1. EINLEITUNG - 3 -
2.2.2.
FRAUENFORSCHUNG GENDERFORSCHUNG
2.2.2.1. Frauenmedienforschung - Gleichheitsansatz 2.2.2.2. Vom Gleichheitsansatz zum Differenzansatz 2.2.2.3. Poststrukturalismus/Postmodernismus/Dekonstruktivismus
3.3.2.
MONA
LISA VOM
23.10.2005 3.3.3.
MONA
LISA VOM
22.1.2006 3.3.4.
ZUSAMMENFASSUNG UND BEURTEILUNG
4.2.
WELCHE ZIELGRUPPE?
4.2.1.
DER TELETEST
4.2.2.
ZIELGRUPPENMODELL DIE
SINUS-MILIEUS
4.3. - 31 -
WELCHETHEMEN?
4.4.
AUSBLICKE AUF EIN ÖSTERREICHISCHES FRAUENMAGAZIN
4.4.1.
FRAUENTHEMEN
IN BESTEHENDEN ÖSTERREICHISCHEN MAGAZINSENDUNGEN
4.4.1.1. ORF
4.4.1.2. ATVplus 4.4.1.3. PULS TV
4.4.2.
WELCHE FERNSEHANSTALT?
4.4.3.
WELCHE ZIELGRUPPE WELCHE
THEMEN?
4.4.3.1. Sinus-Milieus
4.4.3.2. Affinität
4.4.3.3. Qualitative Interviews 4.4.4.
STELLUNGNAHMEN DER ÖSTERREICHISCHEN FERNSEHSENDER
4.4.4.1. Österreichischer Rundfunk 4.4.4.2. TW1
4.4.4.3. ATVplus 4.4.4.4. PULS TV 4.4.4.5. Zusammenfassung
5. CONCLUSIO - 47 -6. LITERATURLISTE - 50 -INTERNETSITES - 52 -7. TABELLENVERZEICHNIS - 54 -8. - 2 -
Männer auf
dem aufbauen, was andere Männer vor ihnen gedacht, gesagt und getan haben.
Frauen wie Alice Schwarzer oder Johanna Dohnal kämpfen seit Jahrzehnten für die Gleichberechtigung ihrer Spezies in unserer Gesellschaft und rufen die moderne Frauenbewegung immer wieder auf den Plan, für die Überwindung der männlich dominierten Öffentlichkeit und ihrer Frauen ausschließenden Strukturen zu kämpfen. Dabei geht es in letzter Konsequenz nicht nur darum, zusätzliche Einrichtungen für Frauen zu schaffen, sondern auch darum, eine Neustrukturierung der Gesellschaft und die Aufhebung der dualistischen Denkweise herbeizuführen (vgl. Douschan 1996: 17-18).
Eine wichtige Komponente auf dem Weg zur Umgestaltung des gesellschaftlichen Systems und der herrschenden Machtverhältnisse stellen die gemeinsamen Erfahrungen von Frauen dar, weil sie die weibliche Spezies untereinander verbinden und stärken. Gemeinsame Erfahrungen werden im täglichen Leben ständig durch die Herstellung von Bedeutungen und deren Umsetzung in die kulturelle und soziale Praxis gemacht. Als Beispiel für eine kulturelle Praxis von Frauen sei hier das Lesen von Frauenzeitschriften angeführt (vgl. Keil 2001: 145-146).
1 ; eines dieser Fernseh-
schen Fernsehenin reicher Zahl. Sie wollen den
1 vgl. ORF Medienforschung
http://mediaresearch.orf.at/index2.htm?fernsehen/fernsehen_nutzungsverhalten.htm und http://mediaresearch.orf.at/index2.htm?fernsehen/fernsehen_hitliste.htm.
- 3 -
präsentierten Inhalte bis ins letzte Detail nachrecherchiert, vermitteln. Liegt es da nicht nahe, ein eigenes Fernsehmagazin für die Frau, welches bei der Aushandlung neuer Bedeutungen durch die Einschreibung neuer Symbole die Frauen im Kampf um Gleichberechtigung unterstützt, einzurichten?
Im ersten Teil der vorliegenden Arbeit (Kapitel 2) wird daher die Frage geklärt, ob ein Frauenmagazin die Ideen der Frauenforschung bzw. der feministischen Kommunikationswissenschaft überhaupt in ihrem Sinn umsetzen kann. Dafür ist es zunächst notwendig, zwei zentrale Begriffe zu definieren das Fernsehmagazin und das Frauenmagazin. Auf der Suche nach einer Definition für ein Frauenmagazin wird die historische Entwicklung zur Frauenforschung und zur Genderforschung nachgezeichnet und die Forschungsansätze der Frauenmedienforschung skizziert.
Kapitel 3 soll aufzeigen, wie sich Frauenmagazine im Laufe der Zeit entwickelt haben, und wie der Österreichische Rundfunk als bis vor kurzem noch konkurrenzlose Fernsehanstalt im Bundesgebiet mit dieser Thematik umgegangen ist. Im Anschluss daran stelle Mona Lisa im deutschsprachigen Raum vor.
In Kapitel 4 versuche ich schließlich jene Fragen zu beantworten, die sich bei der Installierung und Konzipierung eines eigenen Frauenmagazins im österreichischen Fernsehen stellen. Dabei beziehe ich mich zunächst ganz allgemein auf die Fernsehanstalt, die Zielgruppe und die behandelten Themen. Mithilfe einer Untersuchung gehe ich in diesem Kapitel außerdem der Frage nach Werden im Rahmen der bestehenden Magazinsendungen des ORF, von ATVplus und PULS TV
österreichisches Frauenmagazin, indem ich konkrete Ergebnisse in Bezug auf die Auswahl der Fernsehanstalt, die Definition möglicher Zielgruppen und die Themenwahl anbiete. Letztere wird durch eine weitere Untersuchung mit der
gestützt. Mit einer Befragung der Fernsehanstalten zum Thema Gibt es beim ORF, ATVplus und PULS TV Pläne bezüglich der Einführung eines
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und einer Zusammenfassung der Ergebnisse beende ich diese Arbeit.
2. Zentrale Begriffe
2.1. Das Fernsehmagazin
Ob Nachrichten-, Wissenschafts- oder Gesellschaftsmagazin die Fernsehanstalten bieten ihren SeherInnen eine breite Palette an Fernsehmagazinen und können auf diese Weise ihre unterschiedlichen Zielgruppen besser ansprechen. Was ein Fernsehmagazin ist bzw. wodurch es sich auszeichnet, soll im folgenden Teil geklärt werden.
Die U-Fernsehmagazin als eine , welche Ausdifferenzierung von Untergattungen (Genres) [gepr (Kreuzer 1994: 274).
Dieser Erklärungsansatz bezieht sich zunächst auf die historische Entwicklung des Fernsehmagazins, sagt jedoch noch nichts darüber aus, wie es funktioniert. Um das herauszufinden, muss man/frau sich die Frage stellen, was das Magazin aussagen bzw. welche Hauptfunktion es haben soll geht es in erster Linie um die Vermittlung von Informationen, oder steht der Unterhaltungswert an oberster Stelle?
Ein Definitionsversuch, der meiner Meinung nach gut veranschaulicht, was ein Fernsehmagazin ausmacht, stammt aus dem Wörterbuch der sozialistischen Journalistik. Demgemäß ist ein Fernsehmagazin eine Einzelbeiträge zu einer Gesamtsendung zusammengefasst sind. M[agazine] werden fast ausnahmslos periodisch zu festen Sendezeiten unter stets gleichem
Moderator oder Studioredakteur eingeleitet, kommentiert [und, Anm. d. A.] (Dusiska 1973: 140f).
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Bei dieser Definition findet man/frau jedoch keine Erwähnung einer Unterhaltungsfunktion und könnte daraus schließen, dass das Fernsehmagazin vor allem eine Informationsfunktion hat. Doris Rosenstein widerlegt in ihrem Buch allerdings diese These und meint, dass das Vermarktungsform
(Hall 1979: 305) bunte Zusammenstellung aus unterschiedlichen Beitragssorten und elementen (u.a. Interviews, Glossen, Musikeinlagen, (Rosenstein 1995: 15) bestens geeignet ist, eine breite Sehermasse anzusprechen und diese Masse sehr wohl auch zu unterhalten vermag.
Als mögliche Erklärung für die unterschiedlichen Definitionsansätze könnte die Tatsache gelten, dass jene Teile des Fernsehprogramms, die man/frau zur Unterhaltung zählt, lange Zeit wissenschaftlich nicht beachtet wurden. Erst als Ende der 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts die gesellschaftspolitische Diskussion auf die bisher unberücksichtigte Dimension der unpolitischen Unterhaltung ausgedehnt wurde, stellte sich heraus, dass auch das Unterhaltungsfernsehen zur politischen Bewusstseinsbildung beiträgt. Nach Rosenstein führte dies in der Folge zu wissenschaftlichen Auseinandersetzungen und anspruchsvolleren Unterhaltungssendungen (vgl. Rosenstein 1995: 11-12).
Es kann also festgehalten werden, dass das Fernsehmagazin mit seinem periodischen Erscheinungsmodus, den verschiedenartigen Präsentationsformen, der thematischen Vielfalt und der personalisierten Präsentation auf eine lange Tradition zurückblickt, vorrangig entweder der Informationsvermittlung und/oder der Unterhaltung dient und durch gezielt eingesetzte Gestaltungselemente eine hohe Zuseherbindung erreichen kann.
2.2. das Frauenmagazin
Die Forderungen der Frauen und somit die Anforderungen an spezifische Frauenmedien im Konkreten an das Frauenmagazin haben sich im Laufe der Zeit verWas ist ein Frauenmagazindaher meine erste forschungsleitende Fragestellung, die im Folgenden für meine Arbeit anhand der
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traditionellen und aktuellen Tendenzen der kommunikationswissenschaftlichen Frauen- und Geschlechterforschung einer Klärung zugeführt werden soll.
2.2.1. Historische Entwicklung der Frauen- und Geschlechterforschung Die Geschichte der Frauen- und Geschlechterforschung beginnt Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts, als Frauen ausgelöst durch die Diskussion um das Recht auf Abtreibung ihr Recht auf Selbstbestimmung über ihren eigenen Körper verlangen. Doch wie auch der Ausspruch von Alice Schwarzer in der Einleitung zeigt, sind Frauen schon seit mehreren Jahrhunderten gezwungen, um ihre Anerkennung zu kämpfen. Der Grundstein für diesen Kampf wird gemäß Carola Unterberger-Probst 2 bereits in der modernen Ökonomie vor bzw. während der Zeit der Frühmoderne gelegt. Denn schon damals formen Adam Smith und etwas später Lorenz von Stein in ihren Thesen 3 den Begriff der
Untersuchungen der Wesensarten dieser Geschlechtscharaktere führen zu dem Ergebnis, dass es bei
den einzelnen Geschlechtern gibt, die in Kombination mit der Erziehung zu unterschiedlichen Wesensmerkmalen bei Frauen und Männern führen (vgl. Unterberger-Probst 2004: 2.1, 2.3).
Geschlechtseigentymlichkeiten finden sich vor; beim Weib behaupten Gefühl und Gemüt, beim Manne Intelligenz und Denken die Oberhand; die Phantasie des Weibes ist lebhafter als die des Mannes, erreicht aber seltener die Höhe und Kühnheit wie bei letzterem (Meyer 1904, zit. nach Unterberger-Probst 2004: 3.1 Geschlechterrolle).
Jene unterschiedlichen Merkmale bedingen wiederum die Bildung gewisser Stereotypen, da die Frau als Ausdruck ihrer Zuneigung zum Mann nicht wirklich (also nicht auswärts) arbeitet, sondern sich mit voller Hingabe um das häusliche
2 C. Unterberger-Probst studierte Visuelle Mediengestaltung Film & Video, Kommunikationswissenschaften, Politikwissenschaften, Kunstgeschichte und Kultursoziologie an der Universität Salzburg und an der Kunstuniversität Linz.
3 vgl. Stein, Lorenz von: In: Ute Gerhard 1978: 311-324 und Smith, Adam 1990 zit. nach Unterberger-Probst 2004: 2.1.
- 7 -
Umfeld kümmert. Der Mann hingegen ist der produzierende, aktive Part, der für seine Leistungen Geld und Anerkennung bekommt. Die Entwicklung der Trennung von öffentlichen, also dem Mann zugehörigen und privaten, der Frau zurechenbaren Bereichen wird zusätzlich durch die Auslagerung der Produktion vom Heim in die Fabrik in der Zeit der ersten Industriellen Revolution gefördert und krist
stärker heraus (vgl. Unterberger-Probst 2004: 2.1; Litzka, Susanne 2001: 27-28).
Diese gelebten Realitäten wirken auch auf die Wissenschaften, und so weiß schon Marx, dass durch jede Handlung in irgendeiner Form Partei ergriffen wird und Geschlechtsstereotype immer wieder aufs Neue gebildet werden. Entscheidend in diesem Zusammenhang ist nun die Tatsache, dass Stereotype nicht mehr aufgehoben werden können, wenn sie einmal im System verankert sind. Da es sich bei den Stereotypen sehr häufig um subjektive Beurteilungen mehrerer Personen bzw. von Gruppen handelt, die wiederum die Meinungsbildung anderer Gruppen lenken, kommt es dadurch zum so genannten self-fulfilling-prophecyeffect 4 . Dieser Effekt wirkt jedoch nicht nur auf die Einschätzung von Gruppen, sondern beeinflusst auch die individuelle Selbstbewertung, die sich in der Folge auf das Verhalten auswirkt und das Stereotyp festigt. Als Konsequenz dieser stereotypisierten Muster folgt schließlich die Herrschaft und Machtausübung einer Gruppe über eine andere, im konkreten Fall die Bildung einer Gesellschaft, die sich durch männliche Bedeutungszuweisungen definiert und die Frau dadurch zum Teil aus derselben ausschließt (vgl. Unterberger-Probst 2004: 3.1 Geschlechtsstereotyp).
4 siehe dazu Unterberger-Probst 2004: 3.1. Geschlechtsstereotyp -
und schicken ihre Tochter daher auf eine Schule mit weniger Mathematikstunden zB. ein humanistisches Gymnasium; ihren Sohn hingegen schicken sie in eine Schule mit mehr Mathestunden zB. in eine HTL. Der Effekt ist, dass die Tochter gewisse Matheaufgaben, die der Bruder problemlos beherrscht, nicht lösen kann. Das Stereotyp wird scheinbar bestätigt und die Tochter/der Bruder beginnen es eventuell selbst zu glauben. Dies hat den weiteren Effekt, dass die
- 8 -
2.2.2. Frauenforschung Genderforschung
Aus den Frauenbewegungen der letzten Jahrhunderte entwickelt sich schließlich
- schaftensichtbar zu ma
der Lupe), die Frau also in den Mittelpunkt des Erkenntnisinteresses zu stellen. Ausgehend von der Annahme, dass gesellschaftliches Denken und Handeln von der männlichen Norm dominiert ist, demgemäß Frauen in vielen Bereichen
der Bedeutung von Frauen gerecht zu werden und für die Gleichheit der Geschlechter zu sorgen (vgl. Angerer/Dorer 1994: 9).
In die Frauenforschung eingreifend und diese ergänzend entwickelt sich die Genderforschung, welche die Geschlechterdifferenz nicht als Ergebnis des biologischen Unterschiedes zwischen Frau und Mann versteht, sondern als eine Komponente, die in und aus der sozialen Situation immer wieder neu gebildet wird und daher wandelbar ist. Die Frauen werden somit im Rahmen der Gender-forschung nicht mehr nur additiv berücksichtigt, sondern das Geschlecht per se wird als Strukturmerkmal für gesellschaftliche Beziehungen eingeführt. Als solches
.).
The social doing of gender and the cultural experiences of gender constitute
(Rakow, Lana zit. nach Angerer/Dorer 1994: 10)
Aufgrund der vergleichenden Perspektive stellt die Genderforschung kein eigenständiges Forschungsgebiet dar, sondern verlangt nach dem Verbinden unterschiedlicher Forschungsrichtungen. Sie ist nicht als Alternative zur Frauenforschung zu sehen, dadurch kommt es aber naturgemäß zu Überschneidungen zwischen den einzelnen Ansätzen. Das bedeutet in der Folge, dass es in erster Linie von der Fragestellung abhängt, welcher Zugang gewählt wird (vgl. Unterberger-Probst 2004: 2.4, 3.3).
- 9 -
Die Verwendung der Kategorie gender ist keine Erfindung der letzten Jahre, sondern wurde in Amerika schon in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts gebraucht. Seine heutige Bedeutung erlangte die Genderforschung aber vor allem mit dem Auftauchen des dekonstruktivistischen Ansatzes, auf den ich später näher eingehen werde (vgl. Penkwitt/Mangelsdorf: Exkurs: sex, gender und desire).
Zuvor aber werden die traditionellen Forschungsrichtungen der kommunikationswissenschaftlichen Frauen- und Geschlechterforschung, der Gleichheitsansatz und der Differenzansatz vorgestellt.
2.2.2.1. Frauenmedienforschung - Gleichheitsansatz
Am Beginn der Frauenmedienforschung steht der Gleichheitsansatz, der sich die Gleichwertigkeit von Frauen und Männern zum Ziel setzt. Ausgegangen wird hier vom autonomen Individuum, dem durch die ungleiche Machtverteilung unterschiedliche Rollen zugewiesen werden. Im Mittelpunkt der Forschungsanstrengungen steht die Repräsentationskritik, welche die Frau hauptsächlich als Opfer in einer von Männern dominierten Medienwelt versteht. Der Fokus dieses Ansatzes liegt auf der Diskriminierung von Frauen, die es durch die verstärkte Thematisierung der Frau und ihrer Interessen wettzumachen gilt (Klaus 2001: 25).
Untersucht werden im Rahmen dieser Forschungstradition vorrangig die Medieninhalte auf das vermittelte Frauenbild und die Stellung der Frau im Journalismus. So zeigen Studien von Küchenhoff (1975) oder Tuchmann (1978), dass Frauen in den Medien zwar vorkommen, aber unterrepräsentiert sind und dieselben stark auf einige wenige Stereotype reduziert werden, die durch die Medien immer wieder neu hergestellt werden und damit die Aufrechterhaltung der hierarchischen Geschlechterdifferenz sichern. Außerdem ergeben Untersuchungen von Neverla und Kanzleiter aus dem Jahre 1984, dass der Anteil der Frauen in leitenden Positionen im Medienbereich
Männerressorts wie Politik, Wirtschaft und Sport existieren (vgl. Klaus 1998: 24; Klaus 2002: 68-70; Angerer/Dorer 1994: 20).
- 10 -
Unter der Prämisse des Gleichheitsansatzes und meiner forschungsleitenden Was ist ein Frauenmagazin
Ein Frauenmagazin ist ein Fernsehmagazin für die Frau. Seine Beiträge sprechen auf informative und unterhaltende Weise emen an und behandeln Inhalte,
welche die Frau auf bestimmte Stereotype festlegen und diese als
Gleichheitsansätze berücksichtigen die Frau als Rezipientin und ihre Ansprüche an die Medien in keiner Weise und verspielen somit die Chance, deren Handlungspotentiale aufgrund der unterschiedlichen Lebens- und Erfahrungswelten nutzen und erweitern zu können. Darüber hinaus ist es im Rahmen dieser Ansätze nicht möglich, historische Wandlungsprozesse zu untersuchen, weil sie jene grundlegenden Strukturen, die für die Benachteiligung der Frau verantwortlich sind, nicht berühren (können). All diese Kritikpunkte rund um die Fokussierung auf das
Geschlechts betreibt, was zur Herausbildung des Differenzansatzes führt (vgl. Klaus 1998: 28).
2.2.2.2. Vom Gleichheitsansatz zum Differenzansatz
Der Differenzansatz geht von der Annahme aus, dass sich die Lebenszusammenhänge von Frauen und Männern unterscheiden, da sie durch die Trennung von Öffentlichkeit und Privatheit in unterschiedlichen Erfahrungswelten gebildet werden. Im Gegensatz zum Gleichheitsansatz, der einen Nachholbedarf der Frauen feststellt, geht der Differenzansatz nun von der bestehenden Differenz aus und versteht diese als Ergebnis der herrschenden gesellschaftlichen Ordnung. Gefordert werden daher die Anerkennung der spezifisch weiblichen Lebensumstände sowie die daraus resultierenden Einstellungen und Erfahrungen. Außerdem versucht der Differenzansatz aufzuzeigen, mithilfe welcher diskriminierender Mechanismen und Sozialisationsvorgänge die Entwicklung der weiblichen Fähigkeiten behindert wird, und welche Nachteile den Frauen dadurch entstehen (vgl. Klaus 1998: 31-32).
- 11 -
Arbeit zitieren:
Daniela Illich, 2006, Das Fernsehmagazin für die Frau, München, GRIN Verlag GmbH
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