Inhaltsverzeichnis
1 Das Präteritum 3
1.1 Verwendung des Präteritums 3
1.2 Formen des Präteritums 4
2 Analyse zweier Lehrwerke in Hinblick auf die Verwendung des Präteritums 6
2.1 Vorstellung der beiden Lehrwerke 6
2.1.1 Delfin 6
2.1.2 Das Deutschmobil 6
2.2 Verwendung des Präteritums im Vergleich 7
2.2.1 Delfin 7
2.2.2 Das Deutschmobil 10
2.3 Zusammenfassung 15
3 Schlussdiskussion : Didaktische Eignung der dargestellten Übungen 16
4 Literaturverzeichnis 17
2
1 Das Präteritum
Das Präteritum bezeichnet vergangene Sachverhalte und ist das spezifische Tempus der Erzählung. Aktzeit und Betrachtzeit liegen vor der Sprechzeit, dh. wenn man darüber spricht, ist das Geschehene längst vergangen. Es gilt Aktz = Betrz, Betrz u. Aktz vor Sprz, - Modu, +/- Colloqu, +/- Adv In dieser formelhaften Darstellung steht Aktz als Abkürzung für die Aktzeit, Betrz für die Betrachtzeit, Sprz für die Sprechzeit, der Zeit also, in der Satz vom Sprecher geäußert wird und Modu für den (in diesem Fall fehlenden) Modalfaktor der Vermutung. Colloqu drückt die Sprechhaltung aus, entspricht der Stil nicht der üblichen umgangssprachlichen Verwendung der Tempusformen, wird dies durch -Colloqu gekennzeichnet. Temporalbestimmungen, abgekürzt durch Adv, sind im Präteritum nicht obligatorisch. 1
1.1 Verwendung des Präteritums
a. in direkter Rede:
Das Präteritum kann Verwendung finden, um gegenwärtige Sachverhalte zu beschreiben, etwa wenn es in der erlebten Rede heißt: „Er fragte den Arzt: Bin ich wirklich so schwer krank?“ 2 Hier steht die direkte Rede im Präsens und gibt die Perspektive der handelnden Person wieder, das Geschehen fand allerdings bereits in der Vergangenheit statt, von der Handlung wird in der 3. Person berichtet.
b. in indirekter Rede: Er fragte sich, ob er wirklich so schwer krank sei. 3
In diesem Fall steht der Hauptsatz im Präteritum, der Nebensatz im Konjunktiv Präsens. Wiederum soll ein gegenwärtiger Sachverhalt beschrieben werden, ebenso wie unter Punkt c.
c. in der erlebten Rede: War er wirklich so schwer krank?
d. statt des Präsens: Wie war doch Ihr Name? 4
1 vgl dazu auch: Gerhard Helbig, Joachim Buscha: Deutsche Grammatik. Ein Handbuch für den Ausländerunterricht.
Leipzig: VEB Verlag Enzyklopädie 1975, S. 126
2 ebd., S. 126
3 ebd., S. 126
4 ebd., S. 126
3
Selten, aber doch wird das Präteritum an Stelle des Präsens gebraucht. Es sind dies erstarrte Floskeln, in denen zwar der gegenwärtige Sachverhalt gemeint ist, der Sprecher sich jedoch an einer schon vorher bestehenden Situation orientiert. 5
1.2 Formen des Präteritums
Das Präteritum wird gebildet, indem man zwischen Stamm und Persönalendung ein -t- einfügt wird, in der 2. Person Singular und Plural ein -te-, und in der 3. Person Singular, die ja im Präsens schon auft- endet, wird zusätzlich bei den regelmäßigen Verben ein -e angefügt, und zwar
a. wenn der Stamm auf -d- oder -t- endet: du arbeit-e-t-est
b. wenn der Stamm auf -m oder -n endet und dem m oder n ein anderer Konsonant (außer l oder r) vorangeht: du atm-e-t-est
a) Schwache Verben
sagen abholen arbeiten ich sagte holte ... ab arbeitete -te du sagtest holtest ... ab arbeitetest -test er/sie/es sagte holte ... ab arbeitete -tet
wir sagten holten ... ab arbeiteten -ten ihr sagtet holtet... ab arbeitetet -tet sie sagten holten ... ab arbeiteten -ten
Die Endungen der regelmäßigen (hier: schwachen) Verben sind demnach -te, -test, -te, -ten, -tet und -ten. Bei den trennbaren Verben wird das Präfix nachgestellt, die Formen des Präteritums bleiben die selben.
5 vgl dazu auch: Gerhard Helbig, Joachim Buscha: Deutsche Grammatik. Ein Handbuch für den Ausländerunterricht.
4
b) Modalverben: Im Fall der Modalverben (wollen, sollen, können, dürfen, müssen) werden die Präteritumsendungen an den jeweiligen Stamm angehängt. Das ö in können wird zu einem o, das ü in dürfen und müssen zu einem u.
c) unregelmäßige Verben:
kennen denken wissen ich kannte dachte wusste -te du kanntest dachtest wusstest -test
er/sie/es kannte dachte wusste -te wir kannten dachten wussten -ten ihr kanntet dachtet wusstet -tet sie kannten dachten wussten -ten
Bei den unregelmäßigen Verben kommt es zu einem Vokalwechsel, bei denken ändert sich nicht nur der Vokal, sondern nk wird zu ch, aus dem Infinitiv denken wird so in der 1. Person Präteritum ich dachte.
d) Starke Verben
kommen sein tun
ich kam war tat - du kamst warst tatest -st er/sie/es kam war tat - wir kamen waren taten -en ihr kamt wart tatet -t sie kamen waren taten -en
Leipzig: VEB Verlag Enzyklopädie 1975, S. 127
5
Arbeit zitieren:
Mag. Eva Lirsch, 2006, Grammatikvermittlung: Deutsch als Fremdsprachenunterricht, München, GRIN Verlag GmbH
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