Er beschrieb den Zustand von Schizophrenie, als eine Situation in der solche Vorgänge wie: Denken, Fühlen und Wollen von den Betroffenen zunehmend auseinanderfallen. Sein Konzept der Schizophrenie trat in Konkurrenz zum Hauptwerk der Dementia praecox 4 von Emil Kraepelin. Er verfasste sein Konzept 1896 mit einer Einsicht, dass jeder Fall von Schizophrenie, unweigerlich zu einer fortschreitenden Verschlechterung ohne Möglichkeit der Genesung oder Besserung führt. 5 Heute wissen wir, dass die schizophrenen Erkrankungen relativ gut behandelt werden können und nur bei 30 % der Betroffenen verläuft die Erkrankung chronisch. 6
2.1 Klassifikation der Störung und Abgrenzung zur Psychose
In der traditionellen Psychiatrie werden schizophrene Störungen den Psychosen zugeordnet. Der Begriff Psychose bezeichnet schwere psychische Störungen, bei denen, die Betroffenen an den grundlegenden Veränderungen und Störungen ihres Denkens und ihrer Wahrnehmung leiden. 7 Menschen im psychotischen Zustand können Halluzinationen 8 oder Wahnvorstellungen 9 haben, oder sie ziehen sich in ihre eigene Welt zurück, die von den Menschen und Ereignissen um sie herum fast überhaupt nicht beeinflusst wird 10 .
Die Psychose erscheint meistens als Schizophrenie 11 , eine Störung, bei der die persönliche, soziale und berufliche Rollenerfüllung sich derart verschlechtert, dass sie in ein Chaos aus verzerrten Wahrnehmungen, gestörten Denkprozessen, abweichenden emotionalen Zuständen und motorischen Auffälligkeiten zerfällt. 12 Oder das Denken und die Wahrnehmungen verändern sich und werden präziser, dann spricht man von einer kognitiven Psychose. Wenn aber hauptsächlich die Stimmung und der Antrieb sich auffällig verändern, und zwar in eine Richtung, dann wird die Psychose als manisch oder depressiv bezeichnet, wenn in beide Richtungen dann manisch und depressiv.
4 Der Begriff bezeichnet eine früh einsetzende Form der Schizophrenie bei den Jugendlichen. Das deutsche Wörterbuch 1985, S.261.
5 Vgl. Dörner 1978, S.152- 153.
6 Vgl. Blaumann 2003, S.15.
7 Vgl. Bock 2005, S.12.
8 Der Begriff bezeichnet krankhafte Sinnestäuschung ohne Reiz von außen. Vgl. Das deutsche Wörterbuch 1985, S. 458.
9 Der Begriff bezeichnet irrige, falsche Vorstellung. Vgl. Das deutsche Wörterbuch 1985, S.1057.
10 Vgl. Bock 2005, S. 18-19.
11 Vgl. Bock 2005, S. 12.
12 Vgl. Arieti 1989, S.57-59.
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Wenn sich das Denken und die Wahrnehmungen so weit, verändern, dass man die Realität nicht mehr erfassen kann, dann wird die Psychose affektiv. 13
In der ICD-10 werden die schizophrenen abgegrenzt und wie folgt klassifiziert:
F 20 Schizophrenien,
F 20.0 Paranoider Typus, F 20.1 Hebephrener Typus, F 20.2 Katatoner Typus, F 20.3 Undifferenzierte Schizophrenie, F 20.4 Postschizophrene Depression, F 20. 5 Schizophrenia Residuum, F 20.6 Schizophrenia simplex, F 20.8 Sonstige Schizophrenien. 14
3. Die Prävalenz
Die Schizophrenie ist eine relativ häufige Erkrankung, sie trifft ca. bei 1 % der Bevölkerung auf. Bei der Erkrankung spielt das Geschlecht, die soziale Schicht oder die Kultur eines bestimmten Landes keine Rolle. Die Schizophrenie findet man gleichermaßen bei Männern und Frauen in allen sozialen Schichten und in verschiedenen Kulturen. Der Beginn der Erkrankungen ist meistens im Alter von 16 - 30 Jahren, wobei Männer früher erkranken als Frauen. So erkranken die Männer durchschnittlich im Alter von 21 Jahren, die Frauen im Alter von 26 Jahren. 15
4. Die Anzeichen einer beginnenden Schizophrenie
Im folgenden Kapitel beschäftigen wir uns mit den warnenden Anzeichen eines bevorstehenden Ausbruchs von der Schizophrenie. Dabei schauen wir ob sich die Krankheit durch eine Reihe von warnenden Anzeichen ankündigt oder völlig unerwartet auftritt. Wichtig ist zu wissen, dass keiner dieser Anzeichen als sicherer oder auch nur möglicher
13 Vgl. Bock 2005, S.12.
14 Vgl. Blaumann 2003, S.9.
15 Vgl. Blaumann 2003, S.15.
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Symptom der Schizophrenie ist. 16
4.1 Akute Anzeichen
Die schizophrene Erkrankung tritt manchmal unerwartet auf infolge eines besonderen und ungewöhnlichen Ereignisses, in anderen Fällen nach einem unbedeutenden Erlebnis, etwa nach einem kleinen Unfall, das der Durchschnittsmensch ohne außergewöhnliche Beschwerden bewältigen könnte. Oft gerät die menschliche Psyche aus dem Gleichgewicht durch Situationen, die bis dahin als harmlos eingestuft waren. Jeder Fall der Schizophrenie ist individuell und deshalb ist die Schwelle, bei der die Psyche in ein Zustand der präschizophrener Panik übergeht ist für jeden nicht gleich. 17
Folgende Anzeichen könnten als Beginn der schizophrene Erkrankung zu deuten sein: akute, unbegründete Angstzustände, kognitive Beeinträchtigung, Depression, sozialer Rückzug Anspannung, Verzerrungen der Realität, psychotische Symptome, Schlafstörungen. 18
4.2. Schleichende Anzeichen
In den meisten Fällen sind die Signale für eine schizophrene Erkrankung schleichend. Sie entwickeln sich über lange Zeiträume.
In den folgenden Punkten, werden Gefahren aufgeführt, die als mögliche Anzeichen der be-vorstehenden Schizophrenie zu deuten wären. Es könnte der Fall sein, wenn: die Persönlichkeit sich auffallend verändert und der Wandel sich sehr langsam voll-
zieht, so, dass die Menschen, die mit dem Betreffenden zusammenleben, es nicht bemerken. Dagegen, andere Menschen, die zum Beispiel in einer anderen Stadt leben und den Patienten lange nicht gesehen haben, stellen fest, dass der Mensch sehr befremdet zu wirken scheint. Die Veränderung vollzieht sich sehr unterschiedlich. In einigen Fällen wirken die Menschen weniger wach, unentschiedener und langsamer als sonst. In anderen Fällen werden die Betreffenden extravertierter, offener und provakanter als sonst; 19
der Betreffende immer ruheloser und aktiver wird und/oder die Missverständnisse ab-
surd werden und sich immer wieder häufen;
16 Vgl. Arieti 1989, S.45.
17 Vgl. Arieti 1989, S.42-44.
18 Vgl. Dörner 1996, S.236.
19 Vgl. Arieti 1989, S.45-46.
4
der Betreffende sich aus dem Leben zurückzieht und wird reservierter und verschlos-sener. Dabei versucht er in manchen Fällen so unauffällig wie möglich zu wirken. In anderen Fällen wirkt er weniger spontan, sehr unsicher und ängstlich oder sogar gleichgültig gegenüber seiner Umwelt. Oft hat er das Gefühl bei allem was er macht zu scheitern, deshalb bezeichnen viele Menschen sein Zustand fälschlicherweise als pessimistisch und depressiv. 20
4.3. Falsche Anzeichen
Manchmal wird die Leichtgläubigkeit Kreativität oder die bestimmten Phobien 21 eines Menschen als Zeichen für eine drohende Schizophrenie gesehen. Es kann zum Beispiel der Fall sein, wenn manche Menschen und vor allem Kinder behaupten, dass sie an die Wiedergeburt glauben oder Kontakt mit Geistern haben, oder wenn sie fliegende Untertassen sehen. Dass solche Gedanken irrational sein könnten und Anzeichen einer bevorstehenden Schizophrenie sein können, muss in Betracht gezogen werden. Jedoch sollte zunächst geprüft werden, ob z. B. ein Jugendlicher von speziellen Gruppen oder durch Filme beeinflusst wurde.
Phobien, die bei manchen Kindern beobachtet werden, wie zum Beispiel: die Angst vor Dunkelheit, vor dem Allein sein etc. könnten auf eine ernste Störung hindeuten, führen aber im Allgemeinen nicht zur Schizophrenie. Sie sollten jedoch von einem Arzt untersucht werden, insbesondere, wenn sie mit anderen Symptomen wie Misstrauen und Sich zurückziehen von der Außenwelt begleitet werden. 22
5. Eine Beschreibung der Schizophrenie
Da die Symptomatologie der Schizophrenie sehr vielfältig ist, gibt es keine typische Haltung, die wir als typisch schizophren bezeichnen werden können. Unter dieser Voraussetzung werden die Schizophrenien von den wahnhaften Störungen nach dem K. Schneider unterschieden. Folgende Kriterien, die als Gruppen aufgeführt werden, sind für die Diagnostik genannt:
1. Gedankenstörung, Gedankenlautwerden, Gedankeneingebung;
2. Wahnwahrnehmungen, gestörte Körperwahrnehmung, Kontrollwahn, etc.;
20 Vgl. Arieti 1989, S.46-48.
21 Der Begriff bezeichnet die krankhafte Furcht. Vgl. Das deutsche Wörterbuch 1985, S. 745.
22 Vgl. Arieti 1989, S.50-52.
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Arbeit zitieren:
Larissa Schott, 2010, Schizophrenie: Formen, Ursachen, Verlauf, München, GRIN Verlag GmbH
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