Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Begriffsklärung. 3
2.1. Leib. 3
2.1.1. Philosophisch 3
2.1.2. Systematisch-theologisch 4
2.2. Geist 4
2.2.1. Biblisch. 4
2.2.2. Philosophisch-theologisch. 5
2.3. Seele 5
2.3.1. Psychologisch. 5
2.3.2. Philosophisch 5
2.3.3. Systematisch- und Praktisch-theologisch. 6
2.4. Unsterblichkeit der Seele 7
2.4.1. Philosophisch 7
2.4.2. Theologisch 7
3. Die Seele in der modernen Hirnforschung. 7
3.1. Allgemeine Überlegungen. 7
3.2. Gerhard Roth, Wolf Singer und die Seele. 8
4. Kritische Bewertung. 9
4.1. Die Versuche von Benjamin Libet und anderen 9
4.2. Hinterfragung mittels Retorsion. 10
4.3. Berechtigung des Konzeptes der Seele 11
4.4. Die Unsterblichkeit der Seele. 12
5. Resümee 14
6. Literaturverzeichnis. 15
2
1. Einleitung
In der modernen Hirnforschung gibt es eine zunehmende Strömung, die eine rein naturwissenschaftliche und materialistische Erklärung aller Vorgänge im Menschen versucht. Dabei wird von einer absoluten Determiniertheit in allen Lebensbereichen ausgegangen. Besonders in den Veröffentlichungen der beiden bekanntesten Vertreter dieser Richtung, Gerhard Roth und Wolf Singer, kann man dies deutlich beobachten. Für die Theologie hat dies weitreichende Konsequenzen, da durch die moderne Hirnforschung die Freiheit des Menschen geleugnet wird und die Konzepte von Geist und Seele als überholt betrachtet werden. Hier ist eine kritische Auseinandersetzung notwendig, um zu klären, inwieweit die Positionen von Neurowissenschaftlern und Theologen sich wirklich widersprechen und wo möglicherweise nur von unterschiedlichen Kategorien gesprochen wird.
Diese Arbeit soll eine einleitende Untersuchung sein, wie die moderne Hirnforschung zum Problem der Seele überhaupt und zu deren Unsterblichkeit steht und was aus Sicht der christlichen Theologie dazu zu sagen ist. Exemplarisch für die Position der Hirnforschung werden Texte von Roth und Singer herangezogen.
2. Begriffsklärung
2.1. Leib
2.1.1. Philosophisch
Im Bezug auf den Menschen versteht man unter Leib den Körper des Menschen. Dabei muss sich die Philosophie mit zwei Fragen auseinander setzen, zum einen, wie eine begriffliche Fassung des Unterschiedes zwischen einem “bloßen” und einem lebendigen/geistdurchlebten Körper zu fassen ist und zum anderen, inwiefern das Daseinsmedium eines Ich der je eigene Leib ist. 1
1 Vgl. G. Haeffner, Artikel Leib in LThK 3 Band 6, 763.
3
Unter Rücksicht auf die Vorstellungen der modernen Hirnforschung stellt sich allerdings die Frage, ob überhaupt noch von einem geistdurchlebten Körper gesprochen werden kann oder ob Leib und Körper gleich zu setzten sind und der Geist nur auf physikalischen Vorgängen im Gehirn beruht.
2.1.2. Systematisch-theologisch
Die Selbst-Bezüglichkeit des Menschen bedingt das Bewusstsein, einen Leib zu “haben”. Die Gefahr dabei ist allerdings, den Leib als etwas Zweitrangiges zu betrachten, im Gegensatz zu Seele oder Geist die ich “bin”. Ein Leib-Seele-Dualismus wird in der christlichen Anthropologie spätestens seit Thomas von Aquin abgelehnt und die seelisch-leibliche Einheit des Menschen betont. Der Körper stellt die biologische Bedingung für die zeitliche Existenz des Menschen in dieser Welt dar, aber die Identität des Menschen darf nicht in irdische Leibverhaftung und jenseitige Vergeistigung geteilt werden. 2
2.2. Geist
2.2.1. Biblisch
Im Hebräisch des Alten Testamentes entspricht Geist zum einen dem Begriff leb, was mit Herz als Ort der Einsicht übersetzt werden kann und zum anderen ru a h mit den verschiedenen Bedeutungen “Wind”, “Atem” und “Geist”. In der Septuaginta wird ru a h zumeist mit πνευμα wiedergegeben. Auch in der Eschatologie verwendet das Alte Testament den Begriff des Geistes, wenn, nach Jes 11,2 vom König der Heilszeit erwartet wird, dass er die Gaben des Geistes besitzt. 3
Im Neuen Testament wird der Geist (πνευμα) vorwiegend als Gabe Gottes betrachtet. Er ist Teil des Innenlebens und des Willens aber auch geistiger Haltungen, kann aber auch das gesamte der Personalität des Menschen, sein Ich, umgreifen, was vor allem bei Paulus zu beobachten ist (z.B. Röm 1,9;8,16). 4
2 Vgl. V. Eid, Artikel Leib in LThK 3 Band 6, 766f.
3 Vgl. A. Schmitt, Artikel Geist in LThK 3 Band 4, 370f.
4 Vgl. J. Hainz, Artikel Geist in LThK 3 Band 4, 371.
4
2.2.2. Philosophisch-theologisch
Soll die Freiheit des Menschen gewahrt werden und die Ereignisse in Natur und Geschichte nicht nur zu “bloßen Momenten des sich entwickelnden Selbstbewußtseins” 5 werden so kommt es in einer philosophischen Theorie des Geistes darauf an, im menschlichen Verhältnis zu Natur und Geschichte eine Erfahrungsoffenheit und Überraschungsfähigkeit zu bewahren. Entsprechend muss eine Theologie des Geistes mit der Unvorhersehbarkeit des göttlichen Geistes rechnen, der “weht wo er will” und damit nicht nur die dialektischen Gesetze der Geschichte verwirklicht. 6
2.3. Seele
2.3.1. Psychologisch
Heute betrachtet sich die Psychologie unter dem Anspruch naturwissenschaftlicher Objektivität und es kommt zu einer immer vollständigeren Trennung von Philosophie und Psychologie. Diese naturwissenschaftliche Betrachtungsweise ist der Grund für die Aufgabe des Konzeptes einer Seele in der modernen Psychologie, da eine Seele für eine streng empirisch arbeitende Psychologie nicht nachweisbar ist. Da aber Begriffe wie “Ich”, “Selbst” und “Identität” zwar umstritten aber offensichtlich unentbehrlich sind, leben klassische Seelenkonzepte durchaus neu auf. 7
2.3.2. Philosophisch
In der Philosophie hat der Begriff der Seele im Laufe der Geschichte unterschiedliche Bedeutung besonders im Verhältnis Leib - Seele bekommen. So definiert z. B. Aristoteles die Seele als “die erste Entelechie eines natürlichen Körpers, der potentiell Leben besitzt” 8 , wobei umstritten bleibt, ob der Geist als höchstes Seelenvermögen Teil der Seele ist oder abgetrennte, unzerstörbare Substanz. Thomas v. Aquin beschreibt die Seele als Teil der menschlichen Natur, die ihre Vollendung nur durch die Vereinigung mit dem Körper erlangt. Mit Rene Descartes kommt es zum deuten der Seele als Ich, als der Welt gegenüberstehendes Denken, als Geist. Diese Identifikation der substantiellen Seele mit dem subjektiven Ich
5 R. Schaeffler, Artikel Geist in LThK 3 Band 4, 376.
6 Vgl. ebd. 376f.
7 Vgl. K. Kiessling, Artikel Seele in LThK 3 Band 9, 369f.
8 De anima II 1, 412 a.
5
Arbeit zitieren:
Brigitte Benz, 2007, Gehirn - Geist - Heiliger Geist, München, GRIN Verlag GmbH
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