Inhaltsverzeichnis
Formelzeichen V
1 Einleitung 1
1.1 Einführung in das Thema 1
1.2 Ziele der Diplomarbeit 3
2 Grundlagen 4
2.1 Das Rechenzentrum und seine Infrastruktur 4
2.1.1 Empfehlungen, Normen und Richtlinien 7
2.1.2 Roh- und Innenausbau 9
2.1.3 Die Stromversorgung 9
2.1.3.1 Elektrische Energieversorgung 9
2.1.3.2 Unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) 10
2.1.4 Sicherheits- und Brandmeldetechnik 11
2.2 IT-Technik 13
2.2.1 Serverschrank 13
2.2.2 Leistungsverbrauch der IT-Infrastruktur 13
2.2.3 Server 14
2.2.4 Storage 16
2.2.5 Network 17
2.2.6 Thin-Clients 18
2.3 Einsparpotentiale im Rechenzentrum 18
2.3.1 Klima- und Lüftungsanlage 18
2.3.2 Optimierung auf der IT-Ebene 21
2.3.2.1 Leistungsfähigere IT 21
2.3.2.2 Virtualisierung 21
2.3.2.3 Cloud Computing 23
2.3.2.4 Power Capping 24
3 Managementsysteme der IT 28
3.1 Kapitelaufbau 28
3.2 Konfigurationssoftware für die EDV-Ausstattung 28
3.2.1 Die Funktionalität des Programms 28
II
3.2.2 Begriffserklärung zu den Programmparametern 31
3.2.3 Vorstellung der drei unterschiedlichen Tools von HP 33
3.2.4 Praxisbeispiel anhand des HP Power Calculators 36
3.2.5 SPECpower ssj2008 37
3.2.6 Weitere Konfigurationsprogramme 38
3.3 Integriertes Systemmonitoring 38
3.3.1 Funktionsbeschreibung 38
3.3.2 Herstellerabhängige Überwachung der Server 41
3.4 Energieüberwachungssysteme 42
3.4.1 Allgemeine Beschreibung 42
3.4.2 Messstellenverteilung 44
3.4.3 Vorstellung der Messgeräte nach Messstellen 46
3.5 Management-Software 59
3.5.1 Konzepte und Anforderungen 59
3.5.2 Kurzvorstellung ausgewählter Management-Software 61
3.5.3 Merkmalübersicht 69
4 Bewertung bestehender Messsysteme 72
4.1 Gegenüberstellung 72
4.2 Kostenvergleich für ein Demorechenzentrum 74
5 Lösung zur Optimierung des Energiebedarfs 78
5.1 Allgemeine Vorgaben des Rechenzentrums 78
5.2 Analyse aus klimatechnischer Sicht 78
5.3 Möglichkeiten der Luftmengenanpassung 83
6 Zusammenfassung 91
6.1 Allgemeine Schlussfolgerung aus der Arbeit 91
Abbildungsverzeichnis 94
Tabellenverzeichnis 97
Abk ürzungsverzeichnis 98
Literaturverzeichnis 100
Sonstige Literatur 102
Hilfreiche Adressen 103
Anlage A - HP-Liste, Server mit Serviceprozessoren 105
Anlage B - Dell/Fujitsu-Liste, Server mit Serviceprozessoren 109
III
Anlage C - Physikalische Grundlagen 110
Anlage D - Intelligente PDUs Herstellerliste 116
Anlage E - Technische Daten der Klimaanlage 118
Anlage F - Strömungsdiagramm Lüftungsplatten 121
Anlage G - Testserver HP DL380G3 122
Anlage H - Projektplan der Diplomarbeit 123
IV
Formelzeichen
Formelzeichen Einheitszeichen Größe
[K] Temperaturdifferenz ∆T
q [A•s] elektrische Ladung Q
R S
t U
V
1 Einleitung
1 Einleitung
1.1 Einführung in das Thema
Der CO2-Ausstoß der Informations- und Telekommunikationstechnologie-Branche wird mit dem Niveau des weltweiten Flugverkehrs verglichen, der immerhin ca. 2% des weltweiten CO2-Ausstoßes ausmacht. Um diese Belastung kompensieren zu können, müssten 60 Milliarden Bäume gepflanzt werden. Zehn Terawatt, soviel Energie verbrauchten alle deutschen Server-und Rechenzentren im Jahr 2008 (Franz, et al., 2009).
Der stetig ansteigende Speicherplatzbedarf und der zunehmende Leistungsverbrauch immer leistungsfähigerer IT-Systeme führen zu einem deutlichen Anstieg der Strom- und damit der Betriebskosten.
Bis zum Jahr 2004 waren die Anschaffungskosten und die Betriebskosten aneinander gekoppelt. Seit dem Jahr 2004 sind die Betriebskosten entkoppelt und stiegen seitdem jährlich um mehr als 20 Prozent an (siehe Abbildung 1). Ohne Zweifel steht fest, dass die Rechenleistung weiterhin steigen wird und mit ihr auch der Energieverbrauch.
Abbildung 1: Entwicklung der Betriebs- und Anschaffungskosten von Servern,
Quelle: Lampertz
Der mittlere Leistungsbedarf betrug im Jahr 2001 durchschnittlich 100 Watt pro Server, im Jahr 2006 waren es schon 400 Watt. Die Anzahl der installierten Server hat sich vom Jahr 2000 bis 2005 verdoppelt (Koomey, 2007). Neuerdings wird die hohe Energiedichte durch die so genannte Blade-Center-Technologie verursacht, die bis zu 30 kWatt pro Rack ausmachen kann.
1
1 Einleitung
Die Weltwirtschaftskrise brachte neue Herausforderungen mit sich, wie Maßnahmen zur Kosteneinsparung und Erhöhung der betrieblichen Effizienz. Noch nie waren die Rechenzentrumsmanager so sehr gezwungen, ihnen zur Verfügung stehende Budgets möglichst effizient zu nutzen. Laut einer Umfrage des Aperture Research Institute (ARI), prognostizieren mehr als die Hälfte der befragten Manager eine Stagnation des ihnen zur Verfügung stehenden Budgets (Aperture Research Institute, 2009). Das hat den indirekten Vorteil, dass das Bestreben nach Lösungen, welche laufende Betriebskosten senken sollen, umso größer ist. Durch den geringeren Stromverbauch sinken die Betriebsausgaben.
Aufgrund der fehlenden Messtechnik in Rechenzentren lässt sich nicht genau feststellen, wo der heißeste Serverschrank steht und ob die Umgebungstemperaturverläufe im Sollwertbereich liegen. Das erschwert nicht nur den Klimatechnikingenieuren, Maßnahmen für einen optimalen Betrieb zu finden, sondern auch den Rechenzentrumsbetreibern einen optimalen Betrieb für das Klimaprogramm zu fahren.
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1 Einleitung
1.2 Ziele der Diplomarbeit
Die vorliegende Diplomarbeit beschäftigt sich damit, bestehende Messsysteme auf dem Markt zu finden und sie fachlich und wirtschaftlich zu bewerten, um somit der Branche eine geeignete Messgeräteübersicht qualifizierter Hersteller zu geben. Weiterhin sind durch den Einsatz eines Energieüberwachungssystems mögliche Optimierungslösungen im
klimatechnischen Bereich beschrieben. Die Rahmenbedingungen dieser Diplomarbeit sind:
1. Analyse Darstellung im Rechenzentrum: Schilderung der Ist-Situation und Darstellung bereits vorhandener Einsparpotenziale
2. Managementsysteme der IT:
b) Vorstellung der Energieüberwachungssysteme nach der möglichen
3. Bewertung bestehender Messsysteme: Gegenüberstellung verschiedener Messsysteme unter Berücksichtigung klassischer Betreiberanforderungen und Betrachtung der Anschaffungskosten.
4. Lösung zur Optimierung des Energiebedarfs: Ausarbeiten und Beschreiben von Energieoptimierungsmöglichkeiten in einem Rechenzentrum anhand eines bestehenden Energieüberwachungssystems aus klimatechnischer Sicht.
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2 Grundlagen
2 Grundlagen
2.1 Das Rechenzentrum und seine Infrastruktur
Als Rechenzentrum (RZ) werden Gebäude und ihre Infrastruktur bezeichnet. Gemäß dem Langenscheidt Wörterbuch versteht man darunter: „…eine ausgerüstete zentrale Einrichtung zur Ausführung umfangreicher
Berechnungen im Rahmen der Datenverarbeitung“.
In Abbildung 2 ist beispielshaft ein RZ-Schema dargestellt. Dabei stehen die Zahlen eins bis acht für:
• 1: Sicherheitstechnik (Kamera, Bewegungsmelder, Tastenfeld für Türöffnung)
• 2: Klimaanlage
• 3: Klimatisierung der Serverschränke durch Kaltgangeinhausung
• 4: Stromhauptverteiler (z.B. Niederspannungshauptverteiler)
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2 Grundlagen
• 5: Unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV)-Raum
• 6: Batterieraum
• 7: Telekommunikationsraum
• 8: Lüftungsplatte
Die Abbildung 3 zeigt eine übliche RZ-Infrastrukturaufteilung, die weiter verfeinert in Basis-Infrastruktur (z.B. Transformator, USV-Anlage und Klimaanlage) und in die IT-Infrastruktur (z.B. Server, Netzwerkgeräte und Speichersysteme) eingeteilt werden kann. Die Aufgabe von Rechenzentren besteht darin, große Datenmengen zu verwalten, zu verarbeiten und zu speichern.
Moderne Rechenzentren verfügen über eine redundante Basis-Infrastruktur, die dafür garantiert, dass die Serverausfallzeit so minimal wie möglich gehalten wird. Einige RZ-Betreiber sehen ein Backup-RZ parallel zum produktiven Haupt-RZ vor, das im Falle eines Totalausfalls einspringt, bis das andere wieder zur Verfügung steht.
Bis heute existiert kein geeigneter Kennwert für die Vergleichbarkeit von unterschiedlichen Rechenzentren, die Bestrebungen danach sind aber groß. Der wohl am weitesten verbreitete und am häufigsten publizierte Kennwert ist der sog. Power Usage Effectiveness-Wert (PUE) (siehe Formel 2.1). Er gilt als Indikator für die Gesamtenergieeffizienz eines Rechenzentrums. Der PUE-Wert wird oft bei der RZ-Planung als Hilfsgröße herangezogen, weil einige Auftraggeber diesen als Vorgabe angeben.
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2 Grundlagen
: Gesamtrechenzentrumsleistung (Total Facility Power) ist die gemessene Leistung am Stromzähler des Energieversorgungsunternehmens (EVU). Es darf nur die RZ-Infrastruktur erfasst werden, nicht jedoch die Energieversorgung von Nebennutzern wie z.B. Büros. : IT-Leistung (IT Equipment) entspricht dem Leistungsbedarf von Server, Storage und Network.
Der PUE-Wert darf nicht als eine konstante Größe angesehen werden, da die Geräte in einem Rechenzentrum immer verschieden ausgelastet sind. Als Beispiel sei hier auf den Zusammenhang zwischen Klimatisierung und Außenluft verwiesen, wie in der Abbildung 4 gezeigt ist (Behrendt, et al., 2008).
Als nachteilig ist anzumerken, dass eine veraltete IT-Infrastruktur, die einen hohen Energiebedarf hat, den PUE-Wert positiv beeinflusst. Die Abweichung gegenüber der tatsächliche Effizienz eines Rechenzentrums entsteht dadurch, dass lediglich der Energieverbrauch eines Servers einbezogen wird, und nicht die tatsächliche Rechenleistung.
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2 Grundlagen
2.1.1 Empfehlungen, Normen und Richtlinien
Zahlreiche Empfehlungen, Normen und Richtlinien unterstützen den Ingenieur bei der Planung und Umsetzung von Rechenzentren. Eine Auswahl hierüber gibt die untere Übersicht:
I. Kriterien für die Verfügbarkeit und Sicherheit
• TIA-942 (Telecommunications Infrastructure Standard for Data Centers) herausgegeben von Uptime Institute: Die Komponenten von TIA-942 sind: Flächenaufteilung und RZ Layout, Kabelführung, mehrstufige Sicherheit und Verfügbarkeit
• BSI (Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik):
Hochverfügbarkeitskompendium 2009 mit sechs Stufen
II. Parameter für die Energieeffizienz
• TÜV Rheinland: Kriterienkatalog zum Nachweis eines
energieeffizienten Rechenzentrums. Es wird darauf geprüft, ob geeignete Instrumente zum Analysieren und Überwachen vorhanden sind und ob der festgelegte Energieeffizienzgrad erreicht worden ist.
• EU (Europäische Union) - Code of Conduct on Data Centers Energy Efficiency V1.0.; ist darauf ausgerichtet, den Energiehaushalt durch das Monitoring und Einsatz effizienter Infrastruktur in Rechenzentren zu senken
III. Klima- und Lüftungstechnik
• Ashrae (American Society of Heating, Refrigerating and Air-Conditioning Engineers) ist ein Berufsverband in den USA. Es veröffentlicht unter anderem auch Normen und Richtlinien im Bereich Klimatechnik, auf die in Bauordnungen Bezug genommen wird
• VDI (Verein Deutscher Ingenieure) 2054: enthält Empfehlungen, die beim Erstellen von raumlufttechnischen Anlagen für die
Datenverarbeitungsräume zu beachten sind
Zu Punkt I: Die Verfügbarkeit eines Rechenzentrums ist als äußerst wichtig einzustufen, da ein Server bereits nach 30 ms ohne Strom ausfällt. Jede Ausgefallstunde kostet den RZ-Betreibern, je nach Branche, bis zu 400.000 US-Dollar (AMR Research Schätzung). Die Verfügbarkeit lässt sich anhand der Zeit, in der ein System tatsächlich betriebsbereit ist, mit der Gleichung (2.2) berechnen.
2 Grundlagen
Gesamtzeit: Betriebszeit in Stunden auf das gesamte Jahr gesehen (z.B. 8760 Stunden).
Gesamtausfallzeit: die Gesamtausfallszeit eines technischen Systems entsteht durch regelmäßige Wartung, Störungen oder Schäden und Reparaturen zu deren Beseitigung.
Beispiel Berechnung für die Tier 1-Verfügbarkeit:
Die TIA-942 Definition von Uptime Institute unterteilt die Verfügbarkeit in die Verfügbarkeitsstufen Tier 1 bis Tier 4 (Tab. 1). Tier 1 stellt dabei die kleinste und Tier 4 die höchste Verfügbarkeit dar. Daraus abgeleitet entstehen dann die Anforderungen an die Redundanz der Basis-Infrastruktur.
Im Weiteren werden nur die wichtigsten Grundlagen, die zum Verständnis dieser Diplomarbeit führen, kurz beschrieben.
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2 Grundlagen
2.1.2 Roh- und Innenausbau
Bei Auslegung eines Serverraums müssen diverse Anforderungen an die Gebäudestatik, Raumhöhe sowie Abluftsystem berücksichtigt werden. Da große Raumluftklimageräte und Racksysteme erhebliche Gewichtslasten darstellen, müssen diese Lasten bei der Auslegung des Bodens mitberücksichtigt werden. Die Doppelbodenhöhe ist von der
Leistungsanforderung abhängig. Bei ca. 800 bis 1000 W/m² beträgt sie 0,6m. Die Bodenplatten haben ein Standardmaß von 0,6 x 0,6 Meter. Das Verhältnis der Nutzfläche für die IT-Infrastruktur und der Basis-Infrastruktur variiert je nach Redundanzauslegung des Rechenzentrums und der geforderten Leistung pro Quadratmeter (W/m²). Das bedeutet, dass eine höhere Redundanz mehr Grundfläche einnimmt, was eine geringere Nutzfläche für die IT-Infrastruktur zur Folge hat.
2.1.3 Die Stromversorgung
2.1.3.1 Elektrische Energieversorgung
Allgemeine Stromversorgung des Gebäudes wird direkt vom Energiever-sorgungsunternehmen bezogen. Fällt sie aus, kommt die Netzersatzanlage (Generator) zum Einsatz und übernimmt die gesamte Energieversorgung (Abbildung 6). Die Einspeisung der Niederspanungsunterverteilung (NSUV) wird über die USV geführt. Zur Steigerung Verfügbarkeit werden alle Racks redundant, über eine getrennte A-und B-Versorgung, mit elektrischer Energie versorgt.
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2 Grundlagen
Erklärungen zur Abbildung 6:
• Allgemeine Stromversorgung (AV): Versorgung aller im Gebäude vorhandenen Anlagen z.B. Klimaanlage und Beleuchtung
• Sicherheitsstromversorgung (SV): Versorgung von Anlagen, die im Gefahrenfall Personen schützen, z.B. Sicherheitsbeleuchtung, Löschanlagen
• Unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV): Versorgung empfindlicher Verbraucher, die bei AV-Ausfall/Störung unterbrechungsfrei weiterbetrieben werden müssen, z.B. Server/Rechner, Kommunikationstechnik
2.1.3.2 Unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV)
Durch den Einsatz von USV-Anlagen sollen empfindliche Verbraucher wie die IT-Infrastruktur vor Störungen aus dem AV-Netz geschützt und bei Netzausfällen sicher weiter betrieben werden (Siemens AG, 2006). Im Falle kurzer Unterbrechungen des AV-Netzes sorgen Batterien für eine
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2 Grundlagen
unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV), bis z.B. ein Dieselgenerator angelaufen ist und eine längerfristige Energieversorgung garantiert. Die Bemessung der USV-Anlagen erfolgt in Voltampere (Scheinleistung). Die Angaben sind auf dem Typenschild des jeweiligen Gerätes oder in der technischen Anleitung des Herstellers zu finden. Sie müssen so gewählt werden, dass die Gesamtscheinleistung nicht unterschritten wird und eine jährliche Wachstumsrate der IT-Infrastruktur mit einkalkuliert wird.
Die Aufgaben von USV-Anlagen sind [nach (Lüneburg, et al., 2009)]:
• Umsetzen der Spannungsart bzw. Spannungshöhe auf die erforderlichen Werte
• Speichern elektrischer Energie zur Überbrückung von Netzlücken bzw. -ausfällen
• Regeln der Speisespannung unabhängig vom Über-oder
Unterschreiten der Primärversorgung
• Ausfiltern von Überspannungen (z.B. Blitzschlag)
• Energieverteilung an die nachgeschalteten Verbraucher
Die nähere Betrachtung der USV-Anlagen zur Energieeffizienz ist nicht vom weiteren Interesse für diese Arbeit. Aber zur Darstellung der Gesamtenergieeffizienz des Rechenzentrums ist sie von Bedeutung.
2.1.4 Sicherheits- und Brandmeldetechnik
Ein RZ muss ständig betriebsbereit sein. Hier gehört die Betrachtung von Sicherheitstechnik und Brandmeldetechnik dazu. Beide sind an die Gebäudeleittechnik (GLT) zur Überwachung und Steuerung gebunden. Als Feldbus wird z.B. BACnet verwendet.
Sicherheitstechnik
Um unbefugten Personen den Zutritt zu verwehren und zu erschweren werden Sicherheitseinrichtungen installiert. Dazu gehört nicht nur die Betrachtung eines einzelnen RZ-Raumes sondern die des gesamtes RZ-Komplexes mit seiner Infrastruktur. Dabei erfolgt die Unterteilung in „Baulichen Schutz“ und „Technischen Schutz“.
Baulicher Schutz:
• Sicherheitsverglasung
• Einbruchmeldeanlage
• Fassadenschutz
• Wasserschutz gegen das Eindringen von Wasser ins RZ
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2 Grundlagen
Technischer Einbruchschutz:
• Bewegungsmelder
• Glasbruchsensoren
• Videoüberwachung
• Zutrittskontrolle
Brandmeldetechnik
Nach Tela Versicherung werden die Schäden an IT-Infrastruktur in 6,5% aller Fälle durch Feuer verursacht. Der Brandschutz ist gegliedert in:
Brandvermeidung (Vorbeugen):
• Baulich (Baustoffklassen, Feuerwiderstand)
• Technisch (Dauerinertisierung des Raumes)
• Organisatorisch
Branderkennung (Detektieren mit Sensoren):
• Brandfrühesterkennung
• Brandmeldung
• Handmeldung (z.B. Person betätigt Tastknopf)
Brandlöschung (Bekämpfen):
• Feuerwehr
• Wasserlöschsysteme (Sprinkler, Wassernebel)
• Gaslöschsysteme (Inertgase, chemische Löschgase)
Gut bewährt hat sich z.B. die Brandfrühesterkennung. Bei dieser Lösung werden der Umgebungsluft ständig Luftproben entnommen, die über ein Rohrsystem zu einer Detektionseinheit weitergeleitet werden. In der Detektionseinheit werden die Luftpartikel gezählt und mit vordefinierten Werten verglichen. Bei einer Überschreitung des Grenzwertes erfolgt eine interne Alarmmeldung. Durch die Brandfrühesterkennung verlängert sich die Reaktionszeit.
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2 Grundlagen
2.2 IT-Technik
2.2.1 Serverschrank
2.2.2 Leistungsverbrauch der IT-Infrastruktur
1 1“ (Zoll) entspricht 2,54 cm.
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2 Grundlagen
2.2.3 Server
Server (Abb.9) sind leistungsfähige Rechner. Sie stellen in einem verteilten Rechnersystem zentrale Dienste für mehrere Nutzer (Clients) zur Verfügung. Die Verbindung zwischen Server und Clients erfolgt über LAN (Local Area Network).
Beispiel an Serverarten:
• Anwendungs- oder Softwareserver stellen in Netzwerken zentral Programme zur Verfügung.
• Printserver verwalten zentral die Druckaufträge im Netz und verteilen diese an die angeschlossenen Drucker.
• E-Mail-Server dienen allen Netzwerkteilnehmern als Mailbox. Sie verwalten die ein- und ausgehenden E-Mails und bilden häufig auch das Gateway zu Mail-Systemen (z.B. Internet).
Anforderungen an den Server [nach (Lüneburg, et al., 2009)]:
Server müssen:
• Zuverlässig sein, z.B. durch redundante Stromversorgung,
redundante Festplatten (RAID), frühzeitiges Erkennen von Fehlern im System
• Hochverfügbar sein, z.B. durch automatische Umschaltung auf redundante Systeme (Festplatten) ohne Betriebsunterbrechung
• Skalierbar sein, z.B. durch nachträglichen Festplatten- oder Prozessor-Einbau
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2 Grundlagen
Blade-Server: Bei Blade-Servern handelt es sich im Prinzip um Standardrechner, die überwiegend mit einem x86-Prozessor angeboten werden. Die Blades werden zentral verwaltet und haben eine gemeinsame Stromversorgung und Lüftung. Im Vergleich zu den Standard-Servern unterscheiden sie sich im Formfaktor. Dabei besteht ein Blade-Server aus mehreren Server-Modulen. Jedes Server-Modul entspricht einem
vollwertigen Rechner (mit CPU, Festplatte und Arbeitsspeicher), der in vordere Einbauplätze eingesteckt wird (siehe Abb. 11 links).
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2 Grundlagen
Blade-Server zeichnen sich durch folgende Vorteile aus:
• Hohe Server-Dichte
• Effizienter Betrieb durch gemeinsam genutzte Komponenten wie Stromversorgung, Speicher und Netzwerk
• Hohe Verfügbarkeit, durch redundante Systemkomponenten, schnelle Erweiterungen möglich
• Keine komplexe Verkabelungen
• Einfache und einheitliche Administration
• Niedrigerer Energieverbrauch als herkömmliche Server auf der gleichen Fläche
Der Energieverbrauch eines vollbelegten HP Blade Enclosure G2 liegt bei 1170W und hat einen Platzbedarf von 3HE.
2.2.4 Storage
Storage-Systeme sind Speicher-Einrichtungen, die als Massenspeicher große Datenmengen zuverlässig und mit hohen Geschwindigkeiten speichern (Lüneburg, et al., 2009).
Storage-Systeme (Abbildung 12) werden unterschieden in
• DAS (Direct Attached Storage: direkt zugeordneter Speicher): Der Speicher wird direkt an den Server z.B. über SCSI-Bus angeschlossen.
• NAS (Network Attached Storage: Netzwerk zugeordnete Speicher): Der Speicher hängt hier an einer Art File-Server, also einem lokalen, dem Speicher zugeordneten Server, der die Zugriffe koordiniert, die Zugriffsrechte überprüft und den angeschlossenen Speicher als eine Art virtuellen Speicher im Netz anbietet [ (Gulbins, et al., 2002)-S.215].
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2 Grundlagen
• SAN (Storage Attached Network: zugeordnetes Speicher-Netzwerk): Die Server werden über ein separates Hochgeschwindigkeitsnetzwerk mit dem Speicher verbunden. Die Übertragung basiert auf der Fibre-Channel-Technik 2 .
2.2.5 Network
Unter Network (Netzwerk) werden alle Netzwerkkomponenten wie Bridge, Gateway, Repeater, Router und Switch verstanden.
Die Bridge (Brücke) verbindet Teilnetze miteinander und arbeitet auf Schicht 1 und 2 des OSI-Modells. Übertragen werden Datenpakete zwischen den Teilnetzen aufgrund der identifizierten MAC-Adressen. Eine Bearbeitung der Daten wird nicht durchgeführt.
Das Gateway (Torweg) koppelt in lokalen Netzen unterschiedliche Netzwerktypen miteinander, übersetzt dabei die Protokolldaten der unterschiedlichen Netze in die jeweils andere Form und arbeitet auf Schicht 3 bis 7 des OSI-Modells.
Der Repeater arbeitet als Signalverstärker zur Regenerierung von Leitungspegeln und arbeitet auf Schicht 1 des OSI-Modells, eine Bearbeitung der Datenpakete wird nicht durchgeführt.
Der Router analysiert das Netz selbstständig und sucht geeignete Wege im Netz auf Basis routbarer Protokolle. Er arbeitet auf der Schicht 3 nach dem OSI-Modell.
Ein Switch arbeitet im Prinzip wie eine Vermittlungseinrichtung. Er verfügt über eine Vielzahl von Anschlüssen (Ports), an die die Teilnehmer oder Netzsegmente angeschlossen werden und schaltet die Verbindungen zwischen den Ports durch. Außerdem werden auch parallele
Kommunikationen zwischen den verschiedenen Teilnehmern ermöglicht. Der Switch arbeitet auf Schicht 2 nach dem OSI-Modell.
2 Fibre-Channel (Faserkanal): ist für serielle, kontinuierliche
Hochgeschwindigkeitsübertragung großer Datenmengen konzipiert worden, mit Übertragungsraten von 133 Mbit/s , 266Mbit/s, 531Mbit/s und 1,062 Gbit/s (Lüneburg, et al., 2009).
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2 Grundlagen
2.2.6 Thin-Clients
Thin-Clients sind abgespeckte Rechner ohne bewegliche Teile wie Festplatte, Lüfter, Laufwerk usw. Sie sind günstiger und langlebiger, weil keine beweglichen Teile vorhanden sind. Im Vergleich zu den Desktop-Computern verbrauchen Thin-Clients viel weniger Energie. Es kann auch ein alternatives Betriebssystem eingesetzt werden (z.B. Linux).
2.3 Einsparpotentiale im Rechenzentrum
Wie der Abbildung 13 zu entnehmen ist, wird der größte Teil der Energie für das IT-Equipment (50%) und die Klimatisierung (37%) benötigt. Dementsprechend gibt es auf der IT-Ebene und bei der Klimatechnik bereits Lösungen zum energieeffizienterem Rechenzentrum-Betrieb.
2.3.1 Klima- und Lüftungsanlage
Rechenzentren sind 365 Tage im Jahr in Betrieb. Dabei wandeln Rechner nahezu die gesamte zugeführte Energie in Wärme um (Stulz GmbH, 2007). Je mehr sie beansprucht werden, desto mehr Wärme geben sie ab. Damit die Rechner optimal und zuverlässig arbeiten, müssen bestimmte
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2 Grundlagen
Lufttemperatur- und Feuchtigkeitsgrenzen eingehalten werden. Hierzu sind Empfehlungen von VDI 2054, die zuletzt im Jahre 1994 aktualisiert worden sind, und der ASHRAE Environment Guidelines for Datacom Equipment 2008 in Tabelle 2 dargestellt.
Tabelle 2: Anforderungen an die Raumluft im Rechenzentrum
Bei zu hohen Temperaturen können elektronische Bauteile, die in Servern eingesetzt sind, nicht mehr richtig arbeiten und schalten ab oder werden beschädigt. Eine niedrige relative Luftfeuchtigkeit führt zu elektrostatischer Aufladung. Der Entladevorgang kann elektronische Bauteile beschädigen. Bei zu hoher Luftfeuchtigkeit kann es zu Taupunktverletzungen kommen, die dann zu Korrosionen an den EDV-Anlagen führen. Je effizienter gekühlt wird, desto weniger Strom wird für Kühlung aufgewendet. Die Energieeffizienz kann durch folgende Faktoren beeinflusst werden:
a) Klima- und Lüftungsanlage:
• Ein kleinerer Luftvolumenstrom erfordert geringere
Leistungsaufnahme der Ventilatoren.
• Erhöhung der Temperaturdifferenz zwischen Vorlauftemperatur
b) Maßnahmen innerhalb des Serverschrankes:
• Für eine gute Luftverteilung im Serverschrank muss die
• Auf die richtige Einbauhöhe der Server achten,
• Bei der Montage der Hardware im Rack immer darauf achten, dass
c) Geeignete Auswahl des Klimakonzeptes
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Dipl.-Ing. (FH) Vitalij Warkentin, 2010, Energiemonitoring und Optimierung des Energiebedarfs im Rechenzentrum, München, GRIN Verlag GmbH
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