II
Inhaltsverzeichnis
Seite
Abk ürzungsverzeichnis III
1 Einleitung 1
2 Das Konzept des Lebenszyklusfonds 2
2.1 Darstellung von Lebenszyklusfonds 2
2.2 Fondsstruktur und Anlagestrategie 3
3 Chancen und Risiken 4
3.1 Steuerliche Aspekte 4
3.2 Performances von Lebenszyklusfonds 5
3.3 Risiken in Relation zu anderen Fonds 7
4 Beurteilung und Kritik 9
4.1 Ursachen der geringen Nachfrage in Deutschland gegenüber dem
US - Markt 9
4.2 Bestimmung der Zielgruppe und alternative Anlagemöglichkeiten
zu Lebenszyklusfonds 10
5 Fazit 12
Anlagen 123
Literaturverzeichnis 18
III
Abkürzungsverzeichnis
Aufl. Auflage
BVI Bundesverband Investment und Asset Management e.V.
bzw. beziehungsweise
ca. circa
EU Europäische Union
FAZ Frankfurter Allgemeine Zeitung
FTD Financial Times Deutschland
hrsg. herausgegeben
Hrsg. Herausgeber
o.S. ohne Seitenangabe
o.V. ohne Verfasser
s. siehe
S. Seite
USA United States of America
vgl. vergleiche
www world wide web
1
1 Einleitung
„Die Rente ist sicher - die Zeiten, als die Deutschen diese Behauptung ihrem
damaligen Arbeitsminister Norbert Blüm noch glaubten, sind lange vorbei.“ 1 Jeder muss sich Gedanken darüber machen, wie er seinen Lebensstandard nach dem Berufsleben sichert. Allein die gesetzliche Rente wird dazu nicht ausreichen. Derzeit weiß keiner genau, wie viel Rente er bekommen wird - je
weiter das Rentenalter entfernt, desto größer ist die Ungewissheit. 2 Nach einer Umfrage im Frühjahr 2010 von TNS Infratest 3 haben 67,6% der Befragten die Altersvorsorge als Sparziel genannt. Der Anteil derjenigen, die überhaupt sparen, liegt bei 47,5% und ist im Vergleich zur Umfrage im
Herbst 2009 um gut drei Prozentpunkte gestiegen. 4 Doch gerade sehr konservative deutsche Anleger setzen beim Thema Al-tersvorsorge oft auf eine Lebensversicherung oder das Sparbuch, anstatt renditeträchtigere Anlagen ins Kalkül zu ziehen. Die Umfrage hat ergeben, dass 55,2% der Befragten das Sparbuch als Geldanlage nutzen. Renten-
und Kapitallebensversicherungen wurden von 38,6 % gewählt. 5 Wertpapiere bieten dem Anleger die Chance auf eine wesentlich höhere Rendite. Der Aufbau eines Vorsorgeportfolios in Eigenregie unter Rendite-und Risikogesichtspunkten erscheint dabei vielen Sparern zu kompliziert und setzt einen hohen Kapitaleinsatz voraus, um eine ausgewogene Streuung der Investments zu erreichen. Aus diesem Grund haben Fondsgesellschaften entsprechende Produkte zum Ansparen einer Altersvorsorge entwickelt. Lebenszyklusfonds oder auch „Lifecycle-Fonds“ genannt sind dabei eine Produktinnovation, die seit etwa sieben Jahren in Deutschland erhältlich ist. Der Sparer kann je nach Anlagehorizont in Lebenszyklusfonds mit verschiedenen Zieljahren investieren. Nach diesem Zeithorizont wird der Fonds strukturiert. Das Fondsmanagement achtet bei der Strukturierung des Fondsportfolios nicht nur auf die Auswahl der jeweiligen Investments, sondern auch auf eine altersgerechte Strukturierung mit angemessenem Risiko.
1 Vgl.: Keudell, von Stephanie: Lebenszyklusfonds, 2007, S. 13.
2 Vgl.: Steiner, Bruno: Riester-Renten, 2009, S. 1.
3 Die repräsentative Umfrage zum Sparverhalten der Bundesbürger ist im Frühjahr 2010 zum 38. Mal von TNS Infratest, Bielefeld, im Auftrag des Verbandes der Privaten Bausparkassen durchgeführte worden. Interviewt wurden dabei über 2000 Bundesbürger im Alter ab 14 Jahren.
4 Vgl.: Nothaft, Alexander: Frühjahrsumfrage, 2010, S. 1-3.
5 Vgl.: Nothaft, Alexander: Frühjahrsumfrage, 2010, S. 1-3.
2
Ziel der Arbeit ist herauszustellen, ob Lebenszyklusfonds eine sinnvolle Anlagemöglichkeit für die Altersvorsorge darstellt und die Nachfrage nach Lebenszyklusfonds in Deutschland zunehmen wird.
Dazu wird im zweiten Kapitel das Konzept des Lebenszyklusfonds unter Berücksichtigung der Fondsstruktur und der Anlagestrategie vorgestellt. Anschließend werden im dritten Kapitel die Chancen und Risiken von Lebenszyklusfonds analysiert. Dazu wird auf steuerliche Aspekte eingegangen, die Performances analysiert und die Risiken in Relation zu anderen Fondsprodukten beurteilt.
Im vierten Kapitel erfolgt die Beurteilung und Kritik. Dabei wird die Zielgruppe der Fonds bestimmt. Anschließend werden mögliche Ursachen für die geringe Nachfrage in Deutschland gegenüber dem US-Markt untersucht und dem Leser alternative Anlageprodukte vorgestellt. Ein Fazit wird diese Arbeit abschließen.
2 Das Konzept des Lebenszyklusfonds
2.1 Darstellung von Lebenszyklusfonds
Aktienfonds bieten dem Anleger höhere Renditechancen als vergleichsweise sichere Anlagen. Die aktuellen Berechnungen des Bundesverbands Investment und Asset Management (BVI) 6 zeigen, dass Anleger von Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Deutschland im 30-Jahreszeitraum im Schnitt eine Rendite von 8,3% pro Jahr erzielten. International investierende Fonds
brachten im gleichen Zeitraum ein Ergebnis von 7,8% pro Jahr. 7 Anleger, die über Aktienfonds Vermögen angespart haben, erlitten im Jahr
2008 jedoch überwiegend Verluste. Zum Beispiel verlor der UniDeutschland 8 im Jahr 2008 über 43% an Wert. 9
Hier setzt das Konzept des Lebenszyklusfonds an. Anleger kaufen Fonds, deren Manger das Portfolio auf ein bestimmtes Datum ausrichten. Das Risiko wird im Zeitablauf reduziert, damit Schwankungen - die kurz vor der Liquidierung des Fonds Verluste bedeuten können - vermieden werden. 10
6 Die Wertentwicklungsberechnung des BVI erfolgte nach der „time weightet rate of return“-Methode zum Stichtag 30.06.2010.
7 Vgl.: BVI: Aktienfonds, 2010, S.1.
8 Der UniDeutschland ist ein Fonds der Union Investment, der schwerpunktmäßig in DAX-Werte investiert und stark am Index orientiert ist.
9 Vgl.: Mohr, Daniel: Wertentwicklung, 2008, S. 13.
10 Vgl.: Schmidt-Carré, André: Zu klein für ein ganzes Leben, 2009, o. S..
3
Das Fondsmanagement übernimmt die Strukturierung des Portfolios und achtet darauf, den Sicherheitserfordernissen für das Sparziel „Altersvorsorge“ gerecht zu werden. Die Portfoliozusammensetzung richtet sich nicht nur nach der Auswahl der jeweiligen Investments, sondern auch nach der alters-gemäßen Strukturierung - daher die Bezeichnung Lebenszyklusfonds. 11 Die Zusammenstellung eines Portfolios unter Rendite-Risikogesichtspunkten in Eigenregie bleibt dem Anleger erspart. Anleger, die bereits früh wissen, dass sie zu einem bestimmten Zeitpunkt Kapital für die private Altersvorsorge, den Hausbau, die Ausbildung der Kinder oder andere größere Anschaffungen benötigen, können einfach in einen Fonds mit dem entsprechenden Ablaufdatum investieren. Je nach Fonds kann dann zum gewünschten Termin über das Kapital als Einmalzahlung oder in Raten verfügt werden. 12
2.2 Fondsstruktur und Anlagestrategie
Wie in Punkt 2.1 erläutert, sind Lebenszyklusfonds auf eine feste Laufzeit ausgerichtet. Der Fondsmanager versucht bis zu diesem Zeitpunkt eine möglichst hohe Rendite bei ausreichender Sicherheit zu erzielen. Die Sicherheit der Anlage soll durch ein dynamisches Umschichtungsmodell erreicht werden. 13
Zu Beginn liegt die Aktienquote bei bis zu 100%, um hohe Renditechancen am Markt zu nutzen. Im Zeitverlauf wird der Fonds sukzessive in weniger volatile Anlagen wie Staatsanleihen, Rentenfonds und Geldmarktpapieren
umgeschichtet. 14
Dieses Prinzip wird je nach Anbieter verschieden angewandt. Fonds mit gleichem Zieldatum können daher sehr unterschiedlich strukturiert sein und entsprechend verschiedene Risiken und Wertentwicklungen aufweisen. 15 Im Folgenden wird das Umschichten des Fondsportfolios anhand acht Lebenszyklusfonds der Allianz erläutert werden. Die Fonds sind der gleichen Risikoklasse zugeordnet, haben das gleiche Anlageziel und werden von demselben Fondsmanager verwaltet. Sie unterscheiden sich somit lediglich in der Endlaufzeit von 2015 bis 2050 in Fünfjahresabständen.
11 Vgl.: Keudell, von Stephanie: Lebenszyklusfonds, 2007, S. 13.
12 Vgl.: Groth, Julia: Fonds, 2007, S. 21.
13 Vgl.: Muth, Evelyn: Lebenszyklusfonds, 2008, S. 54.
14 Vgl.: Reents, Heino: Lebenszyklus, 2009, o.S..
15 Vgl.: Kolbe, Ralf: Drum prüfe, wer sich ewig bindet, 2009, S. 28- 29.
Arbeit zitieren:
Thomas Lüken, 2010, Lebenszyklusfonds, München, GRIN Verlag GmbH
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