LV : 120.151: Methoden des Qualitätsmanagements von Hochschulen
7. Zusammenfassung 20
8. Literaturverzeichnis 21
9. Abbildungs- und Tabellen- Verzeichnis 22
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1. Einleitung
In dieser Arbeit, wird explizit auf das Hochschulsystem in Italien eingegangen. Bezogen auf Italien, werden auch vergleiche zum Hochschulstudium in Österreich behandelt. Um das System der Hochschulen in Italien besser zu verstehen, ist es wichtig, ein Hintergrundwissen über die Geschichte der Hochschulen in Italien zu bekommen. In dieser Arbeit, wird im ersten Teil auf die Geschichte der Hochschulen eingegangen und zwar von den ersten Universitäten angefangen, bis hin zum heutigen Hochschulwesen. Im zweiten Teil, werden die Universitäten genauer untersucht, nach welchem Typus von Universitäten, sowie Administration und Studienstrukturen. Im dritten Teil, wird auf die Studierenden eingegangen und zwar in welchen Fächergruppen Studierende inskribiert sind, wie die Studienerfolgsquote aussieht, sowie warum es Studienabbrüche gibt. Im vierten Teil wird ein aktueller, direkter Vergleich zwischen Italien und Österreich hergestellt, bezüglich der Universitäten. Im fünften Teil dieser Arbeit, wird noch auf die Finanzierung von Universitäten in Italien eingegangen.
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2. Geschichte der Hochschulen in Italien
Universitätsgründungen in Italien „hängen eng mit der zunehmenden Bedeutung der italienischen Städte seit dem 11. Jh. zusammen“(BERNING, 2002, S. 5). In den vorausgehenden Jahrhunderten hatten die geistlichen Institutionen wie die Klöster und Kathedralschulen sowie auch die Synagogenschulen der jüdischen Gemeinden, das Schrift- und damit das Bildungsmonopol inne.(vgl: BERNING, 2002, S. 5). Die Feudalherscher bedienten sich solcher Schulen um das Personal für Schreib und Verwaltungsdienste heranzubilden.(vgl: BERNING, 2002, S 5), Durch politische und wirtschaftliche Veränderungen die mit „der veränderten Machtkonstellation von Kirche, Feudalherren und Städten einhergingen, erfolgte die Ausweitung der bisherigen Schulen zu Universitäten“(BERNING, 2002, S 5). Die erste Universität in Italien und in Europa ist die Universität von Bologna. „Im Jahr 1988 feierte sie unter Beteiligung von Hochschulen aus aller Welt ihr 900 jähriges Jubiläum, in dessen feierlichen Rahmen eine Magna Charta Universitatum unterzeichnet
wurde“(BERNING, 2002, S 6). In diesem Jahr trafen sich „an der Universität zu Bologna über 380 Rektoren und Präsidenten europäischer Universitäten“. „Angestoßen von der Universität Bologna und ausgearbeitet von einer gemeinsamen Arbeitsgruppe der Europäischen Rektorenkonferenz und der Association of European Universities, wurde diese Charta in einer zweijährigen Arbeit vorbereitet und in einer 80- köpfigen Delegation vordiskutiert“(WALTER, 2006, S 98). Vor der Errichtung der Universität in Bologna gab es schon eine berühmte Rechtsschule die einen guten Ruf hatte. Durch diese gute Reputation der Schule kamen viele Lehrende und Studenten, um sich dort niederzulassen und Bildung zu betreiben und zu rezipieren. Das primäre Interesse der Städte lag darin, die Studenten an einem Ort zu binden, damit Studenten und Professoren auf einem Punkt konzentriert ihre Studien machen konnten.(vgl: BERNING, 2002, S 6). Ein weiteres Interesse der Städte war natürlich die fertigen Studenten in den Arbeitsprozeß der Stadt einzubinden um somit das Wirtschaftwachstum zu fördern. Die Professoren hatten auch ein schönes Leben, denn als Gegenleistung „wurden die Universitäten und ihre Professoren von den Städten unterhalten und genossen zahlreiche verbriefte Privilegien“(BERNING, 2002, S 6). Die Fächer oder auch wissenschaftlichen
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Disziplinen der neuen Universitäten waren artes liberales, Medizin, Rechtswissenschaften und Theologie.
In Italien entstanden vom 11 bis ins 16 Jahrhundert weitere Universitäten, die in dieser Tabelle ersichtlich sind.
Tabelle 1: Gründungsdaten früher italienischer Universitäten
Die gemeinsamen Merkmale „der mittelalterlichen Universitäten [….] waren die lateinische Unterrichtssprache, die Lehrformen der Vorlesung und der Disputation, das Zusammenleben von Studenten und Dozenten und die Gliederung nach Fakultäten sowie landsmannschaftlichen Studenten und Professorenkorporationen“.( BERNING, 2002, S 8). „Die Universitäten wurden von einem Rektor geleitet, der meist auf begrenzte Zeit gewählt wurde“(vgl: BERNING, 2002, S 6).
2.1 Hochschulwesen Italiens im 19. Jh bis 1945
Die Zahl der im Mittelalter und in der Renaissance gegründeten Universitäten veränderte sich bis ins 19 Jh. kaum. Im südlichen Teil Italiens gab es auf dem Festland zunächst nur die Universität Neapel. Interessant ist, dass nur die Bewohner des süditalienischen Staufferreiches und später des Königreiches Neapel an der Universität Neapel studieren durften. (vgl: BERNING, 2002, S 8).
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„Nach dem Ende der Staufer (1268 Enthauptung Konradins) veränderten sich die Machtverhältnisse im südlichen Italien“(BERNING, 2002, S 8). Eine dramatische Wende für die Universitäten zeichnete sich im 19 Jahrhundert ab, wo die Städte an Bedeutung verloren. Nach der Wiedergeburt der sogenannten Renaissance wurden die Fürstenhäuser und Kirche die bestimmenden Kräfte in Italien.(vgl: BERNING, 2002, S 8). „Adelshöfe und Päpste zogen Künstler und Wissenschaftler an“. „Sie gründeten Akademien mit größeren Freiräumen für die Wissenschaftliche und künstlerische Tätigkeit, als die traditionellen Universitäten sie boten“(BERNING, 2002, S 8). Profiteure dieser Wandlung waren die Universitäten in Paris und London, sie versprachen sich den neuen aufkommenden Naturwissenschaften, wobei genau die Naturwissenschaften nicht in das Bild der Kirche passten, die in Italien einen großen Einfluß hatte. Zu sehen ist dieser Wandel an den Studentenzahlen. Wo die Universität Bologna einst einige Tausend Studenten hatte, konnte sie später nur noch 300 aufweisen.
Nach dem Prozeß der Einigung Italiens kam es zu politischen und sozialen Umwälzungen. Eine liberale adelig bürgerliche Elite konnte eine Einigung der italienischen Nation herstellen. „Giuseppe Mazzini, Giuseppe Garibaldi und Camillo Cavour waren ihre bedeutendsten Persönlichkeiten“(BERNING, 2002, S 9). Die Einigung Italiens brachte Herausforderungen für das Bildungswesen, denn der Staat brauchte für die Verwaltung qualifizierte Mitarbeiter. Der Bildungsstand der führenden Schichten war sehr hoch, aber der der breiten Bevölkerung äußerst gering. Nach 1880 hatte Italien eine Analphabetenquote von fast 50 %.(vgl: BERNING, 2002, S 10).
Einen weiteren großen Wandel im italienischen Bildungswesen gab es dann zu Beginn des Faschismus im Jahr 1923. Die „Riforma Gentile“ trägt ihren Namen nach dem Philosophen Giovanni Gentile, der 1922 bis 1924 Erziehungsminister war. (vgl: BERNING, 2002, S 11). Diese Reform verfolgte vier Ziele, nämlich: „die Verbreitung der Idee des Faschismus zum Aufbau einer neuen Gesellschaft, die Umpolung der Auseinandersetzung der sozialen Klassen in die faschistische Ideologie der nationalen Einheit, den Abbau der Überproduktion akademisch gebildeter Arbeitskräfte sowie die politische Mobilisierung der Intellektuellen aus Großbürgertum und Mittelschicht“.(BERNING, 2002, S 11). Die Reform ging einem Selektionsprozess voraus, bei welchem man Zulassungsbeschränkungen an den
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Arbeit zitieren:
Mag. Wolfgang Sebastian Weberitsch, 2009, Geschichte der Hochschulen in Italien , München, GRIN Verlag GmbH
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