Gliederung:
1.Einleitung
2. Werdegang - Hildegard Mogge-Grotjahn
2.1 Hildegard Mogge-Grotjahn: Zusammenfassung
Gender , Sex und Gender Studies. Eine Einführung
2.2 Einführung in die Thematik
2.3 Soziale Arbeit und die Gender-Perspektive
3. Werdegang - Carol Hagemann-White
3.1 Carol Hagemann-White
Die biologische Position zur Geschlechterdifferenzierung
4. Gemeinsamkeiten
5. Fazit
6. Beruflicher Werdegang - Regine Gildemeister
6.1 Regine Gildemeister im Vergleich zu Mogge-Grotjahn
7. Gesamtfazit
8. Quellenangabe
2
1. Einleitung
Was ist Sozialisation? Wie werden Menschen? Und warum gibt es diesen Unterschied zwischen Menschen, genannt ,,Geschlecht"?
Wir stellten uns zu Beginn der EVA 2 diese Fragen. Die Herausarbeitung von Sex und Gender anhand des Textes „Gender, Sex und Gender Studies“ von Mogge-Grotjahn beantwortete uns einige Fragen und warf neue auf wie z.B.: Was unterscheidet diese Einteilungen? Inwiefern kann man die Aussagen bestätigen?
Laut Mogge-Grotjahns wird auf eine begriffliche Differenz zurückgegriffen, die im angloamerikanischen Sprachraum weit verbreitet ist. Geschlecht lässt sich dort sowohl mit Sex als auch mit Gender übersetzen. Sex als biologische Kategorie wird deutlich abgegrenzt von soziokulturellen Inhalten Gender, die mit der Geschlechtszugehörigkeit verbunden sind. Mogge-Grotjahn führt dafür Begriffe an wie Geschlechtsidentität oder Geschlechterrolle. Während Sex von Natur aus vorgegeben ist, wird Gender im Sozialisationsprozess individuell angeeignet und steht deshalb in Abhängigkeit mit der strukturierten Gesellschaft. Folglich sind Männer und Frauen das Ergebnis kultureller und zeitgebundener Konstruktionen der Gesellschaft, auch Konstruktionismus genannt. Dafür braucht es soziale Prozesse genannt Doing gender.
Wir werden nun im weitern Verlauf die Theorien Mogge-Grotjahns überarbeiten Gemeinsamkeiten zu anderen Autoren Carol Hagemann-White und Regine Gildemeister, mit einbeziehen, um die Theorien von Mogge-Grotjahn zu bekräftigen.
2. Werdegang - Hildegard Mogge-Grotjahn
Hildegard Mogge-Grotjahn wurde 1953 in Köln geboren. 1972 bestand sie ihr Abitur.
Danach begann sie mit dem Studium der Soziologie, Politikwissenschaft, Wirtschafts- und Sozialgeschichte und Pädagogik in Konstanz und Marburg. Ihren Abschluss als Diplomsoziologin erhielt sie 1977.
Sie war im Bildungs- und Wissenschaftsbereich (u.a.: Bildungsreferentin der evangelischen Studentengemeinden in der BRD; wissenschaftliche Mitarbeiterin am
Sozialwissenschaftlichen Institut der Ev. Kirche in Deutschland; Studienleiterin im Evangelischen Studienwerk Villigst) tätig.
3
1990 promovierte sie zur Dr. rer. soc.. Seit 1988 lehrt Hildegard Mogge-Grotjahn an der EFH Bochum.
Von 1989 bis 1992 agierte sie als Vertretung einer halben Professorenstelle im Fachbereich Sozialpädagogik.
Seit 1992 ist sie Professorin für Soziologie an der EFH. Vom Wintersemester 1999/2000 bis Wintersemester 2002/03 war sie Prorektorin der Hochschule . 1
2.1 Hildegard Mogge-Grotjahn: Zusammenfassung
Gender, Sex und Gender Studies. Eine Einführung
2.2 Einführung in die Thematik
Hildegard Mogge-Grotjahn leitet ihr Buch mit einem Beispiel des Problems der Geschlechtererkennung ein.
Irene Dölling (,,Der Mensch und sein Weib’’,1991,54) führt das Problem der Bestimmung der Geschlechtszugehörigkeit in einem Beispiel an, dass sich in den USA in den 80er Jahren zugetragen hat. Hierbei versucht sie eine Person an Barthaaren, Brustform, Schultern, Händen, Stimme und der Art der Behandlung, in das Geschlecht einzuordnen, was ihr aber misslingt. 2
Mogge-Grotjahn vertritt die Meinung, dass die Einordnung in das falsche Geschlecht ,,Peinlichkeit’’ und ,,Verlegenheit’’, wie auch Verunsicherung und Kränkung erzeuge. Nach der Auffassung der Autorin erkennt man fasst immer das Geschlecht der untersuchten Person. Doch die Bekleidung könne die Einordnung erschweren, da hierdurch die biologischen ,,Geschlechtsmerkmale’’ verdeckt würden. Im Folgenden stellt die Autorin drei Überlegungen an:
1 vgl. : URL:http://www.efh-bochum.de/homepages/mogge-grotjahn/index.html#werdegang
2 vgl.: Mogge-Grotjahn, Hildegard: Gender, Sex und Gender Studies. Eine Einführung. Freiburg: Lambertus, 2004, S.7
4
Sie stellt fest, dass 1. ,,Das biologische Geschlecht wird immer kulturell überformt und sozial gedeutet’’. Hierbei unterscheidet sie zwischen ,,sex’’, dem biologischen Geschlecht, und ,,gender’’, dem sozialen Geschlecht.
Zum Zweiten stellt sie fest, dass wir in einem ,,System der Zweigeschlechtigkeit’’ leben. Demnach müsse man ,,biologische Zwitter rechtlich und medizinisch einem Geschlecht zuordnen’’. Ein ähnliches Problem sieht sie auch bei der ,,Transsexualität’’. 3
Ihre dritte Aussage stellt fest, dass die Zugehörigkeit des Geschlechts Anderer und unsere eigene die ,,wechselseitige Wahrnehmung, das Verhalten und Handlungen’’ steuere.
Des weiteren beschreibt Mogge-Grotjahn ,,doing gender’’ als ,,Vorstellung von der Bedeutung des Geschlechts das in der alltäglichen Interaktion und Kommunikation der Gesellschaftsmitglieder bestätigt und verfestigt, gleichzeitig aber auch neu interpretiert und erzeugt wird’’.
Die Autorin ist der Meinung, dass Beobachtungen der Mitmenschen zeigen würden, dass ,,Selbstdarstellung, Wahrnehmung, die wechselseitige Kommunikation von unserer Geschlechtlichkeit bestimmt wird’’. Die Art der Bewegung, der Sprache, des Verhaltens werde je nach Geschlecht ,,unterschiedlich wahrgenommen und bewertet’’. Welche Aufgaben Männern oder Frauen zugeteilt werden, wer welchen Tätigkeitsbereich einnimmt und wie sich die Verhaltensweisen der Geschlechter unterteilen, das alles geht, nach Mogge-Grotjohahn, von den Menschen aus und ist somit auch veränderbar, aber es lässt sich nicht ,,jederzeit und beliebig umkonstruieren beziehungsweise dekonstruieren’’. Hierbei stellt die Autorin die Frage ,,wie aus dem ,,Gemachten’’ ’’, ein ,,Gegebenes’’ wird. Sie stellt die These auf, dass ,,sich unsere alltäglichen Interaktions- und Kommunikationsprozesse im ,,Rahmen’’(Goffmann 1993) bereits strukturierter und definierter Situationen vollziehen’’. ,,Geschlechterverhältnisse’’ seien so langlebig, das in ihnen die ,,Strukturen der Gesellschaft unauflöslich verbunden sind’’. 4
3 vgl.: Mogge-Grotjahn, Hildegard: Gender, Sex und Gender Studies. Eine Einführung. Freiburg: Lambertus, 2004, S.8
4 vgl.: Mogge-Grotjahn, Hildegard: Gender, Sex und Gender Studies. Eine Einführung. Freiburg: Lambertus, 2004, S.9
5
2.3 Soziale Arbeit und die Gender-Perspektive
Mogge-Grotjahn vertritt den Standpunkt, dass die ,,Soziale Arbeit’’ als eine Reaktion auf die mit der ,,Industrialisierung entstandene soziale Frage’’ entstanden sei.
Die Entstehung der ,,bürgerlichen Frauenbewegung’’ und die damit verbundene Forderung des ,,Bildungsanspruchs’’ sei stark mit der ,,Sozialen Arbeit’’ verbunden. 5 Die Autorin betrachtet die ,,Soziale Arbeit’’ als ein Beruf der Frauen, da meistens Frauen diesen Beruf in verschiedenen Berufssparten ausführen würden.
Sie beschreibt die ,,Soziale Arbeit’’ auch unter der ,,gender-Perspektive’’: Tätige in diesem Berufsfeld sollten, ,,die Bedeutung ihrer Geschlechtszugehhörigkeit für den eigenen Berufsweg zu reflektieren’’, denn ,,Geschlechterbezogene Bedeutungen schwingen’’ überall mit, z.B. auch beim ,,Umgang mit Klienten’’. Hierbei ist zu beachten, dass ,,Lebenslagen, Problemkonstellationen und Bewältigungsstrategien geschlechtstypisch ausgeprägt sind’’. 6 In Bereichen der „Sozialen Arbeit“ gibt es „ausgearbeitete geschlechterreflexive Konzepte und Methoden der sozialen Arbeit’’. Nach der Meinung der Autorin, gehört ,,das Hinwirken auf eine größere Geschlechtergerechtigkeit auch zum politischen Auftrag der sozialen Arbeit’’. Mogge-Grotjahn vertritt den Standpunkt, dass die ,,gender-Kompetenz´´ wichtig sei für die Ausbildung und die Praxis in sozialen Berufen. Sie sollte immer weiterentwickelt werden und hierfür trete sie in ihrem Buch auch ein. 7
3. Werdegang - Carol Hagemann-White
Carol Hagemann-White wurde 1942 in New Jersey (USA) geboren.
Sie studierte Mathematik, europäische Geschichte (in den USA) und ab 1965 Philosophie, Soziologie und Geschichte an der Freien Universität in West-Berlin. Sie promovierte 1970 und habilitierte 1976 in West-Berlin.
Danach war sie Hochschullehrerin für Soziologie in Berlin, an der Universität of Maryland und an der Universität Gießen. 1977 bis 1980 war Hagemann-White für die praxisintegrierende wissenschaftliche
Begleitforschung des bundesweit ersten Frauenhauses in West-Berlin verantwortlich.
5 vgl.: Mogge-Grotjahn, Hildegard: Gender, Sex und Gender Studies. Eine Einführung. Freiburg: Lambertus, 2004, S.10
6 vgl.: Mogge-Grotjahn, Hildegard: Gender, Sex und Gender Studies. Eine Einführung. Freiburg: Lambertus, 2004, S.11
7 vgl.: Mogge-Grotjahn, Hildegard: Gender, Sex und Gender Studies. Eine Einführung. Freiburg: Lambertus, 2004, S.12
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Arbeit zitieren:
Annika Friese, 2006, Sex und Gender - drei Sichtweisen und Gemeinsamkeiten, München, GRIN Verlag GmbH
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