auszuschließen ist die Lebenswelt der Menschen, worunter er Privatsphäre, Kultur und Öffentlichkeit zählt. Wohingegen der „System“-Begriff bei Luhmann die gesamte Gesellschaft umfasst, da für ihn alle Bereiche der Gesellschaft soziale Systeme sind. Den Begriff „Kommunikation“ in Bezug auf handeln definiert Habermas als „verständnisorientiertes Handeln der einzelnen Menschen in der Lebenswelt, versus strategisches, erfolgsorientiertes Handeln in Systemen“ 1 . Das Ziel von Kommunikation besteht für ihn aus Verständigung in der Gesellschaft. Luhmann differenziert Kommunikation nicht weiter sondern stellt die These auf, dass alle sozialen Systeme aus Kommunikation bestehen und dass ihr daneben keine andere Funktion in der Soziologie zugesprochen werden kann. Er sieht Kommunikation als das Verstehen der Differenz von Information und Mitteilung. Luhmann kritisiert an der Theorie Habermas, dass diese wissenschaftlich begrenzt ist, aufgrund der politisch-moralischen Ausrichtung und deren direkten Bezug auf das soziale Subjekt, den Menschen.
Die Theorie Habermas ist mehr subjektbezogen und bezieht sich auf einzelne Individuen. Für ihn handeln einzelne Menschen kommunikativ. Luhmann sagt, dass nicht Menschen kommunizieren, sondern soziale Systeme. Er gilt als anti-humanistisch, denn für ihn gelten der Mensch und seine Psyche nicht als Teil der Definition von sozialen Systemen. Die beiden Theoretiker üben auch gegenseitig Kritik. Habermas kritisiert, dass bei Luhmann der Mensch als Individuum keine große Rolle spielt. Luhmann bemängelt, dass Kritik in seinen Augen keinen Sinn macht, da sie nur zu vorschnellen Annahmen führt. Aufgrund der unterschiedlichen Entwicklung der Theorien beider Theoretiker ist eine Zusammenarbeit später nicht mehr möglich gewesen. Selbst in seinem letzten Werk „Gesellschaft der Gesellschaft“, sind direkte Verweise zu Habermas vorhanden, in denen er erneut gegen die subjektbezogene Vernunftkonzeption Stellung nimmt. Dies zeigt, dass nach mehr als dreißig Jahren der Konflikt zwischen den beiden stets Bestand hatte und drastisch gesagt erst mit Luhmanns Tot endete.
Georg Wilhelm Friedrich Hegel (*1770, †1831) ist ein deutscher Theoretiker und Philosoph. Laut Hegel hängt die gesamte Wirklichkeit miteinander zusammen. Dies steht im Gegensatz zu Luhmanns Theorie, der behauptet, dass die einzelnen Systeme, wie zum Beispiel der Politik oder Wirtschaft streng voneinander getrennt sind und jeweils geschlossene Einheiten bilden. Um die gegenwärtige Welt zu beschreiben haben Luhmann und Hegel jeweils auf die zeitgenössischen Zentralmetaphern zurückgegriffen. Für Luhmann
1 Luhmann leicht gemacht, S. 21.
Arbeit zitieren:
Anina Müller, 2010, Niklas Luhmann - Systemtheorie und der Theoretiker im Kontext, München, GRIN Verlag GmbH
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