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Kriterien einer wissenschaftstheoretisch zulässigen Modifikation der Rational Choice-Theorie

Title: Kriterien einer wissenschaftstheoretisch zulässigen Modifikation der Rational Choice-Theorie

Seminar Paper , 2003 , 21 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Sven Soltau (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Die Arbeit ist sowohl in formaler als auch in inhaltlicher Hinsicht einwandfrei (Prüfer: Dr. Burth, Uni Mainz). Sie befasst sich mit folgendem Themenkomplex: Paradoxien im Rational Choice-Paradigma (Asian-Disease-Paradox usw.), Modifikation von Theorien, Wert-Erwartungstheorie. Auf Imre Lakatos' und Herbert A. Simons wissenschaftliche Erkenntnisse in diesem Bereich wird ausführlich eingegangen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Rational Choice-Theorie

2.1. Die handlungstheoretischen Grundlagen der RC-Theorie

2.2. Handlungswahl und ihre Prämissen in der RC-Theorie

2.3. Die Wert-Erwartungstheorie

3. Anomalien in der RC-Theorie

3.1. Das Allias-Paradox

3.2. Das Isolation-Effekt-Paradox

3.3. Das Asian-Disease-Problem

4. Die RC-Anomalien aus wissenschaftstheoretischer Sicht – Die Möglichkeit einer RC-Modifikation nach Lakatos

5. Das Bounded Ratonality-Konzept – eine wissenschaftstheoretisch zulässige Modifikation der traditionellen RC-Theorie?

6. Schluss

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie eine wissenschaftstheoretisch zulässige Modifikation der traditionellen Rational Choice-Theorie angesichts zahlreicher empirischer Anomalien aussehen kann. Dabei wird analysiert, ob Ansätze wie das Bounded Rationality-Konzept die theoretischen Anforderungen an eine solche Modifikation erfüllen, ohne den harten Kern der ursprünglichen Theorie zu verletzen.

  • Methodologische Grundlagen des Rational Choice-Ansatzes
  • Analyse experimentell nachgewiesener Anomalien (Allias-Paradox, Isolation-Effekt, Asian-Disease-Problem)
  • Wissenschaftstheoretische Beurteilung nach Karl Popper und Imre Lakatos
  • Kritische Untersuchung des Bounded Rationality-Konzepts
  • Diskussion der Modifizierbarkeit von Theoriekernen

Auszug aus dem Buch

3.3. Das Asian-Disease-Problem

Im folgenden Entscheidungsexperiment werden die Versuchspersonen in zwei Gruppen aufgeteilt. Beide Gruppen werden mit demselben Ausgangsproblem konfrontiert, das etwa wie folgt lautet:

„Bitte stellen Sie sich folgende Situation vor. Die BRD bereitet sich auf den Ausbruch einer seltenen Krankheitsepidemie vor, die voraussichtlich 600 Menschen das Leben kosten wird. Zwei unterschiedliche Programme zur Bekämpfung dieser Krankheit wurden vorgeschlagen“ (Stocké 1998: 199).

Für die Gruppe 1 wurden nun die beiden unterschiedlichen Programme in der Version 1 dargestellt, für die Gruppe 2 in der Version 2. Die beiden Versionen lauten wie folgt:

Version 1: If Program A is adopted, 200 people will be saved.

If Program B is adopted, there is 1/3 probability that 600 people will be saved, and 2/3 probability that no people will be saved.

Version 2: If Program A’ is adopted, 400 people will die.

If Program B’ is adopted, there is 1/3 probability that nobody will die, and 2/3 probability that 600 people will die.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Rational Choice-Theorie als mikrotheoretisches Paradigma und Darlegung der Notwendigkeit einer Modifikation aufgrund empirischer Defizite.

2. Die Rational Choice-Theorie: Darstellung der handlungstheoretischen Grundlagen und der axiomatischen Struktur des klassischen Homo oeconomicus-Modells sowie der Wert-Erwartungstheorie.

3. Anomalien in der RC-Theorie: Empirische Aufarbeitung von Widersprüchen zwischen Modellvorhersagen und realem Entscheidungsverhalten mittels bekannter Paradoxien.

4. Die RC-Anomalien aus wissenschaftstheoretischer Sicht – Die Möglichkeit einer RC-Modifikation nach Lakatos: Diskussion der Anomalien unter den Kriterien von Poppers Falsifikationismus und Lakatos' Methodologie der Forschungsprogramme.

5. Das Bounded Ratonality-Konzept – eine wissenschaftstheoretisch zulässige Modifikation der traditionellen RC-Theorie?: Exemplarische Prüfung, ob Simons Konzept der begrenzten Rationalität als Modifikation im Sinne von Lakatos fungieren kann.

6. Schluss: Synthese der Ergebnisse mit dem Resultat, dass eine Modifikation unter Beibehaltung des harten Kerns kaum möglich ist.

Schlüsselwörter

Rational Choice-Theorie, Methodologischer Individualismus, Wert-Erwartungstheorie, Anomalien, Allias-Paradox, Isolation-Effekt, Asian-Disease-Problem, Bounded Rationality, Imre Lakatos, Falsifikationismus, Nutzentheorie, Homo oeconomicus, Wissenschaftstheorie, Entscheidungstheorie, Framing.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Überprüfung der Rational Choice-Theorie im Hinblick auf deren empirische Belastbarkeit und wissenschaftstheoretische Konsistenz.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentral sind die methodologischen Grundlagen des Rational Choice-Ansatzes, die Analyse empirischer Anomalien im Entscheidungsverhalten sowie die Frage nach der Modifizierbarkeit theoretischer Programme.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, wie eine wissenschaftstheoretisch zulässige Modifikation des traditionellen Rational Choice-Ansatzes aussehen müsste, die empirische Anomalien integriert, ohne den harten Kern der Theorie aufzugeben.

Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?

Es wird eine wissenschaftstheoretische Analyse durchgeführt, wobei insbesondere der "raffinierte" Falsifikationismus nach Popper und die "Methodologie der Forschungsprogramme" von Imre Lakatos als Bewertungsmaßstäbe dienen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil umfasst die detaillierte Darstellung der traditionellen Theorie, die Dokumentation von drei entscheidenden Anomalien (Allias-Paradox, Isolation-Effekt, Asian-Disease-Problem) sowie die kritische Prüfung des Bounded Rationality-Ansatzes.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit maßgeblich?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Rational Choice, Anomalien, Bounded Rationality, Methodologischer Individualismus und Lakatos' Forschungsprogramme.

Warum wird das Asian-Disease-Problem als Beispiel angeführt?

Es dient als eindrückliches Beispiel für Framing-Effekte, die zeigen, dass die Art der Formulierung einer Entscheidungssituation das Wahlverhalten beeinflusst, was der Annahme der Unabhängigkeit im klassischen Rational Choice-Modell widerspricht.

Zu welchem Schluss kommt der Autor hinsichtlich des Bounded Rationality-Konzepts?

Der Autor schließt, dass das Bounded Rationality-Konzept zwar empirisch progressiv ist, den harten Kern der traditionellen Rational Choice-Theorie jedoch derart auflöst, dass es nicht als Modifikation im strengen wissenschaftstheoretischen Sinne nach Lakatos gelten kann.

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Details

Title
Kriterien einer wissenschaftstheoretisch zulässigen Modifikation der Rational Choice-Theorie
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
Seminar: Politische Theorie
Grade
1,0
Author
Sven Soltau (Author)
Publication Year
2003
Pages
21
Catalog Number
V15687
ISBN (eBook)
9783638207362
ISBN (Book)
9783638758352
Language
German
Tags
Kriterien Modifikation Rational Choice-Theorie Seminar Politische Theorie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sven Soltau (Author), 2003, Kriterien einer wissenschaftstheoretisch zulässigen Modifikation der Rational Choice-Theorie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15687
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