A Inhaltsverzeichnis
B Abbildungsverzeichnis IV
C Glossar V
1 Einleitung 1
2 Begriffliche Grundlagen. 2
3 Betriebswirtschaftliche Bedeutung des Delkredererisikos 3
3.1 Grundlage für das Delkredererisiko im Unternehmen 3
3.2 Forderungen und ihre potenziellen Risikofolgen 4
3.2.1 Entstehung von Forderungen 4
3.2.2 Konsequenz eines Zahlungsverzugs 5
3.2.3 Konsequenz eines Zahlungsausfalls 6
4 Debitorenmanagement als Handlungsbereich im Unternehmen 6
4.1 Aufgaben und Bedeutung des Debitorenmanagements im betrieblichen Umfeld6
4.2 Die Prozesskette des Debitorenmanagements 7
4.3 Bonitätsprüfungsphase 8
4.3.1 Aufgaben der Bonitätsprüfung 8
4.3.2 Möglichkeiten der Informationsbeschaffung. 9
4.3.3 Klassifizierung der Bonitätsrisiken 11
4.3.4 Möglichkeiten der eigenständigen Risikoauslagerung 12
4.3.5 Entscheidungsfindung über die Auftragsablehnung oder -annahme 13
4.4 Vertragsgestaltungsphase. 15
4.4.1 Aufgaben der Vertragsgestaltung 15
4.4.2 Stärkung der eigenen Rechtsposition durch Verwendung von AGB. 15
4.4.3 Gestaltung von Zahlungsvereinbarungen 16
4.4.4 Forderungsabsicherung 18
4.5 Verwaltungsphase. 21
4.5.1 Aufgaben der Debitorenbuchhaltung 21
4.5.2 Rechnungsstellung 22
4.5.3 Zahlungsabwicklung und Risikoüberwachung 23
4.6 Mahn- und Inkassowesen 24
4.6.1 Aufgaben des Mahn- und Inkassowesens 24
4.6.2 Betriebliches Mahnwesen 24
4.6.3 Gerichtliches Mahnverfahren 26
II
5 Möglichkeiten der Refinanzierung mit und ohne Risikoauslagerung. 27
5.1 Aufgaben der Refinanzierung. 27
5.2 Das Factoring. 28
5.3 Die Forfaitierung. 29
5.4 Der Zessionskredit 29
6 Fazit 30
D Anhangverzeichnis. 31
E Anhang 32
F Literaturverzeichnis 34
III
Abbildungsverzeichnis B
Abbildung 1: Laufzeitschema eines Lieferantenkredites..................................................5
Abbildung 2: Einordnung der Handlungskomponenten in die Prozesskette des
Debitorenmanagements ...........................................................................................8
Abbildung 3: Bonitätsindex der Creditreform mit einer Ausfallwahrscheinlichkeitsanalyse
des Jahres 2007.....................................................................................................12
Abbildung 4: Ergebnisse der Bonitätsprüfung und Vertragsgestaltung..........................14
IV
Glossar C
BASEL II
Basel II ist eine fortgeschriebene internationale Vereinbarung zur Bankenaufsicht, die von dem Basler Gremium für Bankenaufsicht herausgegeben wurde. Diese Vereinbarung zielt darauf ab, mit Kreditvergabebeschränkungen die Stabilisierung der internationalen Finanzmärkte und Banksysteme zu gewährleisten. Dabei werden neben den strengen Vorgaben zur Marktdisziplin über erweiterte Publizitätsanforderungen und dem bankenaufsichtlichen Überprüfungsprozess noch die Mindestkapitalanforderungen in den Fokus gerückt. Die Mindestkapitalanforderung verpflichtet die Banken, vergebene Kredite mit einem bestimmten Anteil an Eigenkapital zu unterlegen, damit die Einlagen der Bankkunden gesichert sind. 1
DSO-Wert
Der DSO-Wert ist eine Kennzahl, die als Gradmesser für den Erfolg und die Effizienz des Debitorenmanagements dient. Sie stellt das Verhältnis zwischen den ausstehenden Forderungen und dem Umsatz aus einem bestimmten Abrechnungszeitraum dar. DSO steht dabei als Abkürzung für „Days' Sales Outstanding“. 2
Diese Kennzahl kann beispielsweise wie folgt berechnet werden:
Durchschnittliche Forderungshöhe der letzten drei Monate * 90 Tage
DSO =
Umsätze der letzten drei Monate
oder
Aktuelles Obligo * 365
DSO =
1 Vgl. Olfert/Reichel, Finanzierung, 2008, S. 283.
2 Vgl. Pütz, Lexikon Forderungsmanagement, 2006, S. 34.
V
1 Einleitung
Im Jahr 2008 haben die Unternehmensinsolvenzen in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um 2,2 % zugenommen. Nominal sind es nunmehr 29.800 Unternehmen, die aufgrund von Zahlungsunfähigkeiten ihre Existenz beenden mussten. 3 Für das kommende Jahr wird sogar mit bis zu 35.000 Unternehmensinsolvenzen gerechnet. 4 Diese Nachricht wirkt alarmierend, weil die Zahl der Unternehmensinsolvenzen erstmals seit dem Jahr 2003 wieder angestiegen ist. Sie ist aber vor dem Hintergrund der derzeitigen konjunkturellen Wirtschaftslage, unter Einbeziehung der globalen Finanzkrise, zu sehen. 5
Unter dem Gesichtspunkt, dass die deutsche Wirtschaft mit der Vergabe von Lieferantenkrediten der größte Kreditgeber von kurzfristigen Krediten ist, sollten sich die Unternehmer in Deutschland zunehmend sowohl ihrer bestehenden als auch der zukünftigen Außenstände annehmen und diese mit adäquaten Instrumenten sichern.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Handlungsfeld des Debitorenmanagements unter der besonderen Berücksichtigung des Delkredererisikos. Zur Bearbeitung wurde die Methodik der deduktiven Vorgehensweise gewählt, das bedeutet, die Thematik wird vom Allgemeinen zum Detail hin abgehandelt. 6
Mit dieser Arbeit wird verdeutlicht, welchen Gefahren die deutschen Unternehmen im Umgang mit Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausgesetzt sind und wie die Unternehmen diesen Gefahren mit der Umsetzung eines zeitgemäßen Debitorenmanagements begegnen können. Dabei gilt es finanzielle Schäden sowie das Risiko der Illiquidität weitgehend zu minimieren, um den Fortbestand der Unternehmung zu sichern. Ferner wird aufgezeigt, dass die Realisierung eines effektiven Debitorenmanagements in einem Unternehmen durch relativ wenig Aufwand erreicht, dass die Kosten für die Kreditgewährung minimiert und die Anzahl von totalen Forderungsausfällen begrenzt werden können.
3 Vgl. Verband der Vereine Creditreform e.V., Insolvenzen, Neugründungen und Löschungen, 2008, S. 1.
4 Vgl. Ohne Verfasser, www.tagesschau.de, vom 10.12.2008, 10:52 Uhr.
5 Vgl. Verband der Vereine Creditreform e.V., Insolvenzen, Neugründungen und Löschungen, 2008, S. 6.
6 Vgl. Rossig/Prätsch, Leitfaden, 2006, S. 75.
1
Im Rahmen dieser Arbeit werden folgende zielführende Fragen zur Erkenntnisgewinnung beantwortet:
1. Was genau wird unter Debitorenmanagement verstanden?
2. Worin besteht für die Unternehmen die Gefahr des Delkredererisikos? 3. Weshalb ist ein effektives Debitorenmanagement so wichtig?
2 Begriffliche Grundlagen
Zunächst werden die wichtigsten Begrifflichkeiten zu diesem Thema geklärt. In der gängigen Literatur wird der Begriff „Forderungsmanagement“ dem Terminus „Debitorenmanagement“ vorgezogen. Hierbei gibt es Autoren, die das Handlungsfeld des Forderungsmanagements in einer engen und einer weiten Auslegung beschreiben. Dabei beschränkt sich das Forderungsmanagement in der engen Auslegung ausschließlich auf die rechnerische Erfassung und die Durchsetzung der Forderungen, die aus einem Vertragsverhältnis resultieren. Dieser Teil des Forderungsmanagements wird u.a. auch als „Forderungsbearbeitung“ bezeichnet. Die weite Auslegung des Forderungsmanagements hingegen schließt den zeitlichen Rahmen vor der Forderungsentstehung mit ein. Dieses Aktionsfeld wird als „Kreditmanagement“ bezeichnet und umfasst die Bonitätsprüfung sowie die Vertragsgestaltung. 7
Andere Autoren hingegen nutzen den Begriff „Debitorenmanagement“, wobei sie ihn grundsätzlich als einen Teil des Forderungsmanagements sehen. Hierbei hat es die vorrangige Aufgabe, die Forderungen zu erfassen und zu verwalten. Die Analogie zu dem Forderungsmanagement in der engen Auslegung ist hier deutlich erkennbar. Allerdings wird in diesem Zusammenhang auch von einem effektiven Debitorenmanagement gesprochen. In dieser Auslegung wird dem Debitorenmanagement die Verantwortung der Risikominimierung von Forderungsausfällen, der sichernden Vertragsgestaltung sowie deren Abwicklung und die Verwaltung der Forderungen im Zeitraum nach der Leistungserbringung zugeschrieben. 8 Folglich handelt es sich um die Bereiche des Kreditmanagements und der Forderungsbearbeitung.
7 Vgl. Kokalj/Pfaffenholz/Schröer, Zahlungsverzug und Forderungsmanagement(…), 2000, S. 7.
8 Vgl. Müller-Wiedenhorn, Praxishandbuch Forderungsmanagement, 2006, S. 35.
2
Betrachtet man das Wort „Debitoren“ isoliert, so kann es sich sowohl auf die Außenstände eines Unternehmens beziehen als auch auf die Kunden im Allgemeinen. 9 Des Weiteren muss berücksichtigt werden, dass das Debitorenmanagement die Beziehungen zu den Kunden unmittelbar beeinflussen kann. 10 Daraus lässt sich ableiten, dass sogar das Kundenbeziehungsmanagement als Bestandteil des Debitorenmanagements betrachtet werden kann.
Aufgrund der vorausgegangenen Darstellungen erscheint eine Abgrenzung der Begriffe „Debitorenmanagement“ und „Forderungsmanagement“ voneinander nicht sinnvoll. Deshalb werden sie in der vorliegenden Arbeit synonym miteinander verwendet.
Das Delkredererisiko stellt das Risiko dar, welches ein Unternehmer trägt, wenn die Zahlungsunwilligkeit oder Zahlungsunfähigkeit eines Schuldners, oder dessen Bürgen, zu einem Forderungsausfall führt. 11
Aber auch schon der reine Zahlungsverzug seitens des Schuldners ist mit Kosten für den Gläubiger verbunden und konstituiert damit das Delkredererisiko. 12
3 Betriebswirtschaftliche Bedeutung des Delkredererisikos
3.1 Grundlage für das Delkredererisiko im Unternehmen
Eine Vielzahl von Unternehmen hat einen großen Teil ihres Umlaufvermögens in Form von Forderungen gebunden. 13 Dieser Teil des „Working Capital“ beträgt bei den deutschen Unternehmen im Durchschnitt 33,4 % der Bilanzsumme. 14 Solche Außenstände kosten die Unternehmen einerseits Geld in Form von Kapitalbindungskosten und andererseits Kreditwürdigkeit. 15 Denn nach Basel II 16 sind u.a. die Höhe der Außenstände und das damit verbundene Forderungsmanagement, im Rahmen eines Ratings, Bewertungskriterien für die eigene Kreditwürdigkeit. Dementsprechend werden die Zinskonditionen angepasst, so dass sich die Kredite verteuern können. 17 Außerdem erhalten Un-
9 Vgl.Pütz, Lexikon Forderungsmanagement, 2006, S. 34.
10 Vgl. Friege/Stauss, Forderungsmanagement, 2007, S. 554.
11 Vgl. Thommen/Achleitner, Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, 2001, S. 535.
12 Vgl. Büter, Außenhandel, 2007, S. 273.
13 Vgl. Breig, Forderungsmanagement, 2007, S. 188.
14 Vgl. Deutsche Bundesbank (Hg.), Monatsbericht Dezember 2007, S. 48.
15 Vgl. Hickethier, Kundenbeziehung mit Gewinn, 2006, S. 9.
16 Begriffserklärung im Glossar.
17 Vgl. Bauckhage, Grußwort, 2006, S. 6.
3
Arbeit zitieren:
Karlheinz Welzel, 2009, Debitorenmanagement unter besonderer Berücksichtigung des Delkredererisikos, München, GRIN Verlag GmbH
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