Inhaltsverzeichnis:
Einleitung……………………………………………………………………………………...4
1 Grundannahmen der Bindungstheorie
1.1 Bindungstheorie nach John Bowlby 5
1.2 Bindungsforschung Mary Ainsworths 6
1.3 Muster von Bindungsverhalten 4
1.3.1 Muster Sicher gebunden 7
1.3.2 Muster Unsicher vermeidend gebunden 7
1.3.3 Muster Unsicher ambivalent gebunden 7
1.3.4 Muster Desorganisiert gebunden 8
1.4 Bedingungen für die individuelle Entwicklung von Bindungsqualität 8
1.5 Bindungsbeziehungen im Verlauf der Entwicklung bis zum sechsten
Lebensjahr……………………………………………………..……………………..9
1.5.1 Bindungsentwicklung im Vorschulalter……………...……………...9
1.5.2 Aufbau außerfamiliärer Bindungsbeziehungen
die Erzieherin Kind Bindung 10
2 Exploration im Vorschulalter
2.1 Exploration als Voraussetzung für die Aneignung von Welt 12
2.2 Zusammenhang von Bindung und Exploration 12
2.3 Explorationsverhalten im Hinblick auf Bindungsmuster 13
2.3.1 Exploration sicher gebundener Kinder 13
2.3.2 Exploration unsicher vermeidend gebundener Kinder 13
2.3.3 Exploration unsicher-ambivalent gebundener Kinder 13
2.3.4 Exploration desorganisiert gebundener Kinder 14
2
3 Konsequenzen für die pädagogische Arbeit
3.1 Auswirkungen der unterschiedlichen Bindungsmuster auf die
Entwicklung der Kinder…………………………………………………………….15
3.2 Entwicklungschancen durch Beachtung bindungstheoretischer
Aspekte in der pädagogischen Arbeit…………………………………………….16
Schlussbetrachtung………………………………………………………………...16
Literatur- und Quellenverzeichnis…………………………………………………18
Abkürzungsverzeichnis
Kita – Kindertagesstätte
3
Einleitung „Julian kann überhaupt nicht spielen, rennt den ganzen Tag durch das Zimmer und räumt nur alles raus. Kontakt zu anderen Kindern findet er nicht. Aber ist ja auch kein Wunder, mit ihm beschäftigt sich ja auch keiner zu Hause.“ „Paula spielt nicht. Den ganzen Tag steht sie neben mir, verfolgt mich wie ein Schatten und findet keinen Kontakt zu anderen Kindern. Ist ja auch kein Wunder, zu Hause wird sie von allen be-spielt.“ Diese zwei Aussagen, getroffen von Erzieherinnen beschreiben beobachtetes, unter- schiedliches Spielverhalten zweier Kinder, dass vom „normalen“ alterstypischen Spielverhalten abzuweichen scheint. Die Abweichungen sind verschieden. Gleich ist bei beiden Beobachtungen, dass die Kinder sich nicht konzentriert und intensiv einer Sache hingeben können, soziale Kontakte zu anderen Kindern und gemeinsames Explorieren eingeschränkt sind und Verhaltensauffälligkeiten beobachtet werden. Geht man davon aus, dass sich Kinder im Vorschulalter ihre Welt im Spiel erschlie- ßen, so sind die Entwicklungsmöglichkeiten von Julian und Paula eingeschränkt. Die alltagstheoretischen Schlussfolgerungen der Erzieherinnen liefern keine hinrei- chende Begründung für ihr Verhalten. Was könnte die mögliche Ursache dafür sein, dass sie nicht neugierig und interessiert im Spiel mit anderen Kindern ihre Welt erfor- schen?
Nach Largo/Benz kann ein Kind nur spielen, wenn es sich wohl und geborgen fühlt. (vgl. Largo/Benz, 2003, 58) Warum fühlen diese Kinder sich nicht wohl und gebor- gen? Mögliche Ursachen werden in der vorliegenden Hausarbeit aus bindungstheo- retischer Sicht dargestellt und Konsequenzen für die pädagogische Praxis abgeleitet. Kapitel eins stellt die Grundannahmen der Bindungstheorie nach John Bowlby und die Erkenntnisse der Bindungsforschung Mary Ainsworths dar. Weiterhin wird auf die Entwicklung von Bindungsbeziehungen im Vorschulalter eingegangen.
In Kapitel zwei werden Bedeutung und Besonderheit von Exploration im Vorschulal- ter und der Zusammenhang zur Bindung dargestellt. Kapitel drei beschäftigt sich ab- schließend mit möglichen Konsequenzen für die pädagogische Praxis, um Kindern wie Julian und Paula breitere Entwicklungschancen eröffnen zu können. Leider kann in Anbetracht des zur Verfügung stehenden Umfangs der Hausarbeit vieles nur angerissen und kurz erläutert werden.
In den Ausführungen wird der Einfachheit halber nur die weibliche Form Erzieherin verwendet, gemeint sind dabei weibliche und männliche Fachkräfte.
4
1 Grundannahmen der Bindungstheorie
1.1 Bindungstheorie nach John Bowlby
„Bindungen stellen die Person in einen prägenden Zusammenhang mit den Wurzeln der Menschwerdung und der individuellen Zuneigung besonderer Erwachsener, die das Kind beschützen und versorgen. Sie gehören zur Natur des Menschen.“ (Gross- mann/Grossmann, 2008, S. 19) John Bowlby, englischer Psychiater und Psychoanalytiker gilt als „Vater“ der Bin- dungstheorie. Er hat in den 60-iger Jahren des letzten Jahrhunderts das Wissen über Bindung theoretisch konzipiert.
Galt in der Psychoanalyse bis in die Mitte der 50-er Jahre die Entwicklung von Be- ziehungen oder Bindungen als reine Triebbefriedigung (vgl. Grossmann/Grossmann, 2003, 23), so beschrieb Bowlby Bindung als angeborene Neigung, die Nähe einer vertrauten Person zu suchen. Dabei beschreibt er das Bindungssystem als relativ unabhängig von sexuellen und aggressiven Triebbedürfnissen und sieht es als ei- genständiges Motivationssystem, dass mit anderen Motivationssystemen interagiert, nicht aber aus ihnen abgeleitet werden kann.
Wichtig ist, zwischen offen gezeigtem Bindungsverhalten und einer Bindung zu einer Person zu unterscheiden. Bindungsverhalten wird nur unter Belastung, beispielswei- se bei Krankheit, Müdigkeit, Angst, Verlust usw. gezeigt, eine Bindung besteht konti- nuierlich. (vgl. Grossmann/Grossmann, 2008, 70) Bindungsverhalten, wie Weinen, Rufen, Anklammern existiert von Geburt an. (vgl. Dornes, 2000,44) Es ist „besonders deutlich während der frühen Kindheit erkennbar, doch geht man davon aus, dass es menschlichen Wesen von der Wiege bis zum Grab eigen ist.“ (Grossmann/Grossmann, 2003, 23) Bindung allerdings besteht noch nicht bei der Geburt sondern entwickelt sich erst, in dem die Bezugsperson auf die Verhaltensweisen des Säuglings reagiert. (vgl. Grossmann/Grossmann, 2008, 70) Damit ist Bindung keine angeborene Eigenschaft des Kindes, sondern Bezugsgsperson und Kind werden als Teilnehmer in einem sich wechselseitig bedingenden und selbstregulierenden System betrachtet. (vgl. Brisch, 2006, 35) Dass ein bestimmtes Bindungsmuster nicht angeboren ist zeigt auch die Tatsache, dass ein und dasselbe Kind gegenüber verschiedenen Bindungspersonen unterschiedliche Muster entwickeln kann. (vgl. Grossmann/Grossmann, 2003, 99)
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Kathleen Siebert, 2009, Der Zusammenhang von Bindung und Exploration, Munich, GRIN Publishing GmbH
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