“Der Urzustand dient als einheitsstiftender Gedanke, durch den unsere wohlerwogenen Überzeugungen auf allen Stufen der Allgemeinheit aufeinander bezogen werden können, um zu größerer gegenseitiger Übereinstimmung und einem besseren Selbstverständnis zu gelangen” (Rawls 1993: 53)
In seinem Aufsatz zur Gerechtigkeitskonzeption mit dem programmatischen Titel „Gerechtigkeit als Fairness“ versucht der amerikanische Philosoph John Rawls Fragen der Moralphilosophie mit Fragen der politischen Philosophie zu verknüpfen, indem er die Gerechtigkeit von Institutionen als wichtigstes Element jeder gerechten Sozialordnung hervorhebt.
Allen Gedanken in „Gerechtigkeit als Fairness“ liegt die Idee zugrunde, dass sein Werk zur politischen Gerechtigkeitskonzeption beiträgt. Dies versucht der Autor beispielsweise in Kapitel drei darzulegen, indem er einige Grundgedanken skizziert. Der ausschlaggebende Gedanke hierbei ist, dass die Gesellschaft aus einem fairen korporativen System zwischen freien und gleichen Menschen oder Personen besteht. John Rawls sieht Menschen nur als frei und gleich an, wenn sie (zwei) moralische Vermögen besitzen, „nämlich die Anlage zu einem Gerechtigkeitssinn und die Befähigung zu einer Konzeption des Guten“ (Rawls 1993: 47). Diese Vermögen sind verknüpft mit den Gedanken fairer Bedingungen der Kooperation und dem Gedanken des rationalen Vorteils oder Gutes eines jeden Beteiligten. Die Menschen besitzen einerseits den Status, ein ein ganzes Leben lang kooperierendes Mitglied der Gesellschaft zu sein, sowie andererseits die bereits erwähnten moralischen Vermögen. Die zitierte Gerechtigkeit von Institutionen versucht der Autor nun weiter zu erläutern. Dazu bedient er sich mehrerer von ihm entworfener Grundsätze, welche die Verteilung von Gütern, Rechten und Pflichten steuern sollen, und es damit gleichzeitig möglich ist, die Freiheiten der einzelnen Bürger zu vergrößern. Diese Gerechtigkeitsgrundsätze, „welche als Richtlinien für die institutionelle Verwirklichung der Werte von Freiheit und Gleichheit dienen“ (Rawls 1993: 41), bestehen zum einen aus dem Prinzip, dass jedermann das gleiche Recht auf das umfangreichste System gleicher Grundfreiheiten haben soll, das mit dem gleichen System für alle anderen verträglich ist. Und zum anderen, dass etwaige Ungleichheiten (sozial oder auch
Arbeit zitieren:
Roman Behrens, 2009, John Rawls und die Gerechtigkeit als Fairness, München, GRIN Verlag GmbH
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