Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung. (S.2)
2. Definitionen. (S.2-3)
2.1. Komplexe Prädikate
2.2. Funktionsverbgefüge
3. Aufbau Eigenschaften der Funktionsverbgefüge. (S.4-6)
4. Abgrenzung zu anderen Konstruktionen. (S.6-8)
5. Funktionsverbgefüge im Sprachgebrauch. (S.8-12)
5.1. In der geschriebenen Sprache
5.2. In der gesprochenen Sprache
6. Zusammenfassung. (S.12)
7. Literaturverzeichnis. (S.13)
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1. Einleitung
In der vorliegenden Arbeit werde ich zunächst im ersten Teil beschreiben, was komplexe Prädikate und was die zu den komplexen Prädikaten gehörenden Funktionsverbgefüge sind. Danach werde ich ein paar charakteristische Eigenschaften der Funktionsverbgefüge darstellen und aufzeigen, nach welchen Kriterien man Funktionsverbgefüge als morphologische Einheiten von syntaktischen Konstruktionen abgrenzt. Die Definitionen und Unterscheidungskriterien sind dabei aus den beiden in der Literaturliste genannten Büchern. In dem darauf folgenden Teil meiner Arbeit werde ich untersuchen, wann Funktionsverbgefüge im alltäglichen Sprachgebrauch, in der schriftlichen und auch teilweise in der gesprochenen Sprache, von den Sprechern und Sprecherinnen verwendet werden und ob sie notwendig sind. Dabei werde ich mich auf Formulierungen aus den gängigen Tageszeitungen und Redegewohnheiten aus der alltäglichen Sprache beziehen.
2. Definitionen 2.1. Komplexe Prädikate:
Im Gegensatz zu einfachen Prädikaten, die aus einem finiten Verb bzw. einem Infinitiv oder aus einem Partizip bestehen, werden bei komplexen Prädikaten, die auch zusammengesetzte Prädikate genannt werden, zusätzliche syntaktische Einheiten wie zum Beispiel präpositionale oder substantivische Wortgruppen, Substantive, Partizipien II oder Infinitive in das Prädikat eingefügt (inkorporiert). Das so entstehende Prädikat wird dann von den Sprecherinnen nicht mehr als syntaktische Konstruktion bewertet, sondern als ein morphologisch zusammenhängendes Gebilde. Dieser Übergang eines Wortgebildes von der Syntax zur Morphologie wird Grammatikalisierung genannt. Dabei werden Vollverben in dem Konstrukt zu Hilfsverben umgedeutet und es entstehen neue Verbformen. Dieser Prozess findet bei Modalitätsverben, AcI Verben, bei Perfekt- und Passivkonstruktionen und bei Funktionsverbgefügen statt.
Wenn dagegen ein Satzglied eines ursprünglichen Konstrukts zu einem unselbständigen Verbbegleiter herabgestuft wird, spricht man von Lexikalisierung. Lexikalisierung findet zum Beispiel bei Partikelverben, bei der Inkorporation von Substantiven (Karten spielen, Amok laufen etc.), bei Idiomatisierungen (den Affen machen, auf die Palme bringen) etc. und bei reflexiven Verben statt. Die komplexen Prädikate kann man ferner noch in fünf Gruppen einteilen, je nach dem Grad, nach dem sie als komplexes Prädikat angesehen werden. In der ersten Gruppe
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sind daher diejenigen Prädikate, die als ausnahmslos komplex angesehen werden, wie zum Beispiel Partikelverben, analytische Verbformen, Modalverben, Infinitiv, Medialverben und Modalitätsverben.
Zu der zweiten Gruppe gehören diejenigen komplexen Prädikate, die unter Umständen auch syntaktisch als Satzglieder aufgelöst werden können. Hierzu zählen die reflexiven Verben und das Rezipientenpassiv.
In der dritten Gruppe finden sich die Verben, die eigentlich syntaktisch aufgelöst werden, aber die auch als komplexe Prädikate aufgefasst werden können. Hierzu zählen AcI Verben und Verben, die wie Modalitätsverben mit zu plus Infinitiv konstruiert sind. Idiomatisierungen aus Verb und Objekt, Direktivum oder Adverbialbestimmung fallen in die vierte Gruppe. Idiomatisierungen werden zu den komplexen Prädikaten gezählt, wenn die übertragene statt der wörtlichen Bedeutung vorausgesetzt wird. Wenn also zum Beispiel mit „glatt bügeln“ nicht gemeint ist, die Wäsche glatt zu bügeln, was dann ein Konstrukt aus Verb plus Adverb wäre, sondern eine Sache zu bereinigen. In der übertragenen Bedeutung wird das Gebilde dann als komplexes Prädikat angesehen und wird nicht syntaktisch aufgelöst.
In die fünfte Gruppe schließlich fallen all diejenigen Prädikate, die in der erweiterten Version der Satzgliedanalyse gar nicht als komplexe Prädikate betrachtet werden. Hierzu zählen die Kopulakonstruktionen und Prädikate aus einem Verb und einem adjektivischen Objektprädikativ. 2.2 Funktionsverbgefüge:
Funktionsverbgefüge zählen zu den komplexen Prädikaten, bei denen das ursprüngliche Verb zu einem Hilfsverb herabgestuft wurde und der eigentlich zuerst inkorporierte Teil des Prädikats, wie zum Beispiel das Adverb oder das Objekt, nun zu dem Kern des gesamten Prädikats wird. Es sind also Wortgebilde, bei denen Grammatikalisierungsprozesse stattfanden. Sie werden primär zu den komplexen Prädikaten gezählt, aber können teilweise auch aufgrund bestimmter Proben, die ich weiter unten darstellen werde, als Satzglieder analysiert werden. Es gibt eine begrenzte Anzahl an Funktionsverben (vgl. Helbig/Buscha S.70-83). Diese Funktionsverben bilden mit einem Substantiv oder einer Präpositionalgruppe zusammen dann das Funktionsverbgefüge. Das Funktionsverb und der nominale Bestandteil bilden dabei eine Bedeutungseinheit, wobei die Bedeutung des gesamten Funktionsverbgefüges aus den einzelnen Bestandteilen alleine nicht hervorgeht.
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3. Aufbau und Eigenschaften der Funktionsverbgefüge
Die Funktionsverbgefüge werden je nach ihrem Aufbau meißtens unterschieden in drei Gruppen. Es gibt Funktionsverbgefüge, die aus dem Prädikat und einem Akkusativobjekt bestehen (Satz a). Zur zweiten Gruppe gehören die Funktionsverbgefüge, die aus einem Prädikat und einem Direktivum bestehen (Satz b) und die dritte Gruppe umfasst die Funktionsverbgefüge, die aus einem Prädikat und einem statischen Lokal bestehen (Satz c): a.) Sie gab dem Kind ein Versprechen. b.) Er stellte ihn zur Rede. c.) Er brachte die Maschine in Gang.
Man kann die Funktionsverbgefüge noch in weitere Gruppen einteilen, je nachdem, ob der nominale Bestandteil im Genitiv (Satz d), im Dativ (Satz e) oder im Nominativ steht (Satz f): d.) Es bedarf einer Untersuchung. e.) Die Medikamente unterliegen einer Kontrolle. f.) Die Aufführung wird erfolgen.
Charakteristisch für Funktionsverbgefüge ist jedoch, dass das Verb in dem Konstrukt seine ursprüngliche lexikalische Bedeutung verliert. Um das zu verdeutlichen kann man zum Beispiel die beiden Sätze g.) Er brachte die Kreide zur Tafel. h.) Er brachte die Maschine in Gang.
vergleichen. In dem ersten Satz g.), in dem das Verb bringen als Vollverb gebraucht wird, hat es seine volle lexikalische Bedeutung in dem Sinn, dass ein Objekt eine Positionsveränderung durch ein Subjekt erfährt. In dem zweiten Satz h.) hat es aber diese Bedeutung vollständig eingebüßt, da das Subjekt in diesem Fall nicht die Lage des Objekts verändert, sondern nur dessen Zustand. Daher sagt man, dass das Verb in einem Funktionsverbgefüge zu einer Art Hilfsverb herabgestuft wird und ihm dadurch eigentlich nur noch die funktionelle Seite bleibt, nämlich als Träger der verbalen Kategorien des Kasus, des Genus, des Modus und des Tempus. Hierbei muss man aber beachten, dass das Verb zwar seine ursprüngliche semantische Bedeutung verliert, dem gesamten Funktionsverbgefüge aber eine semantische Bedeutung gibt. Je nach benutztem Verb unterscheiden die Funktionsverbgefüge sich nämlich darin, ob ein Zustand, eine Zustandsveränderung oder ein Bewirken einer Zustandsveränderung beschrieben wird. In der Linguistik spricht man dann entweder von einem durativen, inchoativen oder einem
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Arbeit zitieren:
Oezguer Dindar, 2009, Komplexe Prädikate, München, GRIN Verlag GmbH
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