Inhaltsverzeichnis
Einf ührung 2
1. Immanuel Kant und die Prolegomena - Allgemeine Vorbetrachtungen 4
2. Die Unterscheidung der Urteile in analytisch und synthetisch sowie a priori
als auch a posteriori 6
a) Begriffspaar 1: a priori und a posteriori. 6
b) Begriffspaar 2: synthetisch und analytisch. 8
c) Die Kombinationsmöglichkeiten der zwei Begriffspaare 9
3. Die Hauptfragen der Prolegomena und die Frage ob es synthetische Urteile a
priori geben kann. 11
a) Wie ist reine Mathematik möglich? 11
b) Wie ist reine Naturwissenschaft möglich? 13
c) Wie ist Metaphysik überhaupt möglich? 15
d) Abschließende Bemerkungen zu den drei transzendentalen Hauptfragen
der Prolegomena 15
Res ümee 16
Literaturverzeichnis 17
Prim ärquellen. 17
Sekund ärliteratur 17
1
Einführung
„Meine Absicht ist, alle diejenigen, so es wert finden, sich mit Metaphysik zu beschäftigen, zu überzeugen: daß es unumgänglich notwendig sei, ihre Arbeit vor der Hand auszusetzen, alles bisher Geschehene als ungeschehen anzuerkennen, und vor allen Dingen zuerst die Frage aufzuwerfen: »ob auch so etwas, als Metaphysik, überall nur möglich sei«.“ 1 Die Metaphysik, so beschreibt es Immanuel Kant in den „Prolegomena zu einer jeden künftigen Metaphysik, die als Wissenschaft wird auftreten können“, befindet sich in einen unmöglichen Zustand. 2 Jeder mischt sich in die Metaphysik ein und denkt sie betreiben zu können. Weiterhin tobt ein Streit zwischen dem Empirismus und dem Rationalismus, was die erste erkenntnistheoretische Frage, nach dem Ursprung der Erkenntnis, angeht. 3 Beide philosophische Strömungen behaupten Recht zu haben. Die Empiristen sagen, dass die Quelle der menschlichen Erkenntnis eher in der Erfahrung als in der Vernunft zu Suchen sei und, dass es keine angeboren Ideen gäbe. Die Rationalisten hingegen behaupten vehement, dass den angeboren Ideen ein Dasein zugesprochen werden müsse und räumen der Vernunft einen Vorrang gegenüber der Erfahrung ein. 4 Immanuel Kant geht nun in der „Kritik der reinen Vernunft“ und in den „Prolegomena“ der philosophischen Frage „Was kann ich wissen?“ nach und schafft mit seiner Transzendentalphilosophie eine Synthese zwischen dem Empirismus und dem Rationalismus - den wir Kritizismus nennen. Kant sucht in den Prolegomena ein neues Fundament, auf das er die Metaphysik als Wissenschaft errichten kann. Die Hauptfrage der Prolegomena ist „Wie sind synthetische Urteile a priori möglich?“. Die Beantwortung dieser ‚Gretchenfrage’ entscheidet darüber, ob Metaphysik als Wissenschaft möglich sein kann oder nicht. In der vorliegenden philosophischen Arbeit möchte ich den Unterschied zwischen den analytischen und den synthetischen Urteilen in Kants Prolegomena herausarbeiten. Dabei möchte ich mich in dem ersten Kapitel „Immanuel Kant und die Prolegomena - Allgemeine Vorbetrachtungen“ dem Werk an sich zuwenden und eine kurze Einführung in die Prolegomena
1 Kant, Immanuel: „Prolegomena zu einer jeden künftigen Metaphysik, die als Wissenschaft auftreten
können“, Stuttgart 2005, S. 5.
2 Vgl. ebd., S. 6.
3 Vgl. Gabriel, Gottfried: „Grundprobleme der Erkenntnistheorie. Von Descartes zu Wittgenstein“, 2.
Auflage, Paderborn 1998, S. 26.
4 Vgl. ebd., S. 39ff.
2
vornehmen. Im zweiten Kapitel sollen dann die verschiedenen Urteilsarten aus den Prolegomena herausgearbeitet werden. Weiterhin soll dargelegt werden, welche Urteile die volle Aufmerksamkeit von Immanuel Kant verdienen. Im dritten und letzten Kapitel möchte ich mich den drei transzendentalen Hauptfragen die in den „Prolegomena“ zuwenden: 1. Wie ist reine Mathematik möglich? 2. Wie ist reine Naturwissenschaft möglich? 3. Wie ist Metaphysik überhaupt möglich? Die Beantwortung der Fragen soll als Beweis für die synthetischen Urteile dienen.
Um Kants Transzendentalphilosophie herauszuarbeiten, habe ich mich dabei auf zwei Primärquellen beschränkt, die „Kritik der reinen Vernunft“ und die „Prolegomena“. Den Schwerpunkt meiner Analyse bilden dabei die Prolegomena. Die Prolegomena kann man als eine zusammenfassende Einführung in Kants Philosophie ansehen. 5 Ich werde mich an geeigneten Stellen aber auch auf die „Kritik der reinen Vernunft“ beziehen um die Gesamtzusammenhänge besser darstellen zu können.
5 Vgl. Höffe, Otfried: „Immanuel Kant“, 7. Auflage, München 2007, S. 37.
3
1. Immanuel Kant und die Prolegomena - Allgemeine Vorbetrachtungen
Immanuel Kant (1724-1804) zählt zu den größten Philosophen der Neuzeit. Mit seinen drei großen Kritiken, „Kritik der reinen Vernunft“, erste Auflage 1781 und zweite Auflage 1787, „Kritik der praktischen Vernunft“ (1788) und „Kritik der Urteilskraft“ (1790) hat er die Philosophie nachhaltig geprägt. Er hat sich in diesen drei großen Kritiken mit dem Wahren, dem Guten und dem Schönen auseinandergesetzt. 6 Arthur Schoppenhauer (1788-1860) 7 meinte zu der „Kritik der reinen Vernunft“, dass es, das wichtigste Buch, was je in Europa geschrieben wurden ist, sei. 8 Jedoch blieb zuerst für Kant das gewünschte Feedback und Anerkennung seines Werkes aus. Als zu trocken und dunkel wurde sein Buch beschrieben. Von dem Populärphilosophen Christian Garve (1742-1798), bekommt Kant, in einer Rezension sogar einen totalen Verriss seines Werkes. 9 Mit Ironie spottet Garve über Kants Werk. Der Grund dafür bildeten grundlegende Missverständnisse über die „Kritik der reinen Vernunft“ beim Leser. Daraufhin schrieb Kant die „Prolegomena zu einer jeden künftigen Metaphysik, die als Wissenschaft wird auftreten können“ (Prolegomena - griech. Plural), die ‚einleitende Vorbemerkungen’ (1783) zu seiner „Kritik der reinen Vernunft“.
In den Prolegomena versucht nun Kant nicht mehr, wie in der „Kritik der reinen Vernunft“, durch eine synthetische Methode seine Transzendentalphilosophie dem Leser vermitteln zu wollen, sondern er bedient sich hier einer analytischen Methode. Die synthetische Methode geht von seinen Prinzipien fortschreitend zu den Folgerungen über. Sie ist progressiv gestaltet und steht im Gegensatz zu einer analytischen Methode. Die analytische Methode hingegen, kann man als eine zugänglichere Variante der Wissensvermittlung für den Leser sehen. Hier geht man davon aus, dass, was gesucht wird, schon gegeben ist. Man geht von den Folgerungen zu den letzten Gründen über (regressiv). 10 Man kann sich dies an dem Beispiel eines Lego-Hauses vielleicht besser Vorstellen: In der analytischen Methode ist das Lego-
6 Vgl.Kunzmann, Peter; Burkard, Franz-Peter; Wiedemann, Franz: „dtv-Atlas Philosophie“, 7. Auflage,
München 1991, S. 137-145.
7 ebd., S. 161.
8 Vgl. Höffe, Otfried: „Kleine Geschichte der Philosophie“, München 2005, S. 210.
9 Vgl. Höffe, Otfried: „Immanuel Kant“, S. 36.
10 Vgl. Kant, Immanuel: „Prolegomena“, S. 31.
4
Arbeit zitieren:
Benedikt Bärwolf, 2008, Immanuel Kants Unterscheidung der Urteilsarten in analytisch und synthetisch in den Prolegomena, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Reiz-Reaktions-Lernen - Die Klassische Konditionierung
Pädagogik - Pädagogische Psychologie
Referat (Ausarbeitung), 12 Seiten
Philosophieren mit Liedern im Ethik- und Philosophieunterricht
Hausarbeit (Hauptseminar), 22 Seiten
Philosophie: Immanuel Kants Unterscheidung der Urteilsarten in analytisch und synthetisch in den Prolegomena ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Philosophie: neuer Titel erschienen: Immanuel Kants Unterscheidung der Urteilsarten in analytisch und synthetisch in den Prolegomena
Benedikt Bärwolf hat einen neuen Text hochgeladen
Immanuel Kant: Prolegomena to Any Future Metaphysics: That Will Be Abl...
Immanuel Kant, Gary Hatfield, Kant Immanuel
Immanuel Kant: Prolegomena to Any Future Metaphysics: That Will Be Abl...
Immanuel Kant, Gary Hatfield, Desmond M. Clarke
Immanuel Kant: Foundations of the Metaphysics of Morals
Immanuel Kant, Lewis White Beck, Lewis W. Beck
0 Kommentare