Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Grundlagen des 4CID-Modells am Beispiel eines
Bildungswissenschaftlers im Bereich der Forschung 4
3 Praktische Anwendung des 4CID-Modells 5
3.1 Analyse der Kompetenz 5
3.2 Vereinfachte Annahmen und Aufgabenklassen 7
3.3 Lernaufgaben 9
3.4 Unterstützende Informationen 11
3.5 Just-in-time Informationen 12
4 Theoretischer Teil 13
4.1 Lerntheoretische Überlegungen und Aspekte des
situierten Lernens in Bezug auf das 4CID-Modell 13
4.2 Einbeziehung des 4CID-Modells 15
in didaktische Szenarien
4.3 Unterstützende Medien 16
5 Zusammenfassung und Fazit 17
Literatur 19
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Schematische Übersicht des 4CID-Modells 4
Abb. 2: Fertigkeitenhierarchie 7
Tabellenverzeichnis
Tab. 1: Sequenz der Aufgabenklassen 8
2
1 Einleitung
Eine sich immer schneller verändernde Gesellschaft verlangt von dem Beschäftigen im Beruf eine flexible und umgehende Anpassung an die gestiegenen Anforderungen. Um auf diese Anforderungen optimal vorbereitet zu sein, bieten sich moderne Instruktionsdesign-Modelle, im Besonderen das Four-Component Instructional Design Modell (4CID-Modell), an. Das 4CID-Modell wurde von Van Merriënboer speziell für ein Training von komplexen kognitiven Fähigkeiten entwickelt. (vgl. Bastiaens, Deimann, Schrader & Orth, 2008, S. 91) Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit „Bildungswissenschaftlern im Bereich der Forschung“ und zeigt den Entwurf eines Blueprint für das Erlernen komplexer Fertigkeiten. Da es sich bei dem Bildungswissenschaftler in der Forschung um ein sehr umfangreiches Thema handelt, soll hier nur der Arbeitsbereich eines Forschers in der Empirischen Sozialforschung beschrieben werden. Zunächst wird im zweiten Kapitel das 4CID-Modell in seinen Grundlagen vorgestellt. Im dritten Kapitel folgt die Entwicklung eines Blueprint mit den Arbeitsschritten Kompetenzanalyse, Bildung von vereinfachten Annahmen und
Aufgabenklassen und dem Entwurf von Lernaufgaben, Unterstützende Informationen und Just-in-time Informationen. Im vierten Kapitel werden eine theoretische Einordnung des 4CID-Modells dargestellt, lerntheoretische Überlegungen und das situierte Lernen veranschaulicht, didaktische Szenarien erklärt und unterstützende Medien beschrieben. Eine Zusammenfassung und das Fazit bilden den Schluss dieser Arbeit.
Der Text in dieser Hausarbeit ist in männlicher Form verfasst. Dies dient allein der besseren Lesbarkeit und entspricht keiner Wertung.
3
Abb. 1: Schematische Übersicht des 4CID-Modells (Quelle: Bastiaens et al. 2008, S. 91)
2 Grundlagen des 4CID Modells am Beispiel eines
Bildungswissenschaftlers im Bereich der Forschung
Das 1997 von Van Merriënboer entwickelte 4CID-Modell gilt als das zurzeit international bedeutendste Modell für ein Training von komplexen, kognitiven Fähigkeiten. (vgl. Bastiaens et al., 2008, S. 84) Es ermöglicht u.a. den Entwurf von mediengestützten Lernmaterialien, um Lernumgebungen systematisch zu planen und zu gestalten. Es eignet sich für den Einsatz in realen Umgebungen, sowie im E-Learning Bereich. „The basic idea behind this focus is that such task help learners to integrate knowledge, skills and attitudes, stimulate them to learn to coordinate constituent skills, and facilitate transfer of what is learned to new problem situations.” (Van Merriënboer, Kirschner, 2007, S. 4) Wie oben erwähnt, beschränkt sich die folgende Arbeit beschränkt sich auf die Erstellung eines Blueprint für den Bildungswissenschaftler in der Empirischen Forschung und die dort zu erlernende Kompetenz. Empirische Sozialforschung dient dazu, die Phänomene der realen Welt zu beschreiben und zu klassifizieren und Regeln zu finden, durch die die Ereignisse in der realen Welt erklärt und vorhergesagt werden können. (vgl. Helmut Kromley, 2007, S. 16)
4
Das 4CID-Modell besteht aus 4 Entwurfskomponenten, die in einer Wechselbeziehung zu einander stehen. (vgl. Van Merriënboer, Kirschner, 2007, S. 14)
Diese Komponenten sind die Lernaufgaben, Unterstützende Informationen, Just-in-time Informationen und Part task Practice. Lernaufgaben dienen dem Aufbau kognitiver Schemata, um nicht-wiederkehrende Aufgaben erfüllen zu können. Unterstützende Informationen helfen nicht-wiederkehrende Aufgaben zu bewältigen und stellen eine Beziehung zwischen vorhandenen Kenntnissen und neu zu erlernenden Inhalten her. Just-in-time Informationen bieten bei wiederkehrenden Problemstellungen Unterstützung. Diese Informationen werden erst bei der Bearbeitung der Aufgaben vorgelegt und sind in kleinen Einheiten geordnet. Part task Practice sind sich oft wiederholende Übungen, um schnell eine Automatisierung zu ermöglichen. Auf diese Komponente wird im Folgenden nicht weiter eingegangen. Die Abbildung oben zeigt eine schematische Übersicht des 4CID-Modells.
3 Praktische Anwendung des 4CID-Modells
3.1 Analyse der Kompetenz
Ein Studium kann nicht alle in der Praxis geforderten Kompetenzen und Fertigkeiten für Bildungswissenschaftler vermitteln. Die in dieser Arbeit verwendeten Informationen für die notwendigen Fertigkeiten in der Forschung sind dem Text von Uwe Flick: „Stationen eines Forschungsprozesses“ entnommen, sowie dem Studienbrief der FernUniversität in Hagen: „Empirische Sozialforschung - Modelle und Methoden der Datenerhebung“ von Helmut Kromney. Für den vorgegebenen Bereich soll der Bildungswissenschaftler über folgende Kompetenzen verfügen: Z.B. Informationen sammeln, Untersuchungsmaterial entwickeln, Daten aufbereiten, Stichproben auswählen sowie Befragungen bzw. Tests durchführen. Auf den Begriff „Untersuchungsmaterial entwickeln“ wird im Text häufiger eingegangen, darunter ist die Festlegung der Erhebungsinstrumente, die Festlegung der Methoden und die Entwicklung des Forschungsdesigns zu verstehen.
5
Der erste Schritt für die Entwicklung des Lernmaterials erfordert zunächst die Analyse der Leistung für die Lerninhalte. Die daraus entnommenen Informationen werden für die Bildung der Hierarchie benötigt. In dem vorliegenden Beispiel wird die Kompetenz des „Bildungswissenschaftlers in der Forschung“ als ganzheitliche komplexe Fertigkeit dargestellt und in konstituierende Teilfertigkeiten zerlegt, eine sogenannte Skill-Hierarchie. (vgl. Van Merriënboer, Kirschner, 2007, S. 16) Dadurch lassen sich die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Teilen besser veranschaulichen. Es wird grundlegend zwischen horizontalen (temporären) und vertikalen Relationen unterschieden. Die horizontal abgebildeten Fertigkeiten (siehe Abb. 2), werden von links nach rechts erlernt und beziehen sich auf den Moment in dem die Fertigkeiten ausgeübt werden, dies kann sequentiell oder gleichzeitig sein. (vgl. Bastiaens et al., 2008, S. 92)
Für den Bildungswissenschaftler in der Forschung ergibt sich daraus, dass zunächst die Forschungsfrage formuliert wird, dann der Forschungsplan entworfen wird. Anschließend wird die Forschung durchgeführt und danach ausgewertet. Zum Schluss erfolgt die Evaluierung der Forschung. (vgl. Abb. 2) Die vertikalen Relationen werden von unten nach oben gelesen, dabei ist zu beachten, dass es sich um aufeinander aufbauende Fertigkeiten handelt. In der Hierarchie stellt z. B. die Fertigkeit „Informationen recherchieren“ eine Bedingung für die Fertigkeit „Forschungsbereich eingrenzen“ dar. Ein wichtiger Punkt ist die Klassifizierung der Fertigkeiten in wiederkehrende und nicht-wiederkehrende Fertigkeiten.
Bei den wiederkehrenden Fertigkeiten ist die Ausübung in allen Situationen gleich. Wenn hier ein hohes Maß an Automatisierung gefordert ist, werden repetierende Übungen (part task-praktice) eingesetzt, wie zum Beispiel in der Fertigkeit „Informationen recherchieren“ und „Daten dokumentieren“. Bei den nicht-wiederkehrenden Fertigkeiten ist die Ausübung unterschiedlich klassifiziert. (vgl. Bastiaens et al., 2008, S. 92) Beispiele dafür sind „Untersuchungsmaterial entwickeln“ und „vorläufige Hypothese erstellen“.
6
Arbeit zitieren:
Inga Piltz, 2010, Das 4CID-Modell am Beispiel "BildungswissenschaftlerIn im Bereich der Forschung", München, GRIN Verlag GmbH
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