Inhaltsverzeichnis:
Einleitung Seite 3
I. Die Entwicklung der Person Sydney Pollack
a. Der persönliche Weg Seite 4
b. Die berufliche Karriere Seite 5
II. Die Filme Sydney Pollacks
a. Nur Pferden gibt man den Gnadenschuss (1969) Seite 8
b. Jenseits von Afrika (1985) Seite 11
c. Die Dolmetscherin (2005) Seite 13
III. Meinungen in den Medien zu Sydney Pollack Seite 15
IV. Fazit Seite 17
Quellenverzeichnis Seite 19
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Einleitung - Begründung und Erklärung des Themas
Genau 40 Jahre lang dauerte die bunte Ära des Hollywood-Regisseurs Sydney Pollack. In dieser Zeit entstanden unter seinen Händen zahlreiche Filme verschiedenster Art; so reichten seine Werke von Western bis Komödien, von Politthrillern bis hin zu Liebesgeschichten. Über alle Genre hinweg bewies Pollack dabei das Talent die Menschen zu begeistern und vereinte so Gesellschaftskritik mit Unterhaltung. Trotz Unkonventionalität und Direktheit waren Sydney Pollacks Filme nicht nur bei Preisverleihungen und Kritikern sondern auch an den Kinokassen erfolgreich.
Vor drei Monaten wurde ein endgültiger Schlussstrich unter die Karriere dieses beeindruckenden Mannes gezogen. Knapp drei Jahre nach seiner letzten Arbeit als Regisseur verstarb Sydney Pollack am 26. Mai 2008 in Los Angeles an Magenkrebs. In meiner Hausarbeit möchte ich das Leben und Werk von Sydney Pollack betrachten. Im Vordergrund dabei steht die Frage nach der Entwicklung Pollacks im Laufe der Jahre. Um diesen persönlichen und beruflichen Fortschritt zu ergründen werde ich, beginnend mit einer Betrachtung seiner Biografie, Stücke seines Werkes und die Meinungen im Spiegel der Medien näher beleuchten. Verschiedene Filme aus unterschiedlichen Zeitabschnitten seiner Karriere werden mir in Verbindung mit privaten Ereignissen und Beziehungen Aufschluss über die Veränderungen in Sydney Pollacks Arbeit geben. Ich werde versuchen die oben von mir aufgestellten Thesen durch dieses Vorgehen zu begründen bzw. zu belegen. Grundsteine meiner Hausarbeit sollen dafür mehrere Filme sein, alle aufgeführt im Quellenverzeichnis. Ich werde nicht auf jeden Film im Besonderen eingehen, sondern aus meiner Sicht wichtige Aspekte zur Beantwortung meiner Fragestellung herausnehmen und behandeln. Um einen Querschnitt durch die 40 Jahre Filmgeschichte, die Sydney Pollack hinterließ, zu ziehen, werde ich meine Hauptbetrachtung auf die Filme „Nur Pferden gibt man den Gnadenschuss“ (1969), „Jenseits von Afrika“ (1985) und „Die Dolmetscherin“ (2005), Pollacks letzten Hollywood-Film, beschränken. Diese drei Filme unterscheiden sich sowohl in ihrer zeitlichen Entstehung als auch in ihrem Thema und Aussagewert erheblich voneinander und zeigen so nicht nur Pollacks Weiterentwicklung sondern auch seine Vielfältigkeit.
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I. Die Entwicklung der Person Sydney Pollack Der persönliche Weg
Sydney Pollacks Privatleben ist in all den Jahren nur wenig in Erscheinung getreten. Keine Skandale und Gerüchte zierten die Magazine und Zeitungen. Die Person Pollack blieb stets im Hintergrund, kaum wurde über ihn geschrieben, außer in Verbindung mit seinen Filmen. Am 1. Juli 1934 in Lafayette, Indiana, wurde Sydney Irwin Pollack geboren. Seine Eltern Rebecca Pollack (geborene Miller) und David Pollack, aus Russland stammend, waren jüdische Einwanderer. Sie kümmerte sich um Haushalt und Kinder, er, früher ein Profi-Boxer, arbeitete als Apotheker. Nach wenigen Jahren in den Vereinigten Staaten ließen sich die Pollacks Eltern scheiden. Seine Mutter, lange Zeit Alkoholikerin, starb im Alter von 37 Jahren, Pollack war zu dieser Zeit gerade 16 geworden.
Während seiner Schulzeit entdeckte Pollack sein Interesse und Talent für die Schauspielerei. Diesem Ziel folgte er nach New York in die Neighborhood Playhouse School of Theatre. Zuerst als Schüler, später als Dozent verbrachte er dort einige Jahre mit dem Studium des Schauspiels und auch der Regie. Genau hier lernte Sydney Pollack seine spätere Frau Claire Griswold kennen: er der Professor, sie die Studentin. Im Jahre 1958 gaben sie einander das Ja-Wort - und hielten es bis zum Schluss. Fünfzig Jahre lang waren beide verheiratet, eine Besonderheit in den Kreisen Hollywoods und einer der wichtigsten Gründe für das seltene Auftreten des privaten Pollack in den Medien. Zusammen hatten die beiden drei Kinder: Steven, Rebecca und Rachel. 1993 traf die Familie das bisher größte Unglück, als der erstgeborene Steven bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kommt.
1 http://www.emulsioncompulsion.com/tag/sydney-pollack; 06.08.08, 15:03
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Die berufliche Karriere
Sydney Pollacks Hang zum Film und Theater zeigte sich schon in seiner Jugend. Er fand früh Gefallen am Schauspiel. „Ich wollte nicht immer wieder dasselbe machen, weil man sein Leben vor sich sieht und bis zum Ende alles vorgezeichnet ist. Ich wollte mehr Abwechslung.“ 2 , sagt er rückblickend über seine Berufswahl. Auch als Fluchtfantasie begründet Pollack seinen Entschluss, als Flucht in verschiedene Personen. Nach dem Abschluss an der South Bend High School im Jahr 1952 zog er nach New York. Dort besuchte er zwei Jahre lang das Neighborhood Playhouse. Die Studiengebühren für den Schauspielunterricht verdiente sich Pollack laut eigener Aussage schon lange vorher mit Jobs als Zeitungsbote und, seit seiner Führerscheinprüfung, als Trucker. Von dem berühmten Sanford Meisner, der hier die sogenannte Meisner-Methode des Schauspiels erfand, lernte Sydney Pollack mehrere Monate und wurde schließlich sein Assistent. Die nächsten zwei Jahre diente Sydney Pollack in der Armee. Bis er als Professor an das Playhouse zurückgeholt wurde, um Studenten, die kaum jünger waren als er selbst, das Handwerk des Schauspielerns beizubringen. In einem Interview beschrieb Pollack diesen Moment als Anfang seiner Regielaufbahn, auch wenn es ihm damals nicht bewusst gewesen sei. Er klärte, dass er durch seine Lehrtätigkeit eine eigene Basistechnik der Regie für sich entdeckt habe. Sie war wohl der Grundstein für die folgende Karriere auf dem Regiestuhl. Sein Schauspieldebüt gab Pollack im Jahre 1954 auf dem Broadway in dem Stück „The dark is light enough“. Es folgten weitere Rollen in Broadway- und Fernsehauftritte, so zum Beispiel als Zero Mostel in „A stone for Danny Fisher“ auf der Bühne oder eine Rolle in der TV-Produktion „For whom the bell tolls“ 1959. Auf der großen Leinwand folgte sein erster Auftritt 1962 in dem Kriegsfilm „War Hunt“ an der Seite vom ebenfalls debütierenden Robert Redford. Doch die wirklich große Schauspielkarriere blieb aus. Er bekam nicht viele Angebote und verdiente mit seiner Schauspielerei nur wenig Geld. Rückblickend erklärt Pollack, dass er damals auch keine besonderes Talent gewesen sei. „Jetzt wo es mir nicht so wichtig ist, bin ich viel besser.“ 3 , sagte er Ende der 90er Jahre in einem Interview. Burt Lancester, ein oscarprämierter Schauspieler vor allem in den 50er und 60er Jahren, der später die Hauptrolle in Pollacks „Castle Keep“ (1969, „Das Schloss in den Ardennen“) übernehmen würde, brachte Sydney Pollack etwa 1961 auf den Weg zur Regie. Er verschaffte ihm den Kontakt zum einflussreichen Hollywood-Agenten Lew Wasserman. So
2 DVD „Die Dolmetscherin“, Zusatzmaterial: Sydney Pollack bei der Arbeit: Vom Konzept zur Schnittfassung
3 DVD „Die Dolmetscherin“, Zusatzmaterial: Sydney Pollack bei der Arbeit: Vom Konzept zur Schnittfassung
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bekam Pollack nur kurze Zeit später den Regie-Auftrag für die Fernsehserie „Shotgun Slade“. Dies war der Anstoß für seine Karriere als TV-Regisseur. In den nächsten vier Jahren folgten viele weitere Sendungen und Serien, so zum Beispiel die Formate „Alfred Hitchcock Presents“, „The Defenders“ und einzelne Episoden für die Serien „Ben Casey“, „Naked City“ und „The Fugitive“. Für die Regie einer Folge der TV-Serie „Bob Hope Presents The Chrysler Theatre“ wurde Sydney Pollack 1966 mit dem Emmy ausgezeichnet. Seinen ersten Spielfilm drehte Sydney Pollack 1965: das Drama „The Slender Thread“, zu Deutsch „Stimme am Telefon“. Gleichzeitig markierte Pollack mit dem Debüt das Ende seiner TV-Karriere. In jenem ersten Film für die Kinoleinwand konnte Pollack einen Star für die Hauptrolle gewinnen. Mit dem Oscar-Preisträger Sidney Poitier begann Pollacks eindrucksvolle Liste an großen Namen, die in seinen Filmen in die unterschiedlichsten Charaktere schlüpfen sollten. Neben seinem engen Freund Robert Redford, der ganze 7 Mal die Kinoplakate eines Pollack-Filmes zieren sollte, inszenierte Pollack zum Beispiel Jane Fonda, Faye Dunaway, Meryl Streep, Dustin Hoffman, Al Pacino, Harrison Ford und zuletzt Nicole Kidman und Sean Penn in manchen ihrer besten Rollen. Sehr beliebt bei den Stars war er, heißt es. Robert Redford erklärte dies einmal mit Pollacks Verständnis für die Schauspielerei. Er habe genaue Vorstellungen von jeder Szene gehabt, aber aus eigener Erfahrung immer bedacht wie schwierig die Umsetzung sein konnte. Daneben ist es wohl auch seiner Fähigkeit die Charaktere eindringlich zu inszenieren zusprechen, dass so viele Schauspieler voll des Lobes für Sydney Pollack waren. Seine „Figuren leben von Hybris und Menschlichkeit zugleich“ 4 , beschrieb dies „Die Zeit“.
Im Laufe der nächsten 40 Jahre drehte Pollack noch weitere 19 Filme. In den 60er Jahren waren dies neben seinem Debüt die Filme „Dieses Mädchen ist für alle“ (1966), „Mit eisernen Fäusten“ (1968), „Das Schloss in den Ardennen“ (1969) und im gleichen Jahr „Nur Pferden gibt man den Gnadenschuss“. Mit seinem Werk im Ganzen zog Sydney Pollack einen Querschnitt durch jegliche Genre. So zum Beispiel im nächsten Film seiner Karriere, dem Western „Jeremiah Johnson“ (1972) mit Robert Redford in der Hauptrolle. Überhaupt waren die 70er Jahre die arbeitsintensivste Zeit für Sydney Pollack. In insgesamt 6 Filmen führte er in diesem Jahrzehnt die Regie. Mit diesen durchweg erfolgreichen Filmen verdiente Pollack nicht nur viel Geld an den Kinokassen, sondern auch die Anerkennung der Kritiker. Bis heute gelten Filme wie „So wie wir waren“ (1973), Yakuza (1975) oder „Die drei Tage des Condor“ (1975) als Klassiker. Die 80er Jahre brachten Pollack dann den endgültigen Durchbruch. War er bisher zwar als Regisseur von guten Filmen bekannt, zog er nun endgültig in die Top-Liga in Hollywood ein. Den Höhepunkt stellte Pollacks doppelter Oscar-Gewinn für die Regie
4 http://www.welt.de/kultur/article2037804/Sydney_Pollack_ein_Weltverbesserer_tritt_ab.html
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Arbeit zitieren:
Constanze Arnold, 2008, Sydney Pollack – ein vielseitiges Talent in Hollywood , München, GRIN Verlag GmbH
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