Inhaltsangabe
Einleitung 2
1. Die Vorgeschichte des Anwesens - ein Abriss bis 1683 3
2. Ludwig XIV. und der Place Louis-le-Grand 4
2.1 Die Pläne 5
2.2 Der Bau 6
2.2.1 Der erste Entwurf 6
2.2.2 Der zweite Entwurf 7
3. Finanzen und „Financiers“ 8
3.1 John Law und seine Bedeutung 10
3.2 Das Ende der ersten Entwicklungsetappe 11
Schussbetrachtung 12
2
Einleitung
Diese Arbeit schließt sich an das Proseminar „ Die Geschichte der Stadt Paris“ an. Gegenstand der Betrachtungen ist der berühmte Place Vendôme, inmitten des Stadtzentrums (am Ende der Rue de la Paix), der auch „das eigentliche Herz“ von Paris genannt wird (vgl. Gregory 1997: 5).
Dieser Platz gilt als einer der berühmtesten der Welt und ist zugleich „Inbegriff für das lebensfrohe, geschichtsträchtige Paris“. 1 Er blickt auf eine über dreihundertjährige Geschichte zurück und repräsentiert insbesondere die Größe zweier Epochen, die, jede für sich gesehen, seine Entwicklung maßgeblich beeinflusst haben.
Zum einen ist er Zeuge der Herrschaft des Ancien Regime (speziell der Bourbonen) und des Prunks unter der Herrschaft des Sonnenkönigs Ludwig XIV. Zum anderen hat er eine starke Prägung durch Napoleon und seine Siegeszüge erfahren (vgl. ebd.) 2 .
Die folgenden Ausführungen werden die Entstehungsgeschichte des Place Vendôme 3 und seine Entwicklung bis zum Fall des Ancien Regime thematisieren. Die Frage nach der Rolle Ludwigs XIV. bei der Entstehung des Platzes soll dabei ein Leitfaden sein.
Der erste Teil der Arbeit soll einen Überblick von der Vorgeschichte des Anwesens geben, auf dem der Place Vendôme entstanden ist.
Der Folgeteil betrachtet die Entwicklung, die das „ Vendôme -Projekt“ unter Ludwig XIV. und seinem Finanzberater Louvois nimmt. Hierbei werden unterschiedliche Pläne und Entwürfe präsentiert.
Der dritte Teil soll schließlich einen Einblick in die Rolle der Finanzwelt geben und dabei besonders die Rolle des englischen ‚Finanzexperten’ John Law beim Ausbau des Place Vendôme beleuchten. Der vierte Punkt soll eine kurze Zusammenfassung der Revolutionsereignisse auf dem Platz geben und damit das Ende der ersten Entwicklungsetappe des Platzes skizzieren.
1 Vgl. Gregory (1997) Rückseite Einband.
2 Siehe auch www.place-vendome.net/html/l_identite.html
3 Der Name Place Vendôme und Place Louis-le-Grand benennen beide denselben Platz. Sie werden in dieser
Arbeit synonym gebraucht.
3
1. Die Vorgeschichte des Anwesens - ein Abriss bis 1683
Betrachtet man die Geschichte der Stadt Paris, so wird die Entstehung des Place Vendôme zu Beginn des 18. Jahrhunderts angesetzt. Doch die Geschichte des Grundbesitzes, auf dem dieser öffentliche Platz schließlich errichtet wurde, reicht um einiges weiter. Alexis Gregory hat in seinem Buch „Place Vendôme“ (1997) die Geschichte des Besitzes und den teilweise ziemlich undurchsichtigen Entstehungsprozess des Place Vendôme bis in die Anfänge des s iebzehnten Jahrhunderts rückverfolgend dargestellt. Seine Aussagen sollen dem folgenden Abschnitt als Grundlage dienen, um einen Abriss der Vorgeschichte des Platzes zu geben (vgl. Gregory 1997: 11ff).
Das Areal, auf dem sich der Platz bis heute befindet, liegt am rechten Seine-Ufer nördlich der Tuilerien, inmitten der Stadt. Bis in die Zeit der Planung des „Vendôme-Projekts“ unter Ludwig XIV., war dieser Besitz von mehreren Klöstern umgeben. Der Großteil des Grundbesitzes war im Jahre 1603 von der Herzögin von Retz an die Marquise de Mercœur, Witwe des Herzogs von Lothringen, veräußert worden, die dort noch im selben Jahr das alte Hôtel de Retz abreißen und ein weiteres Kloster (für die Kapuzinerinnen) errichten ließ. Sie selbst bezog dort ebenfalls einen neuen Wohnsitz, der nach Gregory (1997:11) zu den prächtigsten in ganz Paris zählte.
Besagte Marquise de Mercœur gehörte einer reichen Familie an, die enge Beziehungen zum französischen Königshaus h atte - was nicht unbedeutend für die Geschichte des Besitzes ist. So hatte beispielsweise die Schwester des verstorbenen Mannes der Marquise den letzten Monarchen des Valois-Geschlechts, Heinrich III. 4 , geheiratet. Und die Tochter der Marquise selbst, Françoise, heiratete im Jahre 1609 den Herzog César von Vendôme, einen leiblichen Sohn des ersten Monarchen des Borbonen-Geschlechts, Heinrich IV. 5 , und seiner Mätresse Gabrielle d’Estrées. Hier taucht nun bereits der Name „Vendôme“ erstmals auf, der dem Platz bis heute geblieben ist.
Anfänglich trug nur der Wohnsitz der Familie diesen Namen. Aber mit der Zeit ging er von dem Einzelbesitz auf den gesamten Grundbesitz über, was nach Gregory, dem ehemals unbedeutenden Stadtgrundstück unversehens aristokratische Ehren verlieh (vgl. ebd. 12). Die Gegend wurde immer beliebter und entwickelte sich zu einem der begehrtesten Viertel von Paris, erst recht nachdem Ludwig der XIII. dort neue Befestigungsanlagen bauen ließ.
4 Regierungszeit: 1574-1589
5 Regierungszeit: 1589-1610
4
Im Jahre 1677 kam es dann jedoch nach langer Zeit wieder zu einem Besitzerwechsel. Der Enkel von Françoise und César, Louis-Joseph von Bourbon, war (obgleich er in den Kriegen Ludwigs XIV. zu großen Ehren gelangt war) aufgrund seines ausschweifenden Privatlebens in arge, finanzielle Schwierigkeiten geraten und gezwungen, den Besitz, den er miserabel verwaltet hatte, zu verkaufen. Ein Interessent war schnell zur Stelle: der große Architekt Jules-Hardouin Mansart, der außerordentlich versessen darauf war, in das Vendôme-Projekt zu investieren. Er wollte das alte Stadtpalais der Familie abreißen lassen, das Grundstück arrondisieren, in einzelne Parzellen aufteilen und diese neu bebauen, um sie schließlich gewinnbringend weiterzuverkaufen bzw. zu vermieten (vgl. Coubier 1985: 208/ Gregory 1997: 12).
Doch obwohl Mansart und ein paar andere Geldgeber, die sich ihm angeschlossen hatten, über gute Beziehungen zum französischen Hof verfügten, fanden sie dort vorerst einmal keine Unterstützung. Die Spekulationspläne wurden vielmehr von dem damaligen Finanzberater (gleichzeitig auch „surintendant des bâtiments“ (Kathe1981: 55)) Ludwigs XIV., Monsieur Colbert, gestoppt, u.a. weil dieser Mansart nicht traute.
Mit dem Tod Colberts im Jahre 1683 und dem Amtsantritt seines Nachfolgers Louvois, sollte sich dann aber die Situation ändern und das Vendôme-Projekt von neuem keimen…
2. Ludwig XIV. und der Place Louis-le-Grand
Ludwig XIV. war und ist bekannt für seinen Hang zu Prunk und Verschwendung. Und so ist es nicht verwunderlich, dass man von seiner Regierungszeit sagt, sie sei eine Blütezeit für Kunst und Kultur gewesen. Allen Künsten kam hierbei die eine Aufgabe zu: Sie sollten von der Macht und dem Ruhm des Sonnenkönigs zeugen (vgl. Kathe 1985: 56/58). Die führende Stellung unter den Kunstgattungen nahm hierbei die Architektur, als bestes Mittel zur Verkörperung der Ideen des machtvollen Königtums ein: „Versailles entstand, in Paris erhoben sich mächtige sakrale Palastbauten, wurden weitläufige Plätze geschaffen.“ (ebd. 58).
Die zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts, die „Blütezeit der klassizistischen Architektur Frankreichs“ ( ebd.), der klaren, logischen Formen, war auch die Zeit, in der das Vendôme-Projekt wieder aufgenommen wurde.
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Arbeit zitieren:
Katharina Brehmer, 2003, Die Geschichte des Place Vendome unter den Bourbonen, München, GRIN Verlag GmbH
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