Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung 3
2. Rechtsextremismus - eine begriffliche Annäherung 3
3. Rechtsextremismus in der DDR? 6
4. Maßnahmen der DDR-Regierung gegen den Rechtsextremismus 12
5. Erklärungsansätze für die Entwicklung des Rechtsextremismus in der DDR 15
5.1. Die autoritäre antifaschistische Erziehung in der DDR 16
5.2. Die Ausländerpolitik der DDR 18
6. Resümee 20
7. Literatur 23
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1. Einleitung
Der Meldung der staatlichen DDR-Nachrichtenagentur Allgemeiner Deutscher Nachrichtendienst (ADN) vom 11. August 1989 nach waren neonazistische Tendenzen in der DDR „purer Unsinn“. Die Begründung lieferte der ADN allerdings gleich mit: „Jeder Ansatz werde durch harte Strafen schon im Keim erstickt.“ Damit wurde bestätigt, was es angeblich nicht gab. 1 Nach Auswerten von Berichten der Hauptabteilung XX des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) aus den 80er Jahren, wird tatsächlich die Wahrnehmung der Anfänge einer rechtsextremistischen Bewegung in der DDR abgebildet. 2 Auch bestätigten die stark erhöhte Anzahl rechtsextremistischer Vorfälle von ostdeutschen Jugendlichen insbesondere nach „der Wende“ die These, dass Rechtsextremismus ihren Ursprung bereits in der DDR hatte.
Mit der nachfolgenden Ausarbeitung verfolge ich nun das Ziel, meine Fragen, die aus der offensichtlichen Verschleierung der Existenz von Rechtsextremismus in der DDR heraus entstanden sind, zu beantworten: Warum bestritt die DDR bis zu ihrem Untergang, dass eswie in den Akten nachgewiesen - tatsächlich ein rechtsextremistisches Phänomen gab? Seid wann existierte der Rechtsextremismus in der DDR? Und welche rechtsextremistischen Tendenzen gab es in der DDR? Wer waren die Anhänger dieser politischen Bewegung und worin lag die Wurzel dieses Übels?
Der Beantwortung meiner Fragen stelle ich zu Beginn dieser Hausarbeit eine Annäherung an den Begriff Rechtsextremismus voran.
2. Rechtsextremismus - eine begriffliche Annäherung
Bis heute gibt es keine allgemeingültige und verbindliche Definition zum Rechtsextremismus. Nicht nur das inhaltliche Verständnis von Rechtsextremismus ist umstritten, sondern ebenso die Verwendung des Begriffs. So werden Bezeichnungen des Problemgegenstandes durch Begriffe wie Rechtsradikalismus, Rechtspopulismus, (Neo)Faschismus, Neonazismus verwendet. Eine Abgrenzung der einzelnen Begrifflichkeiten würde den Rahmen dieses Kapitels sprengen, allerdings kann man festzuhalten, dass diese Begriffe unumstritten auf Verbindungspunkte zum Rechtsextremismus verweisen, nicht aber als Synonym zu diesem verwendet werden können.
1 Bugiel, Britta (2002): Rechtsextremismus Jugendlicher in der DDR und in den neuen Bundesländern von 1982-
1998, LIT Verlag, Berlin-Hamburg-Münster, S. 51. URL:
http://books.google.de/books?id=TnGrRFjFJ_YC&pg=PA7&lpg=PA7&dq=definition+rechtsextremismus+ddr&sour
ce=bl&ots=OmUu8ZAjgE&sig=4GA41bqSGkGcXRwPaw3v6H-
SOSo&hl=de&sa=X&oi=book_result&resnum=5&ct=result#PPA51,M1 (20.02.2009)
2 Süß, Walter (1996): Zur Wahrnehmung und Interpretation des Rechtsextremismus in der DDR durch das MfS. 2.
Auflage, Abteilung Bildung und Forschung, S. 3
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Das Problem, eine allgemeingültige Definition für den Begriff Rechtsextremismus zu finden, liegt einerseits in den verschiedenen Zugängen der Betrachter (z. B. aus Politik, Kultur, Sozialwissenschaft, Pädagogik, Psychologie) und andererseits darin, dass unter Rechtsextremismus keine einheitliche Ideologie zu verstehen ist, sondern ein „heterogenes Gemisch unterschiedlichster Begründungszusammenhänge und Sichtweisen.“ 3 (vgl. Stöss 22)
Trotzdem lässt sich rechtsextremistisches Denken auf einen Kern reduzieren: Die Freiheit und die Gleichheit (bzw. Gleichwertigkeit) aller Menschen (GG, Artikel 1) als Grundprinzip der Demokratie werden grundsätzlich abgelehnt. Rechtsextremismusforscher einigten sich deshalb auf folgende Definition:
"Der Rechtsextremismus ist ein Einstellungsmuster, dessen verbindendes Kennzeichen Ungleichwertigkeitsvorstellungen darstellen. Diese äußern sich im politischen Bereich in der Affinität zu diktatorischen Regierungsformen, chauvinistischen Einstellungen und einer Verharmlosung bzw. Rechtfertigung des Nationalsozialismus. Im sozialen Bereich sind sie gekennzeichnet durch antisemitische, fremdenfeindliche und sozialdarwinistische
Einstellungen."(Friedrich-Ebert-Stifung 2007) 4
3 Stöss, Richard (2000): Rechtsextremismus im vereinten Deutschland. URL:http://www.fes.de/pdf-
files/ostdeutschland/00887.pdf (19.02.2009)
4 Friedrich-Ebert-Stifung (2007): Demokratie stärken - Rechtsextremismus bekämpfen. URL:
http://library.fes.de/pdf-files/akademie/04933.pdf (19.02.2009)
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gesehen werden kann, beschäftigen sich eine Vielzahl von Wissenschaftlern bereits seit Jahrzehnten mit der Ursachenforschung für rechtsextreme Einstellungen. Ansätze aus der Psychologie, der Soziologie und der Politikwissenschaft sollen Erklärungen liefern und Grundlagen für Präventionsmaßnahmen bieten.
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Die große Bedeutung, den Rechtsextremismus als allgegenwärtiges Problem, welches bis in die Mitte unserer Gesellschaft hineinreicht, zu sehen und nicht als eine Erscheinung am Rande, bestätigt eine neuere Untersuchung der Friedrich-Ebert-Stiftung („Bewegung in der Mitte“, 2008).
Bild 2 aus: http://www.fes.de/rechtsextremismus/pdf/081127_zusammenfassung_studie.pdf
Die Ergebnisse bestätigen, dass rechtsextreme Einstellungen, insbesondere
Ausländerfeindlichkeit und Chauvinismus, nach wie vor innerhalb der Gesellschaft! hohe Zustimmung finden.
Eine Definition des Begriffs Rechtsextremismus in der DDR wurde kategorisch abgelehnt. Einzig und allein der Begriff Antifaschismus als Gegenpol zum Begriff Faschismus fand auffällig oft in der Öffentlichkeit Anwendung. Auf die Frage nach dem warum soll in dem nachfolgenden Kapitel eine Antwort gefunden werden.
3. Rechtsextremismus in der DDR?
In der DDR-Verfassung vom 7. Oktober 1974 wurde in dem Grundlagenabschnitt eine kategorische Feststellung gemacht. So besagte der Artikel 6 der Verfassung: „Die Deutsche Demokratische Republik hat getreu den Interessen des Volkes und den internationalen Verpflichtungen auf ihrem Gebiet, den deutschen Militarismus und Nazismus
ausgerottet.“ (Artikel 6 der DDR-Verfassung vom 07. Oktober 1974) 5
5 Geyer, Julia Isabel (2002): Rechtsextremismus von Jugendlichen in Brandenburg, Berlin-Hamburg-Münster,
S. 19. URL:
http://books.google.de/books?id=t8bvt2tcq8QC&printsec=frontcover&source=gbs_summary_r&cad=0#PPA19,M1
(19.02.2009)
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Arbeit zitieren:
Christine Hoppe, 2009, Rechtsextremismus in der DDR, München, GRIN Verlag GmbH
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