1. Einleitung 3
2. Musik 4
2.1 Was ist Musik? 4
2.2 Musik im psychotherapeutischen Kontext 4
3. Supervision 5
3.1 Was ist Supervision? 5
3.2 Arbeitsfelder 6
3.3 Methodische Ansätze 7
4. Verwendung von Musik und Musikinstrumenten in verschiedenen
methodischen Ansätzen der Supervision 8
4.1 Psychoanalyse 8
4.1 Systemische Therapie 9
4.3 Gestalttherapie 10
4.4 Psychodrama 13
5. Eigene Erfahrungen mit dem Medium Musik im supervisorischen Kontext 14
5.1. Erfahrungen in der Supervisandenrolle 14
5.2. Erfahrungen in der Supervisorenrolle 15
6. Schlussbemerkungen 17
7. Literatur 18
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1. Einleitung
Die Motivation zu dieser Arbeit entspringt zum großen Teil der Suche nach einer Identität als Supervisor. Meine Grundberufe sind Musiker, Musikpädagoge und Musiktherapeut. Letzteres ist in den letzten Jahren zu meinem beruflichen Schwerpunkt geworden. Daß Supervisoren „..auf therapeutische Verfahren zurückgreifen, um den Supervisionsprozess methodisch leiten zu können“ (PÜHL 1986; 17) ist allseits bekannt. Boeckh nennt als spezielle Methoden aus psychotherapeutischen Verfahren bezogen auf den Supervisionskontext psychoanalytische Konzepte, Systemische Supervision, gestalttherapeutische Methoden, Emotion Focussed Therapy, Psychodrama-Supervision und die Transaktionsanalyse (BOECKH 2008). Ein musiktherapeutischer Hintergrund entspricht offensichtlich nicht dem Klischee, was mir auch bei verschiedenen Kontakt- und Vorstellungsgesprächen im psychosozialen Bereich bewußt gemacht wurde. Zunächst bestand seitens des Auftraggebers großes Interesse an meiner Tätigkeit als Musiktherapeut, das entstandene Bild aber auf das Profil eines Supervisors zu übertragen, schien schwierig. Obwohl ich versuchte, eine deutliche Trennung zwischen meiner Tätigkeit als Therapeut und Supervisor zu vermitteln, entstand die Phantasie, daß ich mit den Mitarbeitern Musik machen könnte oder singen würde, was die Auftraggeber zu befremden und zu beängstigen schien. Zeitgleich wurde mein Antrag auf außerordentliche Mitgliedschaft in der DGSv abgelehnt, bzw. eine Zusatzqualifikation erwartet. Auch hier sah ich mich trotz universitärer Ausbildung, zahlreichen Weiterbildungen, Lehr- und Mentorentätigkeit als Exot betrachtet.
Aufgrund dieser Erfahrungen sah ich zwei Möglichkeiten: zum einen „den Musiktherapeuten“ eher zu verschweigen oder klein zu machen, um Verwicklungen und Mißverständnissen zu entgehen. Zum anderen gerade meinen kreativ/musiktherapeutischen Hintergrund quasi als Alleinstellungsmerkmal hervorzuheben und ein vielleicht etwas spezifischeres Klientel zu suchen.
Mit dieser Arbeit habe ich mich für die zweite Möglichkeit entschieden und möchte mich auf die Suche begeben nach einer möglichen Verknüpfung beruflicher Qualitäten und Identitäten. Es stellt sich die Frage, ob nicht gerade die Einbeziehung von musikalischen Elementen eine Bereicherung supervisorischer Arbeit sein kann und in welchem Rahmen dieses sinnvoll und hilfreich ist.
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2. Musik
2.1 Was ist Musik?
Dieses zu beantworten möchte ich mir nicht anmaßen. Dennoch geht es um die Frage nach einen Musikbegriff, der bekanntlich je nach Zusammenhang, Kultur/Herkunft, Alter, etc. sehr verschieden sein kann. Vor meinem beruflich/musikalischen Hintergrund als Therapeut und improvisierender Musiker und für den Rahmen dieser Arbeit möchte den zugrundeliegenden Musikbegriff eher weit fassen, und berufe mich dabei auf die Kassler Thesen zur Musiktherapie (BISSEGER 1998):
„...Musik ist vom Menschen gestalteter Schall. Als akustisches, zeitstrukturierendes Geschehen ist sie Artikulation menschlichen Erlebens mit Ausdrucks- und Kommunikationsfunktion. Sie befindet sich im dialektischen Spannungsfeld individueller - körperlicher, psychischer, spiritueller, sozialer - und gesellschaftlich-kultureller Bedingungen und ist dort wirksam und bedeutsam.
Musik wird zum subjektiven Bedeutungsträger über den Prozeß des Wiedererkennens interiorisierter Erfahrungen, die im Zusammenhang der Menschheitsgeschichte, dem Enkulturationsprozeß und der aktuellen Situation stehen.“
Musik ist fester Bestandteil jeder Kultur und hat dort bestimmte Funktionen. Diese Funktionen möchte ich in Anlehnung an die obige Definition noch einmal unterstreichen, da sie mir auch für weitere Überlegungen wichtig scheinen: Ausdrucksfunktion (von Erleben, Gefühlen und Affekten) Kommunikation, Interaktion
Ganzheitlicher Aspekt (körperlich, psychisch, spirituell, sozial) Symbol / Bedeutungsträger
2.2 Musik im psychotherapeutischen Kontext
„Durch die Jahrtausende und in allen Kulturen wussten die Menschen um die heilende Wirkung der Musik“ (KRAUS 2002; 13). Der gezielte Einsatz von Musik als Heilmethode vollzog sich zunächst in kultisch-rituellem Kontext, wie er heute noch im Schamanismus einiger sog. Naturvölker praktiziert wird. Eine weitere Form ist der funktionelle Einsatz von Musik, z.B. durch das gemeinsame Singen und Musizieren, oder bei Musik in Verbindung mit Tanz und Bewegung. Eine gezielte Anwendung findet sich hier heutzutage in der MusikMedizin, in heilpädagogischen Kontexten, oder in der Neurologie. Für diese Arbeit möchte ich von Musiktherapie als einer Form von Psychotherapie ausgehen, einer in Deutschland recht jungen Disziplin, die seit den 70er Jahren im Gesund-
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heitswesen zunehmend Fuss fasst. Hier gibt es zum einen rezeptive Verfahren, bei denen Musik gehört wird - entweder vom Tonträger, oder durch das Für-Spiel des Therapeuten. Zum anderen gibt es die sog. aktive Musiktherapie, bei der der Patient/Klient selbst spielend beteiligt ist und in musikalische Beziehung zum Instrument, zu sich selbst und anderen Spielern (Gruppe, Therapeut) tritt. Der Patient/Klient verfügt in der Regel über keine - oder nur geringe musikalische Vorkenntnisse. Es wird frei oder durch bestimmte, strukturierende Vorgaben/Spielideen, improvisiert. Das entstehende Produkt kann man als elementare Musik bezeichnen. Die Grundparameter Klang (auch Geräusche) Rhythmus Dynamik Melodie Form
Sind die Gestaltungselemente dieser aus dem Moment entstehenden Musik und zeigen Beziehungs- und Ausdrucksqualitäten zeigen. Oft bekommen Themen und Inhalte im Spiel eine Form, die verbal zunächst nicht zugänglich sind (Unbewusstes, abgespaltene Affekte...). Diese können dann auf einer Metaebene reflektiert und bearbeitet werden. Es gibt verschiedenste Konzepte, Methoden und Schulen, die sich zum großen Teil vor dem Hintergrund umfassender Denkgebäude (Psychoanalyse, Entwicklungspsychologie, Anthroposophie...) entwickelt haben.
Schwerpunkt dieser Arbeit soll nicht die Frage nach der Anwendbarkeit musiktherapeutischer Konzepte in der Supervision sein, sondern primär die Suche nach einer Verbindung von Musik als kreativem Medium mit im supervisorischen Kontext etablierten Methoden.
3. Supervision
3.1 Was ist Supervision?
Das relativ neue Berufsbild des Supervisors ist im Feld der beratenden Berufe nicht mit klaren Konturen auszumachen. Das zeigt sich konkret bei Vorstellungs- und Kontraktgesprächen, wo es unter anderem um die Klärung des ‚Beratungsproduktes‘ geht, sprich um das Supervisionsverständnis des Klienten und des Supervisors vor dem Hintergrund eines Auftrages/Anliegens. Es gibt zahlreiche methodische Hintergründe und Denkweisen, die Felder in denen sich Supervision etabliert hat, sind mannigfaltig und Superviso-
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Arbeit zitieren:
Thomas Bergmann, 2009, Musik und Supervision, München, GRIN Verlag GmbH
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