Inhaltsverzeichnis
1.0 Einleitung. 3
2.0 Definition: Stress 4
3.0 Thematik und Vorgehensweise 4
4.0 Definition des Burnout Syndroms 5
4.1 Allgemeine Definition. 6
5.0 Der Symptomatik des Burnout Syndroms 7
5.1 Der Verlauf des Burnout Syndroms. 8
5.1.1 Der Enthusiasmus. 8
5.1.2 Das reduzierte Engagement 8
5.1.3 Die emotionale Reaktion. 8
5.1.4 Der Leistungsabbau 9
5.1.5 Die Verflachung 9
5.1.6 Die psychosomatische Reaktion. 9
5.1.7 Die Verzweiflung 9
6.0 Ursachen und Entstehung des Burnout Syndroms 10
6.1 Das Individuum und seine Umwelt 10
7.0 Burnout und die Organisation. 12
7.1 Die besonders gefährdeten Personengruppen 12
7.2 Fehler innerhalb der Organisation und Begünstigung des Burnouts 14
8.0 Präventive Maßnahmen und Verhinderung von Burnout. 15
8.1 Burnout Prävention - Ein Vorteil für die Organisation 16
8.2 Burnout Prävention: Die Maßnahmen 17
9.0 Fazit 19
10.0 Literaturverzeichnis 20
2
1.0 Einleitung
„Die Welt und die Art sie zu begreifen ändert sich. Diese Aussage gilt nicht nur im Zeitalter des 21. Jahrhunderts, sondern lässt sich sozioökonomisch vielmehr als ein laufender und immer währender Prozess verstehen, der die Menschheit von je her begleitet. Zweifelsohne vollzog sich diese Veränderung im letzten Jahrhundert durch Fortschritt in Technik und Wissenschaft wesentlich schneller als jemals zuvor. Der Mensch ist in der heutigen Welt, die sich immer rasender entwickelt noch viel mehr dazu gezwungen sich anzupassen als früher.“ 1 Ein Wesensmerkmal dieser rasanten Veränderungen ist vor allem auch ein Wandel in Organisationsstrukturen, sowie die Form und Arbeitsweise innerhalb vieler Unternehmen. Dieser Wandel war zunächst durch die Industrialisierung und die Einführung des Taylorismus gekennzeichnet. Der Taylorismus sorgte jedoch durch seine Gleichschaltung von Arbeitsprozessen, für eine systematische Dequalifizierung von Arbeitern.
In den letzten 30 Jahren zeichnet sich ein krasser Gegensatz zu dieser Entwicklung ab. „Unter dem Diktat eines autonomen Globalisierungsprozesses, kam es zur Erhöhung der Qualifikationsansprüche an Arbeitnehmer. Vor allem des Management von fast allen Unternehmen der Industrieländer ist davon betroffen.“ 2 Die Forderung nach Kompetenzerwerb und „Multitasking Fähigkeit“ wurde laut. Nicht nur der Manager, sondern auch der normale Handwerker mutiert in den letzten Jahren zum „Alleskönner“, der sich zielstrebig darauf versteht in einer wettbewerbsorientierten Ellenbogengesellschaft
durchzusetzen. Angetrieben von der Angst zu versagen und somit den Arbeitsplatz zu verlieren, zwingt sich mancher Mensch mehr zu geben als er eigentlich geben kann. Der einfache Schreiner beherrscht nicht mehr nur das Handwerk an sich, sondern führt in der Regel einen Betrieb, schreibt Rechnungen, macht die Buchhaltung, jongliert mit Kosten und Aufträgen, führt Kundengespräche, ist Familienvater, Bauherr, Chef und Ehemann. Die Berufsgruppen, die gemeinhin als Führungspositionen gelten, stehen jedoch noch etwas mehr unter diesem permanenten Erfolgsdruck und sind oft gezwungen einen andauernden meist zu hohen Arbeitseinsatz zu erbringen. Zu langes Arbeiten ohne Pause und das Gefühl, dass der Tag zu wenige Stunden hat, ist vielmehr Normalität als Seltenheit im Alltag vieler Menschen. Dies bleibt, wie die nun folgende Untersuchung zeigen wird, natürlich nicht ohne Folgen. Durch die gestiegenen Anforderungen und den Erwartungsdruck, der sich heute auf den Schultern vieler arbeitender Menschen auftürmt, kommt es nicht selten zu Ausfällen, die nicht nur von physischer Natur sind. Ein Bericht der DAK aus dem Jahre 2008
1 Berger, Thomas 2009, S. 1
2 Bolder, Axel 2007, S. 813‐834 3
verdeutlichte, dass „[…]10,2 Prozent der krankheitsbedingten Fehltage auf psychische Erkrankungen zurückzuführen sind. 3 Diese Zahl ist durchaus alarmierend, denn die psychischen Erkrankungen stehen inzwischen auf Platz vier der Statistiken. Vor allem für Unternehmen und Organisationen stellen die genannten Zahlen ein Problem dar, welches in der Planung und Unternehmensphilosophie schon allein wegen der auftretenden Kosten nicht vernachlässigt werden darf. Psychische Erkrankungen entstehen in den meisten Fällen durch die soeben beschriebene Überbeanspruchung eines Menschen. Die Überbeanspruchung äußert sich in Stress. Deshalb soll zunächst erläutert werden, was die Wissenschaft unter „Stress“ versteht.
2.0 Definition: Stress
Stress ist ein „intensive[r] unangenehme[r] Spannungszustand“, welcher „aus der Befürchtung entsteht, dass eine 1) stark aversive, 2) subjektiv zeitlich nahe (oder bereits eingetretene) und 3) subjektiv lang andauernde Situation sehr wahrscheinlich nicht vollständig kontrollierbar ist, deren Vermeidung aber subjektiv wichtig erscheint“, 4 um die eigene Bedürfnisbefriedigung als Essenz menschlichen Lebenssinns zu erreichen. 5 Bei Stress handelt es sich demzufolge um eine potentielle oder schon reale Gefahrensituation für das eigene Wohlbefinden, welche aus Sicht des Betroffenen die eigenen Fähigkeiten, die so genannte „Anpassungskapazität“, übertrifft oder zumindest in Frage stellt. 6
3.0 Thematik und Vorgehensweise
Die Vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit einer besonderen Form der psychischen Stresserkrankung, „(…)welches sich in den letzten Jahren vom Forschungsgegenstand zum Thema öffentlicher Diskussion entwickelt hat:“ 7 - Das Burnout - Syndrom. Das sogenannte „Ausbrennen“ stellt, wie bereits angedeutet, eine ernst zunehmende Gefahr für Organisationen dar. Zentrale Fragestellung der Untersuchung ist, wie das Auftreten dieses Krankheitsbildes verhindert werden kann. Das Anliegen des Verfassers ist es dabei im Schwerpunkt die Gefahren und Auswirkungen des Burnout-Syndroms für die Organisation
3 DAK - Gesundheitsreport 2008, S. 12
4 Greif 1989, S. 432
5 Vgl. Rensing 2006, S. 49
6 Vgl. Greif 1989, S. 432
7 Vgl. Liezcke, M.S./Schuh, H. 1995, S. 147 4
und die Arbeit darzustellen. Dabei sollen Gründe für das Auftreten der Krankheit deutlich gemacht werden und die Symptomatik des „Ausbrennens“ ausführlich skizziert werden. Im Anschluss sollen vor allem Gegenmaßnahmen zur Linderung und Heilung dargelegt werden, um auf Basis dieser Erkenntnisse, Rückschlüsse auf mögliche präventive Maßnahmen zur Verhinderung des Auftretens der Krankheit ziehen zu können. Besonders im Fokus stehen dabei vorbeugende Maßnahmen, die seitens der Organisation getroffen werden können, um einem Burnout der Organisationsmitglieder vorzubeugen.
Bevor jedoch auf die angedeutete Problemstellung eingegangen wird, ist es unablässig die Begrifflichkeit des Burnout-Syndroms genau zu definieren. Nach ausgiebiger Literaturrecherche, wurde seitens des Verfassers festgestellt, dass das Burnout - Syndrom eine Erkrankung ist, die nur schwer fassbar gemacht werden kann. Vorwiegender Grund für diese Tatsache ist, dass die Krankheit eine Vielzahl von Symptomen aufweist, die abhängig vom Individuum unterschiedlich stark zur Geltung kommen. Es wurde offensichtlich, dass vor allem die sogenannten „helfenden Berufsgruppen“, also Erzieher, Pfleger und alle Arbeiten, bei denen mit anderen Menschen kommuniziert und interagiert werden muss, besonders stark vom „Ausbrennen“ betroffen sind. Dabei wurde auch deutlich, dass die Gründe für das Auftreten dieses Krankheitsbildes von höchst unterschiedlicher Natur sind.“ 8 Dies wirft beim Erforschen des „Burnout - Syndroms“ einige Schwierigkeiten auf.
4.0 Definition des Burnout - Syndroms
Die oben geschilderte Problematik, bezüglich der Vielschichtigkeit der Symptomatik, zwingt den Verfasser mehrere Definitionsversuche zu betrachten, denn „[…]alle einschlägigen
Versuche eine handhabbare verbale Definition zu formulieren, sind bis heute entweder zu umfassend, oder zu spezifisch.“ 9 Um diesem Dilemma Herr zu werden, versuchte man die Begrifflichkeit in der Vergangenheit sowohl verbal zu umschreiben, als auch auf quantitative Art und Weise messbar zu machen. Es ist für die weitere Untersuchung von großer Wichtigkeit einige ausgewählte Definitionen gegenüberzustellen und verschiedene Betrachtungsweisen ausführlich zu erläutern, um den „Burnout“ von einer normalen Depression abzugrenzen.
8 Vgl. Czamler, E. 2008, p. 1
9 Vgl. Burnisch 2006, S.14 5
4.1 Allgemeine Definition
Einer der Pioniere, der die Begrifflichkeit des „Ausbrennens“ erstmals in den psychologischen Diskurs einbrachte, war J. Freudenberger. „Er erkannte das Auftreten des Phänomens „Burnout“ zunächst in Sozialberufen. Um 1976 rückten durch seine Arbeiten auch andere Berufsgruppen in den Focus der Wissenschaft. 10 Es ist bei der Vielzahl, der im Umlauf befindlichen Definitionsversuche unumgänglich, eine Einschränkung vorzunehmen. Da sich der Verfasser schwerpunktmäßig mit der Minimierung der „Burnout - Risiken“ aus Sicht der Organisation befasst, muss an dieser Stelle auf Erklärungen, die lediglich die beratenden Berufe fokussieren, verzichtet werden. Freudenberger beschreibt den Burnout als eine …
„…Erschöpfung aufgrund von Überforderungen, die von innen oder von außen - durch Familie, Arbeit, Freunde, Liebhaber, Wertesysteme oder die Gesellschaft - kommen kann und einer Person Energie, Bewältigungsmechanismen und innere Kraft raubt. Burnout ist ein Gefühlszustand, der begleitet ist von übermäßigem Stress, und der schließlich persönliche Motivationen, Einstellungen und Verhalten beeinträchtigt.“ 11
Freudenberger erkennt im „Burnout-Syndrom“ einen Zustand des Ausgebrannt seins, dessen Auslöser vielerlei Faktoren sein können. Die allgemeine Medizin umschreibt das Phänomen ähnlich.
„Ein Burnout-Syndrom ist ein Zustand ausgesprochener emotionaler Erschöpfung mit reduzierter Leistungsfähigkeit, das als Endzustand einer Entwicklungslinie bezeichnet werden kann, die mit idealistischer Begeisterung beginnt und über frustrierende Erlebnisse zu Desillusionierung und Apathie, psychosomatischen Erkrankungen und Depression oder Aggressivität und einer erhöhten Suchtgefährdung führt. 12
Auffallend ist, dass beide Definitionen neben mehreren Symptomen auch einige Ursachen für einen Burnout durchblicken lassen. Während Freudenberger feststellt, dass der Burnout
10 Vgl. Burnisch 2006, S.6
11 Freudenberger, North 1994, S. 27
12 De Gruyter 2007, S.52 6
Arbeit zitieren:
Thomas Berger, 2010, Das Burnoutsyndrom - Eine Gefahr für Mitarbeiter und die Organisation, München, GRIN Verlag GmbH
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