Christa McAuliffe. Die amerikanische Nationalheldin
Foto: National Aeronautics and Space Administration
Christa McAuliffe. Die amerikanische Nationalheldin
Z ur tragischen Nationalheldin wurde die 37 Jahre alte
amerikanische Lehrerin Christa McAuliffe (1948-1986), geborene Corrigan, die am „Lehrer-im-Weltraum-Programm“ der Raumfahrtbehörde „NASA“ teilnahm. Statt Tausenden von Schülerinnen und Schülern von Bord der Raumfähre „Challenger“ Unterricht aus dem Weltall zu geben, starb sie zusammen mit der Besatzung bereits kurz nach dem Start. Christa Corrigan kam am 2. September 1948 in Boston (Massachusetts) zur Welt. Sie besuchte die „Marian High School“ in Framingham, engagierte sich in der Kirche und im Sport und wurde Pfadfinderin. Entgegen dem Rat ihres Vaters, sie solle an einer auswärtigen Universität studieren, besuchte sie das „Framingham State College“ und erwarb dort einen Bachelor-Grad. Auf diese Weise sparte sie Geld für ihre jüngeren Geschwister. Als Teenager war Christa von Präsident John F. Kennedy (1917-1963) und dessen Botschaft an die Jugend fasziniert, dass es auf jeden Einzelnen ankomme. Später wurde sie durch Diskussionen über den Vietnamkrieg geprägt.
Ab 1970 arbeitete Christa Corrigan an einer überfüllten städtischen Schule in Maryland als Lehrerin. Ihr Motto hieß: „Ich berühre die Zukunft. Ich unterrichte“. Sie versuchte, Schülern die Bedeutung von politischem Engagement nahezubringen. Ebenfalls 1970 machte sie ihren Abschluss in Geschichte und heiratete ihren Jugendfreund Steven Mc-Auliffe.
Christa McAuliffe. Die amerikanische Nationalheldin
1976 brachte Christa McAuliffe den Sohn Scott und 1979 die Tochter Caroline zur Welt. 1978 erwarb sie am „Bowie State College“ in Bowie (Maryland) einen Master-Grad. Nach Abschluss der Ausbildung zog das Ehepaar McAuliffe mit seinen zwei Kindern nach Concord in New Hampshire. Dort erteilte Christa McAuliffe an der High School Geschichtsunterricht. Sie vertrat eine Pädagogik des Lernens aus erster Hand und vor Ort, stellte persönliche Erfahrung in den Mittelpunkt ihres Unterrichts, leitete Felduntersuchungen und gab innovative Projektaufgaben.
Stark beeindruckt wurde Christa McAuliffe von den Tagebüchern amerikanischer Pionierinnen. Sie entwickelte einen High School-Kurs „Die amerikanische Frau“, bei dem Schülerinnen und Schüler ein Tagebuch führen und andere Tagebücher lesen sollten. Wichtig erschien ihr, dass ihre Schülerinnen und Schüler die Bedeutung einfacher Leute für die Geschichte würdigten.
Die „Demokratische Partei“ von New Hampshire machte sich Hoffnungen, sie könnte mit Christa McAuliffe im notorisch republikanischen US-Bundesstaat Boden gutmachen. Doch die Lehrerin für Englisch und Geschichte ließ sich nicht politisch festlegen.
Als begeisterte Befürworterin des Lehrerinnenberufs wurde Christa McAuliffe Präsidentin der Lehre-
Christa McAuliffe. Die amerikanische Nationalheldin
rinnengewerkschaft und setzte sich für die Verbesserung des Status der pädagogischen Berufe ein. Als sie vom „Teacher-In-Space-Programm“ („Lehrer-im-Weltraum-Programm“) der US-Raumfahrtbehörde „National Aeronautics and Space Administration“ („NASA“) erfuhr, bewarb sie sich als Kandidatin. Bei diesem Projekt sollte eine Lehrerin das Raumfahrtzeitalter menschlicher machen, indem sie es aus der Sicht einer Nicht-Astronautin schilderte.
In ihrer Bewerbung schrieb Christa McAuliffe: „Als Frau war ich immer neidisch auf Männer, die am Raumfahrtprogramm teilnehmen konnten. Ich fand, dass Frauen tatsächlich ausgeschlossen waren von einem der spannendsten Berufsfelder, die es gab. Diese Gelegenheit, meine Fähigkeiten als Pädagogin mit meinen Interessen für Geschichte und Raumfahrt zu verbinden, ist eine einzigartige Chance, meine früheren Träume wahrzumachen. Ich war bei der Geburt des Raumfahrtzeitalters dabei, und ich möchte gerne mitmachen“.
Tatsächlich wurde Christa McAuliffe unter mehr als 11.000 Kandidatinnen ausgewählt. Am 20. Juli 1985 erfuhr sie im „Weißen Haus“ in Washington von Vizepräsident George Bush, dass sie den Wettbewerb für den ersten Flug eines Lehrers mit einer Raumfähre („Space Shuttle“) in den Weltraum gewonnen hatte. Sie war zunächst sprachlos, fand sich dann aber schnell mit ihrer neuen Popularität zurecht.
Arbeit zitieren:
Ernst Probst, 2010, Christa McAuliffe - Die amerikanische Nationalheldin, München, GRIN Verlag GmbH
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