Das Ziel der Unternehmensbewertung ist es, die potentiellen Preise für das ganze Unternehmen oder dessen Bestandteile zu ermitteln. Dabei ist die Rücksicht auf alle Erfolgspotentiale und die darauf einwirkenden Einflüsse notwendig. Folglich ist der Unsicherheit der künftigen Entwicklung entscheidungsrelevanten GrößenRechnung zu tragen.
In dieser Hausarbeit wird das Problem der Berücksichtigung von unsicheren Zahlungsströmen in der Unternehmensbewertung erörtert. Dies wird anhand des Ertragswertverfahrens gemacht, weil es sich aufgrund der empirischen Untersuchungen feststellen lässt, dass diesem Verfahren in der deutschen Praxis der Unternehmensbewertung große Rolle beigemessen wird.
Inhaltsverzeichnis
1 Problemstellung
2 Ertragswertverfahren
3 Berücksichtigung von unsicheren Zahlungsströmen beim Ertragswertverfahren
3.1 Allgemeines
3.2 Risikoadjustierung im Zähler (Sicherheitsäquivalenzmethode)
3.3 Risikoadjustierung im Nenner (Risikozuschlagsmethode)
3.3.1 Allgemeines
3.3.2 Risikoadjustierung bei stochastischer Abhängigkeit der Überschussverteilungen
3.3.3 Risikoadjustierung bei stochastischer Unabhängigkeit der Überschussverteilung
4 Ein Beispiel
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, das Problem der Berücksichtigung unsicherer Zahlungsströme im Rahmen des Ertragswertverfahrens bei der Unternehmensbewertung zu erörtern, um eine fundierte Basis für die Diskontierung künftiger Erträge unter Risikoaspekten zu schaffen.
- Grundlagen des Ertragswertverfahrens und der Diskontierung
- Differenzierung zwischen objektiven und subjektiven Unternehmenswerten
- Risikoadjustierung durch die Sicherheitsäquivalenzmethode
- Anwendung der Risikozuschlagsmethode bei unterschiedlichen stochastischen Annahmen
- Vergleich der Methoden anhand eines praktischen Bewertungsbeispiels
Auszug aus dem Buch
3.3 Risikoadjustierung im Nenner (Risikozuschlagsmethode)
„Bei Anwendung der Risikozuschlagsmethode verdichtet der Bewerber die Überschussverteilungen zunächst zu ihrem Erwartungswert“. Die Risikoadjustierung erfolgt im Nenner durch Zuschlag zum Basiszinsfuss. Solcher Zuschlag wird als „Risikozuschlag“ und Kalkulationszinsfuss als „risikoangepasster“ oder „risikoäquivalenter“ Zinsfuss bezeichnet. Durch die Erhöhung des Basiszinsfusses um den Risikozuschlag (Risikoprämie) z wird die Risikoäquivalenz mit erwarteten finanziellen Überschüssen des Unternehmens gewährleistet. Im Fall von erwarteten Auszahlungsüberschüssen wird der Nenner dagegen durch einen Abschlag vom risikolosen Kapitalisierungszinssatz adjustiert.
Analog zur Sicherheitsäquivalenzmethode erlaubt dieser Ansatz sowohl individualistische, als auch „eine marktorientierte Vorgehensweise“ bei der Ermittlung von Risikozuschlägen. Im Rahmen der subjektiven Wertermittlung wird auf individuelle Risikopräferenzen abgestellt. Im Zusammenhang mit der objektivierten Ermittlung der Risikozuschläge wird in den Gründsätzen zur Durchführung von Unternehmensbewertungen des Institutes der Wirtschaftsprüfer in Deutschland explizit auf das Capital Asset Pricing Model hingewiesen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Problemstellung: Dieses Kapitel definiert das Ziel der Unternehmensbewertung unter Berücksichtigung von Erfolgspotentialen und führt in die Problematik unsicherer zukünftiger Zahlungsströme ein.
2 Ertragswertverfahren: Hier werden die theoretischen Grundlagen des Ertragswertverfahrens als Gesamtbewertungsverfahren sowie die Bestimmung des Kalkulationszinssatzes durch Alternativenvergleiche erläutert.
3 Berücksichtigung von unsicheren Zahlungsströmen beim Ertragswertverfahren: Dieser Hauptteil analysiert die Möglichkeiten, Unsicherheiten durch Risikoadjustierungen entweder im Zähler oder im Nenner der Bewertungsgleichung zu berücksichtigen.
4 Ein Beispiel: Dieses Kapitel veranschaulicht die theoretischen Überlegungen anhand eines praktischen Bewertungsbeispiels und vergleicht die unterschiedlichen Methoden.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die ökonomische Zulässigkeit der verschiedenen Risikoadjustierungsmethoden in der Fachliteratur.
Schlüsselwörter
Unternehmensbewertung, Ertragswertverfahren, unsichere Zahlungsströme, Risikoadjustierung, Sicherheitsäquivalenzmethode, Risikozuschlagsmethode, Diskontierungszinssatz, Basiszinsfuss, stochastische Abhängigkeit, stochastische Unabhängigkeit, Kapitalisierungszinssatz, Erwartungswert, Risikoaversion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die methodischen Herausforderungen bei der Berücksichtigung von Unsicherheiten in künftigen Zahlungsströmen bei der Unternehmensbewertung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind das Ertragswertverfahren, die Sicherheitsäquivalenzmethode, die Risikozuschlagsmethode sowie der Einfluss stochastischer Annahmen auf die Wertermittlung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Umgang mit unsicheren Zahlungsströmen im Ertragswertverfahren systematisch darzustellen und die Plausibilität der verschiedenen Risikoadjustierungsmethoden zu untersuchen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine analytische Arbeit, die theoretische Ansätze aus der Fachliteratur diskutiert und anhand von formalen Bewertungsmodellen sowie einem numerischen Beispiel verdeutlicht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Zähler-Adjustierung (Sicherheitsäquivalenz) und der Nenner-Adjustierung (Risikozuschlag), unterteilt in stochastische Abhängigkeit bzw. Unabhängigkeit der Überschüsse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Unternehmensbewertung, Ertragswertverfahren, Sicherheitsäquivalent, Risikozuschlag und stochastische Modellierung von Zahlungsströmen.
Was unterscheidet die Risikoadjustierung im Zähler von der im Nenner?
Im Zähler werden die Zahlungsströme selbst durch Sicherheitsäquivalente ersetzt, während im Nenner der Diskontierungszinsfuss um eine Risikoprämie angepasst wird.
Wann ist eine mehrfache Anwendung des risikoangepassten Zinssatzes laut Autor zulässig?
Nach Ansicht von Schwetzler ist dies unter der Prämisse der stochastischen Abhängigkeit der aufeinanderfolgenden Überschussverteilungen ökonomisch begründbar.
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- Anatoliy Savchenko (Author), 2002, Berücksichtigung von unsicheren Zahlungsströmen in der Unternehmungsbewertung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15670