2
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis. 4
Tabellenverzeichnis. 5
Abk ürzungsverzeichnis. 6
1. Einleitung. 9
2. Bilanzdelikte 14
2.1. Definition. 14
2.2. Gesetzliche Regelungen. 19
2.3. Ursache/ Motive für Bilanzdelikte 22
3. Kategorisierung/ Systematisierung von Bilanzdelikten 26
3.1. Erfolgsneutrale Bilanzdelikte. 26
3.1.1. Unberechtigte Gruppenbildung 27
3.1.1.2. Praxisbeispiel: Kehrgeräte AG 27
3.1.1.3. Auswirkung auf den Jahresabschluss 28
3.1.1.4. Erkennbarkeit 29
3.1.1.5. Bilanzanalytische Maßnahmen. 29
3.1.2 Falschbenennung 30
3.1.2.1. Sachverhalt 30
3.1.2.2. Praxisbeispiel: Zweite Buchführung 31
3.1.2.3. Auswirkungen auf den Jahresabschluss 32
3.1.2.4. Erkennbarkeit 32
3.1.2.5. Bilanzanalytische Maßnahmen. 33
3.1.3. Unberechtigte Saldierung/Unterlassung notwendiger Saldierung. 33
3.1.3.1. Sachverhalt 33
3.1.3.2. Praxisbeispiel: Kehrgeräte AG 34
3.1.3.3. Auswirkungen auf den Jahresabschluss: 34
3.1.3.4. Erkennbarkeit 35
3.1.3.5. Bilanzanalytische Maßnahmen. 35
3.2. Erfolgswirksame Bilanzdelikte 36
3.2.1. Ausgewählte Bewertungsdelikte 37
3
3.2.1.1. Sachverhalt 37
3.2.1.2. Praxisbeispiel: Hugo Boss. 37
3.2.1.3. Auswirkungen auf den Jahresabschluss 38
3.2.1.4. Erkennbarkeit 39
3.2.1.5. Bilanzanalytische Maßnahmen. 40
3.2.2. Ausgewählte Ansatzdelikte 40
3.2.2.1. Umsatzrealisation. 41
3.2.2.1.1. Sachverhalt. 41
3.2.2.1.2. Praxisbeispiel: Bankgesellschaft Berlin 41
3.2.2.1.3. Auswirkungen auf den Jahresabschluss. 42
3.2.2.1.4. Erkennbarkeit 42
3.2.2.1.5. Bilanzanalytische Maßnahmen 43
3.2.2.2. Einstellen nicht vorhandener Posten in den Jahresabschluss. 44
3.2.2.2.1 Sachverhalt. 44
3.2.2.2.2. Praxisbeispiel: Flowtex 44
3.2.2.2.3. Auswirkung auf den Jahresabschluss. 47
3.2.2.2.4. Erkennbarkeit. 48
3.2.2.2.5. Bilanzanalytische Maßnahmen 50
3.2.3. Geschäfte mit nicht konsolidierten Unternehmen
(„Konzerngeschäfte“) 51
3.2.3.1.Sachverhalt 51
3.2.3.2. Praxisbeispiel: Enron. 51
3.2.3.3. Auswirkungen auf den Jahresabschluss 55
3.2.3.4. Erkennbarkeit 55
3.2.3.5. Bilanzanalytische Maßnahmen. 56
3.2.4. Ausweis fingierter Umsätze (Scheingeschäfte) 57
3.2.4.1. Sachverhalt 57
3.2.4.2. Praxisbeispiel: Comroad 57
3.2.4.3. Auswirkungen auf den Jahresabschluss 61
3.2.4.4. Erkennbarkeit 61
3.2.4.5. Bilanzanalytische Maßnahmen. 63
4. Fazit. 64
Literaturverzeichnis 66
4
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Zur Nutzung des Geschäftsberichts durch die Anleger -Ergebnisse einer empirischen Untersuchung. Quelle: Stefan Hofmann (2007). Handbuch Anti-Fraud-Management. Bilanzbetrug erkennen -vorbeugen - bekämpfen. Fürth-Ronhof: ESV. S. 50. .................................15 Abbildung 2: Maßnahmen der Bilanzgestaltung nach Kalveram und Le Coutre. Quelle: Stefan Hofmann (2007). Handbuch Anti-Fraud-Management. Bilanzbetrug erkennen - vorbeugen - bekämpfen. Fürth-Ronhof: ESV. S.
85...............................................................................................................17 Abbildung 3: Arten begangener wirtschaftskrimineller Handlungen -Ergebnisse der KPMG-Studien 2003/04 und 2006. Quelle: Stefan Hofmann (2007). Handbuch Anti-Fraud-Management. Bilanzbetrug erkennen -vorbeugen - bekämpfen. Fürth-Ronhof: ESV. S. 36. .................................18 Abbildung 4: Abbildung 4: Das Fraud-Triangle-Modell. Quelle: Michael Kaduk (2007). Aufdeckung von Unregelmäßigkeiten. Im Rahmen der
Jahresabschlussprüfung. Saarbrücken: VDM. S. 37. ................................25 Abbildung 5: Prozessphasen einer zielorientierten Bilanzmanipulation. Quelle: Marcus Mertens (1998): Früherkennung von Bilanzmanipulationen bonitätsschwacher mittelständischer Unternehmungen. Düsseldorf:
Heinrich- Heine- Universität. S. 10.............................................................26 Abbildung 6: Flowtex-Betrugssystem. Quelle: Stefan Hofmann (2007). Handbuch Anti-Fraud-Management. Bilanzbetrug erkennen - vorbeugenbekämpfen. Fürth-Ronhof: ESV. S. 217. ...................................................47 Abbildung 7: Off-Balance-Sheet-Gestaltungen mit SPEs am Beispiel Enron -Der Fall „Jedi/ Chewco“. Quelle: Stefan Hofmann (2007). Handbuch Anti-Fraud-Management. Bilanzbetrug erkennen - vorbeugen - bekämpfen.
Fürth-Ronhof: ESV. S. 108. .......................................................................54
5
Abbildung 8: Bilanzbetrug bei ComRoad. Quelle: BFuP (2004). Sicherung der Abschlussprüfung durch Enforcement - aber wie ? Herne/ Berlin: Verlag
Neue Wirtschaftsbriefe. S. 225. .................................................................58
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Schäden durch Bilanzmanipulationen. Quelle: Peter Henzler (2006). Bilanzmanipulationen. Motive, Täter, und Möglichkeiten der Aufdeckung durch die Jahresabschlussprüfung. Berlin: VDM Verlag S. 36 ff................13 Tabelle 2: „10-Punkte-Prpgramm“ der Bundesregierung vom 25.02.2003. Quelle: Stefan Hofmann (2007). Handbuch Anti-Fraud-Management. Bilanzbetrug erkennen - vorbeugen - bekämpfen. Fürth-Ronhof: ESV. S.
263.............................................................................................................21 Tabelle 3: Enron - Restatements November 2001. Quelle: Stefan Hofmann (2007). Handbuch Anti-Fraud-Management. Bilanzbetrug erkennen -vorbeugen - bekämpfen. Fürth-Ronhof: ESV. S. 467................................56 Tabelle 4: Ausgewählte Positionen aus Bilanz, GuV und Kapitalflussrechnung der ComRoad AG von 1998 - 2001. Quelle: BFuP (2004). Sicherung der Abschlussprüfung durch Enforcement - aber wie ? Herne/ Berlin: Verlag
Neue Wirtschaftsbriefe. S. 226. .................................................................60
6
Abkürzungsverzeichnis
Abb. Abbildung
ACL Audit Command Language
AfA Abschreibung für Abnutzung
AG Aktiengesellschaft
AK Anschaffungskosten
AnSVG Anlegerschutzverbesserungsgesetz
AO Abgabeordnung
AP Abschlussprüfer
APAG Abschlussprüferaufsichtsgesetz
APB Accounting Principles Board
BaFin Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
BARefG Berufsaufsichtsreformgesetz
BGB Bankgesellschaft Berlin
BilKoG Bilanzkontrollgesetz
BilMoG Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz
7
BilReG Bilanzrechtsformgesetz
CalPERS California Public Employees` Retirement System
CEO Chief Executive Officer
EHUG Gesetz der elektronischen Handelsregister und Genossenschaften
ERP Enterprise Resource Planning
EStG Einkommenssteuergesetz
Evtl. Eventuell
FE Fertige Erzeugnisse
Ggf. Gegebenenfalls
GoB Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung
GuV Gewinn und Verlust (-Rechnung)
GVG Gerichtsverfassungsgesetz
HGB Handelsgesetzbuch
HK Herstellungskosten
I.d.R. In der Regel
IAS International Accounting Standards
IDEA Interactive Data Extraction Analysis
IFRS International Financial Reporting Standards
8
IGB Immobilien- und Baumanagement GmbH
Jedi Joint Energy Development Investment
KapInHaG-E Entwurf eines Kapitalmarktinformationshaftungsgesetz
KapMuG Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetz
KonTraG Das Gesetz zur Kontrolle und Tranzparenz im Unternehmensbereich
LBB Landesbank Berlin
O.g. Oben genannt
OHG Offene Handelsgesellschaft
SA Sturmabteilung
SPE Special Purpose Entities
SS Schutzstaffel
StGB Steuergesetzbuch
Tab. Tabell
UE Unfertige Erzeugnisse
USA United States of America
US-GAAP United States Generally Accepted Principles
VFE-Lage Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
WpHG Wertpapierhandelsgesetz
9
WPRefG Wirtschaftsprüferexamens-Reformgesetz
1. Einleitung
Bilanzskandale haben seit der Einführung der freien Marktwirtschaft und insbesondere der börsennotierte Unternehmen immer wieder für negative Schlagzeilen in den Medien gesorgt. Sie haben nicht nur das Vertrauen der privaten Anleger, Investoren bzw. die Verlässlichkeit der Informationen nachhaltig geschädigt, sondern auch bis hin zur Erschütterung der Finanzmärkte gesorgt. Darüber hinaus wurde die Arbeit der Abschlussprüfer kritisiert. Bilanzskandale haben des weiteren Aktienkurse massiv beeinflusst und dadurch die Finanzierungsmöglichkeit und das Wachstum andere Unternehmen gehindert. Die folgen für Gläubiger, Aktionäre und Arbeitnehmer waren enorm, da nach der Aufdeckung der Unstimmigkeiten den Unternehmen schließlich ein Insolvenzverfahren bevorstand. Aufgrund der Unstimmigkeiten in den Abschlüssen, die teilweise durch lückenhafte Prüfungsstandards entstanden sind, wurden Gesetzte verschärft, um Unstimmigkeiten zu erkennen und den Ruf des Abschlussprüfers wieder herzustellen. Abschlussprüfern wird sogar ein Mitverschulden vorgeworfen. Rückblickend betrachtet weiß man, dass Bilanzdelikte existieren, seitdem es Handel und Warenverkehr gibt. Durch die voranschreitende Globalisierung wird der Bedeutung der Share- Value-orientierter Unternehmensführung größerer Stellenwert beigemessen. Die voranschreitende Anzahl der Bilanzdelikte geht auch mit dieser Tendenz einher. Dabei werden ethische Werte jeglicher Art in den Hintergrund gedrängt. Erschwert kommt hinzu, dass die Komplexität der Unternehmensstrukturen und Geschäftsabläufe permanent zunimmt. Es ist also kaum möglich, eine absolute
Kontrolle und Überwachung dieser Art von Kapitalverbrechen zu garantieren. 1 Als prominenteste Beispiele für Bilanzdelikte sind zu nennen: Enron, Worldcom, Schneider (Baulöwe), Comroad, Flowtex, Bremer Vulkan, etc. Enron hatte beispielsweise Schulden in hohem Maße durch Gründung von Zweckgesellschaften ausgegliedert, damit diese nicht mehr in der Bilanz auftauchten. Um ein jährliches Wachstum zu erreichen, wurden zusätzlich
1 Vgl. Peemöller, V. H., Hofmann, S., Bilanzskandale, 2005, S. 17.
10
Umsätze durch „In-Sich-Geschäfte“ aufgebläht. Worldcom hingegen aktivierte laufenden Aufwand und hatte somit fiktive Vermögensgegenwerte ausgewiesen. Xerox und ComRoad manipulierten ihre Umsätze durch fingierte Zahlen. Flowtex hatte Bohrmaschinen, die nie existierten, und kreierte Leasingverträge mit dem zehnfachen seiner tatsächlich vorhandenen
Bohrmaschinen. 2 Diese bilden allerdings nur die Spitze des Eisbergs und die Dunkelziffer ist immens.
Auch die aktuelle Finanzkrise ist im Grunde genommen das Ergebnis einer jahrelangen Verschleierung der tatsächlichen Unternehmenslage. Das Ergebnis einer Umfrage von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG im Jahre 2003 zeigte, wie sich der Trend von 1997 bis 2003 entwickelte. 64% der deutschen Unternehmen waren bereits 2003 in den letzten 3 Jahren zuvor von Bilanzdelikten betroffen, während es 1997 noch 61% waren. Über 70% der Unternehmen sehen ein ernsthaftes Problem von Bilanzdelikten und nahezu 100% der deutschen Unternehmen erwarten einen Anstieg der Delikte. Relativ gering ist die eigene Einschätzung von Managern die ihre wirtschaftskriminellen Handlungsmuster als gut bis sehr gut einschätzen. 3 Tatsächlich hatte sich 2006 gezeigt, dass der Trend von Bilanzfälschungen zurückgegangen ist. Grund für den Rückgang könnte unter anderem die Einführung von Gegenmaßnahmen
durch den Gesetzgeber sein. 4
Bilanzdelikte sind ein ernstzunehmendes Problem. So haben aufgrund unzähliger Bilanzdelikte Betroffene wie beispielsweise Eigenkapitalgeber ihr gesamtes Vermögen durch vorsätzliches Handeln oder durch falsche Informationen der Unternehmen verloren. Auch entstehen für Geldinstitute, Abschlussprüfer, Lieferanten, Kunden, Wettbewerber, Staat, Verbraucher oder die Wirtschaft Schäden, die von ungeahnter Höhe sind. Darüber hinaus beeinträchtigen Bilanzdelikte die Funktion des Kapitalmarktes. 5 In der folgenden Tabelle werden ausführlich mögliche Schäden an Geschädigte dargestellt.
2 Vgl. Kaduk, M., Aufdeckung, 2007, S. 1f.
3 Vgl. Peemöller, V.H., Hofmann, S., Bilanzskandale, 2005, S. 18.
4 Vgl. Hofmann, S., Handbuch, 2007, S. 36 f.
5 Vgl. Henzler, P., Bilanzmanipulationen, 2006, S. 38 ff.
Tabelle 1: Schäden durch Bilanzmanipulationen. Quelle: Peter Henzler (2006). Bilanzmanipulationen. Motive, Täter, und Möglichkeiten der Aufdeckung durch die Jahresabschlussprüfung. Berlin: VDM Verlag S. 36 ff.
14
Ziel dieser Arbeit ist es, sich inhaltlich vorrangig mit dem Thema Bilanzdelikte zu befassen. Des Weiteren wird in dieser Arbeit die Ursache ausgewählter Bilanzdelikte analysiert und in einer jeweiligen Kategorie zugeordnet. Als Schwerpunkt befasst sich diese Arbeit mit der Kategorie von erfolgswirksamen Bilanzdelikten, da diese in der Öffentlichkeit bekannter sind. Zunächst wird in dieser Arbeit der Begriff Bilanzdelikte definiert und die dazugehörigen Eigenschaften näher erläutert, warum Unternehmen dazu motiviert sind und welche gesetzliche Regulierung daraus entstanden ist. Die ausgewählten Praxisbeispiele werden zunächst kurz dargestellt und einer Kategorie zugeordnet. Dabei wird bei den Praxisbeispielen hauptsächlich unterschieden zwischen erfolgsneutrale- und erfolgswirksame Bilanzdelikte. Daraufhin wird gezeigt, welche Auswirkungen Bilanzdelikte auf den Jahresabschluss haben, wie sie zu erkennen sind und welche Maßnahmen zu treffen sind. Mit einem Fazit wird diese Arbeit beendet.
2. Bilanzdelikte
2.1. Definition
Als Bilanzdelikt bezeichnet man im Allgemeinen die bewusst verfälschte Angabe der tatsächlichen Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens. Dabei werden Bilanzierungesetzte beispielsweise durch Falschbewertung oder Bilanzierung nicht vorhandener Konten zum Zweck der Täuschung (des Entscheidungsverhalten der Bilanzadressaten) missachtet. 6 Ziel eines Bilanzdeliktes ist es, entgegen der Interessen von Bilanzadressaten, sowohl die Unternehmensführung als auch Mitarbeiter zu bereichern. Dies
geschieht i.d.R. durch jährliche ergebnisorientierte Prämien. 7 Nach Abbildung 1 ist der Handlungsspielraum bei Bilanzdelikten vielfältig. Dabei spiegeln sich die Bilanzdelikte hauptsächliche in der Bilanz, der GuV und im Anhang wieder.
6 Vgl. Wirtschaftslexikon (Hrsg.): Gabler Wirtschaftslexikon, Version 2, unter Internetadresse: http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/119013/bilanzdelikte-v2.html
7 Vgl. Henzler, P., Bilanzmanipulationen, 2005, S. 21.
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Meshut Elmas, 2010, Analyse der Ursache ausgewählter Bilanzdelikte, München, GRIN Verlag GmbH
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