Inhaltsverzeichnis II
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis V
Tabellenverzeichnis VI
Abk ürzungsverzeichnis VII
1 Einleitung 1
1.1 Problemstellung und Ziel 1
1.2 Aufbau der Arbeit 2
2 Grundlagen des Wissensmanagement 3
2.1 Definition 3
2.2 Leitbegriffe und Basiselemente des Wissensmanagement 4
2.2.1 Zeichen, Daten, Informationen und Wissen 4
2.2.2 Erscheinungsformen von Wissen 5
2.2.3 Organisatorisches und kollektives Wissen 7
3 Konzepte und Modelle 9
3.1 Konzept des Wissensmanagement nach Nonaka/Takeuchi 9
3.2 Konzept des Wissensmanagements nach Probst et al 11
3.3 Konzept nach Reinmann-Rothmeier (Münchner Modell) 14
3.4 Wissensmarktmodell nach North 16
4 Methoden zur Unterstützung des Wissensmanagements 18
4.1 Förderung des Wissensaustauschs und der Wissensnutzung 18
4.1.1 Lessons Learned 19
4.1.2 Story Telling/ Learning History 19
4.2 Repräsentation und Erhebung von Wissen 20
4.2.1 Wissenslandkarten 20
4.2.2 Prozessmodellierung 22
4.3 Planungs- und Analysemethoden 23
4.3.1 Wissensintensitätsportfolio 23
4.3.2 Wissensmanagementportfolio 25
4.4 Organisationsmethoden. 26
4.4.1 Wissensfördernde Organisationsformen 26
4.4.2 Communities of Practice 28
4.5 Bewertungsmethode / Balanced Scorecard 28
5 Softwaretechnische Unterstützung des Wissensmanagements 30
5.1 Groupwaresysteme 30
5.1.1 Kommunikationssysteme 30
5.1.2 Workflow-Management-Systeme 31
5.2 Inhaltsorientierte Systeme 32
Inhaltsverzeichnis III
5.2.1 Dokumenten-Management-Systeme 32
5.2.2 Content-Management-Systeme 33
5.2.3 Portalsysteme 34
5.3 Systeme der künstlichen Intelligenz / Expertensysteme 35
5.4 Führungsinformationssysteme 36
5.4.1 Data Warehouse Systeme 37
5.4.2 OLAP Systeme 37
5.4.3 Data Mining Systeme 38
6 Web 2.0 41
6.1 Ursprung und Entwicklung des Internets 41
6.2 Definition von Web 2.0. 41
6.3 Anwendungsklassen 43
6.3.1 Ajax 43
6.3.2 RSS-Feeds 45
6.3.3 Weblogs 45
6.3.4 Wikis 47
6.3.5 Mashup 48
6.3.6 Social Tagging 49
6.3.7 Social Networks 50
7 Semantic Web 53
7.1 Definition 53
7.2 Die Idee 53
7.3 Konzepte 54
7.3.1 Annotationen 54
7.3.2 Ontologien 55
7.4 Architektur des Semantic Webs 58
7.5 Techniken 59
7.5.1 Unicode 59
7.5.2 Uniform Resource Identifier (URI) 59
7.5.3 Extensible Markup Language (XML) 60
7.5.4 Ressource Description Framework (RDF) 60
7.5.5 Web Ontology Language (OWL) 62
Inhaltsverzeichnis IV
8 Web 3.0 64
8.1 Unternehmenswiki 65
8.2 Twitter 67
8.3 Suchmaschinen im Web 3.0 69
9 Fallbeispiel 72
9.1 Leguan GmbH 72
9.2 Zentrale Komponenten des web-basierten Büros 72
9.3 Wissens- und Informations-Management-System (WIMS) 74
9.4 Projektsteuerung 76
10 Fazit 78
Literaturverzeichnis VIII
Abbildungsverzeichnis / Tabellenverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Zeichen, Daten, Informationen, Wissen
Abbildung 2:Wissensspirale nach Nonaka/ Takeuchi (SEKI Modell)
Abbildung 3:Bausteinmodell nach Probst et al
Abbildung 4: Die Wasser Analogie zum Wissen
Abbildung 5: Prozessbereiche des Münchner Modells
Abbildung 6: Wissensmarkmodell nach North
Abbildung 7: Wissensquellenkarte
Abbildung 8: Wissensanlagekarte
Abbildung 9: eEPK
Abbildung 10: Wissensintensitätsportfolio
Abbildung 11: Wissensmanagementportfolio
Abbildung 12: Hypertextorganisation
Abbildung 13: Kausalbeziehungen zwischen den vier Perspektiven der
Balanced Scorecard
Abbildung 14: Funktionen eines CMS
Abbildung 15: Führungsinformationssysteme
Abbildung 16: Datenwürfel OLAP
Abbildung 17: Gegenüberstellung von Datenanalyse und Data Mining
Abbildung 18: Web Anwendung mit und ohne Ajax
Abbildung 19: Weblog
Abbildung 20: Mashup
Abbildung 21: Tag Cloud
Abbildung 22: Beispiel Ontologie
Abbildung 23: Beispiel Instanzen
Abbildung 24:Aufbau des Semantic Web´s
Abbildung 25: Tripel
Abbildung 26: Graph/ Ressource Description Framework
Abbildung 27: Web 3.0
Abbildung 28: Entwicklung des Web´s
Abbildung 29: Vier Handlungsbereiche eines Wikis
Abbildung 30: Sechs Schritte einer Wiki Einführung
Abbildungsverzeichnis / Tabellenverzeichnis VI
Abbildung 31: Der Netzwerkprozess bei Twitter 68
Abbildung 32: Antwortmaschine Wolfram Alpha 71
Abbildung 33: Antwortmaschine Wolfram Alpha 71
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Formen und Ausprägungen des organisatorischen Wissens 8
Tabelle 2: Methoden zur Unterstützung des Wissensmanagements 18
Tabelle 3: Weiterentwicklung Web 1.0 zu Web 2.0 42
Tabelle 4: Vergleich der Kosten für bedrucktes Papier 74
Abkürzungsverzeichnis VII Abkürzungsverzeichnis
DAML + OIL DHTML DIN DOM DSL DWS eEPK EIS FFH
HTML ISO MDA OLAP OWL PDA RDF RDFS
Einleitung 1
1 Einleitung
Dies hat bereits Francis Bacon vor fast 400 Jahren erkannt. 1 Bis heute hat sich daran nicht viel verändert. Wissen strahlt Autorität und Einfluss aus.
1.1 Problemstellung und Ziel
Besonders in Unternehmen ist Wissen eine wertvolle Ressource. Neben den, in o- hinzugekommen.Wissen ist in vielen Unternehmen die Ressource, die zu mindestens 60% für die Gesamtwertschöpfung eines Unternehmens verantwortlich ist. Zusätzlich müssen die Unternehmen mit veränderten Umweltbedingungen kämpfen. Diese ergeben sich durch die Globalisierung, steigenden Konkurrenzdruck, wissensintensivere Produkte und Dienstleistungen und den steigenden Kundenerwartungen. Neue Anforderungen an das Wissen werden somit gefordert. 2 Besonders das Management des vierten Faktors, des Wissens, spielt daher eine sehr wichtige Rolle.
Das Wissensmanagement rückt somit immer mehr in den Vordergrund. Die Unternehmensdaten sollen zielgerichtet, aufbereitet, analysiert, selektiert, gespeichert und an die richtigen Stellen verteilt werden. Zusätzlich spielt die Motivation der Mitarbeiter eine entscheidende Rolle. Die Mitarbeiter müssen bereit sein, ihr Wissen mit anderen Mitarbeitern zu teilen und auch fremdes Wissen zu nutzen. Daraus ergibt sich, dass die Mitarbeiter die Aufgaben besser bearbeiten, Entscheidungen schneller treffen und Ideen besser umsetzen können.
Methoden, Systeme und Prozesse werden genutzt, um das Wissen innerhalb des Unternehmens kontinuierlich weiter zu entwickeln und an die benötigte Stelle zu bringen. Neue Technologien, wie das Web 3.0, können genutzt werden um die interne und externe Kommunikation zu verbessern. Durch die Vernetzung können Informationen besser ausgetauscht und Wissen schneller er-worben werden. Geschäftsprozesse können besser abgebildet und das darin vorhandene Wissen kann analysiert werden. Kosten können gesenkt, Prozesse beschleunigt und Leistungen optimiert werden. 3
1 Vgl. Blum, R.: Francis Bacon. http://www.geist-odermaterie.de/Philosophie/englische_Phil_/Bacon/bacon.html, Abruf am 2010-03-31.
2 Vgl. Jaspers, W.: Faktor Wissen in der heutigen Zeit immer wichtiger. http://www.business-wissen.de/organisation/wissensmanagement-faktor-wissen-in-der-heutigen-zeit-immer-
wichtiger/, 2010-02-26, Abruf am 2010-03-31.
3 Vgl. Herbst, D.: Einführung ins Wissensmanagement. http://www.akademie.de/fuehrung-organisation/wissensmanagement/kurse/wissensmanagement/index.html, Abruf am 2010-
03-31.
Einleitung 2
Ziel dieser Arbeit ist es auf die einzelnen Aspekte des Wissensmanagements einzugehen und mit den Web 3.0 Technologien zu verbinden. Diese Kombination wird am Ende der Arbeit durch ein Fallbeispiel aufgezeigt.
1.2 Aufbau der Arbeit
Im Zuge dieser Arbeit soll herausgearbeitet werden wie wichtig das Wissen und das Wissensmanagement für ein Unternehmen ist und in wie weit dabei neue Technologien zum Einsatz kommen können.
Zunächst wird im zweiten Kapitel eine Grundlage geschaffen, indem der Begriff Wissensmanagement definiert sowie Leitbegriffe und Basiselemente erläutert werden. Der Unterschied zwischen Zeichen, Daten, Informationen und Wissen wird beschrieben. Zusätzlich werden die Erscheinungsformen von Wissen abgebildet. Einige ausgewählte Konzepte werden im folgenden Kapitel vorgestellt und die unterschiedlichen Sichtweisen erläutert. Die vielfältigen Aufgaben des Wissensmanagements können durch bestimmte Methoden und den Einsatz von verschiedenen Software-Werkzeugen unterstützt werden. Diese werden in Kapitel vier und fünf näher beschrieben. Im sechsten Kapitel wird das Web 2.0 definiert und dargestellt. Es werden die verschiedenen Anwendungsklassen erläutert. Das Semantic Web wird im siebten Kapitel vorgestellt. Zunächst wird das Semantic Web definiert und anschließend wird auf die Konzepte sowie die Techniken eingegangen. Auf die beiden vorherigen Kapitel aufbauend, wird im 8. Kapitel das Web 3.0 mit einigen Anwendungsbeispielen dargestellt. Im Anschluss daran wird das Wissensmanagement in einem Fallbeispiel näher erläutert. Die leguan GmbH wird beispielhaft vorgestellt. Außerdem wird auf die zentralen Komponenten der leguan GmbH und das Wissens- und Informations-Management-System eingegangen. Zum Schluss der Arbeit wird ein Fazit gezogen.
Grundlagen des Wissensmanagements 3
2 Grundlagen des Wissensmanagement
In praktisch allen Organisationen, sind es nun Familienbetriebe, Wirtschaftszweige, Verbände oder Bürokratien, werden Unmengen an Erfahrungen und Informationen gesammelt. Diese sollten an alle Mitglieder verteilt und an Neueinsteiger oder die nächste Generation weitergegeben werden. Lange Zeit geschah dies unbewusst, ohne Reflektion oder methodische Unterstützung. Inzwischen wurden die Potentiale erkannt, die in dem bereits erworbenen Wissen und in den Informationen stecken. Man wurde darauf aufmerksam, dass diese Faktoren einen wesentlichen Anteil am Unternehmenserfolg haben. An diesem Punkt tritt das Wissensmanagement ein. Das Wissensmanagement ermöglicht eine effektive und effiziente Bereitstellung der Wissensstände und Erfahrungen. 4
2.1 Definition
Um das Verständnis der Ziele und Aufgaben des Wissensmanagements abzustecken, sind im Folgenden zwei Definitionen gegeben. Reinmann-Rothmeier definieren Wissensmanagement als: systematischen Umgang mit der Ressource Wissen und den zielgerichteten Einsatz von Wissen in der Organisation. Damit umfasst Wissensmanagement, die Gesamtheit aller Konzepte, Strategien und Methoden zur Schaffung einer intelligenten, also lernenden Organisation. In diesem Sinne bilden Mensch, Organisation und Technik die drei zentralen Standbeine des Wissensmanage- 5
Eine etwas neuere und allgemein gehaltene Definition stammt vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi): die Gesamtheit der personalen, organisatorischen, kulturellen und technischen Praktiken, die in einer Organisation bzw. einem Netzwerk auf eine effiziente Nutzung der Es umfasst die Gestaltung und Abstimmung aller Wissensprozesse in einem 6 Das Wissen eines Unternehmens muss immer wieder überprüft, entwickelt, verteilt, ersetzt, 7
Der Vergleich der beiden Definitionen macht deutlich, dass Wissensmanagement keine neue Managementmethode darstellt. Es ist eher eine Verknüpfung und Zusammenführung von bereits bestehenden Methoden und Techniken.
4 Lehner, F.: Wissensmanagement Grundlagen, Methoden und Technische Unterstützung, 3. Auflage, Hanser Verlag, München Wien 2009, S.29.
5 Reinmann-Rothmeier et al: Wissensmanagement lernen Ein Leitfaden zur Gestaltung von Workshops und zum Selbstlernen. Beltz Verlag, Weinheim 2001, S.18.
6 Lehner, F.: Wissensmanagement Grundlagen, Methoden und Technische Unterstützung, 3. Auflage, Hanser Verlag, München Wien 2009, S.31 32.
7 Lehner, F.: Wissensmanagement Grundlagen, Methoden und Technische Unterstützung, 3. Auflage, Hanser Verlag, München Wien 2009, S.31 32.
Grundlagen des Wissensmanagements 4
Innerhalb des Wissensmanagements erhält das Wissen unterschiedliche Betrachtungsweisen: zum Einen kann es als Objekt oder zum Anderen als Subjekt angesehen werden. Wird Wissen als:
- Objekt betrachtet und stellt einen Produktionsfaktor dar. Dieser Produk-tionsfaktor kann bei zielgerichtetem Einsatz u.a. Wettbewerbsvorteile einbringen.
- Bei der subjektiven Perspektive kann das Wissen dem Management zur Verbesserung der Entscheidungsqualität dienen.
Auf Grund der verschiedenen Betrachtungsweisen für Wissen und Wissensmanagement ist es nicht sinnvoll eine allgemeine und einheitliche Definition zu schaffen. Es sollte besser für jede entsprechende Situation und den jeweiligen Verwendungszweck eine spezifische Definition geben. Das Wissensmanagement stellt zwar keine neue Managementmethode dar, aber es verändert die Sichtweise auf betriebliche Daten-, Informations-, und Wissens-Verwaltung und eröffnet somit neue Dimensionen. Ziele, die mit einem aktiven Wissensmanagement verfolgt werden sind u.a.:
- Optimale Ausnutzung von Ressourcen,
- Verkürzung der Produktionszyklen,
- Aufbau und Verbesserung der Kundenbeziehung und
- Verbesserung des internen Informationsflusses. Wird das Wissensmanagement unter den angegebenen Gesichtspunkten betrachtet stellt es eine strategische Aufgabe der Unternehmensführung dar. Es lassen sich zum Beispiel folgende Aufgabenkomplexe unterscheiden:
- Schaffung einer wissensorientierten Unternehmenskultur,
- Entwicklung einer unternehmensweiten Wissensstrategie und
- Strategisches Management der Wissenstechnik. 8
2.2 Leitbegriffe und Basiselemente des Wissensmanagement
Um Wissensmanagement in all seinen Bestandteilen richtig verstehen zu können, ist es wichtig im Vorfeld bestimmte Grundlagen zu definieren. Die Unterschiede zwischen Zeichen, Daten, Informationen und Wissen müssen hervorgehoben und die Erscheinungsformen von Wissen müssen analysiert werden.
2.2.1 Zeichen, Daten, Informationen und Wissen
Zeichen sind die Rohmaterialien für Daten, sie bestehen aus Buchstaben und
8 Vgl. Lehner, F.: Wissensmanagement Grundlagen, Methoden und Technische Unterstüt- zung, 3. Auflage, Hanser Verlag, München Wien 2009, S. 34.
Grundlagen des Wissensmanagements 5
Werden diese Zeichen in einen Zusammenhang gesetzt so ergeben sich Daten (z.B.: 22°C). Daten sind sämtliche Angaben, die in gedruckter, visueller, gespeicherter, akustischer oder sonstiger Form über verschiedene Sachverhalte vorliegen. Diese Daten enthalten keine Beurteilung über den Sachverhalt. Somit sind die Daten an sich als Handlungsbasis nicht tragfähig. Aus Daten ergeben sich Informationen, (z.B. die Lufttemperatur beträgt 22°C), wenn sie in einen Kontext gesetzt werden. Informationen können von einzelnen Individuen persönlich genutzt werden. Sie stellen eine logisch in sich abgeschlossene Einheit dar. 9
Wissen ergibt sich aus der Verarbeitung und Verankerung wahrgenommener Informationen. Die Grundlage bildet bereits gespeichertes Wissen. So können neue Informationen mit den Gespeicherten vernetzt werden und ergeben neues Wissen. 10 In der Abbildung 1 wird der Zusammenhang von Zeichen, Daten, Informationen und Wissen graphisch aufgezeigt.
2.2.2 Erscheinungsformen von Wissen
Wissen kann in unterschiedliche Kategorien aufgeteilt werden. Um das Wissen in den Organisationen besser verwalten zu können, ist es wichtig die entsprechenden Wissensarten zu identifizieren. Es wird unterschieden zwischen: - Allgemeinem Erfahrungswissen und Expertenwissen: Das allgemeine Wissen ist dem Menschen von Natur aus mitgegeben. Es ist in weiten Teilen eher unbewusst. Es spielt sich zum Beispiel beim zwischenmenschlichen Umgang ab und der Einschätzung von sozialen Situationen. Besonders bei beruflichen Tätigkeiten im sozialen Bereich spielt dieses Wissen eine sehr wichtige Rolle. Im Gegensatz dazu steht das Expertenwissen, dieses wird bewusst und gezielt erworben. Das Expertenwissen wird in erster Linie bei der Aus-und Weiterbildung geschaffen. Aber auch bei der kollegialen Beratung
9 Vgl. Schmidle, C. M.: Projektbasiertes Prozessmodell für ereignisorientiertes Wissensmanagement in mittleren und größeren Bauunternehmen. Hochschulverlag, Zürich 2004, S40-41.
10 Vgl. Güldenberg, S.: Wissensmanagement und Wissenscontrolling in lernenden Organisationen. 4. Auflage, Deutscher Universitätsverlag, Wiesbaden 2003, S.157-159.
11 In Anlehnung an: WM 2.0: Information.
http://www.rolotec.ch/wissenswiki/index.php/Information, Abruf am 2010-02-01.
Grundlagen des Wissensmanagements 6
oder beim Coaching wird es weiterentwickelt. In einem Reflexionsprozess wird das Expertenwissen mit dem individuellen Erfahrungswissen verknüpft.
- Sachwissen und Handlungswissen:
Diese Wissensarten verweisen auf den Unterschied zwischen wissen und können. Sachwissen wird meist in der Ausbildung, im Studium oder über Literatur erworben. Das Sachwissen kann daher schriftlich festgehalten und somit weitergegeben werden. Allerdings bleibt das Sachwissen ohne das Handlungswissen wirkungslos. Erst bei der Verknüpfung der beiden Wissensarten ergibt sich ein entsprechendes Know How. 12
- Explizites und implizites Wissen:
Die Unterscheidung des menschlichen Wissens in implizites und explizites Wissen geht auf den Biologen Michael Polanyi zurück. Polanyi hat bereits in den sechziger Jahren diese Einteilung getroffen. Die Erkenntnisse sind für das Wissensmanagement von sehr großer Bedeutung. 13 Das explizite Wissen lässt sich in Worten und Zahlen ausdrücken und kann in verschiedenen Formen vorliegen zum Beispiel in Textdokumenten oder Datenbanken.
Implizites Wissen hingegen kann nicht formal oder sprachlich ausgedrückt werden. Dieses Wissen ist ein bedeutender Bestandteil des menschlichen Verhaltens und basiert auf Erfahrungen, Erinnerungen und wird geprägt durch persönliche Wertesysteme. Einerseits ist es das -by-r- lichungvon Werten und Idealen. 14 Das implizite Wissen kann in zwei Dimensionen eingeteilt werden zum Ersten in technisches Know-How wie Programmierkenntnisse und zum Zweiten in tief verwurzelte, mentale Modelle wie Perspektiven und Überzeugungen. 15
- Organisatorisches und kollektives Wissen (siehe Kapitel 3.2.3): Organisatorisches Wissen stellt das unternehmensweite Wissen dar. Kollektives Wissen ist personenunabhängig und bildet beispielsweise Standardverfahren und Leitlinien ab. 16
12 Vgl. Kreidenweis, H.: Wissensmanagement. Nomos Verlag, Baden-Baden 2006, S. 24- 27.
13 Vgl. Hasler Roumois, U.: Studienbuch Wissensmanagement. Orell Füssli Verlag, Zürich 2007, S.39.
14 Vgl. Wagner, H.: Wissen des Menschen. http://www.hubertwagner.de/wissen_des_menschen.htm, Abruf am 2010-02-02.
15 Vgl. Rumann, T.: Wissensschafung in der Softwareentwicklung. http://www.se.uni-hannover.de/documents/ws2008_flow_sem/Thorsten_Rumann-
Wissensschaffung_in_der_Softwareentwicklung.pdf, Abruf am 2009-10-13.
16 Vgl. Lehner, F.: Wissensmanagement Grundlagen, Methoden und Technische Unterstüt- zung, 3. Auflage, Hanser Verlag, München Wien 2009, S. 56 59.
Grundlagen des Wissensmanagements 7 - Wissen und Metawissen:
Wissen fasst alle vorgenannten Ausprägungen zusammen. Metawissen hingegen ist das Wissen über Wissen. Metawissen ist eine unverzichtbare Grundlage für das Wissensmanagement. Es ist wichtig zu wissen, was Wissen ist, wo es zu finden ist und wie man es transferieren und transformieren kann. 17
2.2.3 Organisatorisches und kollektives Wissen
Um Wissen als organisatorisches oder unternehmensweites Wissen bezeichnen zu können, müssen bestimmte Eigenschaften erfüllt sein. Ein erster Bestandteil ist die Verteilung des Wissens. Nicht alle Unternehmensmitglieder müssen die gesamte Bandbreite des Wissens besitzen. Ab einer bestimmten Unternehmensgröße ist dies auch gar nicht mehr möglich, beziehungsweise sinnvoll. Daher ist nicht der Besitz des Wissens wichtig, sondern dass die Mitarbeiter Zugriff auf das Wissen haben. Besonders bedeutsam ist dies für die Entscheidungsträger. Aus diesem Grund leitet sich der zweite Bestandteil ab: der Konsens über das Wissen. Die Gültigkeit und die Akzeptanz müssen sichergestellt sein. Um dies zu gewährleisten wird ein Kommunikations- und Abstimmungsprozess vorausgesetzt. Dies spiegelt den dritten Bestandteil wider, organisatorisches Wissen muss kommunizierbar sein. Der vierte und letzte Bestandteil ist, das Wissen integriert sein muss. Damit das Wissen einen nützlichen Beitrag zu der Erreichung der Organisationsziele leisten kann, ist es wichtig, dass das Wissen konsistent ist.
Eine zusätzliche Sichtweise stellt den Wissensträger in den Vordergrund. Wissen wird dann als organisatorisch bezeichnet, wenn das Wissen eines Mitarbeiters, auch nach dessen Ausscheiden, weiterhin zur Verfügung steht. Das orga-nisatorische Wissen ist aber nicht mit der Summe des Wissens der Unternehmensmitglieder identisch. Das organisatorische Wissen besteht aus der Vernetzung der individuellen Wissensbasen. Dieses Wissen kann ein einzelnes Mitglied nicht komplett in sich vereinen. Dementsprechend ist organisatorisches Wissen zwingend verteilt, aber trotzdem auch vernetzt. Zusätzlich greifen die Organisationsmitglieder nicht nur auf das organisatorische Wissen zurück, sondern kombinieren dies mit individuellem Wissen. Intuitionen und Erfahrungen spielen dabei eine sehr entscheidende Rolle. Kollektives oder überindividuelles Wissen ist neben dem organisatorischen Wissen auch sehr wichtig. Dieses Wissen ist personenunabhängiges Wissen. Zum Beispiel ist solches Wissen bei Standardverfahren, Leitlinien oder Arbeitsprozessbeschreibungen zu finden. Es sind etablierte Verhaltensweisen für bestimmte Situationen, Routinen oder Traditionen. Zusätzlich zählen auch Trends und Informationen über Lieferanten, Mitarbeiter, Geschäftspartner oder Technologien dazu. Kollektives Wissen ist dementsprechend Wissen, über das
17 Vgl. Kreidenweis, H.: Wissensmanagement. Nomos Verlag, Baden-Baden 2006, S. 24- 27.
Grundlagen des Wissensmanagements 8
alle, beziehungsweise viele Mitarbeiter im Unternehmen verfügen. Kollektives Wissen ist immer auch organisatorisches Wissen, während im Umkehrschluss organisatorisches Wissen nicht auch kollektives Wissen sein muss. In Tabelle 1 werden die Formen und Ausprägungen des organisatorischen Wissens dargestellt. Es wird ersichtlich, dass Daten und Fakten nur einen Teil des organisatorischen Wissens ausmachen.
Zur Kollektivierung des Wissens lohnt es sich das automatisch erfassbare Wissen genauer zu betrachten. Die Automatisierung stellt zum Einen, ein wichtiges Instrument zur Kollektivierung dar und zum Anderen wird das Verständnis für wichtige Teilfunktionen von Wissensmanagementsystemen gebildet. 19
18 In Anlehnung an: Lehner, F.: Wissensmanagement Grundlagen, Methoden und Technische Unterstützung, 3. Auflage, Hanser Verlag, München Wien 2009, S. 57.
19 Vgl. Lehner, F.: Wissensmanagement Grundlagen, Methoden und Technische Unterstüt- zung, 3. Auflage, Hanser Verlag, München Wien 2009, S. 56 59.
Konzepte und Modelle 9
3 Konzepte und Modelle
Im Wissensmanagement wurden viele Modelle entwickelt, die helfen sollen, die Teilaspekte oder Gesamtaufgaben zu strukturieren und somit eine Orientierung bieten. Die unterschiedlichen Modelle repräsentieren aus verschiedenen Blickwinkeln die verschiedenen Aufgaben des Wissens. Um dies besser darstellen zu können, wurden in dieser Arbeit, die Modelle von Nonaka/Takeuchi (Spiralmodell), Probst et al (Bausteine der Wissensmanagements), Reinmann-Rothmeier (Münchner Modell) und North (Wissensmarkt-Konzept) gewählt.
3.1 Konzept des Wissensmanagement nach Nonaka/Takeuchi
Das Modell von Nonaka/Takeuchi stellt die Übergänge zwischen implizitem und explizitem Wissen als Wissensspirale dar und beschreibt damit den Wissensentwicklungsprozess. Dieses Modell kann als Modell der lernenden Organisation betrachtet werden. Es werden zwei Dimensionen der Wissenserzeugung dargestellt. Zum Einen die ontologische 20 Dimension und zum Anderen die epistemologische 21 Dimension. Die ontologische Dimension bildet die Schichten der Wissenserzeugung ab, die vom Individuum bis hin zur Interaktion mit dem Unternehmen ausgehen. Bei der epistemologischen Ebene werden die verschiedenen Arten von Wissen beschrieben. Das Modell beruht auf der Annahme, dass durch die Interaktion zwischen implizitem und explizitem Wissen, neues Wissen geschaffen wird. Und die Umwandlung nur im sozialen Prozess zwischen Menschen möglich ist. 22
Die Theorie beruht auf den vier Arten der Wissensumwandlung die in der Abbildung 2 dargestellt sind.
20 Fragestellung: Wie ist die Welt beschaffen?
21 Fragestellung: Was kann ich über die Welt wissen?
22 Vgl. Hasler Roumois, U.: Studienbuch Wissensmanagement. Orell Füssli Verlag, Zürich 2007, S.214.
Konzepte und Modelle 10
1. Die erste Art beschreibt die Umsetzung von implizitem Wissen eines Menschen zu implizitem Wissen eines Anderen. Dieses wird als Sozialisation bezeichnet. Erfahrungen werden geteilt und es werden gemeinsame mentale Modelle oder technische Fertigkeiten erzeugt. Es werden innere Werte, Normen und Moralvorstellungen unbewusst auf Dritte übertragen. Dies kann zum Beispiel ohne Verwendung von Sprache durch Imitation oder in persönlichen Gesprächen geschehen. 2. Die zweite Art beschreibt die Externalisierung (Artikulation), dies ist der Prozess bei dem implizites Wissen zu explizitem Wissen umge-wandelt wird. Es entstehen explizite Konzepte. Die Konzepte können durch das Bilden von Metaphern, Hypothesen und Modellen unterstützt werden und an Dritte weitergegeben werden. Da neue explizite Konzepte aus implizitem Wissen geschaffen werden, wird die Externalisierung als der Schlüsselprozess bei der Wissensumwandlung gesehen. 3. Die dritte Art ist die Kombination. Bestehendes explizites Wissen wird verknüpft und zu neuem explizitem Wissen zusammengesetzt. Die Konzepte werden in ein Wissenssystem eingeordnet. Neues Wissen kann durch eine erneute Konfiguration, Kategorisierung und Addition zu bestehenden Wissen geschehen.
4. Die vierte Art ist die Umsetzung von explizitem Wissen zu implizitem Wissen. Diese Wandlung wird als Internalisierung bezeichnet. Die Er-
23 InAnlehnung an: Gabler Wirtschaftslexikon: Wissensmanagement.
http://wirtschaftslexikon.gabler.de/media/727/82954.jpeg, Abruf am : 2010-02-04.
Konzepte und Modelle 11
fahrungen und Fähigkeiten, die in den vorherigen drei Arten erworben wurden, also Sozialisation, Externalisierung und Kombination werden in das bestehende individuelle Modell integriert. Dieser Prozess ist -by- 24
Die Grundlage des Spiralmodells ist, dass sich der Wissensumwandlungsprozess mehrfach wiederholt. Die Wiederholung erfolgt immer auf der nächst höheren Ebene. Ausgangspunkt ist das Individuum und dessen Fähigkeit Wissen zu erzeugen. Das neue Wissen wird verfügbar gemacht und die neuen Wissensteilnehmer kombinieren das Wissen und internalisieren es. Die Internalisierung setzt die Wissensspirale erneut in Gang, dieses Mal jedoch auf einer anderen Ebene, zum Beispiel: der Gruppe oder der Abteilung. 25
3.2 Konzept des Wissensmanagements nach Probst et al
In enger Zusammenarbeit mit der Praxis wurde das Modell von Probst et al entwickelt. Ziel ist, dass Wissensprobleme innerhalb einer Organisation besser beschrieben und verstanden werden können. Innerhalb des Modells wird versucht die zentralen Probleme und Kernprozesse des Wissensmanagements abzubilden. Die sechs Kernprozesse sind als Bausteine dargestellt:
- Wissensidentifikation,
- Wissenserwerb,
- Wissensentwicklung,
- Wissens(ver)teilung,
- Wissensnutzung und
- Wissensbewahrung.
Die Kernprozesse werden um zwei strategische Bausteine ergänzt, bestehend aus:
- Wissensziele und
- Wissensbewertung.
Aus diesen acht Bausteinen, die auch in der Abbildung 3 aufgezeigt sind, lässt sich ein vernetzter Regelkreis bilden, der sich zur Strukturierung und Analyse von Wissensmanagementprozessen eignet. 26
24 Vgl. Mittelmann, A.: Wissensspirale (Nonaka/Takeuchi). http://www.artmfriends.at/am/km/basics/mod-nonaka-d.html, Abruf am 2010-01-20.
25 Vgl. Bodrow/ Bergmann: Wissensbewertung in Unternehmen Bilanzieren von intellektuellem Kapital. Erich Schmidt Verlag, Berlin 2003, S.44-46.
26 Vgl. Harasymowicz-Birnbach, J.: Effektivitäts- und effizienzorientierte Diagnose des Wissensmanagements - Konzeptionelle Grundlagen empirische Studien- ausgewählte Gestal-
tungsempfehlung. Haupt Verlag, Bern 2008, S.29.
Konzepte und Modelle 12
Die Bausteine im äußeren Kreislauf können wie folgt beschrieben werden:
- Wissensziele geben den Aktivitäten des Wissensmanagements eine Richtung. Die Wissensziele werden aus den Organisationszielen abgeleitet. Es kann zwischen normativen (Unternehmenskultur), strategischen (Kernkompetenzen) und operativen (konkrete Projekte) Zielen unterschieden werden.
- Wissensbewertung geschieht anhand der im Vorfeld definierten Wissensziele. Es muss überprüft werden inwiefern die Instrumente des Wissensmanagement einen Beitrag zur Erreichung der Organisationsziele geleistet haben. 28
Im inneren Kreislauf sind die Bausteine wie folgt zu definieren:
- Wissensidentifikation ist für ein effektives Wissensmanagement sehr wichtig. Es muss ein Überblick über vorhandene externe und interne Daten, Informationen und Fähigkeiten geschaffen werden. Mit dieser Wissenstransparenz können Wissenslücken besser aufgedeckt und identifiziert werden. 29
27 In Anlehnung an: Kurbel, K. et al: Wissensmanagement, Bausteinmodell. http://www.enzyklopaedie-der-wirtschaftsinformatik.de/wi-
enzyklopaedie/Members/bick/copy_of_Bausteinmodell.jpg/image_large, Abruf am 2010-
01-24.
28 Vgl. Meinsen, S.: Konstruktivistisches Wissensmanagement - Wie Wissensarbeiter ihre Arbeit organisieren. Beltz Verlag, Weinheim et al. 2003, S.96-98.
29 Vgl. Harasymowicz-Birnbach, J.: Effektivitäts- und effizienzorientierte Diagnose des Wissensmanagements - Konzeptionelle Grundlagen empirische Studien- ausgewählte Gestal-
tungsempfehlung. Haupt Verlag, Bern 2008, S.30.
Arbeit zitieren:
Nadine Ternes, 2010, Wissensmanagement und die Chancen von Web 3.0, München, GRIN Verlag GmbH
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