Entstehung und Bedeutung der religiösen Minderheiten in Indien
Claudia Gunkel 2
Inhaltsverzeichnis
Abbildungs - und Tabellenverzeichnis 3
1. Definition: Religiöse Minderheit 4
2. Verteilung: Religiöse Minderheiten in Indien und im Exkursionsraum 4
3. Einzelne Religionen 6
3.1 Sikhismus 6
3.2 Jainismus 10
3.3 Buddhismus 12
3.4 Islam 14
3.5 Christentum 16
3.6 Parsismus, Bahaismus, Judentum, Adivasi 16
4. Sekten in Indien 17
5. Konfliktpotenzial 17
Literaturverzeichnis 19
Abb. 1: Verteilung der Weltreligionen.
Quelle: www.ruhr-uni-bochum.de, Abfragedatum: 20.05.2009. Abb. 2: Staatliche Entwicklung in Südostasien nach 1947. Quelle: Haak Weltatlas 166 : 6. Abb. 3: Zeitstrahl der Entstehung der Weltreligionen und religiöser Minderheiten. Quelle: Eigener Entwurf. Abb. 4: Symbol der Sikhs.
Quelle: www.glamfaith.org.uk, Abfragedatum: 19.05.2009 Abb. 5: Fünf K’s der Sikhs.
Quelle: www.gurmat.info, Abfragedatum: 15.05.2009. Abb. 6: Symbol der Jains.
Quelle: www.kultur-in-asien.de, Abfragedatum: 15.05.2009. Abb. 7: Symbol der Buddhisten.
Quelle: www.lewisbowen.uklinux.net, Abfragedatum: 13.05.2009. Abb. 8: Symbol der Moslems.
Quelle: www.ancient-symbols.com, Abfragedatum: 15.05.2009
Tab. 1: Verteilung der Religionen und religiösen Minderheiten in Indien. Quelle: www.censusindia.gov.in, Abfragedatum: 03.08.2009. Tab. 2: Sila-Gebote. Quelle: eigener Entwurf.
1. Definition: Religiöse Minderheit
Religionen prägen das Leben eines großen Teils der Weltbevölkerung und eines beachtlichen Teils der Menschen in Indien. Sie gehören zur Geschichte der Menschheit und formten nicht nur das Weltbild der Vergangenheit, sondern werden dies noch lange tun. Religion ist heute in unvergleichlich vielfältiger Weise präsent. Mittelpunkt bildet stets die Grundfrage des Daseins. Jedoch haben sich weltweit zahlreiche Menschen von den fünf Weltreligionen -Christentum, Islam, Buddhismus, Hinduismus und Judentum - über viele Jahrhunderte aus den unterschiedlichsten Gründen entfernt und ausgegliedert. Eine Ausgliederung bedeutet im wissenschaftlichen Kontext immer die Annährung an andere Religionsgruppen oder die Entstehung neuer Abstammungen im Sinne von religiösen Minderheiten. Als religiöse Minderheit bezeichnet man den Teil eines Volkes, der sich durch spezifische Merkmale von der vorherrschenden Großreligion abgrenzt und sich durch unausweichliche Eigenschaften auszeichnet. Der Anteil der Religionsanhänger ist als Gegensatz zur dominierenden religiösen Mehrheit zu verstehen und muss unter 50% der Gesamtbevölkerung liegen. Eine Angleichung und Integration an die etablierte Mehrheit ist grundsätzlich nicht mehr möglich. Meist ist diese religiöse Gemeinschaft auf eine räumlich territoriale Einheit konzentriert.
Gleich zu Beginn meiner Arbeit soll darauf hingewiesen werden, dass die Missachtung, Verfolgung oder Diskriminierung religiöser Minderheiten kein seltenes Phänomen ist. Ausdrucksformen reichen von Verachtung und Diskriminierung über Assimilierung (Ethnozid) bis hin zu Völkermord (Genozid). Verschiedene Reiche in verschiedenen Epochen der Geschichte beherrschten diese Formen der Machtausübung gegenüber den Schwächeren. Zahlreiche Völker standen kurz vor dem Identitätsverlust durch die Zwangsverschmelzung mit weiteren unterworfenen Völkern oder der Ausrottung durch deren Übernahme (vgl. Ludwig 1985: 6-7).
2. Verteilung: Religiöse Minderheiten in Indien und im Exkursi-
onsraum
Weltweit gibt es eine unüberschaubare Anzahl an religiösen Minderheiten, die sich mehr oder weniger aus einer der fünf Weltreligionen entwickelt haben oder sich durch Teile ihres Glaubens einer Großreligion zuordnen lassen (vgl. Abb. 1). Den größten Teil übernimmt dabei das Christentum mit ca. 32,5 %. Muslime, d.h. Sunniten und Schiiten, folgen mit knapp 20%. Weitere Religionen sammeln sich unter der 20% an.
Tab. 1: Verteilung der Religionen und religiösen Minderheiten in Indien.
Note: * Excludes figures of Paomata, Mao Maram and Purul sub-districts of Senapati district of Manipur state.
3. Einzelne Religionen
Ebenso wie die Großreligionen durchqueren die Grundsätze der religiösen Minderheiten nicht nur den Alltag jedes indischen Bürgers, sondern bestimmen Werte und Normen, setzen Maßstäbe, bilden Lebensarten und formen Menschenbilder. Beginnend mit der Entstehung des Hinduismus vor ca. 4000 Jahren bildeten sich im Laufe der Menschheitsgeschichte die einzelnen Großreligionen und ebenfalls zahlreiche religiöse Minderheiten heraus (vgl. Abb 3). Zu den Gründerreligionen Indiens zählen neben dem Hinduismus der Buddhismus, Jainismus und Sikhismus. Islamistische Führer erreichten im Laufe der Jahre durch Eroberungen eine große Anhängerschaft. Das Christentum gelangte durch Missionierungen im 1. Jahrhundert und Kolonialisierung zum indischen Subkontinent, hingegen die Parsen durch Einwanderungen.
Abb. 3: Zeitstrahl der Entstehung der Weltreligionen und religiöser Minderheiten.
3.1 Sikhismus
Die Gemeinschaft der Sikhs ist die fünftgrößte Religion der Welt und ebenfalls die sichtbarste religiöse Minderheit. Im Bundesstaat Punjab ist sie heutzutage, neben den anderen 20% in Dehli, Bombay und Kalkutta, am meisten verbreitet. Weltweit wird ihre Anhängerzahl auf 20 Millionen geschätzt. Der Anteil an der indischen Bevölkerung beträgt nur 2%, ihr Einfluss im öffentlichen Leben liegt jedoch weit höher (vgl. Ludwig 1985: 139). Als eine der jüngsten monotheistischen Religionsgemeinschaften entstand der Sikhismus in Nordwestindien (in der Nähe der heutigen pakistanischen Stadt Lahore) im 15. Jahrhundert mit der Geburt ihres Gründers Guru Nanak (1469 - 1538). Am Beginn des neuen Glaubens - der Sikhismus gilt als Gründerreligion - steht ein mystisches Offenbarungserlebnis: „Nanak vernahm eine göttliche Stimme, die ihn anwies, in dem Glauben an nur einen Gott Barmherzigkeit, Reinheit, Andacht und Dienen zu leben und zu predigen.“ (Strukenberg
Arbeit zitieren:
Claudia Gunkel, 2009, Entstehung und Bedeutung der religiösen Minderheiten in Indien, München, GRIN Verlag GmbH
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