Inhaltsverzeichnis
1 Vorwort 3
2 Die Forschungsmethode der Beobachtung 4
3 Entwicklung des Beobachtungsverfahrens. 6
3.1 Vorüberlegungen 6
3.1.1 Thema und Fragestellung 7
3.1.2 Hypothesenbildung 7
3.1.3 Operationalisierung der Beobachtungskategorien 9
3.1.4 Quantifizierung der Beobachtungskategorien 10
3.1.5 Festlegung von Grundgesamtheit und Stichprobe 11
3.1.6 Festlegung der Beobachtungsform 12
3.1.7 Erstellung des Beobachtungsbogens 14
3.2 Pretest 16
3.2.1 Auswertung des Pretests 16
3.2.2 Änderungen im Untersuchungsdesign nach Pretest. 18
4 Dokumentation und Auswertung der Untersuchung 21
5 Methodische Auswertung 23
5.1 Festlegung der Hypothese 23
5.2 Festlegung der Operationalisierung 23
5.3 Festlegung der Quantifizierbarkeit 24
5.4 Festlegung der Grundgesamtheit und der Stichprobe 24
5.5 Festlegung der Beobachtungsform 25
5.6 Beobachtungsbogen 26
5.7 Fehlerquellen 27
6 Fazit 29
7 Literaturverzeichnis 30
8 Anhang. 31
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Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Übersicht über verschiedene Skalen-Typen zur Quantifizierung von Ergebnissen in
wissenschaftlichen Untersuchungen 11
Tabelle 2: Ergebnisse Pretest Montag. 16
Tabelle 3: Ergebnisse Pretest Dienstag 17
Tabelle 4: Ergebnisse Pretest Donnerstag 17
Tabelle 5: Auswertungstabelle Haupttest nach Wochentagen 21
Tabelle 6: Auswertungstabelle Haupttest nach Wochen. 22
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Klassifikation möglicher Beobachtungsformen 13
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1 Vorwort
Diese Arbeit beschäftigt sich mit der wissenschaftlich-empirischen Forschungsmethode der Beobachtung. Dabei wird nicht nur theoretisch über das Verfahren der Beobachtung gesprochen, sondern ein praktisch während des Semesters durchgeführtes Projekt mit in die theoretischen Betrachtungen eingebracht und der Verlauf des konkreten Beobachtungsprojektes in den einzelnen Phasen beschrieben.
Diese Arbeit ist so aufgebaut, dass sie sich systematisch an der Entwicklung und Durchführung eines realen Untersuchungsvorhabens entlang hangelt.
Nachdem im folgenden Kapitel eine klare Verortung der Beobachtung im Rahmen wissenschaftlicher Forschungsmethoden vorgenommen wird und wesentliche Begrifflichkeiten geklärt werden, schließt sich die Entwicklung des Beobachtungsverfahrens mit seinen einzelnen Teilschritten an, welche detailliert beschrieben und erläutert werden.
Im vierten Teil dieser Arbeit erfolgt eine kurze Auswertung der Gesamtuntersuchung und einige vorsichtige Rückschlüsse bezüglich der Untersuchungsergebnisse, bevor im letzten Teil die Vorgehensweise für die einzelnen Teilbereiche aus der Retrospektive heraus kritisch beleuchtet werden. Hier ist die Fragestellung leitend, was mit dem Wissen der nun gemachten Erfahrungen an der Vorgehensweise besser gemacht werden könnte beziehungsweise unbedingt geändert werden müsste.
Zum Schluss erfolgt eine persönliche Bewertung der Beobachtung als Forschungsmethode.
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2 Die Forschungsmethode der Beobachtung
Sozialwissenschaftliche Erklärungsansätze gibt es viele. Die Frage ist jedoch, wie wissenschaftlich fundiert diese Ansätze wirklich sind. Daraus ergibt sich für Forschungsmethoden in der Pädagogik, dass zunächst eine klare Trennung gezogen werden muss zwischen so genanntem Alltagswissen und empirisch abgesicherten Erkenntnissen. Alltagwissen bezeichnet all das, was Menschen auf-grund von ‚gesundem Menschenverstand’ und persönlichen Erfahrungen zur Erklärung ihrer Welt ableiten können. Daraus ergeben sich häufig Wahrheiten für das Individuum, welche jedoch keine allgemeingültigen Aussagen für zum Beispiel alle Bürgerinnen und Bürger 1 der Bundesrepublik Deutschland sein müssen. Für das Verfahren der Beobachtung bedeutet dies, dass eine Alltagsbeobachtung offensichtlich etwas anderes ist, als eine wissenschaftliche Beobachtung. So formuliert Atteslander: „Unter Beobachtung verstehen wir das systematische Erfassen, Festhalten und Deuten sinnlich wahrnehmbaren Verhaltens zum Zeitpunkt seines Geschehens“ (2008, S. 67). Diese Definition zeigt deutlich, dass eine wissenschaftliche Beobachtung weit über eine normale Beobachtung im Alltag hinaus geht. Dies manifestiert sich darin, dass die Ergebnisse der Beobachtung in irgendeiner Form fixiert und im Vorfeld systematisch vorbereitet werden müssen. Generell können in den Sozial- und damit auch in den Erziehungswissenschaften zwei grundsätzliche Untersuchungsverfahren unterschieden werden, nämlich qualitative und quantitative Verfahren. „Ein erstes Unterscheidungsmerkmal zwischen qualitativer und quantitativer Forschung ist die Art des verwendeten Datenmaterials: Während in der qualitativen Forschung Erfahrungsrealität zunächst verbalisiert wird […], wird sie im quantitativen Ansatz numerisch beschrieben“ (Bortz & Döring, 2003, S. 295). Vereinfacht kann festgehalten werden, dass quantitative Daten zunächst den Zusammenhang zwischen zwei Merkmalen beschreiben jedoch nicht die Ursachen für diesen Zusammenhang. Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die beiden Ansätze sich auch verschiedener Forschungsmethoden bedienen und ihnen ein grundlegend unterschiedliches Wissenschaftsverständnis zugrunde liegt (vgl. ibid).
Die Forschungsmethode der Beobachtung kann grundsätzlich für beide Vorgehensweisen eingesetzt werden. Dies bestätigt auch Atteslander indem er schreibt: „Beobachtung kann sowohl im Rahmen qualitativer als auch im Kontext quantitativer Sozialforschung Anwendung finden“ (2008, S. 69).
Jede wissenschaftliche Untersuchung obliegt dabei gewissen Prüfkriterien, die erlauben zu beurteilen, ob die gewonnenen Erkenntnisse nicht nur für einen Spezialfall gelten, sondern verallgemeinert werden können. Diese so genannten Gütekriterien sind bei den beiden Forschungsrichtungen sehr verschieden. Bei allen quantitativen Untersuchungen müssen jeweils die Kriterien Objektivität,
1 Im Folgenden wird zugunsten einer besseren Lesbarkeit ausschließlich die männliche Form verwendet. Dies schließt aber stets beide Geschlechter mit ein.
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Validität, Reliabilität und intersubjektive Überprüfbarkeit angelegt werden (vgl. Atteslander, 2008, S. 70).
Im Gegensatz dazu werden bei qualitativen Beobachtungen Prüfkriterien wie die Offenheit bezüglich des Ergebnisses der Untersuchung, der Prozesscharakter von Gegenstand und Forschung, die Reflexivität der Forschung, die Explikation des Vorgehens, eine offene Kommunikation während des Forschungszeitraums sowie die Problemorientierung (vgl. Atteslander, 2008, S. 71 f.) als Messhilfen für ein gelungenes und gutes Forschungsdesign zu Hilfe genommen. Da die qualitative Sozialforschung in der Regel Aussagen von Dritten interpretieren muss wird schnell deutlich, wie viel schwieriger es ist, diese Art der Forschung wiederholbar zu machen. In der vorliegenden Arbeit geht es um ein quantitatives Forschungsvorhaben.
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3 Entwicklung des Beobachtungsverfahrens
3.1 Vorüberlegungen
Je nach Autor können fünf bis acht Phasen bzw. Schritte eines jeglichen Forschungsablaufes ausgemacht werden. Hier werden exemplarisch drei verschiedene Einteilungen vorgestellt. Atteslander (2008, S. 17 f.) nennt für einen guten Forschungsablauf fünf Phasen: 1) Problembenennung 2) Gegenstandsbenennung
3) Durchführung (Anwendung von Forschungsmethoden) 4) Analyse (Auswertungsverfahren) 5) Verwendung von Ergebnissen
Bei Raithel (2008, S. 26 ff.) wird der Forschungsablauf wie folgt dargestellt: 1) Untersuchungsziel; Problemformulierung, Forschungsfrage 2) Theorie- und Hypothesenbildung 3) Konzeptualisierung
• Operationalisierungsvorgang
• Konstruktion des Erhebungsinstrumentes
• Festlegung des Forschungsdesigns
• Festlegung der Stichprobe
• Pretest
4) Erhebungsvorbereitung und Datenerhebung 5) Datenaufbereitung
• Erstellung der Datenmatrix
• Dateneingabe
• Datenbereinigung
• Datenmodifikation 6) Datenanalyse
• Häufigkeiten und univariate Maßzahlen
• Bi- und multivatiate Analyseverfahren
• Hypothesentests, Signifikanztests 7) Interpretation und Dissemination
König & Zedler (2002, S. 58 ff.) unterscheiden acht Schritte in der Forschungsmethodik: 1) Hypothesenbildung
2) Operationalisierung unabhängiger und abhängiger Variablen 3) Quantifizierung 4) Festlegung der Verhaltensstichprobe 5) Festlegung des Erhebungsdesigns 6) Durchführung des Vortests 7) Durchführung der Erhebung 8) Auswertung der Daten
Generell kann festgehalten werden, dass alle Autoren zwar in der Zuordnung einzelner Schritte variieren, die Reihenfolge der Teilschritte jedoch immer gleich bleibt. So werden bei König & Zedler beispielsweise Operationalisierung und Vortest als eigene Teilschritte dargestellt, während diese
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bei Raithel unter dem Punkt Konzeptualisierung mit noch weiteren Teilschritten zusammengefasst sind.
In dieser Ausarbeitung werde ich mich an den acht Schritten von König & Zedler orientieren, wobei ich allerdings den Vorschlag von Raithel mit aufnehme und bei der Formulierung der Forschungsfrage beginnen werde. Erst danach wird der erste Schritt von König & Zedler aufgegriffen und die Hypothese gebildet. Auch in der weiteren Darstellung der einzelnen Schritte werde ich mich nicht durchgehend an die vorgeschlagene Reihenfolge halten.
3.1.1 Thema und Fragestellung
Im Seminar wurde freigestellt, welches Thema die durchgeführte Beobachtung haben soll. Es wurde lediglich festgelegt, dass eine quantitative Fragestellung beobachtet werden soll. In meiner Kleingruppe entschieden wir uns, eine Beobachtung zur Nutzung der Fahrstühle durchzuführen. Dabei wurden verschiedene Beobachtungsschwerpunkte diskutiert: Nutzen mehr Frauen oder mehr Männer den Fahrstuhl? Nutzen mehr Personen den Fahrstuhl als die Treppe? Nutzen Personen mit flachen Schuhen den Fahrstuhl häufiger als die Treppe? Diskutiert wurde auch eine Beobachtung darüber, ob Frauen, die den Fahrstuhl nutzen zufriedener sind als Männer, welche den Fahrstuhl nutzen. Bei dieser Fragestellung kamen wir allerdings bereits in dieser Phase der Untersuchung in Schwierigkeiten bei der Bestimmung, wie man zufrieden beobachten kann. Daraus ergibt sich, dass Motive für Verhaltensweisen und Gefühlszustände nur sehr ‚schwer objektiv beobachtbar’ sind. Um bei solchen Fragestellungen zu Aussagen kommen zu können, bedarf es immer klarer Kriterien, welche durch beobachtbare Verhaltensweisen einen Rückschluss auf den Gefühlszustand zulassen (z.B. könnte ein Lächeln als Kriterium für Zufriedenheit definiert werden).
Zunächst verständigte sich die Kleingruppe darauf, dass kein Gender Vergleich durchgeführt werden sollte. Ein einfacher Vergleich der Treppen- im Vergleich zur Fahrstuhlnutzung schien uns zu schlicht zu sein, da wir an einem solchen Untersuchungsdesign einige der wesentlichen Bestandteile der Beobachtung, wie zum Beispiel eine detaillierte Operationalisierung, nicht gut üben konnten. Daher entschieden wir uns für die Untersuchung eines Zusammenhangs zwischen dem Tragen von Absätzen und der Nutzung der Treppe bzw. des Fahrstuhls.
3.1.2 Hypothesenbildung
Allgemein gesprochen ist eine Hypothese „eine Vermutung über einen bestimmten Sachverhalt“ (Raithel,, 2008 S. 14). Konkreter formuliert ist eine Hypothese die „Annahme über den Zusammenhang zwischen verschiedenen Faktoren“ (König & Zedler, 2002, S. 59).
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Bortz & Döring geben folgende Definition: „Wissenschaftliche Hypothesen sind Annahmen über reale Sachverhalte (empirischer Gehalt, empirische Untersuchbarkeit) in Form von Konditionalsätzen. Sie weisen über den Einzelfall hinaus (Generalisierbarkeit, Allgemeinheitsgrad) und sind durch Erfahrungsdaten widerlegbar (Falsifizierbarkeit)“ (2003, S.8). Eine Hypothese muss grundsätzlich überprüfbar sein und sollte eine provokante Aussage machen. Zudem sollte eine gute Hypothese „präzise, zielbezogen und konkret“ (Seminarreader, WS 2009 / 2010, S. 1) sein. Die Hypothese wird in jedem Fall positiv formuliert. Mit ihr soll nicht formuliert werden, was die Beobachtung (oder die Untersuchung allgemein) NICHT zeigen soll, sondern was sie beweisen soll. Darüber hinaus sollte eine Hypothese nie als Frage formuliert werden, sondern eine Aussage treffen, die am Ende der Untersuchung entweder bestätigt wird oder verworfen werden muss. Wichtig bei der Formulierung ist auch, dass die gemachte Aussage überprüfbar ist und nicht durch eine zu unkonkrete Formulierung sich nicht überprüfen lässt (vgl. ibid).
Basierend auf den genannten Kriterien wurde zunächst folgende Hypothese formuliert:
Mit der Formulierung dieser Hypothese gibt es einige Schwierigkeiten. So ist die Forderung von ‚häufiger … als’ ist nicht konkret genug. Bei dieser Aussage reicht es aus, wenn lediglich eine Frau mehr die Treppe als den Fahrstuhl nutzt, um die Hypothese zu widerlegen. Hinzu kommt, dass eine 50% Hypothese, denn um eine solche handelt es sich hier, in der Regel nicht wirklich ein interessanter Untersuchungsgegenstand ist, da sie bei Widerlegung keine große Aussagekraft besitzt. Besser ist es, eine ‚verwegene’ Hypothese zu stellen, die einen hohen Zusammenhang zwischen den Variablen verlangt.
Während der Bildung der Hypothese ergaben sich Unsicherheiten bezüglich der klaren Nennung von Ort und Zeit. Es wurde im Seminar deutlich, dass der Ort und die Zeit in die Hypothese aufgenommen werden können, aber nicht müssen. Dabei ist zu beachten, dass es bei der Hypothesenbildung noch nicht darum geht, einen genauen Zeitpunkt und einen genauen Ort zu bestimmen. Es kann aber schon eine grobe Vorauswahl wie zum Beispiel ‚in der Mittagspause’ oder ‚an der Universität Paderborn’ getroffen werden.
Wichtig bereits bei der Hypothesenbildung ist es, darauf zu achten, dass die genannten Merkmale wirklich beobachtbar sind. So kann zum Beispiel nicht beobachtet werden, ob eine Person Studentin, Dozentin oder Gast ist. Von daher ist es wichtig, dies klar zu formulieren, indem man alle diese Gruppen mit einbezieht. Das ist bereits in der ersten Formulierung der Hypothese gut geglückt, indem die Personengruppe mit ‚Frauen’ bezeichnet wurde. Die Unterscheidung ob Mann oder Frau
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Arbeit zitieren:
Martina Vögele, 2010, Die Forschungsmethode als Beobachtung, München, GRIN Verlag GmbH
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