Inhaltsverzeichnis:
1.Eileitung 3
2.Ziele der Arbeit 3
3.Inhalts-und Strukturübersicht 4
4.Literaturgeschichtliche Verortung 6
5.Besondere Strukturen 7
6.Schluss 14
7.Literaturverzeichnis 14
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1.Einleitung
Bulgakow wurde als Sohn eines Dozenten des Kiewer Priesterseminars Affanássij Ivánowitsch Bulgakow und seiner Frau Warwára Micháilowna 1891 in Kiew geboren. Er erlebte eine glückliche Kindheit und Schulzeit.
Die Ereignisse der Oktoberrevolution veränderten sein Leben, konnten aber an seinen, in der Familie erworbenen Wertvorstellungen nichts rütteln. Seine Werke zeichnen sich durch komplexen Humor, aus welchem immer eine Hoffnung schimmert.
Erwähnenswert ist auch der Umstand, dass Schriftstellerei sein Zweitberuf war. Bulgakow war praktizierender Arzt.
Zahlreiche Publikationsverbote konnten ihn dennoch nicht zur Emigration veranlassen. Bulgakow schrieb an „Meister und Margarita“ bis zu seinem Tod.
„Er hatte schon seit einigen Monaten nicht mehr lesen und kaum schreiben können. Ein oder zwei Mal ging er auf die Straße hinaus, mit einem Stock und dunkler Brille, aber bald konnte er sein Zimmer nicht mehr verlassen, ausgezehrt, schwach und von Schmerzen gequält. Trotzdem diktierte Bulgakow bis etwa zwei Wochen, bevor er starb, hin und wieder Korrekturen für den Meister und und Margarita, offensichtlich in der festen Annahme, daß sein größter Roman, wie auch sein übriges Werk, eines Tages an die Öffentlichkeit gelangen und dort die gebührende Aufnahme finden würde. Weder er noch seine ihm ergebene Margarita, die auf einem Kissen vor seinem Bett saß, während sie die letzten Änderungen in einem Notizbuch festhielt, hätten sich vorstellen können, daß beinahe ein Vierteljahrhundert vergehen sollte bis zur Veröffentlichung von Meister und Margarita - kurz vor Jelena Sergejewnas eigenem Tod im Jahr 19701.
2. Ziele der Arbeit
Die vorliegende Arbeit beschäftigt weitgehend textimmanent mit dem Nachweis der von Bachtin in „Formen der Zeit im Roman2“ inaugurierten Struktur des Chronotopos3 in Bulgakows Roman: „Meister und Margarita.“ Das Thema der Dialogizität, welche im Band „Ästhetik des Wortes4“ entfaltet wird, wird nur am Rande gestreift werden.
Ich werde erst eine Zusammenfassung der Romans durchführen, ferner den Roman in einen literaturgeschichtlichen Zusammenhang einordnen, um an Hand dessen den Begriff des Chronotopos zu bestimmen. Autor, Held, Zeit und Ortsabfolge werden dabei als Konstituenten des Chronotopos zu
1 Curtis, Julie. Manuskripte brennen nicht. Michail Bulgakow. Eine Biographie in Briefen und Tagebüchern. Aus dem russischen von Swetlana Geier. Hamburg: Fischer, 1991. S.265.
2 Bachtin, M.M. Formen der Zeit im Roman. Untersuchungen zur historischen Poetik. Hamburg: Fischer, 1989. 3 „Den grundlegenden wechselseitigen Zusammenhang der in der Literatur künstlerisch erfaßten Raum-und-Zeit-Beziehungen wollen wir als als (...)Chronotopos bezeichnen.“ Bachtin: Formen: S. 7.
4 Bachtin, M.M. Die Ästhetik des Wortes. Hrsg. Von Rainer Grübel. Frankfurt: Suhrkamp, 1979.
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betrachten und naher zu präzisieren sein, ohne dass der Chronotopos als starres Schema je in Erscheinung träte.
Es wird auch zu prüfen sein, ob der Roman in seiner Komposition ein Moment der Beliebigkeit enthält.
3. Inhalts-und Strukturübersicht
Der Roman beginnt mit der Schilderung eines Gesprächs zwischen dem Funktionär Berlioz und dem proletarischen Dichter Ivan Besdomny ('besdomny', russ.: der Heimlose/der Obdachlose). Berlioz versucht Besdomny zu überzeugen, dass er einen völlig falschen Ansatz im Aufbau seines Auftragswerks, einer Dichtung über Jesus Christus verfolge.
Er stelle Jesus zu realistisch dar, wo es doch einzig um die Nichtexistenz desselben zu gehen hat, da Jesus nur eine östliche Gottheit unter vielen sei.
Ein ob des Gesprächsgegenstandes ereiferter Außenstehender mischt sich in das Gespräch ein. Er sei selbst bei der Passionshandlung zugegen gewesen und bürge für die Existenz Jesu mit seiner Person und der konkreten und präzisen Erzählung des Prozessverlaufs um Jeschua GaNozri und Pontius Pilatus. Dem folgt auch die eingeschobene neutrale Erzählung über den Prozess um Jeschua GaNozri in einer Analepse, wo apokryphe Details über Pilatus und Jeschua deutlich werden.
Er beschließt seine Erzählung mit den Worten, er sei Spezialist für schwarze Magie und ein Historiker. Außerdem prophezeit er Berlioz den Tod durch den Verlust des Kopfes.
Verunsichert von der Erscheinung des Professors für schwarze Magie und dem überaus realistischen Bericht über einen evangeliaren Sachverhalt beeilt sich der integere Atheist Berlioz entsprechende Erkundigungen einzuleiten, wird aber, wie vom Schwarzmagier prophezeit, von der Straßenbahn erfasst, überfahren und somit enthauptet.
Besdomny hält den Professor Voland, (so sein Name) für den Urheber des Unfalls, seine Jagd nach ihm bleibt aber so erfolglos, dass sie ihn in ein Irrenhaus führt, wo er einen Internierten begegnet, welcher sich ihm als „Meister“ vorstellt. Dieser sei aus denselben Gründen wie Besdomny interniert: er sei Schreibender eines Romans über Pontius Pilatus und deute an, er kenne Professor Voland, sowie die Umstände seiner Erfahrung zu Beginn der Erzählung.
Er klärt ihn ferner auf, dass der Professor für Schwarze Magie kein anderer als der Satan höchstpersönlich sei. Andere Analepsen, welche bezüglich der Jerschalaim-Handlung von nun an eingesetzt werden, treten einleitungslos und unvermittelt (d.h. ohne einen vermittelnden personalen Erzählerfigur) in das Geschehen der Moskauhandlung ein.
Währenddessen nimmt der Professor für Schwarze Magier die Wohnung des von der Straßenbahn überfahrenen Literaturfunktionärs in Besitz, indem er sich seines Mitbewohners und Direktors der Varietétheaters Stepán Bogdánowitsch Lichodejew entledigt.
Die Wohnung in der „Sadówaja-Straße“ ist nun die Behausung des Bösen, welches in Gestalt der drei Dämonen („irrationalen Kräften“), Asaséllo, Abadonna, Fagótt und Behemóth, Voland selbst, sowie der schönen Hexe Gella Moskau mit frappierenden Ereignissen unsicher macht, indem es sich u.a. des Varietétheaters bedient.
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Arbeit zitieren:
Ewgenij Naschpitz, 2010, Chronotopische Strukturen in Bulgakows "Meister und Margarita", München, GRIN Verlag GmbH
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