des Marxismus basierender Kommunismus, aber gleichzeitig auch ein anderer, chinesischer Weg. Die Stahlindustrie sollte zum wichtigsten Wirtschaftszweig gemacht werden. Dies konnte nicht ohne die Unterstützung der Sowjets geschehen. Somit bildete sich eine Abhängigkeit und eine Art Zwang, sich dem „großen Bruder“ zu nähern und anzugleichen, was in sich dann auch in der Gestaltung der Partei nach sowjetischem Vorbild widerspiegelte. 3 Die Menschenrechte gerieten in dieser Zeit in den großen Provinzen der chinesischen Welt in den Hintergrund, jedoch nicht in Vergessenheit. Viel mehr war man immer noch von der Wichtigkeit der Gemeinschaft überzeugt: Menschenrechte, nach der Definition der Würde und der Rechte des Einzelnen, traten in den Hintergrund. Was zählte, war die chinesische Selbstbestätigung und das Wiedererlangen eines kollektiven, nationalistischen Stolzes. Somit war es nicht wichtig, wie es dem Individuum ging, was zählte war das große Ganze. Dies kann man wohl auch in der Auffassung des von Mao Tse Tung wiederfinden, denn er hatte die Idee, dass die „Masse die treibende Kraft der Geschichte ist“. Seine „Massenlinie“ beinhaltete, die kollektiven Tugenden der einfachen Menschen zu verherrlichen und sie an jedem Aspekt des politischen Prozesses direkt zu beteiligen. 4 Oder um es noch direkter zu sagen: „Wenn ein Nation revolutionär sein will, dann muss jeder einzelne Bürger bereit sein, sein Eigeninteresse dem allgemeinen Wohl unterzuordnen“. 5 Diese Einstellung spiegelte sich dann eben auch in den Verständnis von Menschenrechtsfragen wieder. Es gibt kein Menschenrecht wo es das Recht der Gemeinschaft verletzen würde. Hier finden sich auch Kritiker, die jedoch nicht für die Rechte des einzelnen, sondern die „Würde“ des Individuums fordern, wie z.B. Zuo Ai. 6 Er schrieb einen Artikel, in dem er sich eben direkt auf die Würde des Menschen beruft, jedoch nicht auf die dessen individuellen Rechte. Bemerkenswert ist des Weiteren seine Einstellung gegenüber dem Westen, in dem er auch nicht die Verwirklichung der wahren Menschenrechte sieht. Dies beweist er, indem er sich u.a. auf das amerikanische Verhältnis gegenüber den Indianern beruft. 7 Interessant ist hierbei zu sehen, dass er den Kommunismus an sich nicht ablehnt: Auch an den gegebenen gesellschaftlichen Strukturen findet er nichts Falsches, vielmehr an den Verbrechen die damals begangen worden sind. Dies sieht er als Verletzung der Menschenrechte und vor allem der Würde des Menschen an.
3 Osterhammel, Jürgen, Das moderne China, Frankfurt am Main, 1971, S. 65
4 Ebd. S. 74
5 Ebd. S. 75
6 Ai, Zuo, A Discussion of “Human Dignity”, 1957, in: Angle, Stephen C., Svensson, Marina (Hrsg.): The
Chinese Human Rights reader - Documents and Commentary, 1900 - 2000, 2001, S. 222
7 Ebd. S. 225
Arbeit zitieren:
Ralph Denzel, 2010, China und Menschenrechte – Rückblick auf die Entwicklung, München, GRIN Verlag GmbH
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