Inhaltsverzeichnis
1. Begründung des gewählten Themas 3
2. Der Ursprung des christlichen Mönchtums 4
3. Von der Askese zum christlichen Mönchtum 5
4. Die Anfänge des Mönchtums in Ägypten 8
5. Reflexion 16
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1. Begründung des gewählten Themas
Ich habe mich ganz bewusst für das Thema Die Anfänge des Mönchtums in entschieden, da ich mich mit dieser Materie bis zum Schreiben der Hausarbeit nicht auskannte und es mein Interesse geweckt hat. Schon oft habe ich mir die Frage gestellt, wie man sich dafür entscheiden kann, sein gesamtes Leben aufzugeben und es ganz nach Gott auszurichten. Wo liegt der Ursprung des Mönchtums? Leben Mönche nur in ihrem Kloster oder dürfen sie auch den Kontakt zur Außenwelt halten? Wer oder was veranlasst sie dazu in ein Kloster zu ziehen? Wie entstand das Mönchtum? Können sie sich dort zurückziehen oder ist alles auf die Gemeinschaft ausgerichtet? Generell würde mich interessieren, wie der Alltag eines Mönchs aussieht. Wie ist es mit dem Empfang von Besuch im Kloster? Gab es früher schon Frauenklöster oder ähnliche Lebensformen, die deren der Mönche gleicht?
Um alle diese und weitere Fragen zu klären, werde ich als erstes bei meiner Hausarbeit auf die vermutlichen Ursprünge der christlichen Askese eingehen, wo ich die Essener und Therapeuten genauer untersuchen werde. Dann gehe ich näher auf die christliche Askese ein und komme schließlich zu den Ursprüngen des Mönchtums in Ägypten. Desweiteren gehe ich noch auf die Entwicklung des Mönchtums in anderen östlichen Ländern ein, wie Palästina, Syrien, Kleinasien und insbesondere Konstantinopel. Dort sind unabhängig und neben dem ägyptischen Mönchtum klösterliche Lebensformen entstanden, auf die ich jedoch nur kurz eingehe, um anzudeuten, dass das Mönchtum nicht nur in Ägypten Fuß gefasst hat. Abschließend werde ich alles für mich reflektieren und so zu einem Fazit zu gelangen, in dem auch meine eigene Meinung deutlich wird und welche ich mir durch das Lesen der im Literaturverzeichnis angegebenen Bücher, gebildet habe. Bis dahin will ich mich auch mit meinen Anfangsfragen auseinandergesetzt haben und eine Antwort darauf wissen.
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2. Der Ursprung des christlichen Mönchtums
Weit vor dem Entstehen des Christentums beziehungsweise Mönchtums sind monastische Lebensweisen bekannt. Jedoch kam es im Laufe der Zeit zu verschiedenen Auffassungen in der kirchengeschichtlichen Forschung, wo genau die Ursprünge des christlichen Mönchtums liegen. Ihre Auslegungen lassen sich in traditionelle Ansichten sowie in moderne Fragestellungen differenzieren. Bischof von Caesaria (ca.260-340) vertrat die Ansicht, dass die Essener Vorreiter des christlichen Mönchtums sind. Die Essener forderten eine Sonderstellung innerhalb des Judentums und bildeten sich 150 vor Christus in der Zeit des Widerstandes heraus. Sie lebten ehelos, abseits der Bevölkerung, und Armen gegenüber zeigten sie Nächstenliebe. Dagegen, dass sie die Vorreiter des christlichen Mönchtums sind, lässt sich jedoch sagen, dass die Essener nur Juden bei sich aufnahmen und sie sich als alleinige Auserwählte Jahwes verstanden. Bei den späteren Mönchen kommen die Mitglieder jedoch aus verschiedenen Völkern. Diese Abwägung des Bischofs von Caesaria ist daher sehr fraglich 1 . Der jüdische Gelehrte Philo aus Alexandrien schrieb -über die
Therapeuten( griechisch: Diener sein, ehren, verehren, jüdisch-hellenistische Asketengemeinschaft)
als Nahrung, als Zukost Salz, dem bisweilen Hysop als Gewürz beigegeben wird, um den Feinschmeckern unter ihnen zu genügen. Die aufrechte Vernunft nämlich rät ihnen, in Nüchternheit zu leben, wie sie den Priestern rät, in Nüchternheit zu opfern. Wein ist nämlich ein Gift, das Tollheit erzeugt, köstliche Leckerbissen aber reizen
der asketischen Theorie sowie Praxis der späteren christlichen Mönchsgemeinschaft auf und Philo beschrieb die Therapeuten als Vorgänger des christlichen Mönchtums. Diese Ansicht wurde in der altkirchlichen Geschichtsschreibung übernommen und weitergeführt. Allerdings wird in modernen Fragestellungen die Anschauung Philos widerlegt, weil es anhand von mangelnden Quellen nicht möglich ist, eine
1 Hogg, James: Die geheimnisvolle Welt der Klöster, Augsburg 1998; Seite 14-15
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tatsächliche Verbindung zwischen Therapeuten und Mönchen zu ziehen 2 . Zumal die vormonastische Askese nicht gleich mit dem Mönchtum gleichzustellen ist, denn als Asket ist man nicht gleichzeitig ein Mönch 3 .
3. Von der Askese zum christlichen Mönchtum
Der Begriff Askese stammt aus dem Griechischen und bedeutet Übung und Einübung. Es ist eine strenge, enthaltsame und bewusste Lebensweise, in der der Asket aus freiwilligen Motiven auf jegliche Vergnügungen und Genüsse verzichtet. Das äußert sich zum Beispiel im Fasten, in der sexuellen Enthaltsamkeit oder der Absonderung. Diese Lebensweise war ein grundlegender Bestandteil der Philosophen im antiken Griechenland, um ein Ideal zu erlangen, welches sich auf den Verzicht von Nahrung, Besitz und Triebe bezieht. Die Pythagoräer sahen den (Frank, Karl Suso: Geschichte des christlichen
Mönchtums, 1988; Seite 4) und versuchten durch eine asketische Lebensform Leib und Seele zu trennen und folglich die Beherrschung der körperlichen Bedürfnisse zu erringen. Auch die Philosophie der Stoa beinhaltete Askese und sollte dem Philosophen die Befreiung von Affekten bis hin zur Gleichgültigkeit wegweisen, um die körperlichen Triebe kontrollieren zu können. Bis hin zur Spätantike bedeutete philosophisches Leben ebenfalls asketisches Leben. Im Laufe des zweiten Jahrhunderts sahen die Christen ihre Religion als die hochgradigste Form der Philosophie und somit gewann auch die Askese in ihrem Leben immer mehr an Einfluss, um nicht der konkurrierenden heidnischen Philosophie nachzustehen 4 . Das Neue Testament ist die älteste Schrift über das christliche Leben und es schreibt nicht ausdrücklich ein asketisches Leben vor. Jeder Christ soll den Lebens- und Glaubensstil von Jesus annehmen(siehe Matthäus 19,21), um in seine Nachfolge zu treten. Trotzdem muss man deswegen aber nicht automatisch asketisch Leben. Jesus von Nazareth lebte selbst nicht als Asket. Freilich war er nicht verheiratet, arbeitete nicht für seinen Lebensunterhalt und er sah Armut als was Besonderes an. Andererseits zwang er seine Jünger nicht zur asketischen Lebensweise, bekam
2 Lietzmann, Hans: Geschichte der alten Kirche, Berlin 1975; Seite 125
3 Frank, Karl Suso: Askese und Mönchtum in der Alten Kirche, Darmstadt 1975; Seite 3
4 Frank, Karl Suso: Geschichte des christlichen Mönchtums,1988; Seite 7
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Arbeit zitieren:
Sarah Lehnert, 2008, Die Anfänge des Mönchtums in Ägypten, München, GRIN Verlag GmbH
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