Literaturliste
Aly, Götz: Hitlers Volksstaat, Hamburg 2005. Borgsen, Werner;
Volland, Klaus: Stalag X B Sandbostel, Zur Geschichte eines Kriegsgefangenen-und KZ-Auffanglagers in Norddeutschland 1939-1945, Bremen 1991.
Ferencz, Benjamin: Lohn des Grauens, Frankfurt 1981.
Frauendorf, Lutz: Die Entschädigung von NS-Zwangsarbeit - ein aktuelles Problem, ZRP 1999, S.1-9.
Herbert, Ulrich (Hrsg.): Fremdarbeiter - Politik und Praxis des „Ausländer-Einsatzes“ in der Kriegswirtschaft des Dritten Reiches, Berlin 1985.
Heuzeroth, Günter: Unter der Gewaltherrschaft des Nationalsozialismus 1939-1945, Oldenburg 1994.
Kopper, Christopher, Bankiers unter dem Hakenkreuz, München 2005.
Müller, Rolf-Dieter: Der Zweite Weltkrieg 1939-1945 in: Handbuch der Deutschen Geschichte Band 10, Stuttgart 2004.
Pfahlmann, Hans: Fremdarbeiter und Kriegsgefangene in der Deutschen Kriegswirtschaft 1939-1945, Würzburg 1964 zugleich Dissertation phil. Würzburg.
Pohl, Hans (Hrsg.): Zwangsarbeit bei Daimler Benz, Zeitschrift für Unternehmensgeschichte, Beiheft 78, Stuttgart, 1994.
Ruge, Anja; Junker, Abbo (Hrsg.): Die Lohnersatzansprüche ehemaliger Zwangsarbeiter
2
gegen deutsche Industrieunternehmen, aus: Schriften zum Arbeitsrecht und Wirtschaftsrecht, Band 19, Göttingen, 2000.
Schröder, Rainer: Zwangsarbeit: Rechtsgeschichte und zivilrechtliche Ansprüche in: Jura 1994, S. 61-72 und 118-130.
Spoerer, Mark: Zwangsarbeit unter dem Hakenkreuz, Stuttgart, 2001.
Syrup, Friedrich: Der Arbeitseinsatz in Deutschland im Jahre 1938, in: Soziale Praxis, 47, 1938, S.131-136.
Staatsarchiv des Landes Bremen:
4,29/1-1284, Anforderung von Kriegsgefangenen durch: Regierender Oberbürgermeister von Bremen an den Reichsarbeitsminister vom 13.10.1939. 4,29/1-1284 Runderlass des RAM Nr. 411/42 vom 7.4.1942. 4,29/1-1284 Erlass des RAM 411/42 vom 7.4.1942.
4,29/1-1284, Dok. III A 1255 des Senators für Innere Verwaltung aufgrund Runderlass des RAM vom 21.4.1942. 4,29/1-1284, Runderlass 13/42.
4,29/1-1284: Heeresdienstvorschrift HDV 38/11 vom 2.8.1939.
4,29/1-1292, Schreiben des Senators für Bauwesen in Bremen an den Treuhänder der Arbeit des Wirtschaftsgebietes Niedersachsen vom 12.03.1943.
Internetquelle: www.gedenkstaette-sandbostel.de/arbeit.htm.
3
Einleitung
Im August 1944 betrug die Anzahl der im Deutschen Reich eingesetzten Zwangsarbeiter ca. 7,7
1 Millionen. Die Gesamtzahl an Zwangsarbeitern einschließlich KZ-Häftlinge betrug in der
2
gesamten Kriegsperiode etwa 14 Millionen , wobei der Anteil der Ausländer etwa 11 Millionen
ausmachte. Diese Arbeit versucht anhand zweier Fallbeispiele, der Daimler Benz AG und des Lagers X B in Sandbostel, die Einsatzgebiete sowie die Wichtigkeit der Zwangsarbeit durch Fremdarbeiter und Kriegsgefangene für die deutsche Kriegswirtschaft sowohl im Hinblick auf betriebs-wie auch aus volkswirtschaftlicher Sicht aufzuzeigen. Das Hauptaugenmerk soll auf die Kriegsgefangenen gerichtet werden. Der Einsatz von Fremdarbeitern und Kriegsgefangenen war zur Entlastung einiger deutscher Volksgruppen wie z.B. Frauen gedacht, um an der „Heimatfront“ keine Unmut über den Kriegsverlauf aufkommen zu lassen und um den Deutschen den Opferdruck, angesichts der Erfahrungen des 1. Weltkrieges, so gering wie möglich erscheinen zu lassen. Auch sollen die politische Motive und die Ideologie des Arbeitseinsatzes Berücksichtigung finden. Als Literatur für den Charakter des Arbeitseinsatzes dient Ulrich Herberts „Europa und der Reichseinsatz“ und Mark Spoerers „Zwangsarbeit unter dem Hakenkreuz“. Für die Darstellung über die Daimler Benz AG ist in der Reihe Zeitschrift für Unternehmensgeschichte das Gemeinschaftswerk „Zwangsarbeit bei Daimler Benz“ erschienen und für die Abhandlung über das Stalag X B dient eine Darstellung von Klaus Volland und Martin Borgsen. Ergänzt wird die Darstellung über den Arbeitseinsatz der Kriegsgefangenen anhand von Dokumenten des Senators für Bauwesen aus dem Staatsarchiv Bremen. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Daimler Benz AG aus dem Zwangsarbeitereinsatz einen wirtschaftlichen Nutzen gezogen hat. Dies lässt sich analog auf alle an der Kriegswirtschaft beteiligten Betriebe von der Landwirtschaft über den Bergbau, die Bauwirtschaft bis hin zu den Metallverarbeitenden Betrieben anwenden. Jedoch partizipierten diejenigen, die in der Kriegszeit maßgeblich am ökonomischen Aufschwung dieser Firmen mitgearbeitet hatten, gar nicht von den ökonomischen Gewinnen. Abschließend wird deshalb auf die Entschädigungsproblematik der Zwangsarbeiter eingegangen werden.
1
Herbert, Fremdarbeiter, S. 13.
2
Drobisch/Eichholtz, zit. n. Pohl u.a., Zwangsarbeit bei Daimler Benz, S. 135.
4
I. Herkunft der Fremdarbeiter und Motive für deren Arbeitseinsatz
Aus allen Gebieten des besetzten Europa gelangten Arbeitskräfte auf unterschiedliche Art und Weise in das Deutsche Reich. Zum einem wurden Arbeiter in den besetzten Gebieten angeworben. Weiterhin wurden unter Zuhilfenahme der örtlichen Administration ganze Jahrgänge an Arbeitern ausgehoben und zum Arbeitseinsatz gepresst. Letztlich kann die Deportation von Zivilisten als Arbeitskräftegewinnungsmaßnahme festgestellt werden. Diese Maßnahmen waren 3 nicht zeitlich begrenzt oder voneinander unabhängig, sondern gingen fließend ineinander über. Der Einsatz fremder Arbeitskräfte war in Deutschland bereits im ersten Weltkrieg durchgeführt 4 worden, wo der Anteil ausländischer Arbeitskräfte bereits 10 Prozent aller Erwerbstätigen betrug. Während der Weimarer Republik als auch nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten arbeiteten ausländische Arbeiter, vor allem Polen in der Landwirtschaft, im Deutschen Reich. Den nationalsozialistischen Entscheidungsträgern lagen somit bereits Erkenntnisse zum Einsatz ausländischer Arbeitskräfte vor. Die Beschäftigung ausländischer Arbeiter spielte sich in einem Kräftedreieck von Rasseideologie, wirtschaftlichem Zwang und 5 Ein Erlass des Reichssicherheitshauptamtes der SS (RSHA) gab die Großmachtdenken ab.
Richtlinie zur Behandlung von Ausländern im Reich vor, wobei die Rassedoktrin auf Vorurteile 6 Fremdarbeit kann nach dieser Ansicht als Teil der deutschen Bevölkerung aufbauen konnte.
nationalsozialistischer Wirtschaftstheorie begriffen werden, die sich stark am Darwinismus und Malthusianismus orientierte. Hiernach war das Leben ein Kampf um Raum und Ressourcen, den nur der Stärkste für sich entscheiden konnte. Arbeitskraft wurde hiernach als menschliche Ressource begriffen, die es in diesem Sinne für eigene Zwecke zu nutzen galt. Durch den 4-Jahresplan von 1936 wurde die Rüstungskonjunktur zusätzlich angeheizt. Ein politisches Ziel lautete, den Arbeitskräftebedarf in kriegswichtigen Wirtschaftszweigen wie Landwirtschaft, 7 Bereits im November 1938 war der Arbeitskräftemangel Bergbau und Industrie, sicher zu stellen. 8 Als Ausweg aus dieser Misere boten sich folgende drei das wehrwirtschaftliche Hauptproblem. Lösungsmöglichkeiten an:
3
Spoerer, Zwangsarbeit unter dem Hakenkreuz, S. 37.
4 Spoerer, ebenda, S. 24.
5 Spoerer, ebenda, S. 25.
6
Spoerer, Zwangsarbeit unter dem Hakenkreuz, S. 26.
7
Herbert, Fremdarbeiter, S. 40.
8 Herbert, ebenda, S. 43.
5
Arbeit zitieren:
Michael Grübnau-Rieken, 2005, Fremdarbeit im NS-Regime, München, GRIN Verlag GmbH
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