der Eltern. Bildung als Menschenrecht ist die Voraussetzung für echte Chancengleichheit. Solange in unserem Bildungssystem Hürden für benachteiligte Menschen bestehen, bleiben die Chancen ungerecht verteilt. Lebenslanges Lernen ist für die Persönlichkeitsentwicklung eines jeden Menschen unersetzlich. Es gibt Orientierung, um sich in einer immer komplexer werdenden Welt zurechtzufinden und am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Allgemeine, berufliche, politische und kulturelle Bildung vermittelt den Menschen Grundorientierungen und Kompetenzen. Dies macht es ihnen möglich, den politischen und gesellschaftlichen Wandel in unserer Gesellschaft aktiv mitzugestalten.“ (SPD, 2009)
„Bildung ist der Schlüssel für ein selbstbestimmtes, solidarisches und verantwortungsbewusstes Leben. Gute Bildung für alle braucht viele Wege, klare Ziele und hochwertige, passgenaue Angebote, die durch das gegliederte Schulsystem geschaffen werden. Jede Familie muss sich darauf verlassen können, dass ihre Kinder bestmöglich gefördert werden. Bildung bleibt Ländersache, wie im Grundgesetz geregelt. Gleichzeitig wächst die länderübergreifende Notwendigkeit, in zentralen Handlungsfeldern nationale Ziele und abgestimmte Maßnahmen von Bund und Ländern zu verabreden.“ (CDU, 2009)
Betrachtet man beide Auszüge aus dem Wahlprogramm 2009 zur Bundestagswahl der SPD und CDU wird deutlich, welchen Stellenwert „Bildung“ in der Bundesrepublik Deutschland zugesprochen wird. Unter diesem Fokus möchte ich die Aufmerksamkeit auf Bildungsnetzwerke lenken und diese näher untersuchen.
Thomas Rachel hat in seiner Rede vom 20.August 2009 anlässlich der Auftaktveranstaltung des Regionalen Bildungsnetzwerks Düren die Bedeutsamkeit des Bildungsnetzwerks betont:
„Durch die neuen Strukturen mit ihrem gezielten Übergangsmanagement werden insbesondere die Lernchancen der Kinder und Jugendlichen im Kreis Düren verbessert. Durch die effektivere Nutzung der bereits bestehenden kleineren Netzwerke wird aber auch die Transparenz der gesamten lokalen Bildungslandschaft erhöht. Auf diese Weise werden Bürgerinnen und Bürger in jeder Lebensphase Unterstützung finden, die optimal auf ihre jeweiligen Bedürfnisse und Ausgangslagen abgestimmt ist. […] Mit der Einrichtung und Entwicklung des regionalen Bildungsnetzwerks hat der Kreis Düren die Weichen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten richtig gestellt.“ (Rachel, 2009)
Rachel spricht in seiner Rede in ersten Ansätzen die Leistungsfähigkeit des Bildungsnetzwerks mit unterschiedlichsten Entwicklungsmöglichkeiten an. Im
1
Verlauf der Arbeit greife ich die in seiner Rede dargestellte Sichtweise auf, um sie an zwei Beispielen zu erläutern. Die Hausarbeit gliedert sich in zwei Teile (Theorie und Praxis).
Im ersten Teil werde ich das Bildungsnetzwerk definieren, darstellen und mögliche Potentiale aufzeigen. Die vermittelten Grundlagen für die Systematik von Bildungsnetzwerken sollen dem Leser den Einstieg in die gewählten Praxisanwendungen vereinfachen.
Der zweite Teil der Arbeit umfasst die Verwendung von Bildungsnetzwerken, welche an dem Beispiel von ANUBA- Aufbau und Nutzung von Bildungsnetzwerken zur Entwicklung und Erprobung von Ausbildungsmodulen in IT- und Medienberufen und der Deutschen Gesellschaft für Personalführung (DGFP e.V.) beschrieben werden sollen. Die DGFP e.V. bieten sich als praktisches Beispiele an, weil sie einen Kontenpunkt in einem Bildungsnetzwerk darstellt, der Weiterbildung vermittelt und selber anbietet, im Rahmen des Modellversuchs ANUBA sollen Bildungsnetzwerke aufgebaut und genutzt werden.
Neben den Unterlagen und Internetseiten, von ANUBA und der DGFP e.V. beziehe ich mich im Verlauf dieser Arbeit auf die Beiträge zu Verbünden und Netzwerken und Bildungsnetzwerken von Herrn Prof. Dr. Phil. Peter Dehnbostel, sowie das von Ihm gehaltene Seminar „Lernorte und Netzwerke in der beruflichen Bildung“ im Frühjahrstrimester 2009 der Helmut Schmidt Universität, Universität der Bundeswehr in Hamburg und den Vortrag zu Systematik von Bildungsnetzwerken von der Arbeitsgruppe Nieswand, Powierski und Thiele. Ergänzt wird die angesprochene Literatur durch die Forschungsergebnisse von Herrn Prof. Dr. Karl Wilbers. Als die führenden Denker und Forscher im Bereich der Berufsbildung und Weiterbildung sind die Aufzeichnungen und Gedanken der Professoren ein wichtiger Bestandteil dieser Arbeit und der gesamten Thematik.
1.1. Die Systematik von Bildungsnetzwerken
Herr Prof. Dr. Phil Peter Dehnbostel findet einen Einstieg zum Thema Systematik von Bildungsnetzwerken in seinem Seminar: Lernorte und Netzwerke in der beruflichen Bildung folgendermaßen:
„Lernorte und die Lernortforschung sind für die Berufsbildung und Weiterbildung gegenwärtig und zukünftig von zentraler Bedeutung. Seit der Lernortkonzeption des Deutschen Bildungsrats in den 1970er Jahren werden das Lernortkonzept und Ansätze einer Theorie der Lernorte kontrovers diskutiert. In der Praxis der beruflichen Weiterbildung beobachten wir seit Jahren eine Differenzierung, Pluralisierung und Entgrenzung von Lernorten. Der Prozess der organisatorisch-strukturellen Ausdifferenzierung der Lernorte ist mit einem gleichlaufenden Prozess der Reorganisation von Kooperationsbeziehungen zwischen den Lernorten verbunden. Verbünde und Netzwerke als
2
berufliche Qualifizierungs- und Organisationsformen sind augenfällige Beispiele solcher Struktur- und Kooperationsentwicklungen. Sie stellen systematische Lernortkooperationen dar, wie sie in den letzten Jahren zunehmend ausgebaut werden und gleichermaßen betriebliche, über- und außerbetriebliche sowie öffentliche Lernorte umfassen. Die Zukunft des Lernens in der Berufsbildung ist ein Lernen in vernetzten Lernorten, in denen virtuelle Lernorte zudem eine maßgebliche Rolle spielen werden.“ (Dehnbostel, 2009)
Es zeigt sich, dass die Netzwerke, im speziellen die Bildungsnetzwerke in Zukunft eine entscheidende Rolle in unserer heutigen Gesellschaft spielen werden und der Stellenwert der Bildung weiter durch sie ansteigt. Ein Hintergrund dieser Entwicklung sind, aufgrund der Globalisierung neuentstandene Unternehmens- und Organisationskonzepte, sowie der Wandel der Dienstleistungsgesellschaft in die Wissens- und Dienstleistungsgesellschaft. Die systematische Vernetzung von Lern-und Wissensprozessen erweist sich als entscheidend für den Erhalt und Ausbau der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit in modernen Unternehmen. (Dehnbostel, 2002)
Gibt man den Begriff „Netzwerk“ in die Suchmaschine Google, erhält man unterschiedliche Definitionen. Es präsentieren sich vielfältige Dimensionen in denen der Netzwerkbegriff zur Anwendung kommt: soziale, ökonomische, technische, elektronische, politische, kulturelle und biologische Netze. Bei der Internetsuche offenbart sich, dass die Definition des Netzwerkbegriffs abhängig ist von der Interaktion (Briefe, Email, Telefonat, usw.) zwischen den Menschen, doch betrachten wir die Definition im Kapitel 1.1. des Begriffes genauer.
1.2. Definition des Bildungsnetzwerkbegriffs
Zerlegen wir das Bildungsnetzwerk in „Bildung“ und „Netzwerk“, erhalten wir für beide Begriffe folgende Erklärungen.
Um „Bildung“ zu beschreiben, betrachten wir die Deutung von Wilhelm von Humboldt, der den Begriff nicht nur auf den Prozess des „sich bilden“ bezieht, sondern auch auf den Zustand „gebildet sein“. Genauer gesagt umfasst das Konzept der Bildung die Gesamtheit der Fähigkeiten und Eigenschaften einer Persönlichkeit, die sich in einem permanenten Entwicklungsprozess befinden. Das Konzept der Bildung besteht hierbei aus den Punkten:
• Wissen - im Sinne von Kenntnis von etwas haben
• Intellektualität - bezogen auf besonderes künstlerisches und wissenschaftliches Wissen
3
• Kultiviertheit - als die im sozialen Kontext ausgebildete, gepflegte und sozial- erwünschte Lebensweise.
Nicht zu vernachlässigen ist dabei die individuelle Anlage der Persönlichkeit, sowie zeitliche, räumliche und soziale Bedingungen. (Arbeitsgemeinschaft Bildung für Deutschland, 2009) In der Summe erhalten wir eine Definition des Bildungsbegriffs.
Soziale Netzwerke, Netzwerkorganisation und Global Network, Networking nicht nur im deutschsprachigen Raum nutzen wir den Netzwerkbegriff. Besonders international findet der Begriff immer häufiger Anwendung und ist kaum mehr aus dem Sprachgebrauch wegzudenken. Eine Unterscheidung zwischen globalen und regionalen, personalen und virtuellen Netzen erschwert eine eindeutige Definition. (Faulstich, et al., 2002) In dem Onlinelexikon Wikipedia beschränkt sich der Aufbau eines Netzwerkes auf Knoten und Kanten. (Wikipedia, 2009) Die Knoten stehen im Fall des Bildungsnetzwerks für die Adressaten und Elemente, hier sind es Institutionen, die sich mit beruflicher Bildung befassen: Schulen, Unternehmen, Studienseminare, Hochschulen. Die Kanten stehen für die Beziehungen und Kanäle zwischen den Knoten. Kurz gesagt, Netzwerke sind Formen sozialer Interaktion die sich auf Kontextbedingungen wie Vertrauen, Anerkennung und gemeinsame Interessen stützen.
Peter Faulstich beschreibt in seinem Buch „Wissensnetzwerke“ eine ähnliche Darstellung des Netzwerkbegriffs. Seiner Meinung nach hat sich der Netz- Blick verbreitet, so dass es zu einer Allgegenwart von Netzwerken kommt. Ein besonderes omnipräsentes Auftreten des Netzwerkbegriffs legt Faulstich in den Bereich der Berufs- und Weiterbildung. (Faulstich, 2002)
Diese, von Faulstich angesprochene Präsenz der Bildung in Netzwerken in der Berufs- und Weiterbildung, wiederholt sich in den Texten von Karl Wilbers. Er versucht durch eine begriffliche Fixierung den Bildungsnetzwerkbegriff einzugrenzen und zu definieren. Betrachten wir seine Ausführungen im Text „Die Potentialität regionaler Netzwerke und ihre Bedeutung für die Gestaltung berufsbildender Schulen“, finden wir regional orientiert eine konkrete Beschreibung:
„Ein regionales Bildungsnetzwerk besteht - in einer allgemeinen Annäherung
- aus einer Menge von Institutionen aus der Region, die mit Bildung befasst sind und zwischen denen eine Reihe von Relationen wie z.B. politischer Einfluss, Austausch von Wissen, Freundschaft oder informationstechnische Beziehungen bestehen. Die Relationen zwischen den Institutionen eines Netzwerks können relativ dauerhaft sein…“ (Wilbers, 2002)
Im Textauszug von „Verbünde und Netzwerke als moderne Lernortsysteme in der Beruflichen Weiterbildung“ in der Zeitschrift Berufsbildung nutzen wir die Beschreibung des Autors für eine genaue Charakterisierung:
• „Verfolgung gemeinsamer Interessen und Bearbeitung gemeinsamer Aufgaben der Beteiligten zu gegenseitigem Vorteil;
4
Arbeit zitieren:
Björn Thiele, 2009, Die Systematik von Berufsbildungsnetzwerken, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Pädagogik - Erwachsenenbildung: neuer Titel erschienen: Die Systematik von Berufsbildungsnetzwerken
Pädagogik - Erwachsenenbildung: neuer Titel erschienen: Die Systematik von Berufsbildungsnetzwerken
Björn Thiele hat einen neuen Text hochgeladen
Wahrheit und Erfahrung 3 - Themenbuch zur Systematischen Theologie
Heiliger Geist, Kirche, Sakram...
Christian Herrmann
Hauptwerke der Systematischen Theologie
Ein Studienbuch
Rebekka A. Klein, Christian Polke, Martin Wendte
Grundkurs Theologie VI. Systematische Theologie
Konzeptionen und Probleme im 2...
Hermann Fischer
0 Kommentare