Freie Universität Berlin FB : Politikwissenschaft PS Sozialstaat Student : Christian S.
Thema : Das Rentenproblem
Inhaltsverzeichnis
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Vorwort 2
1. Die Rentenversicherung von der Vergangenheit zur Gegenwart. 3
1.1 Gründe für eine schlechte Situation der Rentenversicherung 4
1.1.1 Rückgang der Bevölkerung - Der Nachwuchs bleibt aus 4
1.1.2 Mehr Rentner als jemals zuvor 6
1.1.3 Mehr Rentner verursachen höhere Kosten 7
1.1.4 Abnahme des Renteneintrittalters 7
1.1.5 Längere Ausbildungszeiten 8
1.1.6 Die Arbeitslosigkeit steigt kontinuierlich an 8
2. Die Folgen der genannten Probleme 9
2.1 Veränderung der Bevölkerungsstruktur 9
2.2 Höhere Kosten durch Anstieg der Lebenserwartung 9
2.3 Kürzeres Berufsleben da längere Ausbildungszeiten 10
2.4 Arbeitslosigkeit - eine zusätzliche Belastung des Staates 11
2.5 Die wirtschaftliche Gefahr für Deutschland 11
3. Von der Gegenwart in die Zukunft - Lösungsvorschläge 11
3.1 Entlastung der Rentenkasse durch längere Lebensarbeitszeit 12
3.2 Mehr Eigenverantwortung durch private Vorsorge 13
3.3 Eine Grundrente für Jedermann 13
3.4 Abgaben für kinderlose Familien 14
3.5 Arbeit für alle 14
3.6 Beiträge für Beamte, Selbstständige und Freiberufler 14
3.7 Nachwuchs durch Zuwanderung 15
3.8 Annäherung der Generationen durch Bürgerarbeit 15
3.9 Schnelle Reformen durch verändern der politischen Thematik 16
4. Persönliche Stellungnahme 16
5. Bibliographie 19
1
Ist die Rente in Zukunft noch sicher ?
Vorwort
Meine Hausarbeit bezieht sich im Kern auf die Rentenproblematik in Deutschland. Das Thema Rente betrifft jeden Bürger in der Bundesrepublik. Es ist ja allgemein bekannt, dass eine Rente auf dem aktuellen Niveau nicht mehr finanzierbar ist und dadurch in ferner Zukunft das Rentenniveau drastisch sinken könnte. Steigende Lebenserwartung, weniger Nachwuchs und höhere Arbeitslosigkeit sind nur einige Beispiele, die dafür verantwortlich sind und in dieser Hausarbeit thematisiert werden. Es ist davon auszugehen, dass durch das aktuelle Geburtenniveau der „Generationenvertrag“ nicht mehr erfüllt werden kann. In ca. 30 Jahren hätte ein Arbeiternehmer neben seiner Familie noch einen Rentner mitzufinanzieren. Der Lebensstandard der betroffenen Bürger könnte dadurch enorm sinken. Der Staat hat reagiert, indem der damalige Arbeitsminister ( Walter Riester) im Jahr 2002 die sogenannte „Riester-Rente“ eingeführt hat. Ob diese Maßnahme ausreicht und zur Abkehr des Finanzierungsproblems führt, ist umstritten. Außerdem soll die „Rürup-Kommission 1 “ ein Konzept ausarbeiten, dass u.a. den Sozialstaat positiv reformieren soll.
Zu Beginn der Hausarbeit erläutere ich die Geschichte der Rentenversicherung. Anschließend stelle ich deskriptiv die aktuellen Probleme der Rentenversicherung dar und die möglichen Auswirkungen auf die Gesellschaft. Am Ende dieser Hausarbeit möchte ich zeigen, dass es Möglichkeiten gibt, das allgemeine Rentenproblem nicht ansteigen zu lassen. Diese Lösungen werden kurz analysiert. Als Abschluss gebe ich meine Meinung bezüglich der Kernthese wieder. In der Recherche ist aufgefallen, dass die Rentenproblematik schon in den neunziger Jahren thematisiert wurde und die nachfolgenden Probleme noch immer aktuell sind.
1 Benannt nach dem Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Dr. h.c. Bert Rürup
2
1. Die Rentenversicherung von der Vergangenheit zur Gegenwart
Nachdem 1881 Kaiser Wilhelm I. in der „Kaiserlichen Botschaft“ die Erarbeitung von Sozialgesetzen angekündigt hat, wurde im Jahre 1889 im Reichstag die Alters- und Invalidenrente beschlossen und eingeführt. Fortan bestand für jeden Arbeiter und Angestellten ab dem 16. Lebensjahr mit einem Jahreseinkommen bis zu 2000 Mark eine Versicherungspflicht. Durchschnittlich zahlte man ca. 21 Pfennig in der Woche als Beitrag. Die damalige Altersgrenze betrug 70 Jahre. Die Alterssicherung war eigentlich eine Familienangelegenheit und nicht als Lohnersatz gedacht, sondern lediglich als „Alterstaschengeld“. Sie sollte - wie Bismarck es ausdrückte - die „Schwiegertochter davon abhalten, den Alten aus dem Haus zu ekeln“ 2 . Die Einführung der Sozialgesetze ab 1889 war eine präventive Maßnahme, um die aufkommende Armut zu bekämpfen und einer eventuellen Revolution entgegenzukommen.
Damit die Renten mit dem wachsenden Wohlstand der Gesellschaft mithalten konnten, führte Konrad Adenauer mit der Rentenreform 1957 das Umlageverfahren ein. Dafür wurde der Name "Generationenvertrag" erfunden, das bedeutet alle Arbeitenden, die Beiträge zur Rentenversicherung zahlen mussten, konnten davon ausgehen, dass die nachfolgende Generation das Gleiche tun würde.
Das ging so lange gut, wie Wirtschaft und Bevölkerung wuchsen. Mitte der siebziger Jahre jedoch schrumpfte das Bevölkerungswachstum, die Arbeitslosigkeit stieg aufgrund von Rationalisierungsmaßnahmen an.
Die Anteile der verschiedenen Generationen werden sich verschieben: Heute gehören 57 % der in Deutschland lebenden Menschen der "mittleren Generation" zwischen 20 und 59 Jahren an, 22 % sind unter 20 Jahre, 21 % 60 Jahre oder älter. Im Jahr 2040 stehen voraussichtlich die Menschen der "mittleren Generation" vergleichsweise weniger jüngeren Menschen gegenüber (15 %), dafür aber wesentlich mehr ältere (37 %). Ursachen hierfür sind vor allem, dass in Deutschland die Geburtenhäufigkeit auf absehbare Zeit bei weitem nicht ausreicht, um die Bevölkerung konstant zu halten, und dass die Lebenserwartung weiter zunimmt. Während heute auf 100 Menschen der "mittleren Generation" 38 Menschen kommen, die 60 Jahre oder älter sind, werden bis
2 Maier / Zandonella : Baustelle Sozialstaat, S.27
3
zum Jahr 2040 voraussichtlich 76 ältere Menschen auf 100 Menschen zwischen 20 und 59 Jahren entfallen 3 . Das hätte zur Folge, dass immer mehr Rentner von immer weniger Beitragszahlern finanziert werden müssten. Dieser Trend hat sich bis heute nicht umgekehrt und wird auch in den nächsten 50 Jahren anhalten. Er führte dazu, dass die Rentenbeiträge von 14 Prozent im Jahr 1957 auf 20,3 Prozent im Jahr 1998 anstiegen. Der aktuell gültige Satz von 19,3 Prozent ist teuer erkauft: Die Mehrwertsteuer wurde erhöht, die Nettolohnanpassung ausgesetzt und die Ökosteuer eingeführt. Das Kapitalumlageverfahren funktioniert, indem Arbeitnehmer und Arbeitgeber jeweils 9,65 % (2003) vom Bruttogehalt den Rentenversicherungsträgern überweisen. Der Rentenversicherungsträger ist bei Angestellten die Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA), bei Arbeitern ist dies die Landesversicherungsanstalt für Arbeiter (LVA). Die Versicherungsträger überweisen dann sofort auf Konten der anspruchsberechtigten Rentner, Rücklagen haben die Versicherungsträger nur geringe, der „Vorrat“ an Kapital wäre schon nach 1,4 Monaten erschöpft 4 . Der „Generationenvertrag“ wird in Zukunft in Gefahr geraten, da u.a. immer weniger Beitragszahler wesentlich mehr Rentner finanzieren müssen.
1.1 Gründe für eine schlechte Situation der Rentenversicherung
Im folgenden Teil möchte ich die Probleme bezüglich der Rentenversicherung darstellen, diese Probleme gibt es schon seit längerer Zeit und können ausschlaggebend für einen drastischen Rückgang des Rentenniveaus in der Zukunft sein.
1.1.1 Rückgang der Bevölkerung - der Nachwuchs bleibt aus
Das Hauptproblem der Rentenversicherung ist der dramatische Rückgang der Bevölkerung. Die Geburtenziffern sind gesunken und befinden sich seit langem auf einem niedrigen Niveau. Die Folge dessen ist, dass die Gesamtheit der Bevölkerung u.a. durch gute medizinische Versorgung immer älter wird und allmählich vergreist. Auf den Rückgang der Bevölkerung und deren Ursachen möchte ich nachfolgend genauer eingehen.
Seit ca. Mitte der sechziger Jahre gibt es in Deutschland einen starken Geburtenrückgang. Jede Generation ist etwa zahlenmäßig ein Drittel geringer als die ihrer Eltern.
3 Statistisches Bundesamt, 1998
4 vgl. Schüller, Heidi : Die Alterslüge, S. 80
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Arbeit zitieren:
Christian Schulz, 2003, Das Rentenproblem - Ist die Rente in Zukunft noch sicher?, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
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