Inhalt
1. Einleitung 3
2. Zwei Wege der Erkenntnistheorie 3
3. Kontagion - Konjunktion - Kommunikation
3.1 Kontagion 4
3.2 konjunktives Erkennen 5
3.3 Kontagion - konjunktives Erkennen - Kommunikation 6
4. Das Problem der Moderne 8
5. Schlussbetrachtung 8
6. Literatur 11
2
Mannheims Vorstellung der Kontagion stellt einen möglichen Ausweg für die Menschen in einer entfremdeten Umgebung dar. In seiner kultursoziologischen Schrift „Eine soziologische Theorie der Kultur und ihrer Erkennbarkeit (Konjunktives und kommunikatives Denken)“ erläutert und diskutiert er mögliche Formen des Erkennens und Verstehens und weist dabei auf die Probleme moderner Gesellschaften hin. Gleichzeitig zeichnet Mannheim aber auch durch den Hinweis auf die Kontagion und eine Rückbesinnung auf diese Erkenntnisform einen Lösungsweg aus der alltäglichen Entfremdung auf.
Im Folgenden sollen daher zunächst die beiden Erkenntnisformen der Moderne (die Mannheim konstatiert) vorgestellt werden. Daraufhin soll das Verhältnis von Kontagion, Kommunikation und Konjunktion erläutert werden und abschließend soll auf die Problematik der Moderne eingegangen werden.
Zwei Wege der Erkenntnistheorie
Nach Mannheim ist die Moderne geprägt durch zwei verschieden Wege der Erkenntnistheorie.
Zum einen gibt es eine Form des Erkennens, die maßgeblich am Ideal exakter Naturwissenschaften ausgerichtet ist. Entscheidend ist hierfür das Erkennen als Quantifizieren. In dieser Erkenntnisform soll von der subjektiven Perspektive des Erkennenden abstrahiert werden, wie Mannheim es formuliert, soll ein Prozess der „Entanthropomorphisierung“ stattfinden. 1
Eine andere Form der Erkenntnis entspringt nach Mannheim der Romantik und enthält Züge die der religiösen Erfahrung ähneln. Hier geht es vielmehr um eine vortheoretische Erfahrung und praktisches Wissen. 2 Mannheim konstatiert hierbei dem naturwissenschaftlichen Erkennen einen entscheidenden Mangel. Das Problem für Mannheim ist, dass eine naturwissenschaftliche Herangehensweise alle anderen Erkenntnisformen verneint und somit darüber hinwegsieht, dass bei einem Erkenntnisakt eine besondere Beziehung zwischen Subjekt und Objekt entsteht. Hier wird der Begriff des Erkennens nach Mannheim viel zu eng gefasst, derartiges Erkennen ist nach Mannheim vielmehr nur ein Teil der Subjekt-Objekt-Beziehung: „jeder Erkenntnisakt ist nur ein unselbstständiger Teil einer existentiellen Beziehung zwischen Subjekt und Objekt, einer existentiellen Beziehung, die jeweils eine anders geartete Gemeinsamkeit und eine stets spezifische Einheit zwischen diesen beiden stiftet.“ 3
3
Diese Form des Erkennens, umfasst zwar das Quantifizieren, ein Verstehen des „Qualitativen“ kann aber dadurch nicht erreicht werden. Für Verstehen greift sie zu kurz, da durch eine bloße begriffliche Objektivierung die eigentliche Qualität des Erkannten nicht erfasst werden kann.
3. Kontagion - Konjunktion - Kommunikation 3. 1 Kontagion
Die Alternative ist für Mannheim ein weiterer Erkenntnisbegriff, der die besondere Beziehung zwischen Subjekt und Objekt reflektiert. Anstatt zu abstrahieren und einen Gegenstand oder eine Person rein rational und vermeintlich objektiv zu erfassen, zielt dieses Erkennen auf die spezielle Beziehung ab, welche beim Erkenntnisprozess entsteht. Hierzu dient Mannheim der Begriff der Kontagion. Als Kontagion bezeichnet Mannheim dieses besondere Gefühl der Einheit mit dem Gegenstand, das jeglicher Objektivierung und Abstrahierung in mittelbare Sprache vorausgeht. In dieser Kontagion kommt es zu einer Be-rührung bzw. An-rührung des Selbst, der Seele durch einen Gegenstand. Dieser Gegenstand wird in den Selbstkreis aufgenommen, bildet eine Einheit mit dem Erkennenden. Es kommt zu einer Verschmelzung. Erst durch dieses existentielle Eins-sein, kann es zu einer greifbaren Subjekt-Objekt-Beziehung kommen. Mannheim zielt demnach darauf ab, dass wir einen Gegenstand erst dann wirklich erkennen und begreifen können, wenn wir eine existentielle, gestimmte Beziehung mit ihm eingehen. Erst durch das Aufnehmen des Gegenstandes, durch dessen Verschmelzung mit uns selbst, wird ein wirkliches Verstehen des Gegenstandes, der Beziehung zum Gegenstand, sowie auch unserer selbst möglich. 4
Als Berührung ist hierbei jegliche Aufnahme eines Objekts in den Selbstkreis zu betrachten, gemeint ist also nicht nur jegliches Erfassen des Anderen durch die Sinne (z.B. den Tastsinn), auch durch unseren Geist und unsere Seele können wir in der Kontagion erkennen. Es ist nicht immer klar, wann man bei Mannheim von einer Kontagion sprechen kann, was eine derartige Beziehung wirklich ausmacht. Was Mannheim jedoch verdeutlicht ist, dass die Anrührung bzw. Berührung durch den oder das Andere nicht durch bereits objektivierte Ausdrucksformen geschieht (die ja bereits eine Abstraktion darstellen). Wie Mannheim es formuliert, geht es vielmehr um ein umfassendes Aufnehmen des anderen „in seiner unwiederholbaren seelischen Einmaligkeit“. 5 Begegnet man einem Menschen, tritt man demnach in
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Arbeit zitieren:
Katharina Oberfeld, 2010, Zu Karl Mannheims Begriff der Kontagion, München, GRIN Verlag GmbH
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