I
Inhaltsverzeichnis
Seite
1 Einleitung 1
1.1 Innovationen und Perspektiven der Innovationsforschung 1
1.2 Die Entstehungsgeschichte des Promotorenmodells 1
2 Barrieren und Widerstände gegen Innovationen 4
2.1 Willensbarrieren 5
2.2 Fähigkeitsbarrieren 6
2.3 Barriere des Nicht-Dürfens 6
3 Das Promotorenmodell 7
3.1 Allgemeine Darstellung 7
3.1.1 Der Fachpromotor 9
3.1.2 Der Machtpromotor 10
3.1.3 Der Prozesspromotor 11
3.1.4 Der Beziehungspromotor 12
3.2 Promotorenstrukturen 13
3.3 Theoretische Konzepte des Promotorenmodells 14
4 Probleme und Weiterentwicklung des Promotorenmodells 16
4.1 Hindernisse und Opponenten des Modells 16
4.2 Weiterentwicklungen und Wandel des Modells 18
5 Fazit 21
Literaturverzeichnis 22
Das Promotorenmodell: Ansatz, Probleme und aktuelle Weiterentwicklungen 1
1 Einleitung
1.1 Innovationen und Perspektiven der Innovationsforschung
Gegenwärtig werden Innovationen in der Managementlehre als organisatorische Veränderungen beziehungsweise neue Leistungen angesehen, aus denen sich zukünftig ein Wettbewerbsvorteil generieren lässt. Eine Invention ist hingegen das Ergebnis einer Ideenfindung und ist demnach als eine notwendige Vorstufe einer jeden Innovation zu verstehen. Somit lässt sich schlussfolgern, dass die Innovation die tatsächliche Verwirklichung der Invention sowie ihre erstmalige wirtschaftliche Nutzung ist. 1
Slappendel unterteilt die Arbeiten zur Innovationsforschung in drei Kategorien: voluntaristische, kontextualistische und interaktive Ansätze. Der voluntaristische Ansatz beschreibt diejenigen Modelle, die dem Innovationsprozess regelmäßig dem Handlungsspielraum des innovierenden Systems den Primat einräumen. Dagegen legt das kontextualistische Modell den Primat für das Entstehen von Innovationsprozessen regelmäßig in die verschiedensten Umsysteme des betrachteten Systems. Der interaktive Ansatz beschreibt diejenigen Innovationen, in denen innovierende und adoptierende Systeme im Einzelfall zusammenwirken. Diese dargestellte dreidimensionale Klassifikation zeigt die Verbindung verschiedener Denkrichtungen des strategischen Managements. 2 Im Folgenden soll nun die Entstehungsgeschichte des Promotorenmodells erläutert werden.
1.2 Die Entstehungsgeschichte des Promotorenmodells
Die Innovationsprozesse entziehen sich als Entscheidungs- und Durchsetzungsprozesse traditioneller betriebswirtschaftlicher Überlegungen 3 Die Komplexität, Unsicherheit und Angst vor Innovationen erfordert die Suche und Erforschung neuer Modelle und Strategien. Auf Grundlage empirischer
1 Vgl. Staudt, Schmeissner (1986), S.289-294
2 Vgl. Heideloff, Radel (1998), S.7-13
3 Hauschildt (1998), S.213
Das Promotorenmodell: Ansatz, Probleme und aktuelle Weiterentwicklungen 2
Untersuchungen ist man zu dem Ergebnis gekommen, dass die klassischen Managementtechniken im Bereich der Innovationsprozesse versagen. So stellen sich Unternehmen unterdessen nicht mehr die Frage, ob Innovationen getätigt werden sollten, sondern vielmehr, wie schnell und effizient eine Innovation durchgeführt werden kann.
Die Forschung bezieht sich diesbezüglich gerne auf die Great-Man-Theory: Diese assoziiert außerordentliche Leistungen mit spezifischen Personen. Als charakteristisches Beispiel aus der Innovationsgeschichte dienen hier die Entdeckung Amerikas durch Columbus oder auch die Erschaffung des Petersdoms durch Michelangelo. An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass Innovatoren ihren Werken gerne ihren Namen geben.
welcher durch Schon (1963) geprägt wurde, dieser Figuren, noch bis heute im angelsächsischen Raum verbreitet. 4
Dies legt die Vermutung nahe, dass sich die Forschung seit jeher hinsichtlich der Erfolgszuschreibung einer Innovation auf ein bestimmtes Individuum leicht getan hat. So belegen auch empirische Untersuchungen, dass der hampion der wichtigste Erfolgsfaktor im Innovationsprozess ist. Vielen Akteuren erschien dieser Befund so sicher, dass im Bereich der Forschung lange Zeit kein Bemühen bestand, nach anderen Erfolgsfaktoren zu suchen. So orientiert sich noch heute vor allem die amerikanische Innovationsforschung stark an dem Konzept des
Nachdenklich kann und sollte jedoch das Werk von Schumpeter aus dem Jahre 1912 machen. Dieses macht unter anderem darauf aufmerksam, dass das Umsetzen neuer Kombinationen das Zusammenspiel stark unterschiedlicher Menschen erfordert. Der Autor trennt eindeutig die Funktion von der Person. So stehen im Vordergrund nicht Personen bzw. Positionen, sondern Funktionen und Rollen sowie die Art und Weise diese zu beschreiben, zu identifizieren und zu erklären.
4 Vgl. Hauschildt (2004), S.195
Das Promotorenmodell: Ansatz, Probleme und aktuelle Weiterentwicklungen 3
Durch diese andere Darstellung in der Innovationsforschung stellt sich nun die Frage, ob ein Champion alle Rollen in sich vereint oder einfach nur einer von mehreren Innovationsmanagern ist. Es kristallisieren sich jedoch gänzlich unabhängig von der Betrachtungsebene, ob es sich um einen Champion oder mehrere Innovationsmanager handelt, zwei wichtige Merkmale hinsichtlich der Bedeutung dieser Personen heraus: Zum einen sind Innovationen Arbeitsprozesse, in denen die partizipierenden Akteure bestimmte Leistungsbeiträge erbringen. Zum anderen greifen sie dabei auf bestimmte Machtquellen zu. 5 Diese Leistungsbeiträge und Machtquellen werden in der Innovationsforschung mit den Rollen und Funktionsbezeichnungen des Managements personifiziert. Hierbei sei drauf hingewiesen, dass die verschiedenen Leistungsbeiträge und Machtquellen auch von externen Partnern erbracht werden können. Denn letztlich ist das Management daran interessiert ein erfolgreiches Projekt umzusetzen und nicht daran, ob die Leistungsbeiträge von internen oder externen Personen kommen.
Mit dieser ersten Ausführung, der Beschreibung und Ordnung von Funktionen im Innovationsmanagement, ist der erste Schritt getan, um die Vorstellung von einem einsamen Champion an der Spitze des Innovationsprojekts zu entschärfen. Für Arbeitsteilung und eine damit verbundene Zuweisung von Rollen zu
unterschiedlichen Akteuren wird darüber hinaus Konzept, das die Arbeitsteilung aus den Besonderheiten der Innovation begründet. 6
Mit der ausführlichen Darstellung dieses Konzepts befasst sich nun der Hauptteil der vorliegenden Arbeit zum Promotorenmodell. Dazu wird in einem ersten Schritt auf die Barrieren und Opponenten von Innovationen eingegangen. Anschließend wir das Modell vorgestellt. Im letzten Teil dieser Seminararbeit werden die sich skizzierenden Probleme dargestellt sowie auf Weiterentwicklungen des Promotorenmodells eingegangen. Abschließend wird ein sich aus der Arbeit herausgebildetes Fazit aufgeführt.
5 Vgl. Day, D. L. (1994), S.150
6 Hauschildt (2004), S.198.
Das Promotorenmodell: Ansatz, Probleme und aktuelle Weiterentwicklungen 4
2 Barrieren und Widerstände gegen Innovationen
Innovationen bringen zwangsläufig Veränderungen des Ist-Zustandes mit sich. Das hat zur Folge, dass viele der teilnehmenden Akteure Innovationen als Störung empfinden und dies zu Angst bzw. Ärgernis unter den Teilnehmern führt. Dies führt unter Umständen dazu, dass einige von ihnen versuchen Innovationsprozesse zu verlangsamen beziehungsweise gänzlich zu verhindern. Diese Personen werden als Opponenten bezeichnet. Im Folgenden werden nun verschiedene Argumente von Opponenten erläutert:
Charakteristischerweise werden in einem ersten Schritt die technologischen Aspekte einer Innovation durch Opponenten ins Visier genommen, indem sie die technologische Unreife des Produkts bzw. Prozesses betonen. Darüber hinaus verlangen sie häufig die Erstellung von Prototypen und fordern die Meinung fachkundiger Dritter ein, um potenzielle Folgen und Risiken der Innovation zu erfragen und zu forcieren. Nachteile, wie das Auftreten unerwünschter Nebeneffekte, die durch Innovationen hervorgerufen werden können, werden ebenfalls durch sie besonders verdeutlicht. Weiterhin werden absatzpolitischen Argumente hervorgehoben. Hierzu zählen unter anderem die hohen Einführungskosten, die ein Innovationsprodukt mit sich bringt. Diese generieren möglicherweise eine unbeherrschbare Konkurrenzsituation, so dass eventuell andere Produkte aus dem Produktportfolio auf Kosten des Neuen genommen werden. Ein weiteres häufig verwendetes Argument betrifft die finanziellen Aspekte einer Innovation. So befürchten viele Opponenten, dass Innovationen zu eventuellen Personalentlassungen oder auch Standortschließungen führen
können. Zusätzlich führt die Einführung neuer Techniken in einem Unternehmen zu hohen Ausbildungs- und Schulungskosten der Mitarbeiter.
Primäres Ziel der Opponenten ist also, durch technologische, absatzpolitische und auch finanzielle Argumente die Position des Innovators zu schwächen, um so die
Arbeit zitieren:
Piotr Czemerys, 2010, Das Promotorenmodell - Ansatz, Probleme und aktuelle Weiterentwicklung, München, GRIN Verlag GmbH
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