Inhaltsangabe:
1. Einleitung 01
2. Die Insel Man
2.1 Geographie, Topographie und Klima 01
2.2 Geschichte, Einwohner und Besonderheiten 03
3. Die Geschichte der Tourist Trophy
3.1. Die ersten Jahre der Tourist Trophy 04
3.2. Die Jahre 1920 bis 1939 11
3.3. Die Tourist Trophy in den Jahren von 1947 bis heute 14
4. Der Mythos Isle of Man TT 15
4.1. Das gefährlichste Rennen der Welt 17
4.2. Interview mit Rolf Steinhausen 18
5. Der Tourismus auf der Insel Man 22
5.1. Angebote und Möglichkeiten auf der Insel Man 23
5.2. Entwicklung der touristischen Nutzung 26
6. Die Tourist Trophy als regionale Sportkultur 27
7. Literatur 28
1. Einleitung
Im Sommersemester 2008 haben wir im Rahmen des Seminars „Tourismus und regionale Sportkulturen in Europa“ verschiedene eigenständige Sportarten und Ausdifferenzierungen von bekannten Sportarten kennengelernt, die in einem engen Bezug zu der Region stehen, in der sie praktiziert und als Kultur gepflegt werden. Der Begriff Kultur bezeichnet in Wissenschaft und Alltagssprache sehr unterschiedliche Phänomene und ist stets in Zusammenhang mit Zivilisation zu erörtern. Tylor beschrieb Kultur bereits 1870 „als das komplette Ganze, das Wissen, Überzeugungen, Kunst, Gesetzte, Moral, Tradition und jede andere Fertigkeit und Gewohnheit einschließt, die Menschen einer Gesellschaft erwerben“ (Nünning, 2005: 106f). In einer weit gefassten Definition kann unter Kultur somit alles verstanden werden, was vom Menschen gemacht ist (Nünning, 2005: 107f). Unter den einschränkenden Begriff ‚Sportkultur‘ fallen also alle kulturellen Phänomene und Praktiken, die mit Bewegung, Spiel und Sport zu tun haben. Wir haben uns in diesem Zusammenhang mit der Tourist Trophy auf der Isle of Man beschäftigt, einem in dieser Form einzigartigen Motorradrennen mit langer Tradition. In der vorliegenden Hausarbeit möchten wir die Besonderheiten der Tourist Trophy darstellen. Dazu befassen wir uns zunächst mit der Insel Man und ihren Besonderheiten, um danach besonders die Geschichte der Tourist Trophy darzustellen. Im zweiten Teil befassen wir uns mit der Mythologie, die sich um das „gefährlichste Rennen der Welt“ (Limmert, 1985: 158) entwickelt hat. Außerdem stellen wir den Zusammenhang des Tourismus und der Tourist Trophy auf der Isle of Man dar, um abschließend eine Einordnung der Tourist Trophy in das Schema der regionalen Sportkulturen vorzunehmen, welches wir im Seminar kennengelernt haben.
2. Die Insel Man
2.1 Geographie, Topographie und Klima
Die Insel Man, oder im Englischen „Isle of Man“, liegt in der nördlichen Hälfte der irischen See, 56km östlich von Nordirland, 30km südlich von Schottland, 50km westlich von England und 75km nördlich von Wales.
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Teil der Insel ist flach, der Rest der Insel wird bestimmt von einem Höhenstreifen, der sich von Südwest bist Nordost über die Insel zieht. Das Klima der Insel Man wird bestimmt durch einen Seitearm des Golfstroms, der durch die Irische See geht und „besondere klimatische Verhältnisse“ (Leverkus, 2001: 8) schafft. So findet man auf der Insel Palmen und verschiedene Vogelarten, die das feuchte und milde Klima mit milden Wintern und kühlen Sommern bevorzugen.
Die wärmsten Monate sind Juli und August. Statistisch den geringsten Niederschlag haben Mai und Juni. Dies ist wohl auch einer der Hauptgründe, weshalb die Tourist Trophy von Ende Mai bis Anfang Juni angesetzt wird. Die topographischen und klimatischen Besonderheiten führen dazu, dass das Wetter auf der Insel zuweilen regional sehr unterschiedlich ist, so dass es bei Sonnenschein an der Küste in den Bergen durchaus neblig und regnerisch sein kann (Allner/Herder, 2002: 24). Die Küstenlinie ist, bis auf den Norden der Insel, von felsigen Steilküsten geprägt.
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2.2 Geschichte, Einwohner und Besonderheiten
Nach der ersten Besiedlung durch Jäger und Sammler in der mittleren Steinzeit waren es laut Leverkus (2001: 9) die Wikinger, die zwischen dem 8. und 13. Jahrhundert die Insel beherrschten. Im Jahr 1266 übernahmen zuerst schottische, später dann englische Herrscher die Inselherrschaft, bevor 1736 James Murray, der Zweite Herzog von Anthol, die Souveränitätsrechte an die britische Krone verkaufte. Kurz darauf entwickelte sich ein reges Schmugglerwesen, das die britische Regierung im Jahr 1765 unterband, indem sie „die dafür notwendigen Rechte vom Dritten Herzog von Athol“ (Leverkus, 2001: 9) erwarb. Der Vierte Herzog von Athol wiederum empfand einige Jahre später dieses Abwerben als große Benachteiligung seiner Familie und erlangte als Ausgleich im Jahr 1793 von der britischen Regierung den Titel des General-Gouverneurs der Insel Man. Bis heute ernennt die englische Krone einen „Lieutenant-Governor“ („Vizegouverneur“), der die Insel als „Crown-Land“ verwaltet. Die Insel ist damit direkt der britischen Krone unterstellt, ist allerdings nicht Teil des Vereinigten Königreiches und auch keine Kronkolonie. Die Gesetze der Insel „werden von einem eigenen Parlament beschlossen und erhalten die königliche Zustimmung“ (Leverkus, 2001: 9). Dieses Parlament, Tynwald genannt, gilt nach Leverkus (2001: 9) als das älteste durchgängig bestehende Parlament der Welt.
Die eigene Gesetzgebung und die Unabhängigkeit vom Königreich und der EU macht die Insel Man heute zu einem Offshore-Finanzplatz und die Insel ist gerade bei britischen Millionären aufgrund der niedrigen Steuersätze beliebt. Die etwa 75000 Einwohner der Insel bezeichnen sich selbst als „Manx“. 25.000 Menschen leben in Douglas, der größten Stadt auf der Insel Man (Allner/Herder, 2002: 32). Als „Manx“ wird gleichzeitig auch die ursprüngliche Sprache der Inselbewohner bezeichnet, die heute Englisch sprechen. Nur wenige Bewohner beherrschen noch „Manx“, auch wenn die Sprache erfolgreich wiederbelebt wurde, nachdem sie fast vollkommen ausgestorben war.
Laut Allner und Herder (2002: 31) sind die Bewohner der Isle of Man, „die wahrscheinlich zu Motorradfahrern freundlichsten Menschen der Welt“. Dies lässt sich unserer Ansicht nach über die kulturelle Verwurzelung der ansässigen
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Menschen zum Motorsport und insbesondere zum Motorradsport erklären. Laut Guillaume (1977: 128) und Allner/Herder (2002: 18) ist die Polizei besonders kooperationsfähig, weil sie beispielsweise Rennmaschinen ohne Straßenzulassung durch den alltäglichen Verkehr geleiten.
3. Die Geschichte der Tourist Trophy 3.1 Die ersten Jahre der Tourist Trophy
Reine Motorradrennen gab es seit Beginn des 20. Jahrhunderts. Eins der ersten Motorradrennen ist nach Leverkus (2001: 17) „das am 21. Mai 1899 in Österreich stattgefundene ,Exelbergrennen’“. Dieses Rennen war das erste, in dem nur Motorräder gestattet waren. Vorher konnten mit Motorrädern zwar Rennen bestritten werden, allerdings nur im Rahmen von Wettfahrten gegen Automobile. Von 1904 bis 1906 wurde daraufhin mit dem „Coupe d’International“ die erste Rennserie nur für Motorräder ausgetragen, mit einem jährlichen Rundkursrennen, veranstaltet von der F.I.C.M., der Fédération Internationale des Clubs Motocyclistes. Ausgetragen wurde das Rennen jeweils im Land des Vorjahressiegers, 1904 in Frankreich und 1905 und 1906 in Österreich. Sein schnelles Ende fand der „Coupe d’International“ im Anschluss an das Rennen von 1906, in dem sich gezeigt hatte, dass kein gültiges Regelwerk zugrunde liegt und man sich auf ein gemeinsames Reglement nicht einigen konnte. Dem Interesse am Motorradsport tat diese Entwicklung jedoch keinen Abbruch, bereits auf der Rückreise aus Österreich diskutierten laut Lerverkus (2001: 18) die Fahrer Harry Collier und sein Bruder
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Charlie mit dem Generalsekretär des Auto Cycle Club (A.C.C.) und dem motorsportbegeisterten Marquis de Mouzily St. Mars über einen Ersatz für den
„Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit normaler „Touren“-Motorräder“ (Leverkus, 2001: 18), daher auch der Name „Tourist Trophy“, stattfinden zu lassen. So sollten neben der Geschwindigkeit vor allem die Zuverlässigkeit und der Verbrauch der Motorräder im Vordergrund stehen, er sah in dem Rennen ein Testfeld für die Motorradhersteller und ihre Serienmodelle und außerdem einen Ansporn für die Hersteller, ihre Maschinen technisch weiterzuentwickeln, um den Belastungen des Rennens gewachsen zu sein.
1907 waren dann sowohl das Reglement geklärt als auch die Erlaubnis des Insel-Parlaments vorhanden, so dass am noch im gleichen Jahr das erste Rennen auf der Insel Man gestartet werden konnte.
Aus der Forderung des Marquis nach einer Schnelligkeits-, Zuverlässigkeits- und Verbrauchsprüfung folgte für das vom A.C.C. entwickelten Regelwerk, dass der Benzinverbrauch der antretenden Motorräder beschränkt und kontrolliert werden musste. Man legte Erfahrungswerte aus vergangenen Rennen zu Grunde und einigte sich schließlich darauf, das Rennen in zwei Klassen zu starten, eine Einzylinder- und eine Zweizylinder-Klasse. „Die Einzylinder durften […] für 144,837 Kilometer (90 Meilen) 4,546 Liter (1 Gallone) Benzin verbrauchen, die Zweizylinder für 120,698 Kilometer (75 Meilen) ebenfalls nur 4,546 Liter.“ (Leverkus, 2001: 19). Außerdem mussten die Motorräder mit einer funktionierenden Auspuffanlage mit
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Schalldämpfung ausgestattet sein, „die Bereifung sollte nicht mehr als zwei Zoll Durchmesser haben, es musste der serienmäßige Sattel angebaut werden, die Räder sollten vom Schutzblech bedeckt sein“ (Leverkus, 2001: 19) und jeder Fahrer musste einen Werkzeugsatz mitführen.
Die Strecke führte aus dem Startort St. Johns nördlich bis nach Kirk Michael und von
Fahrer in der Einzylinder- und 8 Fahrer in der Zweizylinder-Klasse, paarweise geschickt, angefeuert von vielen Zuschauern, die sich vor allem im Start- und Zielbereich dicht an die Strecke drängten.
Nach einem aufregenden Rennen mit vielen Reparaturen stand nach 4:08:08 Stunden, also mit einer beachtlichen Durchschnittsgeschwindigkeit von 61,53 km/h, der erste Sieger in der Einzylinder-Klasse fest, es war C.R. Collier auf einem Motorrad des Herstellers Matchless vor J. Marshall auf Platz zwei und F. Hulbert auf
Arbeit zitieren:
Bastian Einck, 2008, Die Tourist Trophy auf der Isle of Man, München, GRIN Verlag GmbH
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