Inhaltsverzeichnis
Einf ührung 2
1. Gottlob Frege und seine Hinwendung zum logischen Lehrbuch. 3
2. Der Gedanke 5
2.1 Die Aufgabe der Logik. 5
2.2 Der Wahrheitsbegriff 7
2.3 Der Behauptungssatz als die Quelle des Gedankens 9
2.3 Der Gedanke als Sinn eines Satzes 10
Res ümee 14
Literaturverzeichnis 15
1
Einführung
Gottlob Frege hat 1918 in der Zeitschrift Beiträge zur Philosophie des Deutschen Idealismus unter der Überschrift Logische Untersuchungen den Aufsatz Der Gedanke veröffentlicht. Der Gedanke bildet die ersten von drei Abhandlungen, die sich mit einer philosophischen Begründung der Logik, auseinandersetzt. Weitere Aufsätzen zu diesen Thema sollten folgen, so dass letztendlich ein logisches Lehrbuch entstehen sollte. Jedoch konnte die Arbeit aufgrund des Todes von Frege 1925 nicht mehr vollendet werden, so dass uns heute, nur diese drei Aufsätze vollständig und noch ein vierter fragmentarisch, erhalten geblieben sind. Im Folgenden möchte ich mich mit Gottlob Freges Hinwendung zu diesen drei Logischen Untersuchungen befassen. Es soll dabei aufgezeigt werden, von welcher philosophischen Position Frege ausgegangen ist und wie er zu den logischen Aufsätzen gekommen ist. Im Anschluss an soll dann Der Gedanke im Zentrum meiner Analyse stehen. Ich werde mich mit den zentralen Begriffen Freges auseinandersetzen. Im Fokus der Betrachtungen sollen, die Aufgabe der Logik, der Wahrheitsbegriff, der Behauptungssatz als die Quelle des Gedankens und schließlich der Gedanke als Sinn eines Satzes stehen. Die anderen zwei Aufsätze, Die Verneinung und Gedankengefüge sollen hier nicht näher betrachtet werden, da es den Rahmen der Analyse sprengen würde. Was die Textgrundlage für Aufsatz Der Gedanke betrifft, verwende ich den von Ignacio Angelelli herausgegeben Sammelband Gottlob Frege kleine Schriften.
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1. Gottlob Frege und seine Hinwendung zum logischen Lehrbuch
Friedrich Ludwig Gottlob Frege (1848-1925) 1 war ein berühmter Mathematiker und Philosoph, der sich bemüht hat die Arithmetik auf die Logik zurückzuführen (Logizismusprogramm). 1879 hat Frege mit seiner Begriffsschrift die moderne Logik begründet, indem er die alte von Aristoteles verwendete Subjekt-Prädikat-Struktur durch die Argument-Funktions-Struktur erweitert hatte. 2 Weiterhin hat er für seine Begriffsschrift ein eigenes Zeichenwerk entwickelt, um sprachlich korrekte Aussagen treffen zu können. Eine begriffliche Umsetzung seines Logizismusprogrammes fand 1884 in seinem Werk Grundlagen der Arithmetik -Eine logisch mathematische Untersuchung über den Begriff der Zahl in zwei Bänden statt. 3 Es wurden weitere logisch strukturierte Schriften 1891 Funktion und Begriff 4 und 1892 Über Sinn und Bedeutung 5 veröffentlicht. Ein weiteres seiner Hauptwerke stellt die Grundgesetze der Arithmetik in zwei Bänden (1893/1902) dar. 6 Dieses Werk stellt Freges vollendeten Logizismus vor. 7 Das Logizismusprogramm besagt, dass sich die Mathematik auf die Logik zurückführen lässt. Dabei sollen arithmetische Begriffe und Gesetze auf logische Begriffe und Gesetze zurückgeführt werden. 8 Was seine Zuordnung der Mathematik in synthetische Urteile a priori vorsah war Frege mit Immanuel Kant nicht einer Meinung. Die Arithmetik, so Frege, ist von der Anschauung unabhängig, rein logisch, hat Zahlen als logischen Gegenstand und kann somit nur Urteile analytischer Art bilden. Bei der Frage welche Urteile die Geometrie bildet, lässt Frege diese im Bereich der synthetischen Urteile a priori ansiedeln und stimmt hierbei Kant zu. Kurz vor der Veröffentlichung seines zweiten Bandes der Grundgesetze der Arithmetik (1902) erhielt Frege von Bertrand Russell (1872-1970) 9 einen Brief mit einer erschreckenden Nachricht. Russell hatte in Freges ersten Band der Grundgesetz der Arithmetik in dem fünften Axiom eine Antinomie gefunden. Frege erkannte diese Antinomie nur
1 Kunzmann, Peter; Burkard, Franz-Peter; Wiedmann, Franz: dtv-Atlas Philosophie, München 2005, S.
219.
2 Gabriel, Gottfried: Einführung in die Logik. Kurzes Lehrbuch mit Übungsaufgaben und
Musterlösungen, Jena 2005, S. 7.
3 Mayer, Verena: Gottlob Frege, München 1996, S. 169.
4 Höffe, Otfried: Kleine Geschichte der Philosophie, München 2005, S. 318.
5 ebd., S. 320.
6 Mayer, Verena: Gottlob Frege, S. 22.
7 ebd., S.123.
8 Greimann, Dirk (Hrsg.): Das Wahre und das Falsche. Studien zu Freges Auffassung von Wahrheit,
Hildesheim 2003, S. 1.
9 Kunzmann, Peter: dtv-Atlas Philosophie, S. 221.
3
schmerzlich an und versuchte andere Lösungen zu finden. Da die anderen Lösungen des Antinomieproblems aber zu noch größeren Problemen führten, gab Frege schließlich 1924 sein Logizismusprogramm als gescheitert auf. 10 „Ich habe die Meinung aufgeben müssen, daß die Arithmetik ein Zweig der Logik sei und daß demgemäß in der Arithmetik alles rein logisch bewiesen werden müsse.“ 11 Dieses Scheitern hatte auf seine späteren Schriften Auswirkungen. Die Logischen Untersuchungen, die im Zeitraum von 1918 bis 1923 erschienen sind, weichen so stark von der fregeschen Darstellungsart, wie sie noch in den Grundgesetzen der Arithmetik und der Begriffsschrift zu finden waren, ab. Frege distanziert sich hier zwar nicht von seinen früheren Werken, aber er verzichtet auf Formeln und Zeichen, so wie sie noch in der Begriffsschrift verwendet wurden. Im Fokus seiner Betrachtung stand jetzt ein philosophischer Nachweis der Logik in den Logischen Untersuchungen. Frege plante bereits seit der Veröffentlichung seiner Grundlagen der Arithmetik, ein logisches Lehrbuch zu verfassen, in der er eine philosophische Begründung der Logik aufzeigen wollte. 12 Die Arbeit an diesem logischen Lehrbuch beschäftigte Frege bis zu seinem Tode am 26. Juli 1925 in Bad Kleinen. 13 Eine Fertigstellung blieb jedoch offen und fand nur in Aufsätzen und Fragmenten seine schriftliche Fixierung. Drei seiner Abhandlungen, die zu diesen logischen Lehrbuch gezählt werden können, wurden von 1918 bis 1923 in der Zeitschrift Beiträge zur Philosophie des Deutschen Idealismus unter den Namen Logische Untersuchungen veröffentlicht. 14 Die drei Aufsätze gehören zusammen und stellen eine noch nicht fertige Einheit dar, da weitere Aufsätze noch nicht verfasst wurden. Es gibt zwei Bekenntnisse Freges, die beweisen, dass die drei Aufsätze zusammen gehören, zum einen die Wahl des Titels Logische Untersuchungen: Dritter Teil und zum anderen eine Fußnote des dritten Aufsatzes, in der Frege die beiden anderen zwei Aufsätze erster und zweiter Teil benannte. 15 Der Gedanke (1918) ist einer von diesen drei erwähnten Aufsätzen. In Der Gedanke, geht Frege der Frage nach: Was ein Gedanke ist und wie man ihn charakterisieren könnte? Es folgt eine philosophische Auseinandersetzung mit dem Begriff des Gedankens und der
10 Mayer, Verena: Gottlob Frege, S. 24-30.
11 Stuhlmann-Laeisz, Rainer: Gottlob Freges >Logische Untersuchungen<, Darmstadt 1995, S. 2.
12 Mayer, Verena: Gottlob Frege, S. 30.
13 ebd., S. 169.
14 Stuhlmann-Laeisz, Rainer: Gottlob Freges, S. 1.
15 Frege, Gottlob: Logische Untersuchungen, (Hrsg.) Günther Patzig , 3. Auflage Göttingen 1986, S. 5.
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Arbeit zitieren:
Benedikt Bärwolf, 2009, Die Entfaltung des Gedankens bei Gottlob Frege, München, GRIN Verlag GmbH
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