Sportliche Leistungsfähigkeit unter besonderen
klimatischen Bedingungen
Professur für
Physische Geographie und Landschaftsökologie
Mathematisch-Geographische Fakultät
der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt
Eingereicht von:
Claudia Gunkel
Claudia Gunkel
Sportliche Leistungsfähigkeit unter besonderen klimatischen Bedingungen
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Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
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Vorwort
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1. Definition sportliche Leistungsfähigkeit
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2. Klimaeinfluss auf den menschlichen Körper unter Berücksichtigung der
sportlichen Leistungsfähigkeit
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2.1 Körperkerntemperatur und Thermoregulation
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2.2 Innere und äußere Einflussfaktoren auf die Wärmeregulation des
menschlichen Organismus
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2.3 Einfluss tropischer und subtropischer Klimate auf die sportliche
Leistungsfähigkeit
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2.4 Empfehlungen und Hinweise
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3. Sportorganisationen im Kontext zukünftiger Klimaverhältnisse
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3.1 Klimawandel und sportliche Leistungsfähigkeit
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3.2 Solaranlagen als innovatives Beispiel für ökologisch nachhaltige
Sportstätten
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3.3 Klimaschutz und Sport
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4. Beispiel: Olympische Spiele und Paralympics 2004 in Athen
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Resümee
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Literaturverzeichnis
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Claudia Gunkel
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Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Zu erwartende Thermobilanz bei sportlicher Belastung bei
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unterschiedlicher Umgebungstemperatur und Luftfeuchtigkeit (LF).
Quelle: Dennis & Noakes 1999: 282.
Abb. 2: Einfluss der Umgebungstemperatur auf die erreichte Belastungs-
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zeit bei erschöpfender fahrradergometrischer Dauerbelastung bei
70% der maximalen Sauerstoffaufnahme (links). Korrespondie-
render Verlauf der Körperkerntemperatur (rechts).
Quelle: Galloway & Morgan 1997: 1245.
Abb. 3: Während des Wettkampfes herrschende Außentemperaturen und
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erreichte Marathonzeiten des 1. Und 10. Läufers bei den internati-
onalen Leichtathletikmeisterschaften der vergangenen Jahre
(1992 2003).
Quelle: Dickhuth 2004: 16.
Abb. 4: Temperaturverlauf bei täglich wiederholten erschöpfenden
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Dauerbelastungen (Fahrradergometer) bei 60% der maximalen
Sauerstoffaufnahme bei 40°C Raumtemperatur.
Quelle: Nielsen et al. 1993: 477.
Abb. 5: Durchschnittstemperaturen im Jahr 2005: Rote Bereiche zeigen
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Erwärmung, blaue Felder Abkühlung.
Quelle: o.A. 2006 vom 14.4.10.
Abb. 6: Klimadiagramm Athen.
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Quelle: Mühr 2007 vom 15.4.10.
Claudia Gunkel
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Vorwort
Die Entwicklung des ,,Kunstwerks Mensch" vor Jahrmillionen spiegelt sich in einem einzigen
Bewegungsablauf ab, an dem sämtliche Regionen der Gehirns und aller Organe des menschli-
chen Körpers beteiligt sind. Diese stellt sich im Sport besonders deutlich dar. Der Organismus
wird ständig herausgefordert und zu neuen Höchstleistungen gebracht. Im Leistungssport ste-
hen alle Zielsetzungen unter einem besonderen Zeitdruck. Wer über die effizientesten Trai-
ningsmethoden auf allen Ebenen - von der Biomechanik über die Ernährung bis zur Psycho-
logie - verfügt, hat eine höhere Chance, zu gewinnen. Dazu müssen auch äußere Rahmenbe-
dingungen wie Temperatur oder Luftfeuchtigkeit stimmen. Über das menschliche Verhalten
ist reichlich theoretisches und Anwendungswissen vorhanden. Deshalb muss die Fülle des
Wissens auf die praktisch anwendbare Menge reduziert werden. Dazu gilt das ,,Prinzip der
minimalen Intervention" (Kanfer et al., 1991: 37) ganz besonders im Höchstleistungsbereich
(vgl. Kogler 2006: 6).
Die vorliegende Arbeit umfasst eine Zusammenführung von sportlicher Leistungsfähigkeit
auf der einen Seite und die klimatische Beeinflussung auf den menschlichen Körper auf der
anderen Seite. Vor dem Hintergrund des globalen Klimawandels werden im zweiten Teil zu-
künftige Klimaverhältnisse sowie -schutz in Verbindung mit Sport, deren organisationaler
Struktur und möglichen Handlungsfeldern aufgezeigt.
Claudia Gunkel
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1. Definition sportliche Leistungsfähigkeit
Der Begriff Leistung findet im Sport zunächst sehr weitläufig Anwendung. Als höhere Leis-
tungen gelten vorwiegend größere Geschwindigkeiten, größere Höhen und Weiten in den
Sprung- und Wurfdisziplinen, aber auch höhere Punktzahlen bei technischen Sportarten. Häu-
fig werden hierbei nicht nur die Schwierigkeitsgrade, sondern auch der ,,künstlerische Aus-
druck" bewertet.
In den Sprintdisziplinen (bspw. Radsport) sowie den Ausdauer-Sportarten wird der Begriff
sportliche Leistungsfähigkeit auch in seinem engeren, physikalischen Sinne angewandt. So-
wohl im Rudersport als auch im Radsport korreliert die vom Sportler zu erbringende, physio-
logische Leistung besonders eng mit der effektiv messbaren physikalischen Leistung. Dabei
wird der Energieumsatz pro Zeiteinheit gemessen. Demgemäß sind in den letzten Jahrzehnten
neuartige Leistungstests und Verfahren der Leistungsdiagnostik entwickelt worden, die in
erster Linie auf Fahrradergometern bzw. auf Laufbändern durchgeführt werden. Dabei wird
die hier erbrachte physikalische Leistung ins Verhältnis zu verschiedenen anderen Parametern
gesetzt: Sauerstoff-Aufnahme, Herzfrequenz, Atem-Volumen, gepumptes Blutvolu-
men/Zeiteinheit, Laktat-Konzentration etc. Aus der effektiven Leistungsdiagnostik werden
anschließend umfangreiche Anregungen zur Trainingsgestaltung entwickelt (vgl. Kogler
2006: 6).
Kritische Vertreter der Trainingslehre und Sportwissenschaft argumentieren jedoch demge-
genüber, dass es hierbei zu einer Überbetonung der physikalischen Aspekte der Leistungser-
bringung kommt. Während im weiteren Sinne leistungsbestimmende Faktoren wie Erholungs-
fähigkeit, Laktatabbau und dergleichen durchaus in die Begrifflichkeiten der sportlichen Leis-
tungsfähigkeit einbezogen werden können, stehen wesentliche Aspekte wie Willenskraft,
,,Tagesform" usw. eher im Hintergrund. Diese psychologischen Merkmale sind Gegenstand
sportpsychologischer Forschung und haben zur Entwicklung sportspezifischer psychologi-
scher Testverfahren wie zum Beispiel dem sportbezogenen Leistungsmotivationstests SMT
(vgl. Frintrup & Schuler 2007: 11) geführt.
In dieser Arbeit wird vordergründig die sportliche Leistungsfähigkeit unter subtropischem und
tropischem Klimaeinfluss beschrieben.
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2. Klimaeinfluss auf den menschlichen Körper unter Berücksichtigung
der sportlichen Leistungsfähigkeit
Um den Einfluss der Klimas auf die sportliche Leistungsfähigkeit des Menschen verstehen zu
können, bedarf es der Erklärung des Systems der Thermoregulation. Im weiteren Verlauf die-
ses Kapitels wird insbesondere auf Bereiche der tropischen und subtropischen Klimate einge-
gangen.
2.1 Körperkerntemperatur und Thermoregulation
Zu einem wesentlichen überlebenswichtigen Instrument des menschlichen Körpers zählt das
System der Thermoregulation. Durch äußere Klimaeinflüsse wird es stets beeinflusst und
kann aus dem Gleichgewicht gebracht werden. ,,Der Mensch ist als gleichwarmes Lebewesen
auf eine konstante Erhaltung seiner Temperatur auf einen Sollwert von etwa 37°C angewie-
sen. Das thermoregulatorische System sorgt [...] dafür, dass unter Bedingungen, bei denen
eine Erhöhung der Körpertemperatur auftritt, diese zusätzliche Wärme wieder an die Umge-
bung abgegeben wird und somit die Homöostase (Temperaturgleichgewicht) des Körpers ge-
wahrt bleibt." (Dickhuth 2004: 9).
Der Mensch gehört somit zu den homoiothermen Lebewesen, da seine Körperkerntemperatur
im Mittel 37°C beträgt und in dieser Höhe nahezu konstant gehalten wird. Forscher berichten
trotzdem, dass Rektaltemperaturen von 25°C und 43°C überlebt wurden (vgl. Haas 1968: 14).
Beeinflussung der Körperkerntemperatur
Im Wesentlichen kann die Körpertemperatur auf zweifache Art beeinflusst werden. Einerseits
können thermische Bedingungen, unter denen der Mensch lebt, zu gleichsinnigen Körperkern-
temperaturveränderungen führen. Andererseits kann die Wärmeproduktion in den Körperge-
weben die Körpertemperatur verändern. Bei Muskelarbeit, die kurzfristig den Ruhestand um
das dreißigfache steigern kann, kommt es zu einer erheblichen Wärmebildung im Organis-
mus. Die Konsequenz der Körpertemperatur ist nur dann gewährleistet, wenn Wärmegewinn
und -verlust einander entsprechen. Konvektion, Strahlung und Schweißverdunstung auf der
Haut sind die wirksamen Faktoren bei der Erhaltung des Wärmegleichgewichts. Der
Schweißbildung und -verdunstung kommt dabei besondere Bedeutung zu (vgl. Hass 1968:
14).
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