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Musterstadt, am xy.xy.xyxy
Patnr xyz, Aufnr xyz
Aus den erhobenen Daten und den Ergebnisse der psychologischen Untersuchung wird im Auftrag der ***Klinik nachstehend Befund und Gutachten über Frau **** **** erstellt. Grundlagen der Begutachtung waren die Verwertung der Untersuchungsdaten sowie die Angaben der Untersuchten. Die Fragestellung umfasst folgende Punkte: - Demenz
Das psychologische Gutachten basiert auf: Psychologisch diagnostisches Interview
Psychologische Untersuchung der Patientin mittels SKT, CERAD 1 , c.I.-Test 2 , TPL 3 , KAI 4 , IDSR, NAI 5 Das psychologisch-diagnostische Interview
Das psychologisch diagnostische Interview ist eine Methode zur Erfassung diagnostisch relevanter Informationen im Gespräch und umfasst Problembeschreibung und allgemeine Befindlichkeit. Neben dem Informationsgewinn hat das Gespräch auch die Funktion, einen persönlichen Eindruck von der betreffenden Person zu gewinnen. Es wird in teilstrukturierter Form erhoben.
Psychologische Testverfahren
SKT (Kurztest zur Erfassung von Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsstörungen) Der SKT ermöglicht die Quantifizierung von Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsstörungen. Er besteht aus neun Untertests und erlaubt getrennte Auswertungen für die Faktoren Gedächtnis und Aufmerksamkeit. Der Gesamtwert des SKT erlaubt eine Abschätzung des Schweregrades kognitiver Leistungsstörungen, deren Verbalisierung an klinischen Beschreibungen orientiert ist. Die faktorenorientierte Ergebnisdarstellung liefert Informationen über kognitive Störungsschwerpunkte, die insbesondere im Bereich der leichten, beginnenden Erkrankungsstadien klinische Relevanz (Demenz) haben können.
1 Subtests 2 bis 8
2 Aus dem BSfD
3 Aus dem BSfD
4 Aus dem BSfD
5 Labyrinth Test
CERAD
Mit der CERAD Testbatterie liegen gut etablierte Verfahren zur neuropsychologischen Diagnostik charakteristischer kognitiver Störungen vor. Sie umfasst mehrere kurze Subtests: einem Subtest zur verbalen Flüssigkeit, den Boston Naming Test, den Mini Mental Status, eine Wortliste (Gedächtnis), Konstruktionsaufgaben, einen Test zum Bereich Wortlisten abrufen, einen Subtest zum Wortlisten Wiedererkennen und einen Test zur Konstruktiven Praxis (Abrufen) und überprüft damit verschiedene neuropsychologische Fähigkeiten wie Orientierungsfähigkeit, Gedächtnis, Sprache und Visomotorik. c.I.-Test (Test für cerebrale Insuffizienz/ zur Objektivierung des Demenzverdachts) Der Test für cerebrale Insuffizienz dient als diagnostische Differenzierungshilfe, wenn der Verdacht auf eine leichte Demenz gegeben ist. Er leistet einen Beitrag zur diagnostischen Differenzierung zwischen den Zuständen „gesund“ und „cerebral insuffizient“. Er besteht aus 2 Subtests.
TPL (Test für das prämorbide geistige Leistungsniveau)
Der TPL bedient sich des verbalen Wissens und erhebt eine Stichprobe von Wissen, das im Laufe des Lebens erworben wurde 6 . Es besteht die Möglichkeit, bei einem bereits hirnorganisch abgebauten Patienten durch Messung des noch weitgehend erhaltenen kristallisierten Bereichs das Niveau von dessen prämorbider geistiger Leistungsfähigkeit festzustellen.
6 Dieses Wissen erweist sich als relativ stabil, d.h. weder Drogen noch Medikamente beeinflussen diese kristalline Leistungsfähigkeit in entscheidendem Maße, gegen Störungen ist sie also weitgehend unempfindlich,
sogar im Falle einer hirnorganischen Erkrankung.
KAI (Test für das aktuelle geistige Leistungsniveau)
Der KAI ist ein Leistungsverfahren zur Erfassung der Basisgrößen der zentralen Informationsverarbeitung, welche das allgemeine geistige Leistungsniveau bestimmen. Er besteht aus 2 Teilen: Der erste Teil dient der Messung des Informationsflusses zum Kurzspeicher („Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit“), der 2. Teil gibt Aufschluss über die Gegenwartsdauer („unmittelbares Behalten“).
IDSR
Das IDSR (Intacetegorial Delayed Selective Reminding) wird als Screeninginstrument bei Verdacht auf eine beginnende Gedächtnisstörung oder leichte Demenz bei Patienten mit höherer Bildung eingesetzt: Er ist unterteilt in 2 Subtests, in dem die Patienten im ersten Subtest 5 Begriffe lernen sollen, und sich im 2. Subtest - je nach Leistung bei Test 1entweder wieder 5 Begriffe (Subtest 2a) oder 7 Begriffe (Subtest 2b) merken sollen. Erreicht der Patient unter 31 Punkten im 2. Test (Subtest 2b) bzw. unter 23 Punkten 7 im 1. und 2. Test (Subtest 2a), kann man von einer beginnenden Gedächtnisstörung ausgehen.
NAI
Mit dem Nürnberger-Alters-Inventar NAI liegt ein speziell für das höhere Lebensalter konzipiertes Testinventarium zur Erfassung der kognitiven Leistungsfähigkeit, der Befindlichkeit sowie der Pflegebedürftigkeit in deutscher Sprache vor. Es zielt theoriegeleitet darauf ab, den individuellen Ausprägungsgrad altersabhängiger psychischer Funktionsbereiche zu bestimmen. Als mutidimensionales Inventar umfasst es sowohl wichtige kognitive Leistungsbereiche, alternsbezogene Selbstbeurteilungen als auch die Erfassung von Alltagsaktivitäten. 8 Beim Labyrinth-Test handelt es sich um ein Verfahren, das die Erfassung des Tempos der visuellen Informationsaufnahme und -organisation sowie die visuell-motorische Koordination zum Inhalt hat.
Die Bearbeitungszeit des Labyrinth-Tests lässt auf eine eventuell vorliegende cerebrale Insuffizienz schließen.
7 die Anzahl der richtigen wiedergenannten Begriffe wird aufsummiert
8 Aus Zeitgründen wurde bei Frau **** nur der Labyrinth-Test durchgeführt
Zur Situation:
Frau **** ist *** Jahre alt und wurde am **** in der ***klinik aufgenommen. Sie lebt zusammen mit ihrem Gatten in ****. Um den Haushalt ****, Essen ****. Sie könne sich gut selbst versorgen, sei körperlich und geistig noch fit. Befund und Gutachten
Beim SKT kann sie von 12 gelernten Begriffen 3 reproduzieren, was bei einem durchschnittlichen IQ 9 einem Normwert von 2 entspricht. Beim Zahlenlesen, ordnen und zurücklegen erreicht sie jeweils einen Normwert von 1. Für das Zählen der Symbole braucht sie 40,01 Sekunden, für die Interferenzaufgabe 45,15 Sekunden. Subtest 8 (Gegenstände reproduzieren) löst sie nicht: Sie kann keinen der gelernten Begriffe nennen, beim Reproduzieren der Gegenstände kann sie 8 von 12 gelernten Begriffen nennen, verkennt aber auch 10 Bilder. Sie liegt mit 12 erreichten Punkten im Durchschnittsbereich ihrer Altersgruppe. Die Wahrscheinlichkeit für eine Demenzerkrankung ist aufgrund der Ergebnisse gegeben (2 Wertpunkte in Subtest 6 und 7 => erhöhte Demenzwahrscheinlichkeit)
9 von dem aufgrund der früheren Tätigkeit der Patientin (Angestellte) ausgegangen werden kann
Von der neuropsychologischen Testbatterie CERAD wurden Frau **** die Subtests 2 bis 8 vorgegeben: Beim MMST (Subtest 3 der CERAD) weisen die erreichten Punkte 10 auf eine kognitive Beeinträchtigung hin. Die Ergebnisse der Subtests 4,6,7 und 8 bestätigen diesen Verdacht: Sie kann die Wortliste (Subtest 4) mit den 10 gelernten Begriffen nicht reproduzieren. Beim Abrufen der Wortliste (Subtest 6) kann sie nur einen Begriff nennen. Das Wiedererkennen der Begriffe (Subtest 7) bereitet ihr große Schwierigkeiten, wie auch schon im SKT erkennt sie Begriffe nicht wieder, sie verkennt auch hier einige Begriffe. Beim Abrufen der geometrischen Figuren (Subtest 8) kann sie nur eine von 5 gezeigten und nachgezeichneten Figuren nennen. 11
Beim c.I.-Test überschreitet sie bei Subtest 1 und in Subtest 2 (40,01 sec./45,15 sec.) den Grenzwert ihrer Alterskategorie, was auf eine erhöhte Demenzwahrscheinlichkeit hindeutet. TPL und KAI lassen auf einen Leistungsabfall von 10% schließen 12 . Auch im IDSR finden sich die Gedächtnisprobleme wieder. Die Ergebnisse sprechen für eine beginnende Demenzerkrankung. Die Patientin erreicht weniger als 23 Punkte, was einen Demenzverdacht rechtfertigt.
Frau **** benötigt für den Labyrinth-Test 112 Sekunden 13 , was einem Prozentrang von 24-40 in der Gruppe der 80-96-jährigen schließen lässt und auf einen Prozentrang von 41 bis 59 bei dem Demenzpatienten, d.h., max. 40% der gesunden 80-96-jährigen brauchen hierfür länger als Frau ****, unter dem Demenzpatienten sind maximal 59% der Personen langsamer als Frau **** (hier liegt sie im Durchschnitt (MW=127; SD=77)).
10 23
11 Die Konstruktionsaufgaben selbst (Subtest 5) bereiten ihr keine Schwierigkeiten, sie zeichnet die Figuren
sicher ab.
12 Stellt man prämorbides und aktuelles Leistungsniveau gegenüber, ergibt sich dieser Leistungsabfall
13 In der Gruppe der Alzheimer-Patienten (n=140) liegen die Testzeiten bei durchschnittlich 127 Sekunden
(SD=77).
Arbeit zitieren:
MMag. DDr. B.Sc. Ulrike Kipman, 2010, Mustergutachten Demenz, München, GRIN Verlag GmbH
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