Gliederung
Titelblatt. S. 1
Gliederung. S. 2
Darstellung des Themas. 3
Das natürliche Zeitverständnis. 3
Das philosophierende Zeitverständnis. 3-4
Existieren die drei Zeithorizonte? Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart. 4-7
Erster Durchgang. 4-5
Zweiter Durchgang. 5-6
Dritter Durchgang. 6-7
Konsequenzen : Was folgt daraus? 7
Res ümee. 7
Literaturliste S 8
Darstellung des Themas
Nach seiner langen Odyssee ist Augustinus endlich im Hafen des Christentums angekommen. Doch noch immer sind nicht alle Fragen beseitigt. Er sucht nach Antworten auf Fragen, die ihm schon lange „unter den Nägeln brennen“. Neben der Frage „Unde malum?“ 1 führt er den Leser auch zu seiner Antwort auf die Frage „Quid est enim tempus? 2 “.
Auf seinem Weg vor Gott über seine eigene Unwissenheit ein Bekenntnis abzulegen und für das Wenige, was er weiß zu danken, begleiten wir ihn. Er erörtert die Frage, ob es Zeit überhaupt gebe. Dabei stößt er auf die Frage, ob die Zeithorizonte Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft per se existieren. Das ist der Schwerpunkt dieser Untersuchung.
Das natürliche Zeitverständnis
Wir tragen in uns ein Zeitverständnis, das es uns erlaubt Sätze wie „Ich nehme mir Zeit um diese Hausarbeit zu korrigieren“ zu verstehen. Doch wir dürfen nicht danach gefragt werden, was Zeit ist. Sobald das geschieht verstehen wir nicht mehr, was Zeit ist 3 .
Das natürliche Zeitverständnis eröffnet uns die Möglichkeit zu verstehen was Zeit ist, ohne diese gänzlich definieren zu können. Wir gehen in der Zeit ganz natürlich auf. 4 Es handelt sich um ein Verständnis des „Gegenstands“ der Zeit und nicht nur des Wortes 5 . Folglich kann das natürliche Zeitverständnis alleine nicht auf die Frage was Zeit sei eine zufriedenstellende Antwort geben. Es ist nötig mit dem Mittel des philosophierenden Fragens die Erkenntnis zu erweitern.
Das philosophierende Zeitverständnis
Das philosophierende Zeitverständnis versucht mit Hilfe logischer Verknüpfungen wahre Aussagen über die Zeit zu erlangen. Anders als das natürliche Zeitverständnis werden hier gewisse Annahmen wie „Zeit existiert“ nicht einfach akzeptiert, sondern bedürfen einer Verifizierung. Diese wiederum muss nachvollziehbar sein. Das philosophierende Zeitverständnis ist damit die wissenschaftliche Komponente.
Mit der philosophierend-wissenschaftlichen Methode soll eine möglichst exakte Definition der „Zeit“ gegeben werden. Doch das philosophierende Zeitverständnis kommt nicht ohne neue
1 Vgl. z. B. Aug. Conf. VII 5,7.
2 Vgl. Aug. Conf. XI 14,17.
3 Vgl. Friedrich-Wilhelm v. Herrmann, Augustinus und die phänomenologische Frage nach der Zeit, Frankfurt/Main, 1992 z.B. S. 55 und Aug. Conf. 14, 17.
4 Vgl. v. Herrmann, 1992 S.80.
5 Vgl. v. Herrmann, 1992 S. 54.
Inspiration durch das natürliche Zeitverständnis aus. Beide beeinflussen sich wechselseitig auf dem Weg zu einer Erklärung was Zeit sei.
Existieren die drei Zeithorizonte? Vergangenheit, Zukunft und
Gegenwart
Erster Durchgang:
Die drei Zeithorizonte sind Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft. Ohne sie ist es unmöglich von Zeit zu sprechen. Das oben angesprochene natürliche Zeitverständnis geht mit den Begriffen problemlos um. Doch das philosophierende Zeitverständnis stellt sich Fragen über das Sein dieser Horizonte. Gibt es denn die Vergangenheit?
Streng genommen existiert sie nicht. Man kann sagen, dass die Vergangenheit als das „Nicht-mehr“ 6 existierte, aber nicht, dass sie existiert. Doch was war die Vergangenheit als sie existierte? Die Antwort fällt leicht: Sie war die Gegenwart!
Also ist die Vergangenheit die Gegenwart von vorigen Zeitpunkten. Diese sind jedoch vergangen und damit nicht mehr existent. Folglich existiert die Vergangenheit nicht 7 . Was bleibt, ist lediglich ein „Abdruck“ im Gedächtnis. Das ist es, was das natürliche Zeitverständnis als das Sein der Vergangenheit auslegt.
Ein Blick nach vorn eröffnet uns die Frage ob denn die Zukunft existiere. Die Zukunft jedoch, als das „Noch-nicht“ 8 , ist nicht. Sie wird sein, hat aber in der Gegenwart nur eine Wirkung als das Erwartete.
Augustinus verwendet als Beispiel das Erwarten der Morgenröte. Der morgige Sonnenaufgang ist nicht. Es ist jedoch zu erwarten, dass er kommt. Somit steht die Zukunft sozusagen „mit einem Bein“ in der Gegenwart. Sie ist „quasi praesentia meditor.“ 9
Doch ist die Anwesenheit vor dem Geiste ein wahres Existieren? Die Antwort lautet nein. Die Zukunft existiert nicht. Was einzig und alleine noch existieren kann ist die gegenwärtige Vorstellung was in der Zukunft passieren wird respektive kann.
Aber existiert denn die Gegenwart? Für die Existenz der Gegenwart könnte ihre Zeitgleichheit mit anderen existierenden Dingen sprechen. Das wiederum ist weder eine hinreichende, noch eine notwendige Bedingung für die Wahrheit des Satzes: „Die Gegenwart existiert“. Nicht notwendig ist die Gleichzeitigkeit, weil etwas durchaus losgelöst von anderen Entitäten existieren kann. Nicht hinreichend ist das Argument weil Dinge (z. B. geistig) gegenwärtig sein können ohne zu existieren.
6 Vgl. z. B. v. Herrmann, 1992 S. 27.
7 Vgl. v. Herrmann, 1992 S. 60.
8 Vgl. z. B. v. Herrmann, 1992 S. 27.
9 Vgl. Aug. Conf. X 8,14 und v. Herrmann, 1992 S. 95.
Arbeit zitieren:
Manfred Lotz, 2010, Existieren für Augustinus die drei Zeithorizonte? , München, GRIN Verlag GmbH
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