Inhaltsverzeichnis
Kurzfassung 5
Abstract 5
1 Einleitung 8
1.1 Begriffserklärung 8
1.2 Abkürzungsverzeichnis 9
1.3 Ausgangssituation und Problemstellung 10
1.4 Ziel der Arbeit und Vorgehensweise. 11
2 Stand des Wissens 11
2.1 Definitionen 11
2.1.1 Definition Supervision 12
2.1.2 Ziele und Funktion von Supervision 13
2.1.3 Definition Supervisionsprozess 14
2.1.3.1 Erstkontakt 15
2.1.3.2 Sondierungsgespräch 15
2.1.3.3 Kontrakt 16
2.1.3.4 Supervisionssitzungen 16
2.1.3.5 Auswertungssitzung 16
2.1.3.6 Problemdiagnose 17
2.1.3.7 Weitere mögliche Phasen bei Teams sind: 17
2.1.4 Definition Dreieckskontrakt 17
2.1.5 Definition Arbeitsbeziehung in der Supervision 18
2.1.5.1 Prozess der Beziehung 19
2.1.5.2 Dimension C: Beziehungen im Raum Supervision 20
2.2. Einflussfaktoren auf die Arbeitsbeziehung im Supervisionsprozess 20
2.2.1 Kongruenz, Empathie, Wertschätzung, Akzeptieren 20
Kapitel : Einleitung
2.2.1.1 Kongruenz 21
2.2.1.2 Empathie 22
2.2.1.3 Wertschätzung 22
2
2.2.1.4 Bedingungsfreies Akzeptieren 23
2.2.1.5 Einen geeigneten Nährboden herstellen 24
2.3 Weitere Wirkfaktoren auf die Arbeitsbeziehung in der Supervision 25
2.3.1 Kommunikation 25
2.3.2 Nähe und Distanz 28
2.3.3 Übertragung und Gegenübertragung 28
2.3.4 Vertrauen 29
2.3.5 Oszillierendes Verstehen 30
2.3.6 Resonanz 30
2.4 Arbeitsweisen und Haltungen des Supervisors 31
2.4.1 Arbeitsstil und Methodik 31
2.4.2 Haltungen des Supervisors 32
2.4.3 Beraterkompetenzen 34
2.4.4 Interne Berater 35
2.4.5 Externe Berater 36
2.5 Setting 36
2.5.1 Beratungssetting 36
2.5.2 Beratungsort 37
2.5.3 Freiwilligkeit 37
2.5.4 Rollenverhalten 38
2.5.5 Dauer der Supervision 38
2.5.6 Arbeitsklima 39
2.6 Asymmetrie zwischen Supervisor und Supervisand 39
2.7 Fazit 40
3 Forschungsfragen 41
Kapitel : Einleitung
4 Systemabgrenzung 41
4.1 Sachliche Systemabgrenzung 41
4.2 Räumliche Systemabgrenzung 42
3
4.3 Zeitliche Systemabgrenzung 42
5 Forschungsdesign 43
5.1 Forschungsmethode 43
5.2 Interviewmethode 43
5.3 Stichprobe 44
5.3.1 Interviewpartner nach Geschlecht 45
5.3.2 Interviewpartner nach Region 45
5.4 Auswertungsmethode 45
6 Ergebnisse der Expertenbefragung 46
6.1 Persönliche Angaben der Interviewpartner 46
6.1.1 Nach Alter 46
6.1.2 Nach Berufserfahrung 47
6.1.3 Nach Supervidierten Felder 47
6.1.4 Nach Supervisionstätigkeit in Prozent 48
6.2 Wahrnehmungskategorien für die zwischenmenschliche Chemie 48
6.2.1 Einzelbetrachtung der Supervisionsfälle 50
6.2.2 Empfindungen und Faktoren bei Einzelpersonen 50
6.2.2.1 Einzelsupervision 51
6.2.2.2 Negative Bewertung 0 bis 5 51
6.2.2.3 Positive Bewertung 6 bis 10 52
6.2.2.4 Sonstige Wahrnehmungen Bewertung 0 bis 5 52
6.2.2.5 Sonstige Wahrnehmungen Bewertung 6 bis 10 53
6.2.2.6 Äußerliche Wahrnehmungen 55
6.2.2.7 Haptische Wahrnehmungen 55
6.2.2.8 Räumliche Wahrnehmungen 56
Kapitel : Einleitung
6.2.2.9 Kommunikation verbal 56
6.2.2.10 Kommunikation nonverbal 57
6.2.3 Empfindungen und Faktoren bei Gruppen 58
4
6.2.3.1 Gruppensupervision 58
6.2.3.2 Negative Bewertung 0 bis 5 58
6.2.3.3 Positive Bewertung von 6 bis 10 59
6.2.3.4 Sonstige Wahrnehmung Bewertung 0 bis 5 60
6.2.3.5 Räumliche Wahrnehmung Bewertung 0 bis 5 61
6.2.3.6 Verbale Kommunikation Bewertung 0 bis 5 62
6.2.3.7 Sonstige Wahrnehmungen Bewertung 6 bis 10 62
6.2.3.8 Kommunikation verbal Bewertung 6 bis 10 66
6.2.3.9 Kommunikation nonverbal Bewertung 6 bis 10 66
6.2.4 Empfindungen und Faktoren bei Teams 67
6.2.4.1 Teamsupervision 67
6.2.4.2 Negative Bewertung 0 bis 5 67
6.2.4.3 Positive Bewertung 6 bis 10 68
6.2.4.4 Sonstige Wahrnehmungen Bewertung 0 bis 5 69
6.2.4.5 Sonstige Wahrnehmung Bewertung 6 bis 10 70
6.2.4.6 Kommunikation nonverbal 72
6.3 „Wenn die Chemie stimmt“ im Supervisionsprozess 73
6.4 Unterschiede im Beziehungsaufbau 76
6.4.1 Arbeitsbeziehung Einzelpersonen 76
6.4.2 Arbeitsbeziehung Gruppen und Teams 77
6.5 Optimum der zwischenmenschlichen Chemie 79
6.5.1 Bewertung der zwischenmenschlichen Chemie 80
6.5.2 Vorteile bei der Arbeitsbeziehung 80
6.5.3 Gefahren in Arbeitsbeziehungen 81
6.6 Ausbildung 83
6.6.1 Explizit 83
6.6.2 Implizit 84
6.6.3 Interesse an Fortbildung 84
Kapitel : Einleitung
7 Fazit 86
5
8 Literaturverzeichnis 89
9 Tabellenverzeichnis 93
10 Abbildungsverzeichnis 95
11 Anhang - Interviewleitfaden 96
Kapitel : Einleitung
6
Kurzfassung
Mit dieser Arbeit wurde versucht, einen ersten Vorstoß in das schwer greifbare Phänomen „die Chemie stimmt“ im Supervisionsprozess zu wagen. Die Zielsetzung war klar darzustellen, wie das Phänomen der „zwischenmenschlichen Chemie“ von Supervisoren empfunden und gewichtet wird. Als Forschungsdesign wurde die qualitative Forschungsmethode gewählt. Mittels Leitfadeninterview wurden zehn Expertenbefragungen „face to face“ bei den Stichproben durchgeführt. Auf die Frage, welche Faktoren die zwischenmenschliche Chemie im Supervisionsprozess ausmachen, kam es zu sehr vielen unterschiedlichen Aussagen. Einen einheitlichen Tenor hat es dabei nicht gegeben. Vielmehr kristallisierte sich eine Grundhaltung heraus, die dem Beziehungsaufbau zwischen SupervisorIn und SupervisandIn förderlich ist. Von den ExpertenInnen wurden dazu am häufigsten genannt: die Aufmerksamkeit, die Wertschätzung, das bedingungsfreie Akzeptieren des Gegenüber, die Kongruenz und Empathie.
Abstract
This thesis is an attempt to fathom the phenomenon of the saying „the interpersonal chemistry is good“ in the context of the supervision process. The author`s target was to depict clearly how „the interpersonal chemistry“ is perceived as well as to explain it in a distinct way. Qualitative research method was chosen as research design. At random ten expert`s questionings were carried out face-to-face by means of guide-interviews. As a result there was a great variety of statements and naming concerning the question which the experts consider the most important determinants of „the interpersonal chemistry“. However, a uniform tenor could not be found. On the contrary a basic attitude has emerged which is conductive for the building of a relationship
between a supervisor and his client. Thereby the experts mentioned attention, appreciation, an unconditional acceptance, congruence and empathy most frequently.
7
1 Einleitung
Es wird vom Autor aus der Gründen der einfachen Lesbarkeit eine Geschlechtsform für die Arbeit verwendet. Natürlich sind beide Geschlechtsformen damit angesprochen und eingeladen diese Arbeit zu lesen.
1.1 Begriffserklärung
Im Folgenden sind die wichtigsten Begrifflichkeiten vom Autor definiert. Die Definitionen haben Gültigkeit für die gegenständliche Arbeit.
Supervision
Supervision ist eine Beratungsmethode im beruflichen Kontext. Mit kritischer Sicht von außen und dem klärenden Blick von oben bietet sie einen sicheren Ort zur Persönlichkeitsentwicklung an. Weitere Definitionen zu Supervision Siehe Kap. 2.1.1
Supervisionsprozess
Der Supervisionsprozess beginnt mit dem Erstkontakt und endet mit dem vereinbarten Abschlusstermin. Weitere Definitionen zu Supervisionsprozess Siehe Kap. 2.1.3
Beratungsbeziehung
Die Beratungsbeziehung ist die Arbeitsbeziehung zwischen Supervisor und Supervisand. Viele Faktoren können diese Arbeitsbeziehung beeinflussen und mitgestalten. Weitere Definitionen zu Arbeitsbeziehung Siehe Kap. 2.1.5
8
Empathie
Empathie bedeutet einfühlendes Verstehen, ein Eingehen auf den anderen. Der Supervisor begibt sich in die Welt des Supervisanden und fühlt sich dort zu Hause. Weitere Definitionen zu Empathie Siehe Kap. 2.2.1.2
Wertschätzung
Wertschätzung bedeutet, den anderen Menschen so zu schätzen wie er ist. Ein Akzeptieren seiner Sonnen- und Schattenseiten, eine positive Zuwendung zu ihm. Weitere Definitionen zu Wertschätzung Siehe Kap. 2.2.1.3
Kongruenz
Die Kongruenz bedeutet, in Übereinstimmung mit sich selbst zu sein, echt sein und ohne eine Fassade zu leben. Weitere Definitionen zu Kongruenz Siehe dazu Kap. 2.2.1.1
1.2 Abkürzungsverzeichnis
Folgende Abkürzungen sind Gegenstand dieser Arbeit.
BSO
Berufsverband für Supervision, Organisationsberatung und Coaching, CH-Bern
DGSv
Deutsche Gesellschaft für Supervision e.V., DE-Köln
9
1.3 Ausgangssituation und Problemstellung
In der Zusammenarbeit im Berufsleben stellt die Beziehung der Mitarbeiter zueinander einen wichtigen Faktor für die Arbeitszufriedenheit dar. Supervision ist ein optimales Instrument, um ein erfolgreiches Miteinander zu gestalten. Sie schafft Voraussetzung für eine offene Unternehmenskultur und kann die Interaktion zwischen Teams positiv beeinflussen. Die Beziehungsebene ist schwer greifbar, weil sie von jedem Individuum anders wahrgenommen wird. Zusätzlich werden Ihre Bestimmungsfaktoren von jedem unterschiedlich gewichtet. Die Komplexität der Beziehungsebene innerhalb des Beratersystems und des Klientensystem spiegelt sich auch im Supervisionsprozess wider. Die Arbeitsbeziehung in der Supervision zwischen Supervisor und Supervisand beinhaltet eine Vielzahl von Wirkfaktoren, die entscheidend für den Erfolg der Supervision sein können.
Ein bisher wenig erforschter Bereich ist dabei jener der „zwischenmenschlichen Chemie“, welche in Beratungssituationen spürbar und fühlbar ist. Chemie wird von den meisten Menschen als sehr wichtig im Umgang für ein gemeinsames Miteinander beschrieben, bisher ist dieses Phänomen jedoch wissenschaftlich noch nicht ausführlich untersucht worden. Über den Begriff Wahrnehmung wird verständlich, warum das Wort „Chemie“ als Sammelbegriff für die Einflussfaktoren auf die zwischenmenschliche Beziehung entlehnt wurde. Die Wahrnehmung bedeutet die Aufnahme und Verarbeitung von physikalischen und physiologischen Reizen aus der Außenwelt und aus dem Körperinneren. Diese Reize werden von spezialisierten Sinnesorganen in chemische bzw. physikalische Impulse umgewandelt und gelangen über elektrische Impulse ins Großhirn. Es entsteht eine Empfindung oder ein Gefühl, wodurch Kapitel: Einleitung psychomotorische Reaktionen auf die wahrgenommenen Reize ausgelöst werden. Die Wahrnehmung ermöglicht dem Menschen u. a., sich mit anderen Personen auszutauschen. 1
1
0
Da dieses Phänomen der zwischenmenschlichen Chemie eine mögliche Einflussgröße auf den Supervisionsprozess darstellt, wird in dieser Arbeit versucht, sich diesem Phänomen sowohl theoretisch als auch empirisch zu nähern.
1.4 Ziel der Arbeit und Vorgehensweise
Ziel der Arbeit ist, eine Erkenntnis darüber zu gewinnen, ob und wie das Phänomen „Chemie“ in zwischenmenschlichen Beziehungen, insbesondere im beruflichen Beratungskontext der Supervision greifbar gemacht werden kann. Dabei geht es um folgende Fragen:
Was verstehen Supervisoren unter der umgangssprachlichen Verwendung der zwischenmenschlichen Chemie in der Supervision? Wie wird die zwischenmenschliche Chemie aus der Sichtweise der Supervisoren empfunden?
Welche Vorteile oder Gefahren gibt es bei der zwischenmenschlichen Chemie in Arbeitsbeziehungen?
2. Stand des Wissens
Literatur zum Thema die zwischenmenschliche Chemie im Supervisionsprozess
ist im deutschsprachigen Raum sehr wenig vorhanden.
2.1 Definitionen
1
1
2.1.1 Definition Supervision
Sichtweise des ÖVS
Supervision ist eine spezifische Beratungsform, die in beruflichen Angelegenheiten begleitend und unterstützend von Menschen genutzt wird. Unter Anleitung einer/eines Supervisorin/Supervisors werden Fragen und Themen, die sich aus den Anforderungen des Berufs ergeben, reflektiert, geklärt und zukünftige alternative Handlungsmöglichkeiten erarbeitet. Supervision bietet in diesem Kontext: Reflexions- und Entscheidungshilfe bei aktuellen Anlässen, Unterstützung in herausfordernden oder belastenden Arbeitssituation und Konflikten,
Klären und Gestalten von Aufgaben/Aufträgen, Funktionen und Rollen, Begleitung bei Veränderungsprozessen und Hilfe in der Bewältung neuer Herausforderungen an.
Prophylaktisch kann Supervision bei Problemen wie Burnout und Mobbing sinnvoll eingesetzt werden. Supervision wird für Einzelpersonen, Teams und Gruppen aber auch für Organisationen angeboten. 2
Sichtweise des DGSv
Supervision - der klärende Blick von oben, die kritische Sicht von außen - ist das Kernangebot von Supervisor/innen der DGSv.
1
2
bezieht sich auf Kommunikation und Kooperation im Kontext beruflicher Arbeit
ist Reflexion und keine Instruktion, ist gemeinsame Erörterung eines Problems, keine Schulung, kein Training
Supervision wird über Felder sozialer Arbeit hinaus zunehmend auch in den Bereichen Gesundheitswesen, Wirtschaft und Dienstleistungsunternehmen, Verwaltung und Politik nachgefragt. 3
Sichtweise des BSO
Supervision bietet Unterstützung an bei der Bewältigung beruflicher Aufgaben, der Reflexion beruflichen Handelns und der Weiterentwicklung der fachlichen und psychosozialen Kompetenzen. Qualitative Elemente, u.a. der transparente Umgang mit Macht und das Wahren von Unabhängigkeit gegenüber dem beruflichen Umfeld von Kund/innen, sind fester Bestandteil von Supervision. 4
2.1.2 Ziele und Funktion von Supervision
Für Buer unterstützt Supervision bei Tätigkeiten von Professionen und trägt zur Qualitätsverbesserung bei. 5
Für den BSO gehört zu den wichtigsten Zielen von Supervision die qualitative Verbesserung von Berufsarbeit. Sie bearbeitet rollenbezogene und persönliche Aspekte im Spannungsfeld zwischen Stabilität und Wandel. Sie zielt darauf ab, Lern-, Veränderungs- und Entwicklungsprozesse bei Einzelpersonen, Gruppen
1
3
2.1.3 Definition Supervisionsprozess
Eine Sequenz von mehreren Supervisionssitzungen wird als Supervisionsprozess bezeichnet. Aufgrund des Prozesscharakters von Supervision können Problemlösungen nach und nach beraten, erprobt und vertieft werden. Die Abfolge von Reflektieren, Handeln, Reflektieren dient der Verbesserung der Arbeitsqualität "on the job" 7
Für das Zustandekommen eines Supervisionsprozesses muss aus der abstrakten Arbeitsbeziehung ein konkretes Arbeitsbündnis werden, so Buer. 8
Rappe-Giesecke hat den Supervisionsprozess bildlich dargestellt siehe unten Abb. 1
1
4
2.1.3.1 Erstkontakt
Die erste Phase im Supervisionsprozess ist der Erstkontakt zwischen Supervisanden und dem Supervisor. Die Bedeutung des Erstkontaktes wird in der Literatur immer wieder betont, erste Probleme zeigen sich bereits hier. 9
Die Funktion dieses Erstkontakts ist es, die Bereitschaft zur Etablierung eines Systems und damit die Bereitschaft, die Rolle des Supervisors oder des Supervisanden zu übernehmen, zu prüfen. 10
2.1.3.2 Sondierungsgespräch
Nach dem Erstkontakt erfolgt das Sondierungsgespräch. Methoden, Kompetenzen, Rahmenbedingungen werden thematisiert. 11
Dieses Gespräch zwischen den potenziellen SupervisandInnen und dem potenziellen Supervisor hat die Aufgabe, abzuklären, ob man miteinander arbeiten kann. Dabei spielen sowohl persönliche Einstellungen eine Rolle[…] 12
Der Supervisor prüft das Team und die Organisation, ob die Autonomie der Supervision die dazu nötigen Bedingungen vorfindet. Geklärt wird außerdem noch, ob Vorgesetzte, Träger und die Leitung ins Gespräch zum Abschluss eines Kontrakts miteinbezogen werden müssen. Das gilt besonders für Teamsupervisionen. Bei negativer Prüfung dieser Vorbedingungen auf einer oder beiden Seiten endet an dieser Stelle der Supervisionsprozess 13
1
5
2.1.3.3 Kontrakt
Die Kontraktsitzung hat die Funktion, die Rahmenbedingungen der Supervisionsarbeit gemeinsam festzulegen, […] : Zeitpunkt, Dauer und Ort der Supervision, teilnehmende SupervisandInnen, Regelungen für ausgefallene und verschobene Sitzungen, Gegenstand und Ziel der Supervisionsarbeit und das Supervisionskonzept, mit dessen Hilfe man dieses Ziel erreichen will. 14
Ein schriftlicher Vertrag wird mit den Ergebnissen der Verhandlungen von den Supervisanden und dem Supervisor unterschrieben. Für Teamsupervisionen wird in einem gesonderten Vertrag die finanzielle Seite mit dem Träger oder dem Vorgesetzten geregelt. Für Gruppensupervisionen wird der Vertrag mit jedem einzelnen Supervisanden geschlossen. 15
2.1.3.4 Supervisionssitzungen
Die Funktion einer Sitzung für das Gesamtsystem Supervision ist es, einen Beitrag zur Erreichung der vereinbarten Ziele der Arbeit zu leisten. 16 Einzelne Sitzungen werden innerhalb der 3 Programme abgehalten: Fallarbeit Selbstthematisierung Institutionsanalyse 17
2.1.3.5 Auswertungssitzung
Diese kann am Ende und in der Mitte des Supervisionsprozesses in Form einer Zwischenauswertung stattfinden. Funktion der Auswertungssitzung ist, dass der
1
6
2.1.3.6 Problemdiagnose
Bei Teamsupervisionen wird vor die eigentliche Supervisionsarbeit die Phase der Problemdiagnose vorgeschaltet. Sie dient als Grundlage für die Wahl eines Programms mit dem Ergebnis eines IST-Zustandes. Der Supervisor erhält so Kenntnisse über das Team bevor die Supervisionssitzung anfängt. Andernfalls müsste er sich diese Informationen anderweitig besorgen. 19
2.1.3.7 Weitere mögliche Phasen bei Teams sind: 0.Phase: Vorphase 1.Phase: Datensammlung 2.Phase: Datenfeedback 3.Phase: Datenuntersuchung 4.Phase: Datenauswertung 20
2.1.4 Definition Dreieckskontrakt
Eine Arbeitsvereinbarung zwischen Supervisor, Supervisand und Auftraggeberin innerhalb der Supervision wird als Dreieckskontrakt bezeichnet. Der Supervisand und die Auftraggeberin sind nicht personenidentisch. Nach DGSv tritt z. B.: diese Konstellation auf, wenn Organisationen einen Supervisor für Teamsupervisonen beauftragen. 21
Der Dreieckskontrakt sollte so früh wie möglich realisiert werden, spätestens mit Abschluss der Sondierungsphase. 22
1
7
deshalb zu empfehlen, Teams als teiloffene Systeme zu sehen. Damit die Teamverantwortlichen ihrer Veränderungsverantwortung nachkommen können ist es optimal, wenn wesentliche Daten an sie rückgekoppelt werden. 23
Unter dieser Prämisse der Rückkoppelung wesentlicher institutioneller Daten kann es in der Team-Supervision keine absolute Schweigepflicht geben. Diese können die Mitarbeiter untereinander höchstens für Persönliches vereinbaren. Gäbe es von Team und Supervisor zu den hierarchisch Verantwortlichen eine Schweigepflicht über wesenliche institutionelle Belange, würde das Team als wichtigstes Subsystem von der institutionellen Gesamtdynamik abgekoppelt werden . 24
2.1.5 Definition Arbeitsbeziehung in der Supervision
Arbeitsbeziehung - bezeichnet die Beziehung von Supervisor/in und Supervisand/in. In gemeinsamer Suchbewegung geht es um das Verstehen und Verändern von beruflichem Rollenverhalten, von Situationen und Problemstellungen aus dem Arbeitsleben. Im Kontrakt werden die Rahmenbedingungen der Beratungsdienstleistung festgelegt. Auf dieser Basis und bei aktiver Mitarbeit des Supervisanden/der Supervisandin kann sich aus der Arbeitsbeziehung ein produktives Arbeitsbündnis entwickeln. Die von den Supervisand/innen in die Supervision eingebrachten Themen und Interessen sind Grundlage für die gemeinsame Arbeit und Voraussetzung für notwendige Fokussierungen, die sich im Laufe des Beratungsprozesses ergeben. 25 , nach
1
8
2.1.5.1 Prozess der Beziehung
Wie Borwick feststellte, gehört es zur ersten Verantwortung des Beraters die Beziehung zwischen ihnen und dem Klientensystem zu klären. 26
Witte forscht zum Prozess der Beziehung:
Beziehung ist immer einer der gegenseitigen Anerkennung und ist Grundstein des Identitätsempfindens: Der Andere ist anders. Und indem ich den Anderen in seinem Anderssein sehe, fühle, erfasse, sehe, fühle erfasse ich mich. […] die Fähigkeit immer wieder zu sich selbst zurückzukehren[…]rhytmisch hin- und herzupendeln zwischen der Wahrnehmung des Gegenübers und der Wahrnehmung dessen, was das Gegenüber in mir auslöst, pendeln zwischen Außen und Innen, zwischen Bindung und Autonomie. 27
Um mich auf andere einzulassen muss ich mir meines selbst sicher sein. 28
1
9
Anmerkung des Verfassers
Dimension A+B werden nur der Übersichtlichkeit halber in die Abbildung aufgenommen und sind nicht Bestandteil dieser Arbeit. Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Dimension C, dem Raum Supervision.
2.1.5.2 Dimension C: Beziehungen im Raum Supervision
Zwischen Supervisor und Supervisand ist eine zeitlich begrenzte, professionelle Arbeitsbeziehung gegen Bezahlung und gleichzeitig eine von Gefühlen getragene menschliche Begegnung. 29
Die Verantwortlichkeit für die Organisation der Beziehungen im Raum Supervision ist bei der Supervisorin. Je mehr es die Supervisorin schafft, eine Kultur des Vertrauens, Akezptanz, Wärme, Experimentierfreude und Fehlerfreundlichkeit herzustellen, desto mehr wird im Raum die Bereitschaft entstehen, Neues zu erproben. 30
Nach Schein ist eine Therapie oder Beratung ohne die Fähigkeit, eine helfende Beziehung aufzubauen, nicht denkbar. 31
2.2. Einflussfaktoren auf die Arbeitsbeziehung im Supervisionsprozess
2
0
Arbeit zitieren:
MSc, Dipl. BW Günther Klammer, 2009, Wenn die “Chemie stimmt“ im Supervisionsprozess – Auf den Spuren eines Phänomens, München, GRIN Verlag GmbH
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