Abkürzungsverzeichnis
Ajax = Asynchronus JavaScript and XML
API = Application Programming Interface
DOM = Document Object Model
engl. = englisch
GIS = Geoinformationssystem
IT = Informationstechnologie
Sog. = Sogenannt
XML = Extensible Markup Language
Abbildungsverzeichnis
Abb. Seite
1 Web 1.0 vs. Web 2.0 1
2 Web 2.0 Blume 2
3 Web 2.0 Die nächste Generation des Internets 3
4 Web 2.0 Mind Map 4
5 Google Mail Beta 4
6 Google Suggest 6
7 E-Government 2.0 10
1. Was ist Web 2.0
In einem Brainstorming nach dem Zerplatzen der Dot-Com Blase im Jahre 2001
das Internet der 90er Jahre vorbei war. Die nach der Marktbereinigung noch verbliebenen Unternehmen des Neuen Marktes haben neue Anwendungsmöglichkeiten im Internet gefunden, so wie es die Gewinner einer Krise nun mal tun. Und sie hatten alle einige Gemeinsamkeiten vorzuweisen, ly erden. 1
Da es keine exakte Definition dieses Begriffs gibt, muss man ihn anhand von Beispielen (s. Abbildung 1: Web 1.0 vs. Web 2.0) veranschaulichen.
Offensichtlich handelt es sich bei diesen Beispielen eher um eine Evolution und nicht um eine Revolution der Webin der Softwareentwicklung üblich als neue Version des Internets zu sehen.
Das neue Web baut nicht auf sensationellen neuen Technologien auf, vielmehr versucht man vorhandene Technologien intelligent zu kombinieren (sog. Mash-Ups). Eine Übersicht über aktuelle Web 2.0 Angebote zeigt Abbildung 2.
1 Vgl. (O'Reilly, 2005).
2 Quelle: Eigene Darstellung nach (O'Reilly, 2005).
1.1. Ideen
Das Internet ist im Grundgedanken als Plattform anzusehen auf welcher der Benutzer seine eigenen Daten verwaltet. Hieraus resultiert, dass es sich um eine Architektur handeln muss, bei der jeder Benutzer aktiv mitmachen kann. Die Plattform bietet dabei keine Softwarepakete an, sondern Dienste, die dem Benutzer frei zur Verfügung stehen.
3 Quelle: http://www.theconversationprism.com.
Abbildung 3: Web 2.0 Die nächste Generation des Internets 4
n- halte,ihn gilt es irgendwie zu erreichen. 5
Wie man am Erfolg der Online-Enzyklopädie Wikipedia sieht, sind die erfolgreichsten Webangebote diejenigen, bei denen der Nutzer selbst die Inhalte mitgestaltet. Ein weiteres Beispiel hierfür ist die Kommentarfunktion des Online-Versandhändlers Amazon bei welcher jeder Kunde seine Meinung spezifisch zu den Produkten kund tun kann. So entsteht eine vor allem unparteiische und weitaus bessere Produktbeschreibung, als die des Herstellers. Der ehemalige Amazon-Chefentwickler Andreas S. Weigend beschreibt dies als Aal-Prinzip: Andere arbeiten l 6 Man sammelt durch die Mitarbeit vieler Internetnutzer ein breites Wissen an. Außerdem beteiligt sich hier nicht nur die Zielgruppe,
aus den Nischen, die sonst nicht erreicht werden können, aber summiert den Großteil der Nutzer ausmachen.
4 Quelle: (Kaczorowski, et al., 2008 S. 9).
5 Vgl. (O'Reilly, 2005).
6 Vgl. (Lange, 2007 S. 7).
Nicht nur durch die Mitgestaltung der Nutzer bedingt, präsentieren sich viele Webdienste als Abbildung 5).Dies ist ein Zeichen dafür, dass das Produkt immer weiter entwickelt wird. Die Entwickler sind stets bemüht neue Funktionen zu implementieren und diese direkt an den Kunden zu testen. Sie
Nutzer. Daraus resultiert, dass sich die Qualität des Dienstes mit steigender Benutzeranzahl immer weiter verbessert. 8
7 Quelle: http://www.oreilly.de/artikel/web20.html.
8 Vgl. (O'Reilly, 2005).
9 Quelle: http://mail.google.com.
Eine weitere wichtige Hypothese betrifft das Urheberrecht. Gefordert werden offene Technologien und ein Recht zum Vermischen von Daten und Funktionalitäten um Synergieeffekte zu erzielen. Nur so können Mash-Ups entstehen. Dies ist auch ein Grund für den großen Erfolg von Open-Source-Projekten. Nur offene und standardisierte Schnittstellen (API) ermöglichen eine problemlose Verknüpfung von verschiedensten Diensten. 10
1.2. Technologie
Die bereits angesprochenen Gemeinsamkeiten beziehen sich auf vorhandene Technologien, die auf neue Art und Weise benutzt und zusammengesetzt werden.
1.2.1. Ajax
Der erste Begriff, der
gs als problematisch zu sehen, da
XML fast nie verwendet wird und das Ganze auch nicht zwingend asynchron sein muss. Daraufhin änderte Garett den Begriff in die gemischte Schreibweise 11
Ein bekanntes Beispiel für den Einsatz von Ajax ist Google Suggest. Nach Eingabe von einigen Buchstaben öffnet sich eine Box mit Suchvorschlägen denen eine ungefähren Trefferanzahl beigefügt ist (s. Abbildung 6). Es wird im Hinter-grund asynchron eine Abfrage nach Möglichen Suchbegriffen durchgeführt und die Ergebnisse werden mit Hilfe eines Mix aus JavaScript und anderen Technologien dargestellt, ohne dass die komplette Seite neugeladen werden muss. 12 Dies ist zugleich der größte Vorteil von Ajax, ohne den sich große Webapplikationen ohne zusätzliche Programme wie Java oder Flash nicht realisieren lassen.
10 Vgl. (O'Reilly, 2005). 11 Vgl. (Wenz, 2007 S. 391).
12 Vgl. (Wenz, 2007 S. 394).
Den Ursprung von Ajax findet man bei Microsofts Outlook Web Access schon zu Microsoft Internet Explorer 5 Zeiten. Microsoft entwickelte ein ActiveX-Control um HTTP-Anfragen im Hintergrund ausführen zu
können, ohne dass eine Seite komplett neu geladen werden muss, um beispielsweise zu prüfen, ob neue E-Mails vorhanden sind ohne die Seite ständig neu laden zu müssen. Weitere Verwendung gab es damals kaum. 13
Browserobjekt einbauten, konnte der Technologie nichts mehr im Wege stehen.
Das Benutzen des Objekts an sich stellt keine große Herausforderung dar. Das Objekt schickt nur eine HTTP-Anfrage an den Webserver und wertet die Rückgabe aus. Die Darstellung der Rückgabe erfolgt dann mit JavaScript und meist DOM. 15
13 Vgl. (Wenz, 2007 S. 394).
14 Quelle: Screenshot von http://www.google.de.
15 Vgl. (Wenz, 2007 S. 395).
1.2.2. RSS
h Site i- spielsweisein Blogs die Verbreitung des Inhaltsverzeichnisses der Website ermöglicht.
Es funktioniert ähnlich wie ein Nachrichtenticker, genannt RSS-Feed (engl. to feed im Sinne von versorgen, einspeisen, zuführen), der nur die Überschriften mit einem kurzen Abstract darstellt. Durch abonnieren dieses RSS-Feeds mit einem dafür geeignetem Programm erhält der Benutzer in regelmäßigen Abständen automatisch die neuen Inhalte. 16
1.3. Bedeutung des Internets in der Gesellschaft
Weiterhin lässt sich ein Wandel in der Gesellschaft bezüglich der Informationsbeschaffung beobachten. Das Internet nimmt vor allem in der jüngeren Bevölkerungsschicht einen immer größeren Stellenwert im täglichen Leben ein. Eine Tageszeitung wird eher selten gekauft, da es die darin enthaltenen Informationen auch online gibt. Sie sind in der Regel kostenlos und oft qualitativ genauso gut. Dies wirkt sich natürlich direkt auf die Absatzzahlen der Verleger aus. 17
Die deutschen Tageszeitungen verbuchten einen Rückgang der Absätze von 30 Millionen auf 24 Millionen verkaufte Exemplare pro Jahr in den vergangenen zehn Jahren. Dabei war der Durchschnittsleser knapp über 50 Jahre alt. 18
In einer Umfrage von Google Deutschland gaben mehr als 60% der unter 30-
zu informieren. Insgesamt nutzt gut jeder Dritte (36%) das Internet als politische Informationsquelle, noch vor Fernsehen (34%) und Zeitungen (23%). 19
16 Vgl. (Kaczorowski, et al., 2008 S. 13).
17 Vgl. (Auf dem Hövel, 2006).
18 Vgl. (Diez, 2009).
19 Quelle: http://www.heise.de/newsticker/Junge-Menschen-informieren-sich-im-Netz-ueber-
Politik--/meldung/141110.
Dies mag zurzeit manch einem konservativen Journalist nicht gefallen. Zum einen aus Angst um den eigenen Job, und zum anderen, weil die Ehre und Ethos a- lismusoder 20 Dies soll laut der Aussage des Althistorikers und Toleranzforschers Joachim Losehand in einem Blog von der 6000
Getragenes (Text) und Tragendes (Buch) als Einheit gesehen worden. Die Digitalisierung von Information und Wissen gilt als unkontrolliert und qualitativ minderwertig, da die früher übliche Prüfung der Inhalte durch Verlage entfällt. Dementsprechend werden Blogger als nicht genügend professionell und daher nicht glaubwürdig gesehen. 21
Vieles was früher nur an Stammtischen diskutiert wurde, wandert nach und nach ins Internet, da die Hemmschwelle um sich öffentlich zu äußern hier weitaus geringer ist. Zudem sind Blogs und Foren rund um die Uhr erreichbar. So entstehen i- chenThemen befassen. Es gibt kaum ein Thema welches nicht im Internet diskutiert wird. 22
Durch diese markante gesellschaftliche Veränderung ist es für die öffentliche Hand wichtig in das noch junge Medium Internet zu investieren und die aktuellen Trends zu verfolgen, um auch die jüngere Generation der Bürger anzusprechen.
20 Vgl. (Diez, 2009).
21 Vgl. (Losehand, 2009).
22 Vgl. (Kaczorowski, et al., 2008 S. 4).
2. E-Government
Unter den gleichbedeutenden Begriffen Electronic Government, E-Government und eGovernment versteht man die IT-gestützte Abwicklung von Geschäftsprozessen in Regierung und Verwaltung. 23 Als Ziel gilt die effizientere Gestaltung der Verwaltungsabläufe. Zusätzlich sollen Bürger und Wirtschaft ebenfalls einbezogen werden. Der Kommunikationsweg ist hauptsächlich das Internet. 24
Daraus folgt, dass auf lange Sicht gesehen, das E-Government das Gegenmodell zur klassischen Bürokratie nach Max Weber ist, weil die papiergebundene Aktenführung und das Büro als Zentrum der klassischen Verwaltung an Bedeutung verlieren werden. Sämtliche organisatorische Strukturen wie Hierarchien, Dienstwege, Zuständigkeiten und Formerfordernisse lassen sich auch in Informations- und Kommunikationssystemen abbilden.
Vielleicht wird deswegen vielerorts E-Government nur als Ergänzung der Verwaltungsprozesse um elektronische Prozesse gesehen, weil man die alten Strukturen erhalten möchte. Langfristig wird jedoch das elektronische Formular das Pa-pierformular und die digitale Signatur die eigenhändige persönliche Unterschrift ersetzen.
Nach und nach werden auch Akten und Archive digitalisiert und in Datenbanken gespeichert. Stark strukturierte Arbeitsprozesse, die vorher vom Sachbearbeiter gesteuert wurden, werden als Workflow abgebildet und von Workflow-Management-Systemen übernommen. 25 Die Vision vom medienbruchfreien, papierlosen Büro rückt näher.
Die Grundgedanken des Web 2.0 passen hervorragend zum E-Government-Begriff. E-Demokratie und E-Partizipation als Unterpunkte von E-Government zählen auch zu den Grundgedanken des Web 2.0. So hat der Bund sein E-
23 Vgl.(von Lucke, 2000 S. 1).
24 Vgl. (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik).
25 Vgl. (Mehlich, 2002 S. 6f).
DieBundesregierung hat in diesem Programm vier Handlungsfelder ausgemacht, auf denen bis zum Jahr 2010 große Veränderungen geplant sind.
Das erste Handlungsfeld ist der bedarfsorientierte Ausbau des E-Government Portfolios. So sollen alle Bürger bis 2010 alle gewünschten Online-Dienstleistungen elektronisch einfach und medienbruchfrei nutzen können. Für manche Benutzergruppen wird die elektronische Abwicklung sogar verpflichtend. Wichtig ist auch, dass fachliche Zuständigkeiten für den Nutzer der elektronischen Angebote nicht mehr relevant sein sollen, da viele Verfahren stark verein-
26 Quelle:(Bundesministerium des Innern - IT-Stab, 2006 S. 10).
facht werden und zugleich behördenübergreifend elektronisch abgewickelt werden sollen. 27
Als zweites Handlungsfeld wird die Optimierung der Prozessketten zwischen Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung genannt. Hier wurden große Potenziale entdeckt, da durch integrierte Geschäftsabläufe und interoperable IT-Systeme Kosten auf beiden Seiten gesenkt und Bürokratie abgebaut werden können. 28
Der Aufbau einer Infrastruktur zur eindeutigen elektronischen Identifizierung des Nutzers ist Kern des dritten Handlungsfeldes, da auch über das Internet eine rechtsverbindliche Willenserklärung möglich sein muss. 29
Als letztes Handlungsfeld wird die Sicherung der Kommunikationswege genannt. Das Vertrauen der Bürger in Internetkommunikation soll durch staatlich zertifizierte Bürgerportale gestärkt werden. 30
3. Einsatzgebiete im E-Government
Während Privatpersonen und Unternehmen längst die Werkzeuge und Vorteile des Web 2.0 nutzen, hinken öffentliche Einrichtungen noch weit hinterher, obwohl gerade hier ein großer Gemeinschaftsbezug besteht. Das Medium Internet ist außerdem mittlerweile ein gängiges Medium um sich als Konsument an ein Unternehmen zu wenden. Meist bekommt man schnell eine Antwort, da eine Email nahezu sofort ankommt. Die Erwartungshaltung des Bürgers hat sich dementsprechend verändert. Er erwartet schnell eine Antwort oder zumindest ein Feedback, ab wann mit einer Antwort zu rechnen ist und das möglichst noch am selben Tag.
27 Vgl. (Bundesministerium des Innern - IT-Stab, 2006 S. 11).
28 Vgl. (Bundesministerium des Innern - IT-Stab, 2006 S. 12).
29 Vgl. (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik S. 13).
30 Vgl. (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik S. 15).
Als weiteres Beispiel kann man die Online-Verfolgung von Paketen bei der Post anführen. Analog könnte eine Behörde online einen transparenten Workflow bei der Bearbeitung von Bauanträgen anbieten. 31
Aus datenschutzrechtlichen Gründen ist vieles im Verwaltungsalltag allerdings ohne qualifizierte Signaturen oder anderen sicherheitsrelevanten Infrastrukturen natürlich nicht ohne weiteres möglich.
Doch stellt sich hier nicht die Frage ob Verwaltungen Web 2.0 Techniken nutzen werden und sollten, sondern eher wann sie beginnen dies tun. 32 Die Bundesregierung hat - umdie Qualität und Quantität von E-Government Angeboten zu verbessern.
Manche Politiker haben den Schritt bereits gewagt. US-Präsident Barrak Obama nutzte als Erster in großem Stil verschiedenste Webdienste für seinen Wahlkampf und erreichte so einen großen Teil von Wählern, die sich sonst möglicherweise nicht politisch beteiligt hätten. 33
4. Instrumente des Web 2.0 und deren Einsatz in der Verwaltung
In Verbindung mit Web 2.0 verbindet man eine Reihe von Anwendungen und Instrumenten. Im Folgenden werden einige von ihnen vorgestellt und deren Einsatz in der öffentlichen Verwaltung aufgezeigt.
31 Vgl. (Kaczorowski, et al., 2008 S. 4).
32 Vgl. (Kaczorowski, et al., 2008 S. 5).
33 Vgl. (Patalong, 2008).
4.1. Blog
Ein Weblog (Wortkreuzung aus engl. Web und Log für Logbuch) wird meist mit Blog abgekürzt. Dahinter verbirgt sich ein umgekehrt chronologisch dargestelltes Tagebuch. In der Regel hat ein Blog auch eine einfach zu bedienende Kommentarfunktion, bei der sich die Leser zu den Artikeln äußern können. So entstehen schnell gute Diskussionsforen. 34
Der Bürgermeister der nordrhein-westfälischen Stadt Moers betreibt einen solchen Blog 35 in dem er regelmäßig über aktuelle Themen seiner Arbeit berichtet und seine persönliche Meinung dazu kund tut. Zu jedem Artikel erscheinen zahlreiche Kommentare von Bürgern die rege die Themen diskutieren.
Zwar haben viele andere Städte auch Bürgermeisterblogs eingerichtet, leider fehlt manchen aber der Rückkanal, was dem Web 2.0 Gedanken der Nutzerbeteiligung widerspricht.
Ein Bürgermeisterblog bietet die Möglichkeit Diskussion von lokalpolitischen Themen im Internet anzuregen und zeigt den Bürgern eine transparentere Verwaltung.
4.2. Podcast und Vidcast
von Audiobeiträgen die automatisch aus dem Internet abonniert und dann beispielsweise auf einem Mp3-Player abgespielt werden können. Analog dazu gibt es auch Vidcasts, die Video-Beiträge darstellen. 36
Der wohl bekannteste Podcast und Vidcast ist der wöchentliche Vidcast der Bundeskanzlerin Angela Merkel 37 . Hier berichtet sie über aktuelle Schwerpunkte ihrer Politik. Allerdings fehlt auch hier ein Rückkanal bei dem die Bürger den Beitrag kommentieren und öffentlich diskutieren können.
34 Vgl. (Kaczorowski, et al., 2008 S. 11).
35 http://blog.moers.de.
36 Vgl. (Kaczorowski, et al., 2008 S. 11).
37 http://www.bundeskanzlerin.de/Webs/BK/DE/Aktuelles/VideoPodcast/video-podcast.html.
4.3. Wiki
inem Nutzerkreis erlaubt Inhalte frei zu lesen und zu verändern bzw. zu ergänzen. Das Ziel der Wiki-Idee ist ein nutzerfreundliches, schnelles und unkompliziertes System, welches das explizite Wissen des Nutzerkreises zu speichern vermag. Als typische Web 2.0-Software lebt ein Wiki von seinen Benutzern, die Inhalte erstellen -Augen- i- kel. 38
In der öffentlichen Verwaltung können Wikis zum einen im internen Gebrauch als Wissensmanagementsystem oder Kollaborationswerkzeug genutzt werden, andererseits eignen sie sich auch als Wissensdatenbank für die Bürger einer Kommune.
Stadtwikis beispielsweise sind eine Art digitale Stadtführer. Durch die Vorteile uckte Varianten und in Zeiten von In-ternethandys mittlerweile auch mobil abrufbar.
Die meisten Stadtwikis benutzen als Software MediaWiki, die beispielsweise bei Wikipedia zum Einsatz kommt. Das weltweit größte Stadtwiki ist jenes der Stadt Karlsruhe 39 mit über 18.000 Artikeln. Deutschland ist mit 13 von 30 der größten Stadtwikis führend. 40 MediaWiki bietet wie die meisten anderen Produkte auch die Möglichkeit Veränderungen zu dokumentieren und festzuhalten und letztendlich vielleicht Geschichte zu schreiben. 41
38 Vgl. (Probst, et al., 2006 S. 238).
39 http://ka.stadtwiki.net.
40 Quelle: http://omahawiki.org/Omaha_Wiki:Omaha_Wiki_Benchmarks. Abgerufen am 29. Juni
2009.
41 Vgl. (Kaczorowski, et al., 2008 S. 23).
4.4. GIS-Systeme
Google hat auch mit Google Maps wieder ein vorbildliches System entwickelt, das kostenlos Kartenmaterial zur Verfügung stellt. Die offenen Schnittstellen bieten die Möglichkeit verschiedene Dienste mit dem System zu verknüpfen. Viele Internetauftritte von Kommunen nutzen dies bereits und zeichnen so die Sehenswürdigkeiten in die Landkarten ein. Diese können sogar mit Internetseiten verknüpft werden.
Der Internetauftritt der Stadt Nagold hat die Google Maps API genutzt um eine Online-Bauplatzbörse anzubieten. 42
4.5. Haushaltsplanung 2.0
bei der die Bürger der Stadt online Vorschläge zur Verwendung öffentlicher Fi- Straßen, Wegeund
jeden einsehbar dargestellt. Registrierte Teilnehmer können dann die Beiträge bewerten und kommentieren. So entsteht zum Ende der Beteiligungsphase für jedes Themengebiet eine Liste mit den 100 besten Vorschlägen, die alle fachlich von der Verwaltung überprüft werden. Jeder Vorschlag wird mit einer Begründung angenommen oder gestrichen. In der ersten einmonatigen Beteiligungsphase zählte die Stadtverwaltung über 10.000 registrierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer und über 4.900 Vorschläge. 43
42 http://www.nagold.de/ceasy/modules/cms/main.php5?cPageId=1268.
43 Vgl. (Kaczorowski, et al., 2008 S. 30).
5. Ausblick
Internet-Communities haben die Welt im Sturm erobert, Nachrichten erscheinen beim Micro-Blogging Anbieter Twitter noch bevor ein Journalist die Arbeit aufnehmen konnte und Präsidentschaftswahlkämpfe werden im Internet entschieden. Die Welt verändert sich zurzeit rasant und die Nutzerzahlen des Internets nehmen immer weiter zu. Diesem gesellschaftlichen Wandel müssen sich die öffentlichen Verwaltungen anpassen. Durch E-Partizipation mit Web 2.0 Techniken entstehen ungeahnte Möglichkeiten für Politik und Verwaltung um auf Bürgerwünsche einzugehen. Aber auch Wahlen könnten online durchgeführt werden.
Bei vielen Themen spricht aus heutiger Sicht allerdings der Datenschutz dagegen. Zudem müssen zuerst für jeden Bürger sichere und eindeutige elektronische Identifizierungsmaßnahmen verfügbar sein, bevor kritische Geschäftsprozesse online abgewickelt werden können.
Zuletzt muss vor allem in den älteren Bevölkerungsschichten die Verfügbarkeit des Internets sichergestellt werden und deren Akzeptanz und Vertrauen in die In- formationstechnologie gestärkt werden.
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Jan Paigin, 2009, Web 2.0 für die öffentliche Verwaltung, München, GRIN Verlag GmbH
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