Inhalt
1. Einleitung: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben niemand kommt zum
Vater denn durch mich.“ (Joh. 14, 6) 3
2. Hauptteil: „Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker niederhalten und die Mächtigen
ihnen Gewalt antun. So soll es nicht sein unter euch sondern wer unter euch groß sein
will , der sei euer Diener.“ (Mt. 20, 25-26) 3
2.1 Glauben im Dritten Reich: Die Deutschen Christen 3
2.2 Die Anfänge der Bekennenden Kirche - aus vielen Wurzeln entsteht ein Baum. 5
2.2.1 Karl Barth: „Theologische Existenz heute. 5
2.2.2 Martin Niemöller: Der Pfarrernotbund. 6
2.2.3 Die Gemeinden: Kirchenpolitik an der Basis 7
2.3 Barmen - Gemarke: eine Gemeinde engagiert sich 8
3. Schluss: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ (Mt. 28, 20) -
„Gottes Wort ist nicht gebunden.“ (2. Tim. 2, 9) 10
4. Literaturverzeichnis. 11
2
1. Einleitung: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.“ (Joh. 14, 6)
Mit diesem Bibelzitat beginnt die erste These der Barmer Theologischen Erklärung 1 , die auf der ersten Bekenntnissynode der Bekennenden Kirche im Mai 1934 aufgestellt wurde. Es zeigt deutlich, an wen die Mitglieder dieser - aus vielen einzelnen Gruppen entstandenen -Kirchenbewegung glaubten und wem sie ihren Gehorsam schuldeten: niemand anderem als Jesus Christus, den Sohn Gottes. Sie haben dieses Zitat nicht zufällig als das erste erwählt: Jesus bezeichnet sich als den Weg, den sie beschreiten müssen, die Wahrheit, an die sie glauben und die sie verbreiten wollen und das Leben, das ihnen heilig ist und geschützt werden muss. Wer diese drei Bilder verinnerlicht und daran glaubt, wird den Weg zu Gott, dem Vater, finden.
Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Weg, der Wahrheit und dem Leben der Bekennenden Kirche, um herauszufinden, warum die erste Bekenntnissynode im Mai 1934 in der Gemeinde Barmen-Gemarke in Wuppertal stattfand. Dazu werden die Gründung mit ihrer geschichtlichen Umgebung und die Gründungsmitglieder näher erläutert. Es war eine Schwierigkeit, Literatur zu diesem Thema zu finden: es ist viel vorhanden über die Gründung der Bekennenden Kirche und auch über die Bekenntnissynode an sich, aber darüber, warum sie in Barmen stattgefunden hat, haben die Quellen geschwiegen. Ich werde versuchen, aus den einzelnen Hinweisen ein schlüssiges Bild aufzubauen.
2. Hauptteil: „Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker niederhalten und die Mächtigen ihnen Gewalt antun. So soll es nicht sein unter euch; sondern wer unter euch groß sein will, der sei euer Diener.“ (Mt. 20, 25-26)
2.1 Glauben im Dritten Reich: Die Deutschen Christen
Schon vor der Gründung der Glaubensbewegung „Deutsche Christen“ gab es eine Reihe von Vorgängern, die kirchliche Glaubensinhalte mit den politischen Überzeugungen der NSDAP verbanden, wie etwa die „Evangelischen Nationalsozialisten“ in Preußen 2 . Im Herbst 1932 sahen die Nationalsozialisten dann ihre Chance, auch Christen für ihre Politik zu begeistern:
1 vgl. Röhm, Eberhard und Jörg Thierfelder: Evangelische Kirche zwischen Kreuz und Hakenkreuz. Bilder und
Texte einer Ausstellung. Stuttgart: Calwer ³1983. S. 58.
2 vgl. Niemöller, Gerhard: Die erste Bekenntnissynode der Deutschen Evangelischen Kirche zu Barmen.
Geschichte, Kritik und Bedeutung der Synode und ihrer Theologischen Erklärung. Göttingen: Vandenhoeck &
Ruprecht ²1984. S. 15.
3
es fanden die kirchlichen Wahlen für die preußische Landeskirche statt. Der nationalsozialistische Abgeordnete im Preußischen Landtag, Wilhelm Kube, gründete daraufhin die Glaubensbewegung „Deutsche Christen“ und übergab das Amt des „Reichleiters“ der „Deutschen Christen“ Joachim Hossenfelder, einem Pfarrer aus Berlin. Am 26. Mai 1932 gab dieser die „Richtlinien der Glaubensbewegung ‚Deutsche Christen‘“ heraus 3 , die theologische Aussagen mit nationalsozialistischem Gedankengut verbinden. So heißt es etwa in Punkt 7:
„Wir sehen in Rasse, Volkstum und Nation uns von Gott geschenkte und anvertraute
Lebensordnungen, für deren Erhaltung zu sorgen uns Gottes Gesetz ist. Daher ist der
Rassenvermischung entgegenzutreten. Die deutsche Äußere Mission ruft auf Grund ihrer
Erfahrung dem deutschen Volke seit langem zu: ‚Halte deine Rasse rein!‘ und sagt uns,
daß der Christus-Glaube die Rasse nicht zerstört, sondern heiligt.“ 4 Außerdem gehörte zum Programm die Forderung, alle 29 im „Deutschen Evangelischen Kirchenbund“ zusammengefassten Landeskirchen zu einer Evangelischen Reichskirche zusammenzuschließen 5 , die den Parlamentarismus in der Kirche ablehnte und im „Kampf gegen den religions- und volksfeindlichen Marxismus und seine christlich-sozialen Schleppenträger“ 6 an erster Stelle stehen wollte.
Der von Hitler zum „Bevollmächtigten für die Angelegenheiten der evangelischen Kirchen“ ernannte Ludwig Müller, nahm im Juni 1933 mit Hilfe von SA-Einheiten das Gebäude des Kirchenbundesamtes in Berlin ein, setzte sich als neuen Leiter der Evangelischen Kirche ein, erstellte eine neue Reichskirchenverfassung, die am 14. Juli 1933 bereits von der Reichsregierung verabschiedet wurde und benannte die Evangelische Reichskirche „Deutsche Evangelische Kirche (DEK)“ 7 . Wenig später, am 23.7.33 fanden neue Kirchenwahlen statt (im Herbst 1933 hatten sie bereits ein Drittel der Sitze erlangt 8 ), die den Deutschen Christen (DC) eine Mehrheit von 60-80 Prozent (außer in Bayern und Westfalen) und Müller das Bischofsamt in der größten Landeskirche, der „Altpreußischen Union“, und später die Inthronisation als Reichsbischof brachten 9 . Die Machtergreifung der DC schien gelungen.
3 vgl. ders.
4 Röhm, Eberhard und Jörg Thierfelder: Evangelische Kirche zwischen Kreuz und Hakenkreuz. Bilder und Texte
einer Ausstellung. Stuttgart: Calwer ³1983. S. 25.
5 vgl. ders.
6 ders.
7 vgl. ders. S. 21.
8 Noormann Harry: Kirchengeschichte. Stuttgart: Calwer 2006. S. 127.
9 vgl. ders. S. 129.
4
Arbeit zitieren:
Anne Burkhardt, 2010, Warum fand die erste Bekenntnissynode der Bekennenden Kirche in Barmen statt?, München, GRIN Verlag GmbH
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