Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Innerfamiliale Arbeitsteilung und familiensoziologische Theoriebildung. 2
2.1. Die ökonomische Theorie der Familie. 3
2.3. Der Zeitbudget-Ansatz. 4
2.2. Der Ressourcentheoretische Ansatz. 4
2.3. Der Geschlechtsrollenansatz 5
3. Innerfamiliale Arbeitsteilung in Deutschland. 5
3.1. Arbeitsteilung und Ehedauer. 6
3.2. Hausarbeitszeit und Aufgabenverteilung. 8
3.3. weitere Faktoren. -. 9
4. Innerfamiliale Arbeitsteilung im europäischen Vergleich. 10
5. Ergebnisdiskussion und Schlussbemerkungen. 12
6. Literaturverzeichnis 14
1. Einleitung
Die Problematik der Familialen Arbeitsteilung ist ein Thema das wohl wie wenige andere ein besonderes Konfliktpotenzial zwischen Mann und Frau birgt. Gerade in den vergangenen Jahrzehnten hat dieses Konfliktpotenzial, durch sich stetig verändernde Rahmenbedingungen, der Möglichkeit von Frauen nahezu uneingeschränkt am Arbeitsmarkt teilzunehmen, durch die feministischen sowie studentischen Bewegungen und der Bildungsexpansion der 1970er Jahre weiter zugenommen (Peuckert 1996: 197). Das Traditionale Modell der häuslichen Arbeitsteilung sieht ohne wenn und aber den Mann in der Versorgerrolle, welcher für das Aufbringen der finanziellen Mittel durch Erwerbsarbeit sorgt. Im Gegenzug kümmert sich die Frau um den Haushalt und die Kindererziehung ohne den Mann nicht noch zusätzlich damit zu „belasten“. Dieses traditionale Modell hatte seinen Höhepunkt in den 50 er und 60 er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Doch durch die oben bereits angedeuteten Prozesse und einen generellen gesellschaftlichen Wandel kam es zu weitreichenden Änderungen. Zumindest sollte man dies annehmen.
Die vorliegende Arbeit soll einen kurzen Überblick über die vorherrschenden Theoretischen Ansätze in der Familiensoziologie zur Erklärung häuslicher Arbeitsteilung geben. In einem weiteren Teil soll dann die Ist-Situation in Deutschland skizziert werden, um aufzuzeigen ob sich aufgrund der erwähnten Veränderungsprozesse tatsächlich etwas am klassischen Modell der Familialen Arbeitsteilung geändert hat. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf den Faktoren Ehedauer, Hausarbeitszeit und der Aufgabenverteilung im Haushalt. Durch Betrachtung dieser Indikatoren soll das Bild für Deutschland skizziert werden. Weiterhin sollen diese Ergebnisse in einen kurzen innereuropäischen Vergleich diskutiert werden. Interessant ist dabei vor allem die Situation in dem, wie man annehmen kann Bildungs- und sozialpolitischen
skandinavischen Vorreiterland Dänemark. Ein zu erwartendes anderes Extrem, dass des patriarchalen „Familienherrschers“, soll in Spanien erörtert werden.
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2. Innerfamiliale Arbeitsteilung und familiensoziologische Theoriebildung
Betrachtet man die Familien- und Arbeitsrollen vorindustrieller Gesellschaften, so kann man im Vergleich zu den heute vorfindbaren Gegebenheiten sicherlich von einer geringeren Komplexität sprechen. Dennoch findet man fast überall eine „ziemlich strikte Geschlechtsspezifische Arbeitsteilung“ (Hettlage 1992: 93). Sowohl Männer als auch Frauen haben klar definierte eigene Herrschaftsbereiche, welche deutlich von denen des Partners abgegrenzt sind. Mit der stärker werdenden Industrialisierung und dessen am wirtschaftlichen Erfolg ausgerichteten Ziele wird dieser Trennungsprozess der Geschlechter noch weiter verdeutlicht. Es kommt zu einer klaren Trennung der Lebensteile in Berufs- und Hausarbeit in dessen Folge zwei „geschlechtsspezifische Welten konstruiert werden“ (Hettlage 1992: 93). Aus dieser Konstruktion der Geschlechter kann man unter einer soziologischen Betrachtung die Entstehung bzw. die Verfestigung der bekannten geschlechtspezifischen Rollenmuster von Mann und Frau erkennen. Dieses Rollenverständnis wurde auch von der Familiensoziologie bis in die 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts als funktionell notwendig angesehen (Hill/ Kopp 1995: 193). Begründet wurde dieses heute als veraltet angesehene Verständnis mit biologischen Gründen, welche die Trennung von Mutter und Kind durch eine Erwerbsarbeit der Frau als negativ für beide, sowohl für die Mutter als auch für das Kind ansahen. Diesen „Typisierungen“ von Man und Frau können sich die Akteure nur unter großen sozialen Kosten entziehen. Aus heutiger Sicht lässt sich dieses Argument für die direkte Phase nach der Geburt sicherlich nachvollziehen, jedoch ist eine dauerhafte traditionelle Arbeitsteilung dadurch nicht zu legitimieren (Hill/Kopp 1995: 193).
Betrachtet man die empirischen Daten, dann ist dieses traditionales Modell, also die Frau übernimmt die Hausarbeit und Kinderbetreuung, der Mann kümmert sich um das Einkommen der Familie, immer noch das vorherrschende Konstrukt (Hill/Kopp 1995: 194). Selbst wenn Frauen Erwerbstätig sein sollten, kümmern sie sich zusätzlich noch größtenteils allein um die Hausarbeit.
Im folgenden Abschnitt sollen in einem kurzen Abriss vier der aus familiensoziologischer Sicht bedeutendsten Theoretischen Ansätze zur Erklärung von familialer Arbeitsteilung näher erläutert werden. Bei diesen Ansätzen handelt es sich um die neue Haushaltsökonomie, die
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ökonomische Verhandlungstheorie, den Geschlechterrollenansatz sowie um den Zeitbudget-Ansatz.
2.1 Die ökonomische Theorie der Familie
Genau wie in der Ökonomie selbst, wird in der ökonomischen Theorie der Familie die Frage behandelt, wie Akteure mit knappen Gütern umgehen und wie sie diese einsetzen. Im Kontext der Familie ist ein derartiges knappes Gut zum Beispiel „Zeit“ welches für verschiedene Aktivitäten (z.B. Hausarbeit. Lohnarbeit, Freizeit, Zeit mit Kindern etc.) eingesetzt werden muss. Eine wichtige Unterscheidung zu der reinen Ökonomie ist die Annahme, dass die Nutzenmaximierung des Haushalts im Vordergrund stehen muss. Der Nutzen des einzelnen wird vernachlässigt. Um diesen bestmöglichen Nutzen zu gewährleisten, spezialisiert sich jedes Mitglied des Haushalts auf die Aufgaben welche es unter Berücksichtigung seiner eigenen Ressourcen am besten bewältigen kann. Es wird sich also eher der Partner auf Hausarbeit konzentrieren, der eine geringere Marktproduktivität vorzuweisen hat. Meist ist dies die Frau (Hill/Kopp 1995: 198). Verfolgt man diesen Ansatz weiter, so ist bei zunehmenden Einkommen des Mannes eine Abnahme seiner Haushaltsbeteiligung zu erwarten. Die eingesparte Zeit kann er dabei in eine verbesserte Konzentration auf seine Berufstätigkeit investieren und somit den Nutzen für den Haushalt, in Form von besseren finanziellen Mitteln, erhöhen. Umgedreht müsste man aber auch annehmen, das bei einer höheren Bildung bzw. besseren Verdienstmöglichkeiten der Frau im Vergleich zum männlichen Partner die Arbeitsteilung im Haushalt genau umgedreht funktionieren müsste. Die Beteiligung der Männer am Haushalt müsste also zunehmen (Hill/Kopp 1995: 198). Kritisch anzumerken ist bei diesem Ansatz die strikte Beachtung monetärer Marktprozesse (Hill/Kopp 2002: 117). Mögliche weitere Ressourcen oder Verhaltensweisen finden in der ökonomischen Theorie der Familie keine Berücksichtigung. So werden explizit wichtige Faktoren, welche Frauen neben den finanziellen Aspekt dazu bewegen eine Erwerbsarbeit aufzunehmen schlicht ignoriert. Diese Faktoren sind zum Beispiel „Selbständigkeit und Unabhängigkeit vom Partner, die Chance der Selbstbestätigung, die Kontaktmöglichkeiten im Beruf, sowie die Möglichkeit die eigenen Fähigkeiten sinnvoll einsetzen und beruflich weiterkommen zu können“ (Bertram 1995 nach Peuckert 1996: 199).
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Arbeit zitieren:
Dipl.-Soz. Sven Zimmermann, 2008, Wandel von Partnerschaft und Familie, München, GRIN Verlag GmbH
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