Inhaltsverzeichnis
1. Die Geschichte des „Punch“ s 2
2.Die Grundeinstellung des „Punch“ s 7
3. Das Charakteristische am „Punch“ 9
3.1. Die Karikatur S.10
3.2. Der Cartoon S.18
4.Schlussbetrachtung S.20
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1.Geschichte des „Punch“´s
Kaum ein europäisches Satiremagazin hat sich so lange auf dem Markt behaupten können wie die englische Zeitschrift „Punch“. 161 Jahre lang verstand sich das Magazin als „the voice of the oppressed“ (M.Weimer, S.27) und als Kritiker der gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse.
Am 17. Juli 1841 wurde das Blatt von den Journalisten Henry Mayhew und Mark Lemon mit einem Startkapital von 25 Pfund ins Leben gerufen. Die beiden Gründer sahen sich in der Tradition der ältesten französischen Satirezeitung „Le Charivari“ und der Überlieferung des englischen Puppentheaters, der „Commedia del Arte“ mit ihrer Figur des „Pilcinella“. Dies bedeute so viel wie Hanswurst (vgl.: C. Schulz-Hoffmann, S.30). Um dies kenntlich zu machen, wählten sie für ihr Magazin den Doppeltitel „Punch, or the London Charivari“. Sie wollten eine Alternative zu den damals vorherrschend bitteren britischen Comic-Erscheinungen bieten und dabei einem höheren literarischen Standard gerecht werden. Dieses Konzept hatte Erfolg und so etablierte der „Punch“ sich zu einem der international berühmtesten und erfolgreichsten Satiremagazine.
Dieser Erfolg ließ jedoch anfangs auf sich warten. Die Auflagenzahl wollte zunächst nicht steigen und das Geld war schnell aufgebraucht. Der „Punch“ stand kurz vor dem Bankrott. Durch eine gewitzte Idee brachte Mark Lemon, der damalige Herausgeber, das Magazin aus der Krise. Er gab eine große Jahresausgabe heraus, den sogenannten „Almanack“. Dieser Jahresband verkaufte sich über 90.000 mal. (vgl. :
htpp://www.victorianweb.org/periodicals/punch/pva44.html). Damit war der „Punch“ gerettet. Doch der erhoffte Erfolg blieb weiterhin aus.
So wurde das Satiremagazin im Dezember 1842 schließlich an den Bradbury & Evans Verlag verkauft. Bradbury & Evans, die ihr Geld vor allem mit dem Publizieren von Dickens and Thackery´s Novellen machten, investierten in das Magazin. So war der „Punch“ in der Lage Beiträge von berühmten Karikaturisten einzukaufen. Damit leuteten sie die Ära des großen Erfolges von „Punch, or the London Charivari“ ein. Daher wird das Satiremagazin des öfteren mit dieser Periode, der Viktorianischen Epoche, identifiziert und als deren Zeitzeuge betrachtet.
Nach dieser Zeit verlor „Punch“ an Ansehen und zunehmend an Leserschaft. 1969 übernimmt United Newspapers das Magazin. Doch der ehemalige Erfolg will sich auch mit dem neuen Verlag nicht einstellen. In den 80er Jahren erreicht die Auflagezahl ein allarmierendes Tief.
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Trotz aller Bemühungen kann sich das Magazin davon nicht mehr erholen und wird somit 1992 eingestellt.
Im September 1996 belebte der ägyptische Multimillionär Mohamed Al Fayed den „Punch“ wieder. Er versuchte das Satiremagazin „wiederholt für persönliche Kampagnen gegen das britische Königshaus und die Geheimdienste einsetzen.“ (Spiegel Online: Aus nach 161 Jahren). Dies kam bei den Lesern nicht gut an und so wurde „Punch“ von dem neueren Satiremagazin „Private Eye“ verdrängt.
Mit einer Zahl von nur noch 6000 Abonnenten (vgl.: FAZ, 31.05.2002) wurde die legendäre Zeitschrift schließlich im Mai 2002 für immer eingestellt, da das Magazin seinem Besitzer in den sechs Erscheinungsjahren einen Verlust von etwa 16 Millionen Pfund beschert hatte. (vgl. : http://en.wikipedia.org/wiki/Punch_magazine). Nur noch ein Internetportal, das eine Art Online-Archive darstellt, wird weiterhin von vier der ehemaligen 12 „Punch“-Mitarbeitern betrieben (vgl.: http://www.ananova.com/buisness/story/sm_598186.html) In meiner Arbeit möchte ich mich mit den Fragen auseinandersetzen, inwieweit die politische Karikatur und der Cartoon sich im Laufe der Zeit gewandelt haben. Dies werde ich vornehmlich an den damals prägenden Karikaturisten des „Punch“`s festmachen. Dabei möchte ich meine Analyse auf die Blütezeit des Magazins, dem viktorianische Zeitalter, beschränken. Des weiteren werde ich mich mit der Frage beschäftigen, wie es möglich war, dass sich der „Punch“ so viele Jahre auf dem unstabilen Zeitschriftenmarkt halten konnte. Dabei werde ich mich vor allem auf Artikel aus dem Online-Portal des „Punch“`s und auf „Das Bild der Iren und Irlands im Punch 1841-1921“ von Martin Weimer stützen. „Punch -The Lively Youth Of A British Institution, 1841-1851“ von Richard D. Altick wird ebenfalls Grundlage für diese Arbeit darstellen, ebenso wie „Punch. Viktorianischer Humor 1841-1901“ von Richard Berger.
2. Die Grundeinstellung des „Punch“`s
Henry Mayhew und Mark Lemon gründeten „Punch, or the London Charivari“ mit der Intention ein „firecy demrocratic paper“ auf den Markt zu bringen. Mark Lemon hoffte, dass das Satiremagazin helfen würde, „destroy the principle of evil by incresing the means of couldivation the good”
(http://www.spartacus.schoolnet.co.uk/Jpunch.htm). So erschien in der ersten Ausgabe des „Punch“´s die programmatische und polemische Aussage: „Punch hangs the devil“ (http://www.punch.co.uk/Short_History/History_Editors.html).
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Die englische, wöchentlich erscheinende Satirezeitschrift verstand sich in ihren Anfangsjahren als Verfechter der Demokratie und deren einhergehenden Rechten von Gleichberechtigung und Einhaltung der Menschenrechte. Dabei war ihr Leitgedanke, politische und gesellschaftliche Wirklichkeit in Form von Satire und Humor zu vermitteln ohne dabei in das Niveau der vulgären Witzblätter abzurutschen. Die „Punch“-Macher wollten mit diesem Konzept erreichen, dass sie in ihrer Kritik ernstgenommen und als seriöses Blatt anerkannt werden würden. Ihre Beiträge sollten „geistreich, aber dabei immer respektabel“ (R. Lyken In: Die Zeit, 49/1996) sein. Dies gelang dem „Punch“ und zeichnet ihn auch aus. Für diese Auffassung von Satire-Journalismus erhielten sie von der damaligen Presse positive Kritik. „It will provoke many haertly laugh, but never call a blush to the most delicate cheek” (Somerset County Gazette In: Schulz-Hoffmann, Carla; S.31).
Mit ihrem Magazin wollten die „Punch“-Herausgeber gegen „HUMBUG (Schwindel), TWADDLE (Gequassel), OPPRESSION (Unterdrückung), FRAUD (Betrug) und CANT (Heuchelei)“ (M.Weimer; S.24) ankämpfen. Diese Ziel verfolgten sie zunächst, gemäß ihrem französischem Vorbild., „Le Charivari“ in Form eines „anti-aristokratischen Radikalismus“ (ebd.; S.28), der sich gegen Korruption herzöglicher Landbesitzer, kirchlichen Adels und vor allem gegen das Königshaus richtet.
Die Zeitschrift arbeitete dabei mit „viel sozialreformatorischen Eifer, aber keine[n] revolutionären Parolen“ (R.Berger; S.186). Damit sollten die Leser des Satiremagazins über die „angesprochenen“ Missstände zum Nachdenken angeregt werden. Die Lösung der Probleme war dabei zweitrangig und wurde dem Publikum so gut wie nie aufgezeigt oder sogar aufgezwungen.
Der „Punch“ beschäftigte sich vornehmlich mit gesellschaftlichen Themen im privaten Kleinbürgertum oder politischen Bereich. So bezeichnete „The times“ das Satiremagazin auch als „mirror of the popular mind“ (The Times In:
http://victorianstudies.vassar.edu/punchpage2.html), da der Großteil seiner Leser aus der Mittelschicht kamen und es deren Gedanken in seinen Beiträgen reflektierte. „Punch had become a pillar of the middle-class establishment and a national institution“ (F.E. Hugget, S.7).
Die Grundhaltung des „Punch“´s entwickelte sich jedoch weiter. So mäßigte sich das Magazin Ende der 40er Jahre und wand sich immer mehr der politischen Linie der Monarchie zu.
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Arbeit zitieren:
Simone Gier, 2004, Die politische Karikatur und der Cartoon im „Punch“ im viktorianischem Zeitalter, München, GRIN Verlag GmbH
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