Gliederung
I. Inhaltsangabe. 3
II. Figuren. 3
1. Hauptfigur. 3
2. Alphonse Karr. 5
3. Alphonse Esquiros. 6
4. Carlotta. 7
III. Schauplätze. 9
1. Das Haus von Alphonse Karr. 9
2. Das Grabmal in der schwarzen Stadt) 9
3. Ein fremdes Haus. 10
IV. Die Droge Opium. 10
1. Begriffsbestimmung. 10
2. Konsumvarianten. 11
3. (Aus-)Wirkungen von Opium. 11
V. (Schwarz-)Romantische Motive in La Pipe d´Opium. 15
VI. Fazit 16
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Textanalyse 1
I. Inhaltsangabe
In der Erzählung La Pipe d´Opium von Théophile Gautier aus dem Jahre 1838 geht es um von dem Protagonisten als überaus intensiv und real erlebte farbenfrohe, traumhafte Ereignisse nach dem vorigen Rauchen einer Opiumpfeife.
II. Figuren
1. Hauptfigur
Die Hauptfigur ist ein namenloser Mann unbekannten Alters und Herkunft. Er nimmt in der Erzählung die Rolle des Ich-Erzählers ein, wobei er in der Rahmenerzählung davon berichtet, bei seinem Freund Karr Opium geraucht zu haben. Weiter schildert er in der Binnenerzählung einen Traum, den er wegen des konsumierten Opiums hat. Der Protagonist ist möglicherweise von Beruf Journalist, da er an jenem Tag einen Feuilleton abfassen muss und deshalb ins Theater geht, obwohl er selbst keine rechte Lust darauf zu haben scheint: „Étant de feuilleton ce jour-là, […] j´allai au théâtre subir je ne sais quelle pièce, […]“ (Gautier: 2007, 153/54). Er hat wohl zuvor noch nie Opium geraucht, da er die Pfeife, mit der man unter anderem Opium rauchen kann, nicht ausdrücklich als Opiumpfeife bezeichnet, sondern sie sehr detailliert beschreibt: „[…] [Un] tuyau de bois de cerisier muni d´un champignon de porcelaine […] il aspirait par une petite embouchure d´ambre jaune la fumée […]“ (Gautier: 2007, 153). Dennoch nimmt er ohne jegliches Zögern seinem Freund die Pfeife aus der Hand, um sie selbst zu benutzen, was auf einen sehr neugierigen und unerschrockenen Charakter schließen lässt. Dieses Streben nach Neuem und ihm Unbekannten ist im weiteren Verlauf, insbesondere innerhalb seines Erlebnisses im Traum, an seiner Schilderung der Ereignisse erkennbar. Ohne sich in irgendeiner Art über die möglichen Risiken oder das Ausmaß der Wirkung der von ihm gerauchten braunen Paste auf ihn bewusst zu sein, lässt er - im Traum ebenso wie in der Realität - die Droge auf sich wirken und beschreibt beobachtend die Veränderungen, die in seinem Sichtfeld stattfinden:
1 Textgrundlage der Analyse bildet „La Pipe d´Opium“, in: Marc Eigeldinger (éd.), Récits fantastiques, Paris 1981, Édition mise à jour en 2007, S.151-162.
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„Des réseaux de feu et des torrents d´effluves magnétiques papillotaient et tourbillonnaient autour de moi, s´enlaçant toujours plus inextricablement et se resserrant toujours […]“ (Gautier: 2007, 157). Auch lässt er sich die Geschehnisse, die er nicht versteht, gerne von seinem Freund näher erläutern oder fragt ihn, im Folgenden dann auch seinen Kameraden Esquiros, um Rat bzw. um deren Meinung bezüglich des Geistes in Form eines jungen Mädchens, das den Protagonisten bittet, es in der schwarzen Stadt durch einen Kuss wieder zum Leben zu erwecken: „[…] Karr prétendit que l´aventure était commune, qu´il en avait eu plusieurs du même genre, et que j´étais d´une grande naïveté de m´étonner de si peu. Esquiros expliqua tout au moyen du magnétisme“ (Gautier: 2007, 158). Dennoch finden sich in der Erzählung einige Passagen, in denen die Geschehnisse dem Protagonisten eigenartig und fragwürdig erscheinen: „Malgré la facilité que l´on a en rêve d´admettre comme naturelles les choses les plus bizarres, tout ceci commençait à me paraître un peu louche et suspect […]“ (Gautier: 2007, 155/56). Diese leichte Beunruhigung des Protagonisten ergibt sich auf Grund seiner Unwissenheit bezüglich der Wirkung des Opiums auf ihn. Er weiß nicht, dass das in Opium enthaltene Morphin auf das zentrale Nervensystem des Körpers wirkt und damit die Fähigkeit zur Unterscheidung von Traum und Wirklichkeit beeinträchtigen kann (vgl. Hänsel/Sticher: 2007, 1381). Die Abgrenzung dieser beiden Welten fällt dem jeweiligen Konsumenten je nach Konzentration des gerauchten Opiums zunehmend schwerer, die klaren Grenzen verlaufen sich immer mehr ineinander. Er ist sich in konkreter Situation unschlüssig bezüglich der Frage, ob er gerade einen Traum erlebt oder sich tatsächlich im Wachzustand befindet: „Je […] me fis cette question: A savoir, si je n´étais pas le jouet de quelque illusion, et si tout ce qui se passait n´était pas un rêve“ (Gautier: 2007, 158). Die Verwischung der Grenzen von Traum und Realität und damit deren gegenseitiges Ineinanderfließen ist für die Romantik bezeichnend, da auf Grund der nicht starr festgelegten und somit offenen äußeren Form Vermischungen solcher Art möglich sind.
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2. Alphonse Karr
Der Opiumkonsum findet bei Karr, dem Freund des Protagonisten, statt. Jean-Baptiste Alphonse Karr (1808-1890) war französischer Journalist und Schriftsteller und ist somit eine reale Person, die in der Tat zu Gautiers Freunden zählte. Er wird in der Erzählung als gefestigt und erfahren, als ruhiger Charakter beschrieben: „[…] Karr […], toujours impassible et silencieux […]“ (Gautier: 2007, 155). Gautier stellt ihn durch seine verständnisvolle und belehrende Art, mit der er dem Protagonisten die Vorkommnisse erklärt, als einen Gelehrten und Sachkundigen dar, den nichts überraschen kann und der für alles eine logische Erklärung hat: „[…] Karr rentra son nez dans le nuage de fumée, avec la mine satisfaite de quelqu´un qui a donné une explication limpide et lumineuse“ (Gautier: 2007, 155). Alphonse Karr war neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit auch Satiriker. So rief er das satirische Magazin „Les Guêpes“ zwischen 1839 und 1876 ins Leben. Auf seine satirische Ader weist Gautier subtil in seiner Erzählung hin: „[…] [Après] les femmes, je ne connais rien de plus capricieux que les plafonds […]“ (Gautier: 2007, 155). Durch seine leicht hochnäsige Art scheint er hier die Rolle des weisen Vaters zu übernehmen, der versucht, seinem unwissenden Sohn die Ereignisse verständlich zu machen: „L´on entre par les portes fermées, c´est l´usage; il n´y a que les gens mal élevés qui passent par les portes ouvertes. Vous savez bien qu´on dit comme injure: Grand enfonceur de portes ouvertes“ (Gautier: 2007, 156). Der Umfang seines Wissens wird auch durch eine Bemerkung gegenüber dem Protagonisten angedeutet: „[…] [Mais] vous […] avez […] peint l´estomac en rouge, au moyen d´un bordeaux plus ou moins Laffitte“ (Gautier: 2007, 155). In Pauillac bei Bordeaux in Frankreich befindet sich das Château Lafite-Rothschild, das als Weingut Bordeaux anbaut. Lafite-Rothschild gilt heute noch wie auch zur damaligen Zeit schon als
hervorragender, bekannter und teurer Wein. 2 Die Kenntnis dieses Weines lässt vermuten, dass ihn Karr wohl schon einmal getrunken haben muss, denn um etwas mit der Farbe eines bestimmten Weines vergleichen zu können, muss man selbstverständlich wissen, welche Farbnuancen und verschiedene Schattierungen er hat. Karr scheint, nicht zuletzt auch wegen des Preises einer Flasche Wein aus dem Hause Lafite-Rothschild, in den gehobenen Kreisen der gebildeten Pariser Literaten verkehrt zu haben.
2 Unter http://www.ugcb.net/UGCB_NET_V2/ auf Le Guide de l´union, weiter unter Pauillac das Château Mouton Rothschild (http://www.ugcb.net/UGCB_NET_V2/galerie/guide/guide_P014.pdf).
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Arbeit zitieren:
Anna Vogel, 2009, "La Pipe d´opium" (1838) von Théophile Gautier - Textanalyse, München, GRIN Verlag GmbH
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