2
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Biographie 4
3. Martha Gellhorn und der Krieg 10
4. Besondere Merkmale der Reportagen Gellhorns 12
5. „Pfade des Ruhms“ 13
5.1 der historische Hintergrund: Die Nürnberger
Kriegsverbrecher Prozesse 13
5.2 Überprüfung der Bestimmungskriterien am Text 15
5.2.1. Faktengestützter, längerer Bericht 17
5.2.2. Augenzeugenschaft 18
5.2.3. namentliche Kennzeichnung 18
5.2.4. Persönliche Merkmale des Autors 19
5.2.5. subjektive Anteilnahme der Autorin 21
5.2.6. Angebot und Auslöser zu subjektiver
Anteilnahme im Rezeptionsprozess 22
6. Schlußbetrachtung 23
7. Literaturverzeichnis 25
3
1. Einleitung
Martha Gellhorn ist im englischsprachigen Raum eine bekannte Schriftstellerin und hat sich sowohl als Journalistin als auch als Verfasserin von Kurzgeschichten und Romanen einen Namen gemacht. Hierzulande ist sie jedoch weniger bekannt. In dieser Ausarbeitung soll Martha Gellhorn anhand einer ausgewählten Reportage vorgestellt werden. Zu diesem Zwecke soll in Punkt 2 zunächst eine biographische Annäherung an die Journalistin, die nur sehr wenig von sich preisgegeben hat, vorgenommen werden.
Da Martha Gellhorn in erster Linie als Kriegsberichterstatterin gearbeitet und somit viel Zeit ihres Lebens in Kriegen verbracht hat, ist es, um sie und ihre Reportagen richtig zu verstehen und einordnen zu können, wichtig, ihre Einstellung zum Krieg zu kennen. Punkt 3 wird dem nachkommen.
In dieser Arbeit wird lediglich eine Reportage Gellhorns behandelt. In Punkt 4 sollen die besonderen Merkmale herausgearbeitet werden, die sich in den meisten ihrer Reportagen wiederfinden lassen.
In Punkt 5 wird die Reportage „Pfade des Ruhms“ in den zeitgeschichtlichen und politischen Zusammenhang gebracht und mit Hilfe der unter 5.2 definierten Bestimmungskriterien der Reportage analysiert.
Die Ausarbeitung endet in Punkt 6 mit einer kritischen Schlußbetrachtung. Besonders hilfreich für diese Ausarbeitung war Gellhorns Buch „Das Gesicht des Krieges“ 1 , da es neben den Reportagen viele persönliche Gedanken enthält und es so ermöglicht, Martha Gellhorn ein wenig näher kennenzulernen.
1 Gellhorn, Martha: Das Gesicht des Krieges. Reportagen 1937-1987.München/Hamburg 1989.
4
2 Biographie
Martha Gellhorn wurde 1908 als einzige Tochter neben drei Brüdern in eine liberale Upperclass Familie in St. Louis geboren. Sie wuchs in einer Umgebung auf, die für das frühe 20. Jahrhundert eher ungewöhnlich ist. Ihr Vater George war ein berühmter Gynäkologe. Auch ihre Mutter Edna war Akademikerin, sie arbeitete zu der Zeit viel für soziale Anliegen. Edna Gellhorn war eine Aktivistin, die für freie Kliniken, das Frauenwahlrecht und Gleichberechtigung kämpfte. Ihr Mann unterstützte die Aktivitäten seiner Frau und man sah ihn oft als begeisterten Zuschauer ihrer Reden. Die Eltern ermutigten ihre drei Kinder und förderten ihre Interessen. Von klein auf brachte man ihnen bei, dass man eine Verantwortung habe, zu versuchen, die Welt zu ändern. Diesen Idealismus findet man besonders bei frühen Werken von Martha Gellhorn immer wieder. In ihrem Buch “Das Gesicht des Krieges” sagt sie:
“Die Sache einer Journalistin war es, Nachrichten zu liefern, das Auge ihres (der Menschen) Gewissens zu sein.” 2
Am Tisch der Gellhorns wurde oft politisch und sozial diskutiert. Viele verschiedene Gäste nahmen an diesen Gesprächen teil, von klein auf wurde Martha politisch gefördert, hört verschiedene Ansichten und lernt, sich eine Meinung von den Geschehnissen zu machen. Martha Gellhorn selber bezeichnete ihr Zuhause als liebevoll, lustig und anregend. 3
Bereits während ihrer Schulzeit unternahm sie mehrere Europareisen. Sie wuchs also äußerst privilegiert auf.
Nach ihrem Schulabschluß besuchte Gellhorn das College, brach aber am Ende ihres dritten Jahres die Ausbildung ab. Ihr Ziel war es, auf eigenen Füßen zu stehen und so verdiente sie sich ihren Unterhalt zunächst bei der “New Republik” und später bei der “Hearst Times Union”.
1929 ging Gellhorn nach Paris. Sie hatte sich fest vorgenommen, Auslandskorrespondentin zu werden. In Paris arbeitete sie zunächst bei der “United Press” als Mädchen für alles, später für die Zeitschrift “Vogue”. Als freie Mitarbeiterin
2 Gellhorn,. S.11.
3 Kert, Bernice: Die Frauen Hemingways. Die ihn geliebt haben - Ehefrauen und andere. Frankfurt/Main/Berlin 1987. S.272.
5
verdiente sie sich genug, um Reisen durch ganz Europa zu finanzieren. Bereits zu dieser Zeit nahm sie in Frankreich Kontakt zur pazifistischen Bewegung auf. 1933 heiratete Gellhorn den französischen Schriftsteller Bertrand de Jouvenel, der ihretwegen seine Frau verließ. Anhand des vorliegenden Materials ist nicht genau zu erkennen, wann sie sich wieder von ihm scheiden ließ.
1934 kehrte sie zurück nach Amerika, um ihrem eigenen Land zu helfen. Im selben Jahr erschien ihr erster Roman “What mad persuit” (“Was für ein verrücktes Unterfangen”). Es handelt sich hierbei um eine Geschichte über die Selbstfindung einer jungen Amerikanerin und weist stark autobiographische Züge auf. Für ein knappes Jahr arbeitete Gellhorn als Fürsorgeforscherin für die Federal Emergency Relief Administration (FERA). Ihre Aufgabe war es, den Kontinent zur Zeit der Depression zu bereisen und Sozialreportagen zu schreiben. Sie war von dem Gesehenen derart entsetzt, dass sie ihre Arbeit beenden wollte. Präsident Roosevelt war jedoch von ihren Reportagen begeistert und überzeugte sie davon, dass sie ihrem Land am besten helfen könne, wenn sie weiterhin reiste.
Zu diesem Zeitpunkt war Martha Gellhorn sehr idealistisch und wollte die Welt verändern. Roosevelt hatte somit genau den richtigen Ton getroffen. Dies war auch der Beginn einer lebenslangen Freundschaft mit den Roosevelts, besonders mit Eleanor Roosevelt, der Frau des Präsidenten. 4
Ihre Arbeit für die FERA endete, als sie während ihrer Recherchearbeiten eine Gruppe Arbeitsloser ermutigte, gegen einen korrupten Unternehmer anzugehen, der sie ausbeutete. Die “Protestgruppe” 5 warf daraufhin Steine durch die Scheiben des Sozialamtes. Als das FBI in dem Fall ermittelte, war dies sowohl das Ende des korrupten Unternehmers als auch das Ende von Gellhorns Arbeit. Ihre Eindrücke von dieser Arbeit verarbeitete sie 1936 in dem Sammelband “The trouble I´ve seen”. Das Buch brachte ihr den Durchbruch, sie wurde eine nationale Berühmtheit. Graham Greene rezensierte das Buch und bescheinigte der Autorin einen “erstaunlich unweiblichen Stil”, was wohlgemerkt äußerst positiv gemeint war, und attestierte ihr die Fähigkeit, „männliche Charaktere genauso gut darstellen zu können wie weibliche“. 6
4 Löffler,Sigrid: „Der Hemingway-Mythos hat nichts mit mir zu tun“. In: Profil: das unabhängige Magazin Österreichs, 23.10.1998, Heft 43. S.107
5 Dorman, Angelia Hardy: „An unscathed tourist of wars“. Martha Gellhorn´s early writing carrer.Columbia, South Carolina, 1988. www.uidaho.edu/-dorm9686/gell1.htm.06.06.2000
6 Kert, S.276
6
Inzwischen war sie freie Mitarbeiterin der Zeitschriften “The New Yorker” und “Harpers Bazaar” geworden.
1936 verließ sie Amerika, einerseits, weil der Rummel um ihre Person ihr zuviel wurde, aber auch, um in Europa für ihren neuen Roman zu recherchieren. In Europa besucht sie zur Zeit der Olympischen Spiele Hitler-Deutschland. Aus der bis dato engagierten Pazifistin, die sich der deutsch-französischen Freundschaft verschrieben hatte, wurde nun eine überzeugte Antifaschistin, die sich von der deutschen Propaganda nicht blenden ließ. 7
Als sie vom spanischen Bürgerkrieg hörte, wollte sie nach Spanien reisen. Es war für sie selbstverständlich und ein Akt der Solidarität. Sie bekam jedoch Schwierigkeiten, denn da sie nicht für ein bestimmtes Magazin berichtete, verweigerten die französischen Behörden ihr die Ausstellung wichtiger Papiere. Martha Gellhorn war es jedoch gewohnt, zu bekommen, was sie wollte und ließ sich von diesen Umständen nicht entmutigen. Sie fuhr kurzerhand mit einem Zug zur spanischen Grenze, stieg dort aus, lief durch einen Wald über die Grenze und stieg in Spanien wieder den Zug. Dieses Vorgehen war typisch für Martha Gellhorn, sie war eisern in ihren Zielen, Zeitgenossen beschreiben sie zudem als furchtlos, ehrgeizig und intelligent. 8 In Spanien lernte sie ihren späteren Mann, Ernest Hemingway, kennen. Mit ihm und anderen Reportern reiste sie durch Spanien. Er war es, der ihr nahelegte, über das Geschehen zu schreiben. Bemerkenswert ist, dass sie ihn selber nie erwähnt. In ihrem Buch “Das Gesicht des Krieges” sagt sie lediglich, ein Reporter habe ihr geraten, ihre Erlebnisse nieder zu schreiben.
Zeit ihres Lebens ärgerte sie sich über die Reduzierung ihrer Person auf ihre Rolle als Gattin Ernest Hemingways und ihr Äußeres, denn wenn man über sie schrieb, dann mehr über diese Nebensächlichkeiten als über ihre Fähigkeiten. Sie selber sagte: “Er war ein sehr kleiner Teil meines Lebens.” 9 Der Hemingway-Mythos habe mit ihr und der Wirklichkeit nicht das geringste zu tun. 10
Sie fing also an zu schreiben und schickte ihre Artikel an einen Redakteur des “Collier´s”. Von da an war sie 8 Jahre lang Kriegsberichterstatterin für den “Collier´s”. Der Collier´s kürzte nie einen ihrer Artikel, egal was sie schrieb, er veränderte lediglich einige ihrer Überschriften.
7 Gellhorn, S.28
8 Gellhorn, S.367
9 Löffler, S.105.
Arbeit zitieren:
MA Claudia Hoogestraat, 2000, Zu: Martha Gellhorn - "Pfade des Ruhms", München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Claudia Hoogestraat's Text Zu: Martha Gellhorn - "Pfade des Ruhms" ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Claudia Hoogestraat hat den Text Zu: Martha Gellhorn - "Pfade des Ruhms" veröffentlicht
Claudia Hoogestraat hat einen neuen Text hochgeladen
Das Ruhrbistum in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft
50 Jahre Bistum Essen
Reinhard Göllner
Motive und Auswirkungen der Wilderei Mitteleuropas in Vergangenheit un...
Wolfgang Scherleitner
0 Kommentare