Vorwort
Hiermit bedanke ich mich bei Herrn Prof. Dr. Martin Detzel für die Betreuung meiner Diplomarbeit über Landesgrenzen hinweg und danke weiterhin meinem betrieblichen Betreuer udn den gesamten Mitarbeitern der Controlling- Abteilung der XYZ S.A., für die wertvollen Anregungen und Hilfeleistungen bei der innerbetrieblichen Betreuung meiner Diplomarbeit, sowie für sämtliche Informationen, mündlicher und schriftlicher Art.
Desweiteren möchte ich mich bei meiner betrieblichen Tutorin in XYZ S.A für die tatkräftige Unterstützung in den betrieblichen Ausbildungsphasen bei XYZ S.A. bedanken.
Weiterhin möchte ich bei meiner Freundin, Frau MSM, bedanken, die mich jederzeit bei der Diplomarbeitserstellung unterstützt hat und mir bei der Fehlersuche eine große Hilfe war.
Diplomarbeit Manuel Castel García II
Inhaltsübersicht
Vorwort I
Inhaltsübersicht II
Inhaltsverzeichnis III
Abk ürzungsverzeichnis VIII
Abbildungsverzeichnis X
Tabellenverzeichnis XI
1 Einleitende Betrachtung 1
2 Grundsätzliche Charakteristiken internationaler und spanischer
Rechnungslegung 4
3 Die Bilanzierung nach IAS und US-GAAP von Sachanlagen
(Property, Plant and Equipment) in XYZ S.A. 22
4 Handlungsplan zur Einführung von IAS in XYZ S.A. 39
5 Schlußbetrachtung und Ausblick. 49
Anhangsverzeichnis V
Anhang. VII
Literatur - und Quellenverzeichnis. XL
Eidesstattliche Erklärung XLIV
Diplomarbeit Manuel Castel García III
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitende Betrachtung 1
1.1 Problemstellung. 1
1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise 3
2 Grundsätzliche Charakteristiken internationaler und
spanischer Rechnungslegung. 4
2.1 Rechtssysteme der Rechnungslegung 4
2.1.1 Das Code Law. 4
2.1.2 Das Case und Common Law. 4
2.2 Die Rechnungslegung nach IAS 5
2.2.1 Die Organisation des IASB. 5
2.2.1.1 Einführung 5
2.2.1.2 International Accounting Standards Committee (IAS)C -
Foundation 6
2.2.1.3 International Accounting Standards Board (IASB) 7
2.2.1.4 International Financial Reporting Interpretations Committee
(IFRI)C 7
2.2.2 Zielsetzung der Jahresabschlußerstellung nach IAS 7
2.2.3 Anforderungen an den Jahresabschluß nach IAS 8
2.2.3.1 Underlying Assumptions 8
2.2.3.1.1 Accrual Principle 8
2.2.3.1.2 Going Concern. 9
2.2.3.2 Qualitative Anforderungen an den Jahresabschluß nach
IAS 9
2.2.3.2.1 Verständlichkeit 10
2.2.3.2.2 Relevanz 10
2.2.3.2.3 Vergleichbarkeit 10
2.2.3.2.4 Verläßlichkeit 10
Diplomarbeit Manuel Castel García IV
2.2.3.3 Einschränkende Merkmale. 11
2.2.4 Das Improvement Project des IASB. 11
2.3 Die Rechnungslegung nach US-GAAP 12
2.3.1 Organisation und Entwicklung der amerikanischen
Rechnungslegung 12
2.3.1.1 Einführung 12
2.3.1.2 Financial Accounting Standards Board (FASB) 13
2.3.2 Zielsetzung der Jahresabschlußerstellung nach US-GAAP. 14
2.3.3 Accrual Principle als zentrales Rechnungslegungsmerkmal der
US -GAAP 15
2.3.4 Qualitative Anforderungen an den Jahresabschluß nach US -
GAAP. 16
2.3.4.1 Die Vermittlung von entscheidungsrelevanten
Informationen und die Informationsfunktion. 17
2.3.4.2 Sekundäre und einschränkendes Merkmal der
amerikanischen Rechnungslegung. 17
2.4 Der Jahresabschluß nach IAS und US-GAAP 18
2.4.1 Der Jahresabschluß nach IAS 18
2.4.2 Der Jahresabschluß nach US-GAAP. 18
2.5 Die Rechnungslegung in Spanien 19
2.5.1 Aufbau und Entwicklung des spanischen Handelsrechts 19
2.5.2 Grundsätze des spanischen Handelsrechts 20
2.5.3 Der Jahresabschluß nach spanischem Handelsrecht 20
2.5.4 Empfehlungen der Kommission des Libro Blanco zur
Einf ührung der IAS in Spanien 20
3 Die Bilanzierung nach IAS und US-GAAP von
Sachanlagen (Property, Plant and Equipment) in XYZ
S.A. 22
3.1 Der Jahresabschluß in XYZ S A 22
Diplomarbeit Manuel Castel García V
3.2 Die Struktur der Controlling-Abteilung in XYZ S.A. 22
3.2.1 Funktionen der Planungs- und Kontrollabteilung 24
3.2.2 Funktionen der Bilanzabteilung 25
3.2.3 Funktionen der Steuerabteilung 25
3.3 Die Bilanzierung von Sachanlagen nach IAS in XYZ S.A. 25
3.3.1 Einführung 25
3.3.2 Ausgangsbilanz am 30.09.2002 nach US-GAAP. 26
3.4 Ansatz und Bewertung von Sachanlagen nach IAS und US-
GAAP 27
3.4.1 Definition. 27
3.4.2 Ans atz von Sachanlagen nach US-GAAP und IAS 27
3.4.3 Bewertung von Sachanlagen nach IAS und US-GAAP 28
3.4.4 Planmäßige Abschreibung nach IAS und US-GAAP 28
3.4.5 Folgebewertung von Sachanlagen nach IAS 29
3.4.5.1 Bilanzierung von Sachanlagen nach der Benchmark-
Methode 29
3.4.5.2 Bilanzierung von Sachanlagen nach der alternativ
zul ässigen Methode. 29
3.4.6 Folgebewertung von Sachanlagen nach US-GAAP 30
3.5 Bilanzierung von Grundstücken und Gebäuden nach US-
GAAP und IAS (Benchmark-Methode) in XYZ S.A. 30
3.5.1 Vorzunehmende Buc hungen am 30.09.2003 30
3.5.2 Abschlußbilanz am 30.09.2003 30
3.5.3 Vorzunehmende Buchungen am 30.09.2004 31
3.5.4 Abschlußbilanz am 30.09.2004 31
3.5.5 Anmerkungen zur Bilanzierung von Grundstücken und
Geb äuden nach IAS (Benchmark -Methode) und US-GAAP. 31
3.6 Bilanzierung des Grundstücks und Gebäudes nach IAS
(Alternativ Allowed Treatment) unter Berücksichtigung des
Fair Values 32
3.6.1 Vorzunehmende Buchungen am 30 09 2003 32
Diplomarbeit Manuel Castel García VI
3.6.2 Abschlußbilanz am 30.09.2003 33
3.6.3 Anmerkungen zur Bilanzierung von Grundstücken und
Geb äuden nach der alternativ zulässigen Methode der IAS in
XYZ S.A zum 30.09.2003 33
3.6.4 Vorzunehmende Buchungen am 30.09.2004 34
3.6.5 Abschlußbilanz am 30.09.2004 35
3.6.6 Anmerkungen zur Bilanzierung von Grundstücken und
Geb äuden nach der alternativ zulässigen Methode der IAS in
XYZ S.A zum 30.09.2004 35
3.7 Die Bilanzierung des Sachanlagevermögens unter
Ber ücksichtigung des Improvement Projects 36
3.8 Bewertung zu Anschaffungskosten im Vergleich zur
Bewertung zum Fair Value. 37
4 Handlungsplan zur Einführung von IAS in XYZ S.A. 39
4.1 Phasen des Einführungsprojekts in XYZ S.A. 39
4.1.1 Einführung 39
4.1.2 Ernennung und Ausbildung der Projektgruppe 41
4.1.3 Entwicklung eines Kontenplans 41
4.1.4 Umgestaltung der Prozesse. 42
4.1.5 Anpassung der Informatiksysteme 42
4.1.6 Eröffnungsbilanz und Probeabschluß 43
4.1.7 Analyse der Problemfelder und Ergreifung von Maßnahmen 43
4.1.8 Erster Abschluß nach IAS 43
4.2 Die IAS-Einführung unter Berücksichtigung von IFRIC 8
und dem Exposure Draft (ED) 1. 43
4.2.1 Einführung der Rechnungslegung nach IAS in Anlehnung an
IFRIC 8. 43
4.2.2 Einführung der Rechnungslegung nach IAS in Anlehnung an
den Exposure Draft (ED1) 44
Diplomarbeit Manuel Castel García VII
4.2.3 Die Einführung der Rechnungslegung nach IAS in XYZ S.A.
unter Berücksichtigung von ED 1. 45
4.3 Die Bilanzierung des Sachanlagevermögens in XYZ S.A. in
Anlehnung an ED1 47
4.4 Handelsrechtliche Abschlüsse in XYZ S.A. 48
5 Schlußbetrachtung und Ausblick 49
Abkürzungsverzeichnis
AcSEC Accounting Standards Executive Committee
AG Aktiengesellschaft
AICPA American Institute of Certified Public Accountants
APB Accounting Principles Board
ARB Accounting Research Bulletin
ASEAN Association of South East Asians Nations
AV Anlagevermögen
BOICAC Boletín Oficial del Instituto de Contabilidad y Auditoría de Cuentas
BRD Bundesrepublik Deutschland
Bspw. Beispielsweise
CAP Committee on Accounting Procedure
DSOP Draft Statement of Principles
ED Exposure Draft
EG Europäische Gemeinschaft
EITF Emerging Issues Task Force
EU Europäische Union
FASB Financial Accounting Standards Board
FIN FASB Interpretations
GAAP General Accepted Accounting Principles
GmbH Gesellschaft mit beschränkter Haftung
GoF Geschäfts- oder Firmenwert
GuV Gewinn- und Verlustrechnung
HGB Handelsgesetzbuch
IAS International Accounting Standards
IASB International Accounting Standards Board
IASC International Accounting Standards Committee
ICAC Instituto de Contabilidad y Auditoría de Cuentas
IFRIC International Financial Reporting Interpretations Committee
IFRS International Financial Reporting Standards
IOSCO International Organisation of Securities Commissions
KapAEG Kapitalaufnahmeerleichterungsgesetz
KGaA Kommanditgesellschaft auf Aktien
NAFTA North American Free Trade Association
NYSE New York Stock Exchange
o.A. ohne Autor
o.S. ohne Seite
S. Seite
S.A. Sociedad Anónima (spanische Aktiengesellschaft)
SA Securities Act
SAC Standard Advisory Council
SEA Securities Exchange Act
SEC Securities and Exchange Commission
SFAC Standards of Financial Accounting Concepts
SFAS Statement of Financial Accounting Standards
SIC Standards Interpretations Committee
US United States
VG Vermögensgegenstand
Vgl. Vergleiche
WTO World Trade Organisation
z. B. zum Beispiel
Diplomarbeit Manuel Castel García
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Die Organisationsstruktur des IASB
Abbildung 2: Qualitative Abschlußanforderungen nach IAS
Abbildung 3: House of GAAP
Abbildung 4: Qualitative Abschlußanforderungen nach US-GAAP
Abbildung 5: Unternehmensstruktur XYZ AG.
Abbildung 6: Unternehmensstruktur XYZ S.A.
Abbildung 7: Projektplan zur Einführung der IAS in XYZ S.A.
Abbildung 8: Zeitlicher Verlauf der Abschlußerstellung in XYZ S.A. in Anlehnung an
ED 1 und IFRIC 8
Abbildung 9: Handelsrechtliche Abschlüsse in XYZ S A
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Bilanz zum 30.09.2002 nach US-GAAP ....................................................... 26
Tabelle 3: Bilanz zum 30.09.2004 nach IAS (Benchmark-Methode) und US-GAAP ... 30
Tabelle 3: Bilanz zum 30.09.2004 nach IAS (Benchmark-Methode) und US-GAAP ... 31
Tabelle 4: Bilanz zum 30.09.2003 nach IAS (alternativ zulässige Methode) ................ 33
Tabelle 5: Bilanz zum 30.09.2004 nach IAS (alternativ zulässige Methode) ................ 35
1.1 Problemstellung
Gegenwärtig befinden wir uns in einem wirtschaftlichen Veränderungsprozeß, der in erster Linie durch die Globalisierung der Märkte geprägt ist. Diese Globalisierung hat zu einer stetigen Integration nicht nur der Waren- und Dienstleistungsmärkte, sondern auch der Finanz- und Kapitalmärkte geführt. 1 Dieser Effekt wurde durch supranationale Bündnisse in Asien (Association of South East Asians Nations (ASEAN)), Nordamerika und Mexico (North American Free Trade Association (NAFTA)), in Europa durch die Europäische Union (EU) sowie weltweit durch die World Trade Organisation (WTO) intensiviert. 2
Die zunehmende Verschmelzung der verschiedensten internationalen Finanz- und Kapitalmärkte hat zu einer Beeinflussung der Grundprinzipien der externen Rechnungslegung geführt. 3 Der Jahresabschluß hat nun nicht mehr die alleinige Funktion der Ausschüttungs- und Steuerbemessung; stattdessen rückt die Informationsfunktion immer mehr in den Vordergrund. 4 Die Zielgruppe des Jahresabschlusses hat sich auf ein internationales Gebiet ausgeweitet, in welchem Anleger und potentielle Investoren eine immer bedeutendere Rolle einnehmen. Sie verlangen international vergleichbare, transparente und der Wirklichkeit entsprechende Informationen. 5 Dies erfordert die Angleichung und Harmonisierung nationaler Rechnungslegungssysteme. 6
Unterschiedliche handelsrechtliche Vorschriften und Bestimmungen in den verschiedenen europäischen und nichteuropäischen Ländern lassen den Vergleich der Jahresabschlüsse zur Zeit jedoch nur sehr begrenzt zu. 7 / 8 Aus diesem Grund ist die Einführung international einheitlicher Rechnungslegungsstandards gerade für international agierende und börsennotierte Unternehmen von unbedingter
1 Vgl. Hayn/Graf Waldersee (2002), IAS/US-GAAP/HGB im Vergleich, S. 2.
2 Vgl. Born (2002), Rechnungslegung international, S. 28.
3 Vgl. Busse von Colbe (2000), Rechnungslegungsziele und Ansätze zur internationalen Harmonisierung
der Rechnungslegung deutscher Unternehmen, S. 506f.
4 Vgl. Busse von Colbe (2000), Rechnungslegungsziele und Ansätze zur internationalen Harmonisierung
der Rechnungslegung deutscher Unternehmen, S. 506f.
5 Vgl. Born (2002), Rechnungslegung international, S.27ff.
6 Vgl. Pellens (2001), Internationale Rechnungslegung, S. 19.
7 Vgl. Pellens (2001), Internationale Rechnungslegung, S. 2.
8 siehe Anhang 1: Gewinnermittlung in EU-Staaten.
Notwendigkeit, um Adressaten den Vergleich verschiedener Unternehmen und deren Jahresabschlüsse zu erleichtern. 9 Internationale Rechnungslegungssysteme wie die International Accounting Standards (IAS) und die United States - General Accepted Accounting Principles (US-GAAP) haben in diesem Zusammenhang stetig an Bedeutung gewonnen. 10
Als global agierendes Unternehmen und der Präsenz in verschiedenen Ländern weltweit entschied sich die XYZ AG frühzeitig für die Notierung am amerikanischen Wertpapierhandel, um somit das Listing der XYZ Aktie im größten und bedeutendsten Kapitalmarkt der Welt, der New York Stock Exchange (NYSE), zu ermöglichen. Erstmals wurde die XYZ Aktie im Jahr 1999 an der NYSE gehandelt.
Der ausschlaggebende Grund für die Notierung der XYZ Aktie im amerikanischen Markt war die Verbreiterung und die Internationalisierung der Investorenbasis sowie die Erweiterung des Bekanntheitsgrades der XYZ AG in der USA. Zwingende Voraussetzung für die Zulassung und Notierung an der amerikanischen Börse war jedoch die Erstellung eines Konzernabschlusses nach US-GAAP-Richtlinien.
Im Rahmen der notwendigen und von Adressaten geforderten
Harmonisierungsbestrebungen hat die EU-Kommission im September 2002 eine Verordnung verabschiedet, nach der alle EU-Unternehmen, die an einem geregelten Markt in der EU notiert sind, für Geschäftsjahre nach dem 31.12.2004 einen konsolidierten Konzernabschluß nach International Accounting Standards (IAS) erstellen müssen. Die International Organisation of Securities Commissions (IOSCO), der internationale Dachverband der Wertpapier- und Börsenaufsichtsstellen, empfahl schon im Mai 2000 ihren Mitgliedern, die Anwendung der IAS als Zulassungsvoraussetzungen für das Listing an nationalen Wertpapierbörsen zuzulassen. 11 Unternehmen, die, wie gegenwärtig auch die XYZ AG, einen konsolidierten Konzernabschluß nach US-GAAP erstellen, wird im Rahmen dieser Verordnung eine Übergangsfrist bis 2007 gewährt. Die im September 2002 verabschiedete EU-Verordnung erfordert eine Anpassung der Rechnungslegung in XYZ AG und demzufolge auch in XYZ S.A.
9 Vgl. Born (2002), Rechnungslegung international, S. 27.
Die nun verabschiedete EU-Verordnung hat für XYZ AG und in der Konsequenz auch für XYZ S.A. die Folge, daß eine Bilanzierung nach IAS notwendig sein wird.
1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise
Diese Diplomarbeit ist mit dem Ziel entstanden, Unterschiede zwischen den internationalen Rechnungslegungsstandards IAS und US-GAAP bei der Bilanzierung von Sachanlagen aufzuzeigen. Desweiteren ist es Ziel dieser Diplomarbeit, die IAS-Einführung in XYZ S.A. anhand eines Projektplanes darzustellen und mögliche Problemfelder aufzuzeigen.
Der Inhalt dieser Arbeit ist in 5 Kapitel gegliedert. Nach einer Einführung in das Themengebiet im 1. Kapitel werden in Kapitel 2 die Grundlagen der Rechnungslegung nach IAS und US-GAAP sowie der spanischen Rechnungslegung dargestellt und erläutert. Hierbei werden die Ziele des Improvement Projects des International Accounting Standards Board (IASB), wie auch die Empfehlungen der vom spanischen Wirtschaftsministerium beauftragten Kommission des „Libro Blanco“ in Spanien berücksichtigt.
Zu Beginn des 3. Kapitels werden die Aufgaben und die Struktur der Controlling-Abteilung dargestellt. Anschließend wird in diesem Kapitel die Bilanzierung des Sachanlagevermögens nach IAS anhand eines ausgewählten Fallbeispiels in XYZ S.A. präsentiert. In diesem Rahmen, erfolgt eine kritische Auseinandersetzung zwischen der Bilanzierung zu fortgeführten Anschaffungskosten und der Bilanzierung zum Fair Value.
Anschließend wird im 4. Kapitel ein Projektplan zur Einführung der IAS-Rechnungslegung in XYZ S.A., unter Berücksichtigung verschiedener Phasen, präsentiert und erläutert. Hierbei werden die Ausführungen des IASB zur erstmaligen Erstellung eines Jahresabschlusses nach IAS-Kriterien berücksichtigt.
Eine kritische Betrachtung und Bewertung der International Accounting Standards wird im 5. und letzten Kapitel aufgeführt. Dabei werden insbesondere die Situation und die Auswirkungen für XYZ S.A. berücksichtigt.
10 Vgl. Pellens (2001), Internationale Rechnungslegung, S. 6f.
11 Vgl. IOSCO (2000), IOSCO Press Release, o.S..
2.1 Rechtssysteme der Rechnungslegung
2.1.1 Das Code Law
Das Code Law, ein auf das römische Recht aufbauendes Rechtssystem, ist ein von der legislativen Staatsgewalt geprägtes Recht. Charakteristisch für das Code Law im Handelsrecht ist, daß der Gesetzgeber mittels Rechtsvorschriften und anderen rechtlichen Verlautbarungen versucht, möglichst alle in der Unternehmenspraxis vorkommenden Aspekte der Rechnungslegung zu berücksichtigen. Außerdem ist das Rechtssystem des Code Law durch die enge Verknüpfung des Steuerrechts mit dem Handelsrecht gekennzeichnet. 12 Steuerrechtliche Regelungen haben unmittelbare Rechtsfolgen für die Handelsbilanz. Oft weisen Länder, deren Rechtssysteme auf dem Code Law basieren, eine gehäufte Anzahl an Wahlrechten und viele Möglichkeiten zur Rückstellungsbildung auf. Dies eröffnet Unternehmen einen weiten
Gestaltungsspielraum, der jedoch die Aussage- und Informationsfunktion des Jahresabschlusses einschränkt. 13 Ein bedeutender Nachteil des Code Laws ist, daß eine zügige Anpassung handelsrechtlicher Vorschriften an wirtschaftliche Veränderungen durch den langwierigen Gesetzgebungsprozeß verhindert wird. 14 In Spanien bildet das Code Law die Basis des Handelsrechts.
2.1.2 Das Case und Common Law
Das Rechtssystem des Common Laws gibt, im Unterschied zum Code Law, nur eine begrenzte Anzahl von gesetzlichen Vorschriften vor. Die Weiterentwicklung dieses Rechtssystems erfolgt anhand der Herleitung und Interpretation der geltenden Vorschriften und durch Einzelfallentscheidungen (Case Law). Gerade angelsächsische Länder haben ihr Rechtssystem nach dem Prinzip des Common Laws ausgerichtet. 15 Sowohl die Rechnungslegung nach IAS als auch die Rechnungslegung nach US-GAAP basieren auf dem Prinzip des Case und Common Law. Charakteristisch für das
12 Vgl. Pellens (2001), Internationale Rechnungslegung, S. 24f.
13 Vgl. Born (2002), Rechnungslegung international, S. 8f.
14 Vgl. Born (2002), Rechnungslegung international, S. 4.
Common Law im Handelsrecht ist die strikte Trennung von Steuerbilanz und Handelsbilanz. 16 Desweiteren zeichnen sie sich durch wenige Wahlrechte und begrenzte Möglichkeiten zur Rückstellungsbildung aus. 17 Das Handelsrecht in angelsächsischen Ländern ist frei von staatlicher Einflußnahme. Dies hat zur Folge, daß Veränderungen von Richtlinien zügiger und effizienter erfolgen k önnen. Der Hauptnachteil dieses Rechtssystem ist jedoch, daß durch die häufigen Veränderungen in der Rechnungslegung, gerade bei den US-GAAP, und die Summe der Einzelfallentscheidungen, das Richtlinienwerk kaum überschaubar ist. 18
2.2 Die Rechnungslegung nach IAS
2.2.1 Die Organisation des IASB
2.2.1.1 Einführung
Das International Accounting Standards Committee (IASC) wurde am 29. Juni 1973 von Berufsverbänden aus verschiedenen Ländern als eine unabhängige privatrechtliche Organisation gegründet. Im Mai 2000 wurde das IASC vollkommen neu organisiert und in International Accounting Standards Board (IASB) umbenannt. 19 Mit Änderung der Struktur des IASC wurden außerdem die Ziele der Nachfolgeorganisation neu definiert:
? Im Interesse der Öffentlichkeit eine einzige Serie von h ochwertigen, verständlichen und durchsetzbaren globalen Rechnungs legungsnormen, die für hochwertige, transparente und vergleichbare Informationen in Abschlüssen und anderen Finanzberichten erforderlich sind, zu entwickeln, um Teilnehmern an den Kapitalmärkten der Welt und anderen Abschlußadressaten bei wirtschaftlichen Entscheidungen zu unterstützen
? Annäherung der nationalen Standards an die International Accounting Standards
? Förderung der Nutzung und der strengen Anwendung der Standards 20
15 Vgl. Pellens (2001), Internationale Rechnungslegung, S. 24.
16 Vgl. Pellens (2001), Internationale Rechnungslegung, S. 28.
17 Vgl. Born (2002), Rechnungslegung international, S. 12.
18 Vg l. Schmidt (2001), HGB/IAS/US-GAAP, S. 68.
19 Vgl. Born (2002), Rechnungslegung international, S. 51f.
20 Born (2002), Rechnungslegung international, S.41.
In den nun folgenden Unterpunkten wird die neue Struktur des IASB und der Hauptorgane zusammenfassend erörtert und grafisch dargestellt.
Abbildung 1: Die Organisationsstruktur des IASB 21
2.2.1.2 International Accounting Standards Committee (IASC) - Foundation Die IASC-Foundation setzt sich aus 19 Mitgliedern (Trustees) unterschiedlicher Regionen und Berufsgruppen zusammen. Die Treuhänder ernennen die Mitglieder des Boards, des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) und des Standards Advisory Councils (SAC). Sie genehmigen das Budget und sind verantwortlich für die durchgeführten Satzungsänderungen der Organisation. Der Verantwortungsbereich der IASC-Foundation beinhaltet jedoch nicht die Verabschiedung und Veröffentlichung von IFRIC und International Accounting Standards (IAS), seit der Umstrukturierung des IASC auch als International Financial Reporting Standards (IFRS) bezeichnet; dies ist ausschließlich Aufgabe des IASB. Die IASC-Foundation bleibt dessen ungeachtet als unabhängige Stiftung bestehen. 22
21 Vgl. Born (2002), Rechnungslegung international, S. 58.
22 Vgl. Born (2002), Rechnungslegung international, S. 51.
2.2.1.3 International Accounting Standards Board (IASB)
Das International Accounting Standards Board (IASB), der Kern der neuen Organisationsstruktur, besteht aus 14 Personen. Sieben der Mitglieder fungieren als Bindeglied (Official Liasons) zu national normsetzenden Institutionen (National Standard Setters). Aufgabe des Boards ist es, bestehende Rechnungslegungsprobleme bei der Anwendung der IFRS zu analysieren. Dazu veröffentlicht der IASB ein Draft Statement of Principles (DSOP), das verschiedene Lösungsansätze zur bestehenden Bilanzierungs problematik enthält. Nach Ablauf einer Kommentierungsphase, in der die interessierte Öffentlichkeit die Möglichkeit hat, Stellung zu den Lösungsansätzen zu nehmen, veröffentlicht und verabschiedet der IASB einen Exposure Draft (ED). Im ED stellt der IASB seinen favorisierten Lösungsansatz dar. Nach einer neuen Kommentierungs phase und eventuellen Modifikationen veröffentlicht der IASB einen neuen IFRS. Ziel des IASB dabei ist es, die Harmonisierung von nationaler Rechnungslegung und den IFRS zu erreichen. 23
2.2.1.4 International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) Das International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) besteht aus zwölf Mitgliedern. Das IFRIC hat die Aufgabe, kurzfristige
Bilanzierungsproblematiken, die in den International Accounting Standards nicht, beziehungsweise nicht ausreichend geregelt sind, zu klären und zu interpretieren. Bei Interpretationen wird zwischen Mature Issues und Emerging Issues unterschieden. In dem Fall, daß ein Standard nicht mehr mit der unternehmerischen Rechnungslegungspraxis vereinbar ist, entstehen Mature Issues. Zeichnen sich im Rahmen bestehender Rechnungslegungsstandards neue Entwicklungen und Tendenzen auf, so spricht man von Emerging Issues. Das Ziel der Interpretationen ist die einheitliche Anwendung und Auslegung der bestehenden Rechnungslegungsstandards. 24
2.2.2 Zielsetzung der Jahresabschlußerstellung nach IAS
Die IAS sind primär an den Informationsinteressen der Investoren ausgerichtet, wobei angenommen wird, daß die Informationen, die den Investoren dienen, auch den Informationsbedürfnissen aller anderen Adressatengruppen entsprechen. 25 Die Ziel -
23 Vgl.Pellens (2001), Rechnungslegung international, S. 419f.
24 Vgl. Scharpenberg/Barckow/Branz u.a., Rechnungslegung nach IAS, S. 13.
25 Vgl. Federmann/IASCF (2002), Framework, Artikel 10.
setzung von Abschlüssen ist es, Informationen über die Vermögens- und Finanzlage, die Ertragslage und die Änderung der Finanzlage eines Unternehmens zu geben, die für einen weiten Adressatenkreis nützlich sind. 26 Zudem verfolgt die Rechnungs legung nach IAS das Ziel, den Anforderungen derjenigen Abschlußleser zu entsprechen, die nicht in der Lage sind, genau die Informationen zu fordern, die ihren speziellen Bedürfnissen entsprechen. 27 Diese Informationsfunktion wird auch als Decision Usefulness bezeichnet. Desweiteren ist die getreue Darstellung der wirtschaftlichen Verhältnisse ein Ziel der Jahresabschlußerstellung nach IAS (True and Fair View). Die Jahresabschlüsse sollen die Vermögens- und Finanzlage, die Ertrags lage, und die Mittelzuflüsse und -abflüsse eines Unternehmens den tatsächlichen Verhältnissen entsprechend darstellen. 28 Dabei führt die Anwendung der IAS dazu, daß der Jahresabschluß ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt. 29
2.2.3 Anforderungen an den Jahresabschluß nach IAS
2.2.3.1 Underlying Assumptions
Zu den grundlegenden Annahmen der Rechnungslegung nach IAS gehören die Prinzipien der Periodenabgrenzung (Accrual Principle) und der
Unternehmensfortführung (Going Concern).
2.2.3.1.1 Accrual Principle
Der Grundsatz der Periodenabgrenzung ist im IAS-Framework und im IFRS 1 festgehalten. Demnach sind Aufwendungen und Erträge der Geschäftsperiode unabhängig von den Zeitpunkten der entsprechenden Zahlungen im Berichtsjahr, in dem sie anfallen, zu erfassen. Der Eingang beziehungsweise Ausgang der Zahlungsmittel oder Zahlungsmitteläquivalenten ist nicht entscheidend für die Erfassung im Jahresabschluß. Die Aufstellung eines Jahresabschlusses nach dem Accrual Principle soll nicht nur Informationen über vergangene Transaktionen und deren Liquiditätswirkung aufzeigen, sondern auch Auskunft über zukünftige
26 Vgl. Federmann/IASCF (2002), Framework, Art. 12.
27 Vgl. Federmann/IASCF (2002), Framework, Art. 6, Satz 4 und vgl. Federmann/IASCF (2002), IAS 1,
Art. 2, Satz 1.
28 Vgl. Federmann/IASCF (2002), IAS 1, Art. 5, Satz 2.
29 Vgl. Federmann/IASCF (2002), IAS 1, Art. 10, Satz 2.
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Manuel Castel, 2003, Die Bilanzierung des Sachanlagevermögens nach IAS und US-GAAP und die Einführung der IAS-Rechnungslegung in einem deutsch-spanischem Unternehmen, München, GRIN Verlag GmbH
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